31 Jan 2015

Ein Buchprojekt

Submitted by Delloc

Was es ist

- Die Begegnung mit dem Selbst

Einleitung

Galileo Galilei (1564 - 1642) wird zitiert: „Man kann einen Menschen nichts lehren; man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden.“

Dass „es“ in schulischen und universitären Lehrplänen nicht auftaucht, erklärt sich aus der heutigen Funktion staatlicher Bildungskonzepte, die Interessen der Wirtschaft zu begünstigen und nicht die individuellen Talente der Menschen zu fördern. Kapitalistisch organisierte Arbeitsmärkte diktieren Wissensstandards und Fertigkeiten, die lediglich die Profitmaximierung privater Investoren bezwecken. So verschlechtert sich die Qualität des Lebens auf dem Planeten Erde insgesamt und im Besonderen der globale Zustand der Menschheit.

Trotzdem blieb das, was Galileo Galilei mit „es“ bezeichnete, wie ein verborgener Schatz  in vielen kulturellen Traditionen erhalten. Der amerikanische Psychotherapeut Milton Erickson beschreibt es als „im Zentrum von Nirgendwo sein“ oder als den „trancelosen Zustand“ („no-mind-state“), Meister Eckhart spricht von der „Armut des Geistes“, Taoisten vom „Geist ohne Wohnsitz“, im Buddhismus verweisen Zen, rigpa oder sunyata darauf.

Wie es möglich ist, „es“ als „Himmel“ zu entdecken, kann in dem christlich inspirierten Werk „Ein Kurs in Wundern“ nachgelesen werden: „Der HIMMEL selbst wird mit leeren Händen und einem offenen Geist erreicht, der mit nichts kommt, um alles zu finden und es als sein Eigen in Anspruch zu nehmen.“ (Ebd., Gutach i. Br. 1999, S. 247)

Ob man es als Aneignung („Eigen“) definiert oder in der hinduistischen Tradition von „Tat Tvam Asi“ („Das bist Du“) Beobachter und Beobachtung als identisch begreift, ist allenfalls eine akademische Fragestellung. Für den aktiv beteiligten ist der „HIMMEL“ kein Objekt der Perspektiv- oder Begriffswahl, sondern lebendiges Ereignis grenzüberschreitender Glücksgefühle.

Der deutsche Gehirnforscher und Neuropsychologe Manfred Spitzer hat herausgefunden, dass ein Gehirnareal namens Nucleus Accumbens Glückshormone ausschüttet, wenn uns etwas gut gelingt – allerdings nur dann, wenn die Leistung für den jeweiligen Menschen neu ist.

Die quantenphysikalische Erkenntnis, dass das beobachtete Universum sich jedes Mal verändert, wenn wir unsere Beobachtungsweise verändern, hat zu einer Art dynamischer Definition innerhalb der heutigen Informationstheorie geführt. Die fehlende Information in einem System, die den Zustand eines willkürlich herausgegriffenen Elements definiert, wird als Entropie bezeichnet. Wenn diese Entropie durch die Entdeckung der Beobachtung in eine andere Form (In-form-ation) gebracht wurde, verliert sie ihren Entropiestatus und gilt quasi als aus dem System herausgelesen. System und Beobachtung befinden sich also nach dem Informationstransfer in einer neuen kontextsensitiven Situation.

Ob der Nucleus Accumbens in diesem neuen Kontext wieder Glückshormone ausschüttet, kann insofern keine Frage von Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit sein, weil jeder neue Kontext ja per se immer über noch nicht herausgelesene Entropien verfügt. Insofern erhält die Annahme, dass das entscheidende Qualitätsmerkmal beglückender Kontexte der Sensibilitätsgrad bewusster Wahrnehmung ist, eine hohe Plausibilität.

Mit Sensibilitätsgrad ist in diesem Zusammenhang gemeint: im jeweiligen Augenblick eine Entropie intuitiv zu identifizieren und durch die wahrnehmende Linse der Bewusstheit strömen zu lassen, um auf die nächste Entropie konzentriert vorbereitet zu sein. Wenn in diesem Informationsstrom die Linse allerdings zum Spiegel wird, vermindern sich die Aktivitäten des Nucleus Accumbens, weil Spiegelbilder als Projektionen auf gespeicherte Informationen zurückgreifen und eine schwächere vitale Entropiequalität besitzen.

Eine „höhere“ Entropiequalität wäre demnach die Ursache von Samadhi/Sartori-Erfahrungen, bei denen ja ganze „Ozeane“ von Glückshormonen „ausgeschüttet“ werden.

Die Metapher der „Linse im Lichtstrom“ hat auch Dag Hammarskjöld in seinen Tagebüchern verwandt und sich damit gegen den „monkey-mind“ egomaner Selbstsucht abgegrenzt. Mit „monkey-mind“ wird die Unrast von Projektionen versinnbildlicht, die sich affengleich von einem Gedankenfetzen-Event zum nächsten schwingen. Dabei wird die Flut der Wahrnehmungen individuell selektiv „manipuliert“, um qua trancenähnlicher Verzerrungen die eigene Vorstellungen mit der Wirklichkeit übereinstimmend zu erleben.

Die „Linse im Lichtstrom“ dagegen erlaubt den (elektro-magnetischen) Substanzen der Wahrnehmung (Bilder, Emotionen, Ideen), sich in ursprünglicher Weise zu präsentieren und wieder aufzulösen. Die eigene „Anstrengung“ besteht darin, den Fokus konzentriert und passiv zugleich zu halten. Konzentriert, damit das, was ist, klar wirken kann  – und passiv, damit keine selbsterzeugten Resonanzen und Impulse die Wirkung überlagern.

Durch eine verknüpfende Assoziation zu einer egobasierten psychomentalen Reaktion wird die (zeitlose) Präsenz dieses auf sich selbst reflektierenden Bewusstseins augenblicklich verlassen. Jenseits dieser Nicht-Lokalität („Zentrum von Nirgendwo“) kehrt mit dem Raumbewusstsein auch die zeitliche Dimension zurück – Voraussetzung für die Entfaltung von Gedanken und Emotionen.

Mit der Rückkehr in die Zeitdimension verschwindet das zeitlos Ewige und die Gegenwart erscheint plötzlich als die Abfolge flüchtiger Phänomene, die das zentrale Nervensystem aktivieren und als eine Flut mehr oder weniger zufälliger Ereignisse wahrgenommen wird.

Das Konzept „Zufall“ wird zwangsläufig gebildet, wenn die Absicht überwiegt, beobachtbare Phänomene ursächlich ergründen und beherrschen zu wollen. Dazu heißt es in „Ein Kurs in Wundern“: „Wenn du in der Welt der Wahrnehmung gefangen bist, dann bist du in einem Traum gefangen. Du kannst ohne Hilfe nicht daraus entrinnen, weil alles, was dir deine Sinne zeigen, nur die Wirklichkeit des Traums bezeugt.“ (Ebd., S. XIX)

Diese Art des reduzierten „Bezeugens“ machen sich vor allem die Wissenschaften zu eigen, indem sie allein jenes Wissen als begründet erachten, durch das Prozesse und Materialien identisch reproduziert werden können. Dazu bedienen sie sich zweier Tricks: es wird eine Skalierung gewählt, die statistische Signifikanzen ermöglicht. Außerdem werden alle Ereignisse, die möglicherweise andere oder zusätzliche Erkenntnisse beinhalten mit der sog. ceteris-paribus-Klausel ignoriert und ausgeschlossen. Die endlos langen Beipackzettel, die medizinische Nebenwirkungen beschreiben, sind das Resultat dieser verfälschenden Wissenschaftspraxis. Es geht nur noch darum, solches Wissen zu generieren, das in kapitalistischen Verwertungsprozessen für Investoren ausgenutzt werden kann. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass diese winzige Investorenminderheit den Staat noch dazu nötigt, die Hauptlast der Kosten für Forschung und Bildung zu tragen.

Das diktatorische Regime ökonomischer Prioritätensetzungen verschuldet in vielerlei Hinsicht schwerwiegende Katastrophen. Die Verkümmerung des menschlichen Selbstwertgefühls kann in diversen Situationen zunehmend als „Verwahrlosung“ beobachtet werden – „Verwahrlosung“ im Sinne des Verlustes jener Wahrheit, die auf das eigene Selbst als Gewissheit gerichtet ist. Wenn die Menschheit aber durch einen ökonomischen Totalitarismus zunehmend daran gehindert wird, sich ihrer selbst in Wahrheit gewahr zu werden, dann ist das Ende jeglicher authentischer Selbsterkenntnis nicht mehr fern.

Zweifellos ist die Verkümmerung der menschlichen Selbsterkenntnis auch eine Folge des stetigen Verlustes von Religiosität, die durch Reizüberflutung einer verdinglichten Konsumwelt und mediale Dauerbeschallungen weder den Raum, noch die Besinnlichkeit zu ihrer Entfaltung erhält.

Hinzu kommt, dass die Ideologen der Macht- und Profitmafia keine Gelegenheit versäumen, Religiosität als gefährlichen Zündstoff zu verleumden, um selbstbestimmte Freiheitsspielräume zu diskreditieren. Wer nämlich seinen eigenen Wahrnehmungen mehr Bedeutung schenkt als systemkonformer Propaganda, kann sich Perspektiven erschließen und Entschlüsse fassen, die auf authentischer Gewissheit beruhen und Vertrauensqualitäten enthalten, die in den Ideologien des Mainstreamzirkus vergeblich zu finden sind.

Wenn „es in sich selbst zu finden“ nicht gelingt, wirkt es wie ein blinder Fleck, den man einfach nicht wahrnimmt. Das ist das Dilemma fehlender Selbsterkenntnis. Zwar wurde schon im Thomas-Evangelium (Vers 3) gewarnt: „Wenn ihr euch aber nicht erkennt, seid ihr in Armut, und ihr seid die Armut.", doch die Förderung von Selbsterkenntnis war noch nie das Bestreben hierarchisch geordneter Machtstrukturen.

Die Mehrzahl der Menschen ist mit eigenen Traumata und herrschaftskonformer Lügenpropaganda ein Leben lang befasst, ohne jemals daraus zu erwachen. Der psychomentale Mainstream ist mit einer Hypnose zu vergleichen, die den Träumenden unablässig auf den nächsten Schicksalsschlag fokussiert, so dass er keine Zeit findet, Atem zu holen und jene „Dimension“ zu entdecken, in der das Träumen überhaupt entsteht.

Um sich aber nachhaltig zu enthypnotisieren, wäre die Erfahrung dieser „Dimension“ notwendig, weil erst dann der Unterschied von Traum und Wirklichkeit erinnert werden kann. Diese Erinnerung ist aber in allen Momenten des Lebens wichtig, in denen der Mensch vergisst, dass er an den Ereignissen seines Lebens ursächlich beteiligt ist.

Das Bewusstsein von dieser Beteiligung zurück zu erlangen, ist das Ziel der nachfolgenden Kapitel.

Kommentare

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Hallo werter Delloc,

aus dem Freitag verschwunden und damals bereits ein interessanter Querdenker, wo wir uns auch des Öfteren kommentiert hatten.

Entropie mag in der Informationstheorie eine neue Bedeutung (Erweiterung) erfahren haben. Aber so weit ich weiß ist es immer noch die physikalische Beschreibung eines Zustandes im Universum (Thermodynamik), die das Maß der noch verwertbaren Energie beschreibt (mit anderen Worten ein Zustand der Unordnung anzeigt). Steigende Entropie ist also eine Verschlechterung der Nutzbarkeit und erfordert wiederum einen höheren Aufwand der "Restnutzbarkeit". Von höherer "Entropiequalität" zu sprechen, wäre für mich daher ein Widerspruch in der Aussage. Entropie müsste durch einen andern Begriff ersetzt werden.

"Die „Linse im Lichtstrom“ dagegen erlaubt den (elektro-magnetischen) Substanzen der Wahrnehmung (Bilder, Emotionen, Ideen), sich in ursprünglicher Weise zu präsentieren und wieder aufzulösen. Die eigene „Anstrengung“ besteht darin, den Fokus konzentriert und passiv zugleich zu halten. Konzentriert, damit das, was ist, klar wirken kann  – und passiv, damit keine selbsterzeugten Resonanzen und Impulse die Wirkung überlagern.

Durch eine verknüpfende Assoziation zu einer egobasierten psychomentalen Reaktion wird die (zeitlose) Präsenz dieses auf sich selbst reflektierenden Bewusstseins augenblicklich verlassen. Jenseits dieser Nicht-Lokalität („Zentrum von Nirgendwo“) kehrt mit dem Raumbewusstsein auch die zeitliche Dimension zurück – Voraussetzung für die Entfaltung von Gedanken und Emotionen."

Was heißt jetzt: "ursprüngliche Weise"? Wenn ich mich nicht als eine Illusion betrachten soll, muss ich auch aus meinem "eigenen" reflektierenden Bewusstsein zu Erkenntnissen gelangen können, die für "diese Realität" ihre Bedeutung hat. Absolute Bedeutung kann es nur aus der Sicht des jeweiligen Individuums für sich selbst geben, da nützt mir auch keine theoretisch gedache Metaebene. Wenn aber die "Metaebene" den eigentlichen Raum der Wirklichkeit ausmachen soll, dann frage ich mich doch, was soll unsere Existenz hier eigentlich? Da stellt sich mir sofort die Frage: wem nützt es?

Weiteres ist schön geschrieben.

 

 

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Hallo Pleifel! Schön, dich hier zu treffen!

„Entropie mag in der Informationstheorie eine neue Bedeutung (Erweiterung) erfahren haben. Aber so weit ich weiß ist es immer noch die physikalische Beschreibung eines Zustandes im Universum (Thermodynamik), die das Maß der noch verwertbaren Energie beschreibt (mit anderen Worten ein Zustand der Unordnung anzeigt). Steigende Entropie ist also eine Verschlechterung der Nutzbarkeit und erfordert wiederum einen höheren Aufwand der "Restnutzbarkeit"“

Ja, das ist eine Art Kosten-Nutzen-Perspektive... J

Die Wahl der Perspektive wird durch die eigene Weltanschauung beeinflusst und die Absichten, die man damit verknüpft. Meine Weltanschauung wurde durch Ramesh Balsekar geprägt: „All there is, is consciousness. Consciousness is all, there is.“

Anfangs hielt ich das für eine nette Abwechslung, wenn man in einer materialistischen Kultur sozialisiert wurde. Heute weiß ich, dass dies eine Wirklichkeit zum Ausdruck bringt, in der sich die menschliche Selbsterkenntnis und Selbstbestimmung bestmöglich entwickeln kann.

„Von höherer "Entropiequalität" zu sprechen, wäre für mich daher ein Widerspruch in der Aussage. Entropie müsste durch einen andern Begriff ersetzt werden.“

Da im universalen Maßstab nichts verloren geht – weder Materie noch Energie – findet also lediglich ein permanenter Transformationsprozess statt. Mit anderen Worten: in „deinem“ Sinn hat Energie den „Träger“ gewechselt, in meinem Sinn „Bewusstsein“. Entscheidend war für mich aber die Auswirkung auf der körperlichen Wahrnehmungsebene und die Art und Weise der eigenen Aufmerksamkeit während dieses Prozesses.

„Wenn ich mich nicht als eine Illusion betrachten soll, muss ich auch aus meinem "eigenen" reflektierenden Bewusstsein zu Erkenntnissen gelangen können, die für "diese Realität" ihre Bedeutung hat. Absolute Bedeutung kann es nur aus der Sicht des jeweiligen Individuums für sich selbst geben, da nützt mir auch keine theoretisch gedache Metaebene. Wenn aber die "Metaebene" den eigentlichen Raum der Wirklichkeit ausmachen soll, dann frage ich mich doch, was soll unsere Existenz hier eigentlich? Da stellt sich mir sofort die Frage: wem nützt es?“

Ja, das ist die Gretchenfrage... J

Das Ego beansprucht gern, die Kontrollinstanz zu sein. Nur so kann es das Betrugsszenario aufrechterhalten, mehr als ein Gedanke zu sein.

Balsekar hat das Ego gern mit einem Toaster verglichen, der stolz behauptet, in ihm schlummere die Energie und die Entschlusskraft, Brot zu rösten.

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Hallo Tiger    

"Balsekar hat das Ego gern mit einem Toaster verglichen, der stolz behauptet, in ihm schlummere die Energie und die Entschlusskraft, Brot zu rösten."

Dann würde ich ihm sagen, solange der Toaster glücklich in seiner Illusion lebt, ist alles in Ordnung. Sobald aber ein Balsekar diese Illusion zerstört und der Toaster sich nicht in eine neue "Illusion" verlieren kann, verläuft sein Leben beschissen. Auch auf einer anderen Ebene kann ich wohl nicht sicher sein, einer weiteren Illusion zu unterliegen. Jedenfalls scheint mir mein jetziges leben Recht real zu sein, die Frage ist halt, wie denke ich darüber. Und das Denken darüber wird bei mir bis zum Schluss anhalten. Was kann ich mir also mehr wünschen, zumal ich noch in einer wunderbaren Beziehung lebe!

 

 

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„... solange der Toaster glücklich in seiner Illusion lebt, ist alles in Ordnung.“

Das Glück, das auf Illusionen basiert, hat meistens nur eine begrenzte Dauer und wird irgendwann von der Wirklichkeit überrascht. Und dann?

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Da geht es dem, auf Illussionen basierenden, Unglück aber doch haargenauso - was PEGIDA soeben unter Beweis stellt.

Die, von Pleifel aufgeworfene, Frage nach der Eindeutigkeit von Realität stellt sich gerade dramatisch. Vorhanden sind in der BRD derzeit nicht gerade 90 Millionen "Realitäten", aber sehr viel weniger eben auch nicht.

Was also ist Wirklichkeit?

Die Ahnung das sie die propagandischen Produkte von Darstellung nicht abbilden können, treibt einiges Volk derzeit auf die Straßen. Jeweils mit den unterschiedlichsten, bis zu bizarren, Sichten von "Realität". Das es nur eine Angleichung unterschiedlichster Wahrnehmungen von Realität 'aus der Kacke reißen' kann, erscheint mehr als naheliegend.

Die materiell angeleiteten Techniken von Wahrnehmung neigen zu Verstopfung und Dünnschiß gleichzeitig, weil sie nur (an)fassbares als zum Möglichen erklären, trotz gern vorgeschobener immateriellen Substanz.

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Wuuunderbar, das du endlich dein Gedankengut auf die termitischen Seiten stellst, DELLOC!

Mit dem Tiger im Tank fährt es sich gleich viiiel besser, kann es nur vorwärts gehen.

(Meine ersten, recht umfänglichen Gedanken zu deinem Text hatte soeben meine hiesige Maschine komplett gefressen, das Mistding)

Also noch einmal von vorn:

ich entdecke im Text gehaltvolle Essenzen von beträchtlichem Gehalt und Rückschlüsse die den meinen verdammt nahe liegen. Ein kleineres Problem habe ich mit den Zuweisungen an Religiosität, den Umgang mit ihr:

".........dass die Ideologen der Macht- und Profitmafia keine Gelegenheit versäumen, Religiosität als gefährlichen Zündstoff zu verleumden, um selbstbestimmte Freiheitsspielräume zu diskreditieren."

So ausgedrückt halte ich das für eine ungute  Verkürzung.

Erst wenn ich unterteile in eine (institutionalisierte) Religiosität die selbst Teil der Macht- und Profitmafia ist - also wirklich ein explosives Gemisch - und eine Religiosität die um die Erweiterung von Bewusstsein bemüht ist - macht es Sinn. Dem erstgenannten Teil ist an selbstbestimmten Freiräumen nicht im Mindesten gelegen.

Du weisst das sich die "Utopischen Sozialisten" ebenfalls mit dem "es" und dem "Nirgendwo" gehaltvoll beschäftigt haben?

Einen Willism Morris würde ich gern als Beispiel bemühen:

"Im Jahre 1891 schrieb William Morris "Kunde von Nirgendwo oder Ein Zeitalter der Ruhe", und bereits 1892 erschien die erste deutsche Ausgabe des Buches, aber erst 1991 wurde es in vollständiger deutscher Übersetzung veröffentlicht."

http://www.kunde-von-nirgendwo.mondschatten.net/

Solche Quellen lieferten mir den Zugang zu Schlussfolgerungen die denen deines Textes seeehr nahe liegen.

Noch immer sind die Lettern NIRGENDWO auf einer ehemaligen, langjährigen Behausung von mir deutlich sichtbar. Vor gefühlten 100 Jahren fand da auch einmal die "Revolution im Nirgendwo" statt, eine Veranstaltung die der hiesigen Ureinwohnerschaft zwar noch erinnerlich ist, die aber leider noch immer nicht die erwünschten Ergebnisse zeigte.

Am zweiten Wochenende im Mai soll es hier zu illustren termitischen Aufläufen kommen: rate einmal mit wem ich auch beinahe rechne.........Einige Stellungnahmen potentieller Kollaborateure der termitischen Feierlichkeit findest du dort durch Wühlarbeit in den Kommentaren (Hermann's eigentliches Blogthema ist ein gaaaanz anderes, oder auch doch das Selbe Anliegen):  http://www.termiten.net/node/125

Bild des Benutzers Delloc

„Erst wenn ich unterteile in eine (institutionalisierte) Religiosität die selbst Teil der Macht- und Profitmafia ist - also wirklich ein explosives Gemisch - und eine Religiosität die um die Erweiterung von Bewusstsein bemüht ist - macht es Sinn. Dem erstgenannten Teil ist an selbstbestimmten Freiräumen nicht im Mindesten gelegen.“

Ja, da stimme ich dir vollkommen zu. Allerdings hatte ich bewusst den Begriff „Religiosität“ gewählt, weil er in meinem Sprachverständnis eine individuelle Haltung und Wahrnehmung ausdrückt, die m.E. gar nicht institutionalisiert werden kann.

„Du weisst das sich die "Utopischen Sozialisten" ebenfalls mit dem "es" und dem "Nirgendwo" gehaltvoll beschäftigt haben?“

Das ist neu für mich... Danke! Werde ich mir anschauen.

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bis jetzt gelingt es mir noch

ich bezweifle, dass wir überhaupt Illusion von Wirklichkeit unterschieden könnten. Denn woher sollte der Maßstab kommen? Andererseits halte ich die erlebte Wirklichkeit auch nicht für eine Illusion. Scheint mir mehr ein philosophisches Erkenntnisthema zu sein. Taucht aber immer mal wieder auf, vor allem aus dem indischen Kontext heraus.

 

 

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„ich bezweifle, dass wir überhaupt Illusion von Wirklichkeit unterschieden könnten. Denn woher sollte der Maßstab kommen? Andererseits halte ich die erlebte Wirklichkeit auch nicht für eine Illusion. Scheint mir mehr ein philosophisches Erkenntnisthema zu sein. Taucht aber immer mal wieder auf, vor allem aus dem indischen Kontext heraus.“

Der Maßstab ist ein Minimum an Filtern, die die Wahrnehmung reduzieren. Dazu habe ich weiter oben Marie etwas geschrieben.

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Mystik und Logik bei Russell

Dann vielleicht mit  verschiedenen Wirklichkeiten, wo jede ihre Berechtigung hat, bzw. einfach vorhanden ist. Mit der Logik erfahre ich über die Maßzahlen das Verhältnis zur Natur und bleibt mir der überprüfbare Maßstab zur Wirklichkeit. Bertrand Russell erkannte dabei sehr wohl die Grenzen der Mathematik, dass ihr "die Fülle des Seins" verborgen bleibt.

Bertrand Russell ist für mich einer der wenigen, der die verschiedenen Qualitäten des Lebens glaubwürdig bezeugt hat. "Drei einfache, doch übermächtige Leidenschaften haben mein Leben bestimmt: das Verlangen nach Liebe, der Drang nach Erkenntnis und ein unerträgliches Mitgefühl für die Leiden der Menschheit.."

Er schreibt, dass jedes Leben einmalig und kostbar ist. Zitat: "So war mein leben. Ich habe es lebenswert gefunden, und ich würde es in Freuden noch einmal leben, wenn sich mir die Möglichkeit dazu böte."

 

 

 

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„Dann vielleicht mit  verschiedenen Wirklichkeiten, wo jede ihre Berechtigung hat, bzw. einfach vorhanden ist.“

Im Grunde gibt es nur eine Wirklichkeit, lieber Pleifel... aber genauso viele Interpretationen, wie es Menschen gibt. Wenn jeder seine persönliche Deutung für wahr hält, kommt es zu Missverständnissen und Streitigkeiten. Erst wenn ein Mensch erforscht hat, wie seine Wahrnehmung und seine Urteilsbildung entstanden ist und wie sie funktioniert, kann er den Käfig seiner Automatismen verlassen. Dies wäre die Vorbedingung für ein freies menschliches Wesen.

{Bertrand Russell ... "So war mein leben. Ich habe es lebenswert gefunden... "}

Dazu habe ich mal geschrieben:

„Entgegen dem, was in dem verrückten Zustand, der Normalität oder gesunder Menschenverstand genannt wird, für selbstverständlich schalten wird, ist die Unterscheidung zwischen dem Selbst und der Außenwelt keine unabänderliche Tatsache, sondern eine künstliche Konstruktion. Es ist eine Grenzlinie, und wie alle Grenzen nicht natürlich, sondern vertraglich vereinbart; wie alle Grenzen beruht sie auf Liebe und Hass.

Die Unterscheidung zwischen Selbst und Nicht-Selbst wird von dem kindischen Entschluss getroffen, all das, was dem Ich gefällt, als „mir gehörig“ zu beanspruchen, und all das als „nicht mir gehörig“ abzulehnen, was das Ich nicht mag. So einfach ist das; hier folgt jedoch Freuds formalere Beschreibung: „Es (das Ich) nimmt die dargebotenen Objekte, insofern sie Lustquellen sind, in sein Ich auf, introjiziert sich dieselben (nach dem Ausdrucke Ferenczis) und stößt andererseits von sich aus, was ihm im eigenen Innern Unlustanlass wird (Mechanismus der Projektion).“

„Das Äußere, das Objekt, das Gehasste wären zu allem Anfang identisch. Erweist sich späterhin das Objekt als Lustquelle, so wird es geliebt, aber, auch dem Ich einverleibt.“«

Das ist der Sündenfall: die Unterscheidungen zwischen „gut“ und „böse“, zwischen „mein“ und „dein“, zwischen „ich“ und „du“ (oder „es“) laufen alle auf eins hinaus - Grenzen zwischen Personen; Grenzen zwischen Besitztümern; und die Polarität von Liebe und Hass.

Die Grenzlinie zwischen Selbst und Außenwelt hat keinen Bezug zur Wirklichkeit; die Unterscheidung zwischen Ich und Welt entsteht, indem man einen Teil des Inneren ausspeit und einen Teil des Äußeren verschlingt. Auf dieser Erkenntnis Freuds haben Melanie Klein und ihre Nachfolger aufgebaut.

„Infolge dieser Mechanismen [der Introjektion und der Projektion] kann das Objekt des Kleinkindes als das, was innerhalb oder außerhalb seines eigenen Körpers ist, bezeichnet werden. Doch auch wenn es außerhalb ist, ist es noch Teil seiner selbst und bezieht sich auf das Kind selbst, denn es ist ‚außerhalb‘, weil es ausgestoßen, ‚ausgespuckt‘ wurde: daher bleiben die Grenzen des Körpers vage. Man könnte es auch umgekehrt ausdrücken: da das Objekt außerhalb des Körpers ‚ausgespuckt‘ ist und sich noch immer auf den Körper des Kindes bezieht, gibt es keine klare Trennung zwischen seinem Körper und dem, was außen ist.“ (Heimann, Certain Functions of Introjection and Projection, in: Early In-fancy, S. 143)”

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Innen und Außen, du und ich

erscheinen mir ebenfalls nicht als glaubwürdige, tragfähige Konzepte von Wahrnehmung. Allein als willkürliche gewählte `Krücke' von Anscheinbarem.

Ein Innen ist, ohne seine Abgrenzung von Außen, nichtexistent - sie zehren von gegenseitiger Reflektion, oder sie sind nicht.

Mit dem du und dem ich sieht es nicht besser aus - ohne gegenseitige Reflektion, oder eine gespeicherte Erinnerung an eine solche, sind wir nicht - können es schlicht nicht sein.

Übertragen auf die herumvagabundieren Horden die sich gern als Einzelwesen - wenn nicht gleich als königlich - betrachten, halte ich das für einen - noch dazu schlechten - Scherz Kurzsichtiger.

Ohne die Spiegelung, den Abgleich von dem was Realität sein "könnte", den permanenten Austausch von du und ich, bleibt Realität eine Illusion?

Erst der, möglichst vielfache, Abgleich unserer vielfältigen Illusionen lässt tragfähige Sichtbarkeit entstehen?

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{Ohne die Spiegelung, den Abgleich von dem was Realität sein "könnte", den permanenten Austausch von du und ich, bleibt Realität eine Illusion?

Erst der, möglichst vielfache, Abgleich unserer vielfältigen Illusionen lässt tragfähige Sichtbarkeit entstehen?}

Selbst wenn dieser „Abgleich“ permanent stattfände, würde es nur im Innenverhältnis ggf. zu einer gewissen Tragfähigkeit führen. So wie das Auge sich nicht selber sehen kann, so kann ein Beobachter immer nur das reflektieren, was ihm als getrennte Erscheinung begegnet. Zwei oder mehr Beobachtungen, die ja immer dissoziiert stattfinden, sind insofern lediglich willkürliche Ausschnitte.

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Bestandteil meiner Existenz

Wenn ich keine Trennung zwischen Innen und Außen (von mir aus eine Illusion) erfahre, wäre ich keine Individualität. Gerade die Grenzen sind es doch (variabel und persönlich änderbar), die mir den Raum meiner Subjektivität belassen, die sich gerade gegen eine verallgemeinernde Objektivität abgrenzen kann. Der Bereich außerhalb meiner Subjektivität erschließt sich der Rationalität, der Vernunft, der Logik, da sie einer numerischen Struktur zugrunde liegt, die das "Gewebe von Raum und Zeit" nicht als Chaos, sondern als Ordnung erkennen lässt. Diese Rationalität können wir miteinander teilen: es ist die erfahrbare Wirklichkeit. Sie ist so konkret, dass darunter gewaltige Brücken gebaut werden, Sonden im interplanetaren Raum einen beweglichen Körper treffe können und wir die Kraft des Atoms entfesselt haben.

Was Du den "Sündenfall" nennst ist für mich gerade das Gegenteil. Denn ein Bereich ohne diese Begriffe, Kategorien wäre wie ein Spielplatz ohne Gefahren, wobei die mögliche Welt außen vor bleibt. Sündenfall ist es nicht wegen der Unterscheidung, sondern wegen der Handhabung dieser Unterscheidung. Ich würde nicht wollen, dass sich jemand z.B. "meine Bücher" so einfach aneignen könnte, ohne meine Zustimmung dazu. Jetzt könnte man sagen: "warum hängst Du an materiellen Werten? Worauf ich sagen würde: es sind ideelle Werte, die darin verkörpert sind. Es sind meine Gesprächspartner, die ich mir aussuchen kann."

Die Individualität, verbunden in Körper und Geist, ist die einzigartige, einmalige Voraussetzung unserer besonderen Seinsform. Ob dem ein Plan vorausging oder nicht, erschließt sich uns nicht. Die Natur ist da ziemlich neutral, wenn es um Kreation oder Vernichtung geht. Nur wir sind es, die dem Ganzen die Bedeutung beilegen, wie wir uns auch selbst erhöhen, wobei die Alten sich dazu gleich den Demiurgen als Vorbild genommen haben. Man denke sich das Vollkommene und erhebe sich daraufhin. Finde ich übrigens als Fortsetzung natürlicher Evolution, die nun auf der Ebene von Kultur eine geistbeschleunigte Phase erleben kann. Dafür gibt es aber keine Garantie, denn wir selbst sind in der Lage, alles zu beenden, wie es auch jederzeit als kosmische Katastrophe sich ereignen kann.

Wir sollten uns einfach ein wenig zurücknehmen und uns gegenseitig das Leben angenehm gestalten. Wenn wir das hinbekommen, reicht es für die Meisten völlig aus. Denn wer seine nicht bekannte Lebenszeit mit der Anhäufung von Gütern und Macht verschwendet, ist eine ziemliche Dumpfbacke!

                                                                                             

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{Wenn ich keine Trennung zwischen Innen und Außen (von mir aus eine Illusion) erfahre, wäre ich keine Individualität.}

Jede „praktische“ Erfahrung der Non-Dualität würde dir eine andere „Sicht“ schenken. Wenn das kleine „ich“ verschwindet und Innen und Außen EINS sind, wird die gedachte Individualität zu purer totaler Subjektivität.

{Gerade die Grenzen sind es doch (variabel und persönlich änderbar), die mir den Raum meiner Subjektivität belassen, die sich gerade gegen eine verallgemeinernde Objektivität abgrenzen kann.}

„Verallgemeinernde Objektivität“ existiert lediglich als Vorstellung eines sich abgrenzenden Egos.

{Der Bereich außerhalb meiner Subjektivität erschließt sich der Rationalität, der Vernunft, der Logik, da sie einer numerischen Struktur zugrunde liegt, die das "Gewebe von Raum und Zeit" nicht als Chaos, sondern als Ordnung erkennen lässt. Diese Rationalität können wir miteinander teilen: es ist die erfahrbare Wirklichkeit. Sie ist so konkret, dass darunter gewaltige Brücken gebaut werden, Sonden im interplanetaren Raum einen beweglichen Körper treffe können und wir die Kraft des Atoms entfesselt haben.}

Da hast einen anderen Erfahrungsbegriff. Für dich sind Gedanken und Vorstellungen erfahrbar. Für mich sind das lediglich theoretische Hirngespinste. Du kannst eine Brücke zwar sehen, anfassen und ein Bild davon erinnern, du kannst sie aber nicht erfahren.

"Es ist die alte Geschichte. Erst macht man Abstraktionen von den sinnlichen Dingen, und dann will man sie sinnlich erkennen, die Zeit sehn und den Raum riechen. Der Empiriker vertieft sich so sehr in die Gewohnheit des empirischen Erfahrens, dass er sich noch auf dem Gebiet des sinnlichen Erfahrens glaubt, wenn er mit Abstraktionen hantiert." (Friedrich Engels, Dialektik der Natur MEW 20, S. 502)

Erfahrung ohne den lebendigen Augenblick bleibt zwangsläufig immer unsinnlich, theoretisch, bildhafte Vorstellung. Es ist eine Art künstlicher „Wirklichkeit“ derer, die sich in diesen Abbildungen verlieren.

{Was Du den "Sündenfall" nennst ist für mich gerade das Gegenteil. Denn ein Bereich ohne diese Begriffe, Kategorien wäre wie ein Spielplatz ohne Gefahren, wobei die mögliche Welt außen vor bleibt. Sündenfall ist es nicht wegen der Unterscheidung, sondern wegen der Handhabung dieser Unterscheidung.}

Nicht die Unterscheidung ist der Sündenfall, sondern die anschließende Bewertung und Urteilsbildung. In der Paradiesgeschichte war es das Verbot, „vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen“. 

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Abstraktion ist keine Erfahrung

"Der Empiriker vertieft sich so sehr in die Gewohnheit des empirischen Erfahrens, dass er sich noch auf dem Gebiet des sinnlichen Erfahrens glaubt, wenn er mit Abstraktionen hantiert."

Ich glaube nicht, dass mir diese Verwechslung unterläuft.

"Für dich sind Gedanken und Vorstellungen erfahrbar."

Ich betrete die Brücke. Ich kann sie ggf. bauen. Ich kenne sowohl ihre Bestandteile sowie die Daten, die die Brücke aufgrund von Zahlen tragfähig macht. Ich bin aber nicht die Brücke. Alle diese Fakten kann ich vor meinem "inneren Bewusstsein" so realisieren, dass sie der Realität sehr nahe kommt. So ist normalerweise die Reihenfolge und nicht umgekehrt. Obwohl sich die Genialität gerade dadurch auszeichnet, abstrakte, "virtuelle" Gedanken (Bilder) so neu zu konfigurieren, dass sie anschließend in der Realität zu etwas völlig Neuem wird. Erfahrbar wäre dann die qualitative Wahrnehmung zu nennen, die durch die Mathematik ihre Intersubjektivität erhält: sie ist überprüfbar und anwendbar.

"Erfahrung ohne den lebendigen Augenblick bleibt zwangsläufig immer unsinnlich.."

Ich wüsste keinen schöneren Moment, als es uns die Natur gelegentlich ermöglicht, wenn man dazu offen ist. Dass ist äußerste Sinnlichkeit und dann natürlich auch Erfahrung. Unsere ganze augenblickliche Perönlichkeit ist gespeist aus der Summe unserer Lebenserfahrungen. Schade dann, wenn die im Alter schwinden. Vielleicht gibt es ja so eine Art universelles Gedächtnis, an dem ich partizipieren kann. Dafür ist dann Zeit, wenn sie gekommen ist. Und wenn nicht, eben nicht.

Bild des Benutzers Delloc

{Erfahrbar wäre dann die qualitative Wahrnehmung zu nennen, die durch die Mathematik ihre Intersubjektivität erhält: sie ist überprüfbar und anwendbar.}

Lediglich der abstrakte Gehalt ist überprüfbar und ceteris paribus reproduzierbar.  

Aber dies wird nie eine lebendige sinnliche Erfahrung sein, weil der Verstand das Lebendige des Augenblicks gedanklich überlagert. 

Bild des Benutzers pleifel

Diese "Abstraktheit" ist unsere Moderne

Nun, als wenn deine Worte nicht in "Abstraktheit baden würden". :-)

Lieber Delloc,
freue mich sehr, dass Du hier bei termiten bist.
Gestern Abend war ich am Kommentieren, da schnitt mich yahoo, oder war es google (?), von der Kommunikation mit Dir ab. Es gab kein vor und kein Zurück. Und selbstverständlich war das Geschriebene längst über dem Atlantik in Luft aufgelöst.
Hier erst einmal sei von meiner Seite aus lediglich auf Russells Aussage (Paul sei Dank) hingewiesen, bzgl. seiner Lebensleidenschaften, "Liebe", "Erkenntnis", "Empathie". Ich kannte das nicht von ihm, war praktisch 35 Jahre aus Bücherwurmstudium ausgeschlossen und in Lebenspraxis involviert. Aber genau diese drei Leidenschaften habe ich ebenso verfolgt und als persönlichen Lebenssinn (und mein "Selbst") aufgefasst, zusammen mit einer vierten Leidenschaft: "Freiheit" (Widerstand gegen jedwede Herrschaft).
Bin gespannt, wie Dein Buch weitergeht.
LG, Hermann