23 Jan 2015

Papiermedien - Wie lange noch...?

Submitted by ebertus

Breinigt um Bordexemplare und Lesezirkel zu bestenfalls Selbstkosten gingen Abo und Einzelverkauf im 4. Quartal 2014 weiter nach unten; teilweise zweistellig. Und wohl (vorerst) keine Rettung in Sicht.

Von einem weiteren Horror-Quartal sprich MEEDIA, sowohl bei Publikumszeitschriften als auch bei Tageszeitungen.

Über die Gründe wird bei meedia nicht spekuliert und man sollte dies meiner Ansicht nach nur sehr dezent tun, keinesfalls schadenfroh. Denn es trifft möglicherweise auch die Guten.

Und es wird über kurz oder lang den fürsorgenden Staat auf den Plan rufen, dürfte für GEZ-ähnliche Strukturen sorgen; verlangt es doch geradezu nach Rettungsprogrammen jenseits der hehren Marktwirtschaft, des freien Unternehmertums.

Systemisch wichtig, too big to fail. Das kennen wir seit 2008 und zumindest die den Bereich der Gesellschaftspolitik adressierenden Großmedien sind systemisch wichtig, werden auch Stifungen und andere Unternehmenskonstrukte die Verluste aus Abo und Einzelverkauf nicht ewig tragen können.

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Interessant in dem Zusammenhang und möglicherweise interpretationsbedürftig: So bleibt bei Der Spiegel die insgesamt verkaufte Auflage konstant (+0,1%), während die aus Abo und Einzelverkauf um 4% zurück geht...?

Ok, ich bin selten beim Arzt und fliege auch nicht mehr so häufig wie früher. Aber irgendwie kommt mir das vor wie die Tageszulassungen der Autofirmen und deren Händlerketten.

Die FAZ und die SZ (auch gern an Bord gesehen, weniger allerdings beim Arzt) scheinen bei diesem Plot nicht mitzumachen, geht deren gesamte Auflage um 7,4 bzw. 4,7 Prozent zurück. Selbst eine bestenfalls noch lindgrüne taz -die habe ich nie, nicht mal in der Holzklasse an Bord gesehen- sie verliert satte 7,4 Prozent.

Das Engagement der Böll-Stiftung und einiger Grüner Würdenträger pro Nato&Co. wurde unter Umständen nicht richtig gewürdigt, obwohl man dort bei der taz doch voll im großmedialen Strom mitschwimmt, sog. Putinversteher gnadenlos entlarvt.

Springers Welt kämpft wohl mit den weiter oben genannten Tageszulassungen gegen die Verluste, kann sie insgesamt mit -9,8% noch einstellig halten während Abo und Einzelverkauf um 11,1% nach unten gehen. Mal schauen, ob mein Zahnarzt jetzt die Welt ausliegen hat. Werde ich mit Sicherheit nicht diskutieren; bin dem guten Man auf seinem Stuhl doch ausgeliefert...

Also nun konkret spekuliert. Woran kann es liegen, dieser eingangs genannte, uns überkommende Horror? Wenn man sich die Publikumszeitschriften, deren fast durchgängig roten Zahlen anschaut, so ist eine richtige (oder falsche) gesellschaftspolitische Ausrichtung nur bei wenigen relevant. Ok, Spiegel, Stern, Focus usw. - das passt. Aber die Auflage der anderen gibt in ähnlichen Größenordnungen nach.

Computer Bild verliert 24,2% während das von mir sporadisch noch gern gelesene c't magazin lediglich 1,1% abgeben muss, beide mit Politik wenig am Hut haben. Es mag an den Inhalten liegen, die bei der c't mit Sicherheit hochwertiger, aber oft auch spezifischer sind, was die Zielgruppe angeht. Wobei hier natürlich bereits die Grenze zum beruflichen Einsatz nicht unwichtig ist. Eine c't hatte ich zeitweise auch im Büro liegen, sponsored by company.

Insofern kommt hier natürlich auch die oft beklagte Konkurrenz des Internet ins Spiel, sind dort News, ist KnowHow oft ganz umsonst zu haben und vielfach gar noch aktueller als in der Papierform; diverse Communities zu spezifischen Themen runden das Angebot ab.

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Ein letzter Punkt vielleicht, der berücksichtigt, dass Zeitungen und Zeitschriften nun mal nicht auf den untersten Ebenen der bekannten Bedürfnispyramide angesiedelt sind.

Einerseits als Toilettenpapier zu glatt, so nutzt andererseits kaum noch jemand die Ofenheizung; und zum sicheren Verpacken etc. gibt es ebenfalls Besseres als alte Zeitungen. Eine sinnvolle Zweitverwertung ist kaum noch relevant und  da zunehmend viele Menschen auch hierzulande auf genau die Grundbedürfnisse zurück geworfen werden, so bergen papierne Zeitungen ein gewisses Sparpotential.

Selbst wenn man zahlungswillig (und fähig) ist, so verschwinden Zeitungen, für die es -aus gern subjektiver Sicht- keine wirkliche Alternative gibt. Die Finacial Times Deutschland war so ein Teil, mit einer uns genehmen Blattlinie und wurde Familienkreis gern gekauft; ohne Abo aber dennoch sehr regelmäßig. Nach Einstellung der FTD türmt sich nun das nicht mehr ausgegebene Geld, sie wollen es einfach nicht... 

Kommentare

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Wenn man die Sache mal anders herum betrachtet, bedeuten diese Einbussen der Zeitungen (konstantes Informationsbeduerfnis vorausgesetzt), dass heute Leute, von denen man's nie angenommen haette, Ihre Computer-Internet-ipad-Schwaeche ueberwunden haben. Ist doch zu begruessen.

Mehr unabhaengige Infos ins I-Net, mehr, mehr, mehr sagt der kleine Haewelmann!

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und weiterhin anhaltend hat wohl mehrere Gründe. Im Wesenlichen drei, das wollte ich zum Ausdruck bringen.

1. Primär für die gesellschaftspolitisch relevanten Großmedien zutreffend natürlich deren Uniformität gepaart mit transatlantischer Nibelungentreue.

2. Was die Käufer, die zunehmende Zahl der Konsumenten betrifft, spielt deren eher geringer werdendes Budget durchaus eine Rolle, sind Medien nicht unbedingt überlebensnotwendig.

3. Natürlich spielt auch die Alternative via dem Internet eine Rolle, ist jedoch kaum wirklich zu quantifizieren.

E-Papers als Bezahlmodell -und da bin ich mir sehr sicher- werden sich bei gesellschaftspolitisch breit gefasster Zielgruppe nur langsam durchsetzen, wenn überhaupt. Proprietäre Anmeldeprozeduren sind kaum vermittelbar und was man immer mal in Sachen Data-Mining von der NYT lesen kann, das schreckt ebenfalls ab.

Wo es funktionieren wird, heute schon funktioniert, das ist der Bereich von selektiver, gar professionell nachfragender Zielgruppe, wie nicht zuletzt der Hinweis in obigem Link auf das Handelsblatt bestätigt. Nur ist mir/uns dieses Blatt (im Gegensatz zur genannten FTD) einfach zu systemnah, zu unkritisch in der grundsätzlichen Hinterfragung wirtschaftspolitischer Gegebenheiten und Abläufe. Dazu kommt eine dozierende, eine allwissende Präsentation, welche (mich) eher abstößt.

Kein Fall also für das aufgetürmte Geld...

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Rückgang der Printmedien

Deine 3 Punkte tragen dazu bei. Ich würde ergänzen wollen, dass jüngere Menschen in eine andere Welt reinwachsen, die von elektronischen Medien dominiert wird. Man müsste mal statistisch überprüfen (steht sicher irgendwo), wie sich die Abgänge zusammensetzen. Ein nicht unbeträchtlicher Teil könnte einfach wegsterben. Dann wäre zu berücksichtigen , dass heute am Arbeitsplatz das Internet meistens zugänglich ist, zumindest in den Pausenzeiten (und auch mal zwischendurch). Da kann man sich über die Nachrichtenportale kostenlos versorgen und da gibt es ja eine große Auswahl. Nicht jeder mag morgens am Frühstückstisch eine Zeitung lesen.

Also, da spielen viele Faktoren eine Rolle. Zumindest die junge Welt läuft gegen den Trend. Und ich glaube auch, andere Blätter, wie le Monde diplomatique, Hintergrund, Ossietzky, das Blättchen usw. haben steigende Abo-Zahlen. Das sind natürlich keine Ausgaben mit riesigen Auflagen, aber immerhin. Vergessen würde ich dabei auch nicht die Nachdenkseiten, sowie Telepolis. Wer allein die Nachdenkseiten täglich liest (am Arbeitsplatz?), der ist zumindest breiter aufgestellt, als wenn es "nur" eine Tageszeitung wäre.

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da gebe ich Dir lieber pleifel sofort recht; und das ganz unabhängig von der formalen Bildung. Die eine Tochter und ihr Mann, beide mit akademischen Weihen versehen, sie ticken in dieser Hinsicht beinahe wie die andere Tochter nebst Ehemann; und diese beiden ganz ohne akademischen Grad.

Konkret: Beide nutzen das Internet und andere moderne Kommunikationstechniken sehr intensiv, beide lesen keine papiernen Medien, aber beide sind ansonsten auch relativ unpolitsch - soweit der Vater nicht immer mal Einfluß nehmen wollte...

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Ergänzung vom Mittagstisch

Ein wenig mit meiner Anvertrauten darüber gesprochen. Dabei ging mir noch folgendes durch den Kopf. Wie in jeder Generation lassen sich die Ältere schon mal verleiten, den Jüngeren bestimmte Eigenschaften abzusprechen, bzw. schlechte Verhaltensweisen usw. zu unterstellen. Den Fehler möchte ich nicht machen. Mit den elektronischen Medien, z.B. dem Smartphone (wer von den Jüngeren hat keines!), wird eine bestimmte Form der Inhalte vorgegeben, die auch mit den Benutzeroberflächen zusammenhängen. Da läuft alles über komprimierte Nachrichten und Bildinfos, bzw. Kurzeinspielungen von Tatorten.

Daraus entwickelt sich ein völlig anderes Nutzerverhalten, wie das bei uns (nehme ich mal an) nicht der Fall ist. Während wir uns die neuen Techniken anschauen, suche ich mir dass heraus, was bereits meinem jetzigen Informationsschema entspricht. Wir sind es gewöhnt, lange Texte zu lesen, wie sie in Feuilletons stehen oder auf der Themenseite der jungen Welt. Ich würde behaupten wollen, dass diese Langtexte nicht der Form der kleinen neuen Medien entspricht, auch wenn mit entsprechenden Apps und Standardsoftware die Anpassung gemacht wurde.

Fazit: Die Aufnahme von Informationen der jungen Menschen passt sich der Form, also der Hardware/ Software an und wird kurzlebiger, kürzer, dafür aber schneller und mehr. Mit der Konsequenz, über Vieles etwas zu wissen und der Tiefgang, bzw. die Reflektion wird erschwert. Andererseits wird dadurch die Kommunikation verbessert und die Aktionsbündelung erleichtert. Ich kann den Jungen natürlich keine Vorwürfe machen, aber, so wie wir uns den sinnvollen Teil der neuen Möglichkeiten erschließen, sollten die Jüngeren die Vorteile der alten Welt erkennen. Der gute Mix macht es aus!

Übrigens, was mir beim eReader aufgefallen ist. Ich lese mit dem Touchbook, der sogar Mp3-Musikdateien in der vorherigeren Version zugelassen hat, auf einer Mikro-SD-Karte. Ich habe da ein Buch mit schwierigem Text gelesen, wo ich immer wieder vor und zurück nach Infos blättern musste usw. Trotz aller Markier- und Lesezeichenmöglichkeit habe ich mir nach dem Urlaub die Printversion beschafft. Der eReader ist also für mich nicht für alle Texte geeignet.

 

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Warum für Information,

oder Unterhaltung Geld bezahlen und mit (zu entsorgenden) Papierbergen hantieren, wenn es kostenlose und ressourcenschonendere Möglichkeiten gibt? Nostalgische, qualitative, oder der Elektronik nicht affine Beweggründe mögen derzeit noch ihr Röllchen übernehmen - aber wie lange noch?

Der, Elektronik affine, Nostalgiker kann heute in beliebigem Format ausdrucken.

Wo ist derzeit noch ein qualitativer Unterschied in käuflichen Druckwerken, gegenüber unentgeldlichen Werken der (enthusiastischen?) Verbreiter von Informationen, auffindbar?

Sind die käuflichen Produkte, von Z. B. Microsoft, noch besser als die von 'open source`Enthusiasten?

Mir scheint der Verdacht, das sich derzeit eine Auseinandersetzung zwischen minderwertiger, nicht länger vertretbarer 'Käuflichkeit und einem gänzlich anderen 'Produktionsmodell handelt, verdammt nahe zu liegen. Freude an der nützlichen, für andere (also wirklich sozialen?) hilfreichen, Verrichtung - statt Freude an 'Bezahlung' und 'Mehrwert'.

Wäre es als Kommunismus benennbar, dieses derzeit grassierende (überlegene?) Modell?

Menschen die sich nicht für Bezahlung, sondern für den Nutzen ihrer 'Arbeit', bewegen könnten Produktivkräfte befördern die den Kapitalismus ver-(er)blassen lassen?

Es kann natürlich sein, das ich blöd rumspinne, träume - oder meine Wünsche die Vaterschaft einer (dieser) Illusion (?) sind..........

Trotzdem sehe ich die Möglichkeit und schööööön wärs schon.

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"kostenlos" für andere

Wäre eine feine Sache, solange es eine gute Grundversorgung gäbe. Komme heute aus unserem Genossenschaftsdorfladen, den wir nach dem Ende des privaten Ladens bei uns im Dorf weiterführen. Wenn ich da regelmäßig 1x in der Woche Waren einräume, dann geht das doch nur deshalb gut, weil ich nicht auf Geld dafür angewiesen bin. Und logischerweise verbindet sich damit ein ganz anderes Gefühl mit der Arbeit.

Da ich denke, die Meisten würden ähnlich empfinden, kann das nicht so schlecht sein. Aber nicht diese hochgejubelten Ehrenämter, die nur dazu da sind, den Staat aus der Pflicht zu nehmen. Wobei die Tafelbewegung das beste Beispiel dafür ist. Zurzeit wichtig für viele Menschen, aber pervers und unhaltbar in einem Land wie D.

Was einige Produkt betrifft, passt es auf Firefox, den ich allemal dem Explorer vorziehe und "abgeklemmt" habe. Dieses so genannte Kostenlose kann man doch mit kleineren Beträgen unterstützen, wie ich es und andere mit den Nachdenkseiten mache. Es entwickelt sich ein Gefühl (hoffentlich), dass man auch etwas gibt, wenn man etwas nimmt.

Der Kapitalismus ließe sich durchaus "austrocknen", wenn wir uns seinen ständigen "Anmaßungen" und Angeboten widersetzen. Ein guter Anfang wäre für alle Konsumenten, keine Paybackkarten anzunehmen. Im Alltag die Zahlung mit Kreditkarten einzustellen. Sollte die kassiererlose Kasse eingeführt werden, das Angebot nicht nutzen und falls keine klassische Kasse mehr vorhanden ist, den Einkauf dort beenden. Die Gesundheitskarte, die ich Krankheitskarte nenne, je nach weiterer Öffnung für Datenspeicherung, generell für die Datenspeicherung verweigern, solange die Daten nicht ausschließlich auf meiner Karte mit Zugangscode von mir gesichert sind.

Niemand in D. bestellt noch irgendetwas bei Amazon! Gleiches gilt für die Nutzung von Uber. Also, alles in der Breite einstellen und Kommunikation und Vernetzung darüber, was wie und wo gemacht wird oder nicht..., Also weniger Theorie und rein in die Praxis. Dazu immerfort Aufklärung im Umfeld, wenn auch mühsam.

 

"... Die Zukunft von Spiegel, Springer und Co liegt auf den Siechenstationen der unmündigen Generation, während die heutige Jugend den Prozess der Selbstinformation eines Tages aktiv in die eigene Hand nimmt."

- Yepp. Das sehe ich auch so.

Und betrachte die zunehmende Vereinheitlichung der Quantitätsmedien- Verlautbarungen als Hauptgrund für deren abstürzende Kurven, sowohl hinsichtlich des Absatzes der Druck-Ausgaben als auch hinsichtlich nachlassender Klickzahlen auf deren Online-Plattformen.
Zangsbezahlung für die ÖR-Propaganda-Medien reicht doch schon, warum sollte man also noch mehr "investieren" für die eigene Verdummung?

Und adäquat dazu das Online-Verhalten: Wenn die Artikel fast (oder tweilweise sogar komplett) gleichlautende Agenturmeldungen sind,warum dann noch Zeit verschwenden, indem man sie auf mehr als einem Portal liest?

Das (einzig) Informative sind teilweise die Inhalte der Leser-Kommentare. Da, wo sie noch zugelassen sind und nicht zu stark zensiert, können Verlage also noch Werbeeinahmen durch hohe Klickzahlen generieren (bei ZEIT-online z.B.).
Da, wo es keine mehr gibt oder die Zensur überdurchschnittlich ausgeprägt ist (FAZ, Süddeutsche. Spiegel-online), gibt es eben auch kaum noch einen Grund, die Seite anzuklicken, entsprechend gehen dann auch die Werbeeinnahmen zurück.

Ich glaube, das nennt sich "freie Marktwirtschaft" ;-)

Klar möchten die betreffenden Verlage jetzt gerne weniger Markt sondern stattdessen öffentliche Unter-Schutz-Stellung ihrer Angebote (in welcher Form auch immer). Aber gäbe es dafür eine stichhaltige Rechtfertigung?

Ganz klar NEIN: Öffentlich subventionierte Propaganda für Inhalte, die zu 90% das Gegenteil von "neutraler", "objektiver" oder "umfassender Berichterstattung" sind, haben wir schon in Form der ÖR. Das ist mehr als genug: Es ist ZUVIEL des "Guten".

Alle anderen, die ansonsten immer das Recht des Stärkeren propagieren sowie sich in erster Linie als Sprachrohr der Sozialdarwinisten-"Eliten" verstehen, haben kein Recht zu jammern, wenn die "Freiheit des Marktes" sie jetzt ausnahmsweise auch mal selbst in Portemonnaie und Deutungshoheit (sozusagen ihre Testikel) trifft.

Mitleid habe ich mit den ausgebeuteten Praktikanten und freien Mitarbeitern, aber nicht mit den Atlantikern in Verlagsgesellschaften und Chefredaktionen, die auch in diesem Fall die Ergebnisse von Mißmanagement und Lobbyismus gerne sozialisieren würden und dafür nur allzugerne auch in offizieller, organisatorischer Hinsicht System-Medien werden würden. - Nix da!

Konkurrenz belebt doch das Geschäft, oder nicht? - Kann allerdings auch zu extremer Verschlankung führen, wenn allzuviele sich in einem immer enger werdenden Markt-Segment zusammendrängen müssen: In der "Mitte" ist es jetzt schon überfüllt, wer da noch mit rein will muß eben abspecken.

Profitieren werden die Kleinen, die gründlich Recherchierenden, die Engagierten, die Blogger, die direkt und dicht vom Geschehen berichten, alle, die WIRKLICHE Informationen statt "pädagogischem Journalismus" bieten. Was deren Finanzierung betrifft werden sich da auch Wege finden, da bin ich ganz sicher, denn ECHTE Berichterstattung ist den meisten Rezipienten mehr denn je wichtig und wertvoll.

Die Atlantiker-Medien dagegen sind nicht zu retten. Und das ist GUT so!

Bild des Benutzers fahrwax

So isses

den Herrschaften haut ihre eigene Doktrin von der 'macht der Märkt' auf die Nudel. Steigende Kosten bei sinkende Einnahmen bereiten ihre Beerdigung vor.

Die Qualität ihrer kritischen Kommentatoren liegt zumeist deutlich über der ihres redaktionellem Geschreibsel. 

Sie und ihre Propaganda braucht niemand, ab ins Loch mit diesem Müll.

Frau Merkel denkt wahrscheinlich grade über ihre Zukunft als Tellerwäscher im gelobten Land nach ;-)

Die Kerze brennt von beiden Enden

Obwohl bereits mehrfach angerissen, möchte ich doch "meinen Senf" auch noch abgeben dazu. Behaupte mal locker, dass sich der Zugang von "zahlenden" Lesern  (von neuen Abonnenten möchte ich gar nicht mehr sprechen) der Printmedien und selbst der bei ihnen alternativ zur Verfügung stehenden Online-Medien zügig der x-Achse nähert. Habe mir angewöhnt bei jedem Besuch von Supermärkten, Bahnhöfen und Tankstellen am "Zeitungsstand" vorüber zu gehen und zu schauen, wie denn die "Stöße" einschlägiger Printmedien sich so entwickeln. Die hier im Blog erwähnten "Auflagen-Rückgänge" dürften - nach meinem Eindruck jedenfalls - ziemlich geschönt sein. Bin gespannt, wie lange diesem "Geschäftszweig" noch soviel Auslage-Platz zugestanden wird, wie es derzeit immer noch der Fall ist. Mir fällt es auch schon auf, wenn ich "junge" Menschen  - wo auch immer - erblicken kann, die statt einem Smartphone eine Zeitung oder ein Magazin zu streicheln vorgebe, das hat sich zügig von 1:10 via 1:20 auf derzeit 1:50 eingepegelt.  Da wächst also nichts zu oder an, was die biologisch bedingten Abgänge auch nur im Ansatz ausgleichen könnte. Und die Alten, meine Generation und die nachfolgenden? Wenn die Demenz zuschlägt, braucht es keine Print-Medien mehr. Und das steht heutzutage immer öfter an bei genau der Generation, die vor knapp 50 Jahren den "Boom" für die Printmedien ausgelöst hat. Hat man sich denn (zumindest im Westen) Montagmorgens überhaupt ohne Spiegel, donnerstags ohne Stern und/oder Zeit unterm Arm wohlgefühlt? Kaum!  Gut, irgendwann - je nach beruflicher Entwicklung - kamen Ergänzungen oder Surrogate zum Einsatz, FAZ oder SZ, Wirtschaftswoche, was auch immer sonst. Früher oder später kam bei jedem der Moment, wo die Frage, muß das wirklich sein, diese Stöße ungelesenen bedruckten Papiers zu entsorgen, sich nicht mehr verhindern ließ. Die Antwort konnte nur mit einem Nein ausfallen. Habe mich irgendwann dann auch zur Verschwörungstheorie aufgeschwungen, dass das Renteneintrittsalter auf Antrag von Friede S. und Konsorten nach hinten verschoben wurde. Mit meinem Ruhestand konnte ich leider Friede S. mangels Produktpräsenz auf dem Sofa-Beistelltisch keinen Schaden zufügen. Aber es fiel selbst mir auf, dass mir ein Spiegel, eine ZEIT, ein STERN sowieso bei Verwandten und Bekannten kaum noch unterkommt. Und dann setzte noch der Turbo ein zu wirken bei dieser schwindsüchtigen Entwicklung. So richtig klar - oder besser: offensichtlich - ist es mir erstmals geworden zu Zeiten der Treibjagd auf Andrea Ypsilanti: die "Einheitsfront". Das war dann auch das Ende für manches Abo, genau: für alle Abo's außer dem Frühstücksblättchen. Das erfuhr den Garaus kurz vor dem letzten Weihnachten (nach über 45 Jahren). Was mich am meisten erstaunte: ich hatte überhaupt keine Entzugserscheinungen, ich fühlte mich befreit. Hatte ich mich doch - die letzten Monate ganz besonders - nur noch geärgert über die permanente Druckberieselung. Als ich dann noch feststellen mußte, dass solcherlei "Information" einer meist einzelnen Gleichen nicht nur mir vorgesetzt wurden, sondern dank des fürsorglichen Verlegers von der Maas bis fast an die Memel und von der Etsch bis an den Belt zur gewünschte Holtzbrinck'sche Aufklärung beitrag und selbst Trolle im dFC sich auf Jeglinkski, Nina bezogen, war es aus mit dem Abo. So muß ich jetzt darauf verzichten auf die Todesanzeigen und die Meldungen über den Kaninchenzuchtverein. Ich trage es mit Fassung.

Es ging um die Überlebenschance der Printmedien. Keinen Pfifferling setze ich darauf, keinen einzigen. Denn ich bin mir absolut sicher, ich bin nicht der Einzige, der sich sagen muß: "Verarschen kann ich mich selber!" Empfehle jedem mein probates "Hausmittel": man nehme ein gängiges Tabellenkalkulationsprogramm zur Hand und berechne mal auf die Schnelle welche Summen man ein Leben lang für Printmedien so ausgegeben hat. Es wird einem spätestens dann schwarz vor Augen, wenn man sich den dafür eingekauften, rudimentären Lustgewinn dagegen stellt. Dass dafür auch noch tausende Bäume sterben mußten, regt es einen  noch auf?