26 Jan 2015

Leben wie ein Pflasterstein

Submitted by oberham

…. gestern beim Spazierengehen, blaugrauer Himmel, leerstehendes Neubaubauernhaus vom Grundbesitzersohn – dem jungen Grafen – wenn ich gehe, mich beweg, bin ich ein Teil vom Glück das bleibt, geborgen in Geselligkeit von Myriaden lebenden Elementeskulpturen.
In meinem Hüttenzimmer, da liegt der Tod, das Holz gestorben, die Klänge aus den Membranen geworfen, hämmern Beethoven an meine Ohren, 1944 in Berlin, spielten die Berliner Philharmoniker in Bombenpausen, voll Innigkeit mit den menschlichen Talenten, vor Teufeln in Uniform.

Vor 70 Jahren ward ein Kind in einem KZ geboren, es hat bis heute überlebt, wär es der CEO von Goldman Sachs geworden, ein schlichter Geist wie Ich, seine Rache wohl versteht!

Doch ist´s die Rache, so kann ich hier nur sagen, lache!

….. und dieses Lachen hallt in die Zukunft hinein, hinein wie ein schaler, schändender Schein, unterm Himmel will ich geborgen sein, sooft es meine Beine noch tragen, dieses sonderbare Köpfchen auf einem rosa Körperlein, mit Armen so lang und dünn, mit einem viel zu dünnem Fell, so dünn, dass es sich – dank dem Fortschritt – tote Pflanzen und keine toten Tiere über die Haut legen muss – um nicht in der Kälte einzugehen.

Kein Tier auf dieser Welt ist schutzloser, keines grausamer, keines könnte die Grausamkeit besiegen, sie könnten es, doch die meisten möchten lieber tod und kalt als Pflastersteine unter ihr geborgen liegen.

Kommentare

Bild des Benutzers ebertus

Wie Dir aus einigen meiner Einwürfe beim Freitag wohl bekannt ist, so versuche ich immer wieder Dich zu verstehen. Manchmal gelingt es mir, machmal auch nicht. Manchmal finde ich ähnliche Perspektiven, manchmal auch nicht. Manchmal gehe ich gar mir Dir konform, manchmal eben nicht. Und manchmal glaube ich, das ist ganz normal und auch gut so.

Willkommen hier! 

Bild des Benutzers fahrwax

Na endlich OBERHAM, Tach auch...

Der Mensch ist des Menschen Wolf täte ich mal sagen - geht auch lateinisch, macht aber leider keinen Unterschied.

Irgendwo unter diesen verdammten Pflastersteinen ist der Strand - wüsste Mensch nur wo - bleibt uns nur das Tiefergraben.