30 Apr 2017

Soyons réalistes, demandons l'impossible!

Submitted by Delloc


Quelle: www.rubikon.news

Die Verhältnisse in Frankreich spitzen sich zu, unbemerkt, verharmlost und vertuscht von den Bürgerlichen Medien in Deutschland.

Der Rubikon-Artikel

https://www.rubikon.news/artikel/der-prasidentschaftswahlkampf-in-frankreich-nuit-debout-und-ein-neues-68

zeigt aber auch, dass die Lichter einer kritischen Aufklärung immer heller zu leuchten beginnen.

Ob aber so viel Nonkonformismus im kleinbürgerlich durchtränkten Deutschland überhaupt Beachtung findet, wird sich dann zeigen…

Kommentare

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Die Ausführungen von Wolf Wetzel - die Verlinkung von RUBIKON als gehaltvollem Hoffnungsträger - passt hier 'wie gespuckt" zu kleingetierlichen Anliegen!

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werden den Rubikon-Artikel später lesen;

und hier ggf. dazu Stellung nehmen. Der Name des Autors (Wolf Wetzel) spricht bereits für Substanz.

Was ich nicht ganz verstanden habe, das ist des letzte Satz des Blogtextes ...

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"Ob aber so viel Nonkonformismus im kleinbürgerlich durchtränkten Deutschland überhaupt Beachtung findet, wird sich dann zeigen…"

??????????

Kleinbürgerlich durchtränkt sind wir alle, Zweifel sind also regelmäßig angebracht.

An sich spricht die ausgedrückte Achtung des 'weitgereisten' Wolf Wetzel aber bereits unkommentiert für Substanz........

(Ausnahmen bedingen jede Regel.....)

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den Google-Cache auch mal bei den Termiten zu nutzen ...

Weil doch vorhin lediglich auf die Schnelle vom Autobahnparkplatz eingeloggt, mitgelesen und kurz kommentiert. Aber da stand als letzter Satz noch dies:

"Ob sie bei den verbliebenen (kleinbürgerlich) gespaltenen Geistern im Termitenbau zur Erhellung beitragen, wird man dann sehen."

Auch darüber können wir natürlich reden; Selbstreflektion für alle (hier) ...!

Und wenn es zu intim wird, dann ggf. intern, nichtöffentlich.

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Rubikon ist wohl das alternativ-medial Beste, was es momentan gibt.

Dennoch mag ich einerseits zustimmen, andererseits leichte Kritik üben, an dem was Wetzel dort schreibt bzw. Didier Eribon zitiert.

"2012 haben wir Hollande gegen die Rechten gewählt und damit die Rechtsextremen gestärkt. Wählen wir heute Macron gegen Le Pen, stärken wir sie weiter. Dynamisch gesehen wählt man also mit Macron schon heute Le Pen."

Wohl war, und es ist nicht nur auf Frankreich bezogen, was die Linken dort tun, wo sie sich vereinnahmen lassen. Erst vor wenigen Wochen freute man sich unisono, dass ein Rechtskonservativer in den Niederlanden gewählt, Schlimmeres verhindert wurde. Skandinavien und der ehemalige Ostblock zeigt ähnliche, neokonservative Umbrüche und hierzulande gibt es ebenfalls nur noch die faktisch vereinte, ganz große Koalition hinter Merkel; gegen die AfD.

Nur Rechte können noch weiter Rechte verhindern; Linke sind obsolet.

Was mir bei Wetzel wegen der möglicherweise unbewußten Gegenüberstellung auffällt, dass ist einmal mehr dieses sich auch eingemeinden lassen in die Koalition der nach wie vor Guten.

Einerseits nennt er Le Pen und Co. "neofaschistisch", andererseits zählt er auf, was die Behörden im Rahmen des anhaltenden Ausnahmezustandes alles dürfen; und auch tun. Das sollte man neofaschistisch nennen! Nicht nur:

"Sie liefert der neofaschistischen Partei Front National genau das, was diese zum behaupteten „Systemwechsel“ braucht: einen Beweis mehr, dass der Parlamentarismus eine teure und überflüssige Schaubühne darstellt."

Nein, der hehre Parlamentarismus in Frankreich und anderswo ist zunehmend der neue Faschismus. Ob nach innen oder nach außen, weder der FN noch die AfD sind in einer die zunehmenden Ausnahmezustände der (westlichen) Länder bestimmenden Exekutive.

Was passiert, das passiert, weil die Guten  es tun; sich dabei als Getriebene gerieren.

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Bei allen Diskussionen über politische Couleurs vermisse ich den Maßstab, der die praktischen Machtverhältnisse relativiert. Während täglich unzählige Börsengeschäfte stattfinden, gigantische Schrottwaren produziert werden, Millionen Menschen in schlecht versorgte Lager deportiert werden und dort „verenden“, während Zeit und Geld in Rüstung verschwendet wird, Polizei und Militär niederknüppeln und in die Steinzeit zurückbomben, was gegen die Interessen der Besitz- und Finanzmafia gerichtet ist, präsentieren uns die Medien jene Polithanseln als Akteure, die doch nur Marionetten sind.

So kann man den neuesten Skandal heute bei RT nachlesen:

Den Abschuss von 59 Raketen auf Syrien habe der US-Handelsminister Wilbur Ross als „eine Art After-Dinner-Amüsement" bezeichnet.

Wie böse muss ein Mensch sein, der den Tod von 14 Personen, darunter neun Zivilisten, als Amüsement bezeichnet?!

Und so lutschen wir die dargereichten Lollis oder spucken sie aus, je nachdem, ob wir die Guten oder die Feinde der vermeintlich Bösen sind.

 

„… der hehre Parlamentarismus in Frankreich und anderswo ist zunehmend der neue Faschismus.“  schreibst du.

Selbst wenn ich die Einschränkung der Tendenz berücksichtige ("zunehmend"), bleibt die wesentliche Kraft des Faschismus, die Macht der Konzerne und der Finanzmafia (s. o.) unerwähnt.

Zum Faschismus hatte ich schon mal gepostet, dass Benito Mussolini, der als faschistischer Diktator Italiens von 1922 bis 1943 herrschte, darin „… die perfekte Verschmelzung der Macht von Regierung und Konzernen“ sah.

Im Neoliberalismus von heute schwindet aber zunehmend die Macht der Politik (also umgekehrt), wenn sie nicht immer schon gewaltig überschätzt wurde.

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Diese Einschränkung scheint mir wichtig, insbesondere was den Faschismusbegriff angeht.

Ansonsten und ohne diese Einschränkung würde man den gerade auf deutschem Boden gewesenen Faschismus wohl relativieren, gar verharmlosen. Mit denen, die bei jeder Gelegenheit Hitler Next Door erkennen, mit denen möchte ich nicht gemein gemacht werden.

Es ist die Tendenz, wie Du schreibst, materialisiert beispielsweise in diesem anhaltenden französischen Ausnahmezustand. Und das mit der Macht der Konzerne, der Finanzmafia sehe ich ebenso. Dass die sog. Linke dem nichts mehr entgegenzusetzen hat, sich oft freiwillig, auch via trojanischer Pferde hat eingemeinden lassen, nunmehr "neulinks" nennen darf, das ist die eigentliche Tragik der ablaufenden Ereignisse..

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dass es in Frankreich eben nicht so läuft ...

"Nur ein Drittel der Anhänger des Linken Mélenchon will die neoliberale Kröte Macron gegen die rechtsradikale Le Pen schlucken"

Dieser Telepolis-Artikel  beschreibt genau das (vermeintliche) Dilemma, diesen angeblichen, eher konstruierten Sachzwang in Vermeidung eines noch schlimmeren Übels; sich auch als Linke nun hinter der neoliberalen Fahne versammeln zu müssen.

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Cohn-Bendit und Robert Misik trommeln für Macron

und die olivgrüne, systemfromm eingebundene taz, wie könnte es anders sein, gibt den medialen Verstärker.

Der grüne Vorwärtsverteidiger ist ja bereits länger bei mir durch, nun leider auch Misik. Vermeintlich Linke, Gute sowieso, sie wollen noch Schlimmeres verhindern, ob mit Pest oder Cholera ist denen mittlerweile egal, muss sich der geneigte und mit Sicherheit bildungsnahe Leser jetzt aussuchen, was für ihn selbst -und ganz selbstlos für das Ganze-  in der konkreten Situation jetzt angenehmer ist.

Jens Berger fast es auf den Nachdenkseiten gut zusammen, welche eigentlich skurrile Querfronten sich zunehmend bilden. Vermeintlich Linke wählen ganz bewußt, vollkommen freiwillig den Neoliberalismus nach innen und die Vorwärtsverteidigung nach außen. Tony Blair ist ihr historisch geadelter Hero, Macron die gewünschte, genau in dieser blair'schen Tradition nun neu exekutierende Instanz.

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Vor die Wahl zwischen Rassismus und freiwillige Knechtschaft gestellt ( Emamanuel Todd) entscheiden sie sich immer gleich archbezogen reformistisch für das in ihrer Denke "Kleinere Übel". Das sie damit dem maximalen Übel den Weg baggern bekommen sie nicht in die Birne - ein Trauerspiel.

Immerhin scheinen Berger und Müller (als letztes Aufgebot gläubiger Sozen?) 2 - 3 Lehren aus den Entwicklungen der 30-er Jahre des vorigen Jahrhunderts bezogen zu haben.... - sie sehen wo es schoooon wieder hinläuft.

Die Anerkenntnis das die aufgeklärten Partikel Frankreichs beide Pestträger ablehnen macht sie immerhin zu Leuchttürmen der Aufklärung im Meer der bewußtlos durch den eigen Arsch Denker.

In der "Tube" gibt es das Video eines Gespräches zwischen Müller & Wimmer in dem Müller's ewige Sozenträume arg mit den realen langfristigen Geostrategien konfrontiert werden - seine Reaktionen sind sympathisch.