Wahrnehmung

Wahrnehmung und Bewusstsein

Wenn Bewusstsein eine Wirkung haben soll, muss es wahrgenommen werden. Wenn es nicht wahrgenommen wird, existiert es lediglich als Idee, als Möglichkeit, die entdeckt oder erinnert werden kann. Entdeckungen und Erinnerungen geschehen aber nur, indem sie wahrgenommen werden. Wahrnehmung ist nichts anderes als Aufmerksamkeit, bei der je nach Richtung, Stärke und Dauer unterschiedliche Bewusstseinsinhalte kreiert werden.

Glaube, Wahrnehmung und der Mythos unserer Zeit

Glaube und Wahrnehmung beeinflussen sich gegenseitig. Ist die Wahrnehmung lückenhaft, dient der Glaube als Füllmaterial. Soll der Glaube Wahrheit beanspruchen, wird die Wahrnehmung unbewusst auf jene Perspektiven und Erfahrungen begrenzt, die widerspruchsfrei die Inhalte des Glaubens bestätigen.

Buchprojekt „Was es ist“, Kap. 6: Der gespaltene Geist

„Wenn meine Aufmerksamkeit auf die Außenwelt gerichtet ist, dann bin ich wie ein nach außen gerichteter Pfeil. Wenn ich die Augen schließe und in mich hineinsinke, wird meine Aufmerksamkeit zu einem nach innen gerichteten Pfeil. Jetzt versuche ich beides zu tun – den Pfeil nach innen und nach außen zu richten – und stelle sofort fest, dass das unglaublich schwierig ist. Nach ein, zwei Sekunden vergesse ich entweder die äußere Welt und verliere mich in einem Tagtraum oder ich vergesse mich und gehe in dem auf, was ich betrachte.“ (Gurdjieff)