23 Apr 2017

Die nächste Sau im Dorf

Submitted by ebertus

Alternative Wissenschaften? Kultur- und Geisteswissenschaften, auch Wirtschaftswissenschaften waren und sind eh' alternativ; immer nur bis zum nächsten Widerwort , immer stark erklärungsbedürftig.

"Nach dem dem Pulse of Europe Spektakel eine weitere Choreographie politischer Verlogenheit: der March for Science!"

zitiere ich hier einfach mal das Rubikon-Beiratsmitglied Matthias Burchardt. "Pulse of Europe" scheint mittlerweile der neoliberal-konnotierten Verpuffung anheim gefallen, wird  es Zeit für den nächsten Almabtrieb, für die nächste Sau im Dorf; kommt jetzt der gut- und großmedial orchestrierte Marsch der Wissenschaftler.

Ja, wo laufen sie denn (hin)? Hat jemand den Pythagoras infrage gestellt? Oder die Gauß'sche Normalverteilung? Zu letzterer war ich in den 1980ern mal an einem Programmierprojekt beteiligt; ein Auswertprogramm für die qualitative Beurteilung von Fertigungsprozessen. Reine Mathematik, die man wenigstens halbwegs verstehen sollte; und ggf. anwenden kann. Da war kein Platz für Postfaktisches, für alternative Fakten.

Die habe ich mir dann im Vorruhestand etwas näher angesehen, mich für Kultur- und Geisteswissenschaften bei der FU-Hagen immatrikuliert. Und nein, Klausuren und Prüfungen im wirtschaftsnah verschulten Bachelor waren nicht das Ziel; liegt mein Geld eh' auf der Bank, wurde vielfach damit verdient, die Theorien eines Edgar F. Codd besser zu verstehen und schneller umsetzen zu können als andere.

Auch nichts Postfaktisches an so einem relationalen Datenbankmodell ...

Soziologie, Bildungswissenschaft, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Philosophie ist schlußendlich Ideologie, in der Regel diejenige der gerade Herrschenden, ist Meinung und nicht selten in sehr partikularem interesse, ist beispielsweise Geschichtsschreibung oft die der (jeweiligen) Sieger.

Und nun wollen sie Leute wie Codd, wie mich vielleicht mit dem "Marsch für die Wissenschaften" instrumentalisieren; und meinen eben nicht den Pythagoras, nicht die Gauß'sche Normalverteilung, nicht die Knickfestigkeit von schlanken Stäben nach Euler/Omega (auch so ein/mein Programmierprojekt). Nein, sie meinen Ideologie unter dem hehren Deckmantel der Kultur- und Geisteswissenschaften. Und, spätestens seit 2008 wissen wir es, meinen sie auch die doch so alternativlosen Wirtschaftswissenschaften.

Deren Gültigkeit zunehmend nur noch durch sozialen Kahlschlag nach innen und durch gute Kriege nach außen gesichert werden kann; finanziert mit virtuellem Geld und -eben- postfaktischen Wissenschaften.

Kommentare

Bild des Benutzers Uwe Theel

Nun will ich weder die Initiatoren und Unterstützer des "March for Science" (eine bunte Mischung aus Natur- und Geisteswissenschaftlern übrigens!!!)  ungeprüft pauschal davon freisprechen, am Ideologiegewand der herrschenden Klasse im Spätkapitalismus zu weben, aber bestimmt gestehe ich einem Ebertus nicht zu, sich hier im Rock des offensichtlich wertfrei agierenden Programmieres auch nur irgend ein Urteil über die Urteilskraft der Geistes- und Kulturwissenschaften zu gestatten, wenn dies, wie im o. eingestellten Blogbeitrag von jeder Sach- und Fachkenttnis der Geisteswissenschaften unbefruchteten Weise geschieht. Ich halte es für schlicht lächerlich, sich mit dem angeführten Matthias Burchardt ohne jede eigene Geistesleistung gegen ein allenfalls pseudonaturwissenschaftlich legitimiertes Bologna zu wenden, um dann den Geisteswissenschaften die mit Bologna der endgültigen Marginalisierund zugeführt wurden jedes Vermögen oder die Berechtigung von fundierter Kritik an diesem Vorgang wie jedem anderen Gegenstand ihrer Arbeit pauschal abzusprechen. - Mehr lonht hier gegenüber dem Verfasser nicht zu sagen.

Bild des Benutzers ebertus

Bestenfalls zum schmunzeln, schlimmstenfalls Anmaßung; lieber Uwe.

Aber so sind sie nun wohl mal, unsere Geisteswissenschaftler; manche ...

Immerhin lese ich aus Deinem Text und zu Bologna eine klitzekleine Gemeinsamkeit unserer Meinungen heraus. Ja, das war für mich ein Thema in Sachen Bildungswissenschaft; entsprechend meinem Vermögen natürlich und mit Sicherheit kein Vergleich zu dem Dir qua Definition gegebenem Verständnis.

Bewußt habe ich "Meinungen" geschrieben, weil mehr ist es nicht und Bologna ein wirklich gutes Beispiel für Ideologie im pseudo(natur)wissenschaftlichen Gewande. Insofern darfst Du mitnehmen, dass mein Verhältnis zu den genannten (Geistes)Wissenschaften durchaus als ambivalent zu bezeichnen ist, sie in jedem Falle erst einmal von der ihnen ggf. innewohnenden Ideologie entkleidet werden müssen.

Und das scheint mir bei Mathematik und Physik viel einfacher als bei sog. Gesellschaftswissenschaften.

Bild des Benutzers Heinz

«... aber bestimmt gestehe ich einem Ebertus nicht zu, sich hier im Rock des offensichtlich wertfrei agierenden Programmieres auch nur irgend ein Urteil über die Urteilskraft der Geistes- und Kulturwissenschaften zu gestatten, ...»

Zweifelsfrei dürfen wir unterschidlicher Meinung sein und auch schon mal völlig neben der Kapp laufen. Eine Meinung, besonders, wenn sie offensichtlich oder subjektiv falsch ist, können wir im Dialog vergleichen und gegebenenfalls korrigieren. Sobald wir aber beginnen, einem anderen Menschen etwas (huldvoll) zuzugestehen, erheben wir uns über ihn und sowas heißt im Fremdwort «arrogant».

Bild des Benutzers Delloc

"Sobald wir aber beginnen, einem anderen Menschen etwas (huldvoll) zuzugestehen, erheben wir uns über ihn und sowas heißt im Fremdwort «arrogant»."

Aber es ist auch ziemlich hart, ein Diamant in einer Welt voller Klosteine zu sein. Da ist die Wasserspülung oft die ultima ratio... 

Bild des Benutzers Heinz

Wir können uns auch anders mit dem Inhalt des Artikels auseinandersetzen.

Ich würde z.B. die Geisteswissenschaften und die Naturwissenschaften nicht in einen Kübel werfen, derlei Vergleiche hinken grundsätzlich. Die Kritik am derzeitigen Hochschulsystem geht auch anders. Vor allem geht sie sachlich und nicht arrogant. Ein echter Diamant hat es nicht nötig, arrogant zu sein, der bleibt sachlich und zerpflückt einen Artikel sachlich nach allen Regeln der Kunst.

Irgend wie sind wir hier, ohne dass ich das für jeden Einzelnen behaupten will, nicht mehr sehr jugendlich.

Unter Umständen teilen wir so was wie Lebenserfahrung:
Wer wirklich was drauf hat, braucht keine "Welle" zu machen. Auch für das Gegenteil habe ich in meinem Leben viele Beispiele kennengelernt. Eine abgeschlossene Theorie mache ich daraus nicht. Aber für eine gefestigte Überzeugung reicht es allemal........

Bild des Benutzers ebertus

Gutes Stichwort Robert

Ich zähle Lebenserfahrung mal ganz spontan zu den Geisteswissenschaften; ist zuerst einmal die persönliche, zum eigenen Wert geronnene Philosophie, ist darüber hinaus nicht objektivierbar, ist in der Regel sehr subjektive Meinung und ist dennoch von erheblicher Relevanz, was das gesellschaftspolitische Miteinander bestimmt,

auch sehr schnell die Erfahrung macht, was bestenfalls im (akademischen) Eifelturm auszuleben ist.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Wenn Lebenserfahrung identisch sei mit Geisteswissenschaft, dann wäre ja wohl die sinnliche "Erfahrung", die irgend jemand machte, wenn ihm ein Apfel auf den Kopf fiele, identisch  mit  der physikalisch theoretischen, wissenschaftlichen Erfassung der Schwerkraft und eines Newton hätte es zur Aufstellung der Ableitung nie bedurft?

P.S.: Die theoretische Ableitung ist hier nachzulesen. Das Gleichungssystem, sieht in der Tat sehr erahrungsmäßig einem Apfel, der jemandem auf den Kopf fällt, ähnlich.

 

Bild des Benutzers Delloc

Ja, der Gewinn von Lebenserfahrung ist davon abhängig, welche Wirklichkeiten die Selektive Wahrnehmung zulässt und welche nicht. Die Subjektivität dieses empirischen Mechanismus kann aber zusätzlich durch kreative Fähigkeiten erheblich beeinflusst werden. Es hat mich immer wieder erstaunt, wie einerseits in äußerst reduzierten Erlebnishorizonten eine Vielzahl psychomentaler Kombinationen aktiv war und andererseits ein riesiger Erfahrungsschatz kaum reflektiert wurde.

Bild des Benutzers Delloc

„Ich würde z.B. die Geisteswissenschaften und die Naturwissenschaften nicht in einen Kübel werfen, derlei Vergleiche hinken grundsätzlich.“

Welcher „Kübel“? Wieso „Vergleiche“? Was soll da „hinken“? Und warum „grundsätzlich“?

Sind inhaltliche Erläuterungen noch zu erwarten?

Bild des Benutzers Heinz

Was erwartest du?, eine Auflistung von unendlich vielen Synonymen werden deinen Wissensdurst nicht stillen, nimm lieber ein Bier.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Wenn Du inzwischen gemerkt hast, dass das bloße Auflisten von Synonymen im (geistes)wissenschaftlich gestützten Dialog zur Herstellung von Sinnzusammenhängen nahezu sinnlos ist, wie ich Dir ja auch schon andeutete, dann frage ich mich, warum wiederum Du mir in Deinem letzten Post an mich eine solche Dudenliste zur "Problemlösung" angeboten hast? 

Bild des Benutzers ebertus

wahlweise ein Glas Wein, wie ich jetzt gleich.

Bin doch heute wegen der so nicht erwarteten Schneelage bei meinem nunmehr dritten Aufstieg zum Rauschberg (bei Ruhpolding) grandios gescheitert. Familie und Freunde haben das via unserer privaten WhatsApp-Gruppe live miterlebt.

Hallo Heinz, ist Dein neues Smartphone schon WhatsApp-fähig? Dann bist Du dabei ...!

Bild des Benutzers Heinz

Quelle Wikipedia:

Weitergabe der Nutzerdaten an Facebook

Am 25. August 2016 aktualisierte WhatsApp seine Datenschutzerklärung. Hierin räumt der Nutzer WhatsApp das Recht ein, regelmäßig die Telefonnummern von Kontakten, die im Adressbuch des Nutzers gespeichert sind, an Facebook weiterzugeben und nutzen zu dürfen. Die erfassten Daten (Telefonnummern sowie weitere Daten wie die Nutzungsdauer) werden durch den Mutterkonzern Facebook u. a. zur besseren Personalisierung von Werbung genutzt. Bestehende Nutzer können zwar einer Nutzung für personalisierte Werbung widersprechen, nicht aber der Datenerfassung und Datenweitergabe eigener und Daten Dritter. Durch die Zustimmung bestätigt der Nutzer, diese Daten an WhatsApp weitergeben zu dürfen.[75] Verbraucherschützer halten dies für unzulässig.[76] Am 27. September 2016 untersagte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar Facebook die Nutzung und Weitergabe der WhatsApp-Daten. Facebook habe keine eindeutige Zustimmung der Nutzer von WhatsApp zur Weitergabe und Verwendung der Daten eingeholt. Bisher gespeicherte Daten seien zu löschen. Da das Deutschlandgeschäft Facebooks aus Hamburg geleitet wird, habe Caspar die Zuständigkeit, deutsches Datenschutzrecht gegenüber Facebook und seinem Tochterunternehmen WhatsApp durchzusetzen. Facebook kündigte an, die Entscheidung anzufechten.[77][78]

Bild des Benutzers ebertus

ist das der Konflikt, den jede(r) mit sich selbst ausmachen muss.

Ich bevorzuge Threema als Messenger, hat gleiche bis ähnliche Funktionen wie WhatsApp und ist aus verschiedenen Gründen sicherer, integerer.

Nur ist kaum jemand eine Insel im Elfenbeinturm; was ich hier immer gern thematisiere. Mein Umfeld determiniert mich dahingehend; und die Alternative wäre eben der Elfenbeinturm.

Wohin das dann führt, führen kann, das ist auch hier manchmal zu bemerken ...

Bild des Benutzers Heinz

Die Insel ist nicht weit und Elfenbeintürme gibts hier keine. Wenn ich den Hang verspüre, diese Insel der Glückseligen zu verlassen, finde ich auch einen Weg, mein Smartphone aufzurüsten.

Bild des Benutzers Delloc

"Was erwartest du?"

Einfach weniger Geschwurbel und kein inhaltsloser Wortsalat wäre ja so entspannend!

Und würde auch den Griff zur Flasche ersparen... 

Bild des Benutzers Heinz

Wenn Delloc einen zusammenhängenden Satz nicht verstehen will, zerlegt er ihn und macht Salat draus.

Bild des Benutzers Heinz

Darüber und über den Geist in der Flasche könntest du mal mit Werner verhandeln.

Bild des Benutzers Delloc

Warum mit Werner verhandeln, wenn der Geist seniler Demenz so viel amüsanter ist?

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber heinz,

a) Lies bitte mal hier im Grimmschen Wörterbuch

http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigle=DWB&mode=Vernetzung&lemid=GZ09581#X...

unter "ZUGESTEHEN"

nach, um kennenzulernen, dass "zugestehen" im Deutschen (im Licht der Aufklärung) nichts mit huldvollem, gar arrogantem Geben zur Demonstration eigener Macht (oder was man dafür hält) zu tun hat, sondern bedeutet, dem Anderen mit oder entgegen der eigenen Ansicht eine (andere) Meinung, einen (Rechts)Titel einzuräumen oder es in der Verneinung, eben nicht zu tun.  Gemeinhin nennt man dies Toleranz, bzw. daß man (mindestens) darin übereinzustimmt, dass man nicht übereinstimmt.

b) Natürlich sind Geistes- und Naturwissenschaften nicht über einen Leisten zu schlagen. Nur leider versucht Ebertus nicht für beide Gangarten Schuhe zu bauen, sondern spricht den Geisteswissenschaften ohner jedes tragfähige Argument schlicht deren Gehfähigkeit ab. Aber bloß weil er selbst dort nicht so bewandert zu sein scheint, sollte er doch, oder gerade deswegen soweit nicht gehen.

 

 

Bild des Benutzers Heinz

Der Duden ist heute das aktuelle Regelwerk: zugestehen

Soweit nicht näher spezifiziert, gelten alle Bedeutungen gleichermaßen und sind am Kontext zu interpretieren.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Wenn Du mir jetzt noch sagen könntest, wo der heutige Duden bei der Bestimmung von "zugestehen" den Grimm zurücknähme, oder substantiell weiterentwickelte, geschweige denn mir sagtest, wo er den Begriff der Huld, des huldvollen Gebens, der tatsächlich das Moment von Herrschaft enthält,  einführte, könnte ich dir vielleicht zugestehen, über meine Sprachwahl noch einmal nachzudenken. Bisher bleibt Deine, -soll ich sagen Kritik an mir? - nur der Trick mit dem Kaninchen, das angeblich aus dem Hut gezaubert würde.

P.S.: Zudem: die Sprache des Grimm ist mit seinen Beispielsätzen doch ungleich klarer und aussagekräftiger, als der buchhalterische Duden mit seinen geronnenen Wortlisten der Synomyme. - Ehre dem Grimm!

Bild des Benutzers Heinz


Bedeutungsübersicht aus Duden Online

  1. jemandes berechtigtem Anspruch auf etwas stattgeben; konzedieren
  2. eingestehen, einräumen, zugeben, anerkennen


Synonyme zu zugestehen


Nehmen wir noch konzedieren dazu, weil das Bildung voraussetzt:


Bedeutungsübersicht


einräumen, zugestehen; zugeben

Beispiel

man konzedierte [ihnen], dass sie wegblieben; jemandem bestimmte Verhaltensweisen konzedieren


Synonyme zu konzedieren

akzeptieren, anerkennen, annehmen, attestieren, dulden, durchgehen lassen, einräumen, einsehen, einwilligen, entgegenkommen, erkennen, erlauben, genehmigen, gestatten, gestehen, legitimieren, stattgeben, testieren, tolerieren, unterschreiben, zubilligen, zugeben, zugestehen, zusagen

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber heinz,,

wenn Du mir etwas klar machen möchtest, dann möchte ich Dich schon bitten dies aus Deiner eigenen Kraft heraus zu tun. Sollte Dir daran nicht gelegen sein, erübrigten sich Deine Kommentare a priori.

Du hast behauptet, dass im Wort "zugestehen" eine huldvolle Gnade aus Macht gespeist läge, ohne es zu belegen.  Weder der Rechtschreibduden, noch der Grimm als etymologisches Wörterbuch gibt zu Deiner Deutung etwas her. Die Mühe im Duden Bd 7, dem Herkunftswörterbuch, was das Pendant zum Grimm wäre, nachzuschauen hast Du Dir gar nicht erst gemacht (der gäbe übrigens auch nichts anderes her), sondern glaubst allein mit dem Rechtschreibduden (Duden Bd. 1) eine Frage klären zu können, die dieser sich primär gar nicht stellt und selbst in seiner nur sehr, sehr eingeschränkten Funktionalität bezüglich der Etymologie seiner Einträge nichts, aber auch gar nichts hergibt für Deine Deutung. - Ansonsten könnte ich mich jetzt nur noch wiederholen.

 

P.S. Dein Link auf die Dudeneinträge in Bd. 1 hättest Du nicht durch Copy&Paste  im nächsten Kommentar zu doppeln brauchen. Ich kann nicht nur lesen, sondern auch einem Link folgen um zu lesen, hatte dies in diese, Fall sogar schon vor meiner ersten Antwort an Dich getan; Ich bin Geisteswissenschaftler und verstehe mein Handwerk smiley!

Bild des Benutzers Heinz

«Du hast behauptet, dass im Wort "zugestehen" eine huldvolle Gnade aus Macht gespeist läge, ohne es zu belegen. »

Statt dessen hatte ich geschrieben:  [... einem anderen Menschen etwas (huldvoll) zuzugestehen, ...]

Das Adjektiv (huldvoll) – ganz bewußt in Klammern gesetzt und damit eindeutig abgesetzt – war beigefügt und nicht aus dem «zugestehen» abgeleitet.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber heinz,

es täte mir in der Tat leid, wenn ich Dich falsch verstanden hätte, aber was hätte ich denn sonst aus Deinem Kommentar lesen sollen?

Du warfst mir ziemlich direkt Arroganz gegenüber ebertus vor, weil ich ihm nicht "zugestand" auf seine Art mit den Geisteswissenschaften umzugehen, wenn er deren Leistungsfähigkeit in Frage stellte. Dass Dein "huldvoll" in Klammern meinem Ausdruck "zugestehen" zugesellt war, konnte m.E. nur meinen, dass meine Haltung von Dir auch deswegen als Arroganz ausgelegt wurde, weil Du annahmst, ich würde dem ebertus etwas ironisch verneinend "huldvoll" zugestehen, was in Deinen Augen etwas anderes sei, als angemessen eine Meinungsdivergenz zum Ausdruck zu bringen. Mit dem Zusatz "huldvoll" hast Du zweifellos Dein Verständnis des Aktes des Zugestehens deutlich machen wollen. Diesen erklärenden Zusatz in Klammern zu setzen ändert nichts an seinem erläuternden Charakter.

Ich habe ausführlich versucht Dir zu erklären, dass weder vom Wort "zugestehen" her noch aus meiner Haltung sonst heraus die Schlüsse "Arroganz", bzw. "huldvoll" auf meinen Kommentar und auch nicht auf meine Person bezogen werden könnten.

Ich wiederhole: Wie anders hätte ich Deine Repliken  "Arroganz" und "(Huldvoll)" ,-(die durchaus auch ad personam gerichtet waren)-, aus welchen Gründen anders verstehen sollen, als ich sie verstanden habe?

Bild des Benutzers Heinz

Offensichtlich braucht es erst die ganz große Keule, bis du ein Fragezeichen setzt. Selbstverständlich kann man deinen Text auch recht harmlos und unverfänglich interpretieren, wenn man denn genügend Abstand dazu hat. Zur Interpretation gibt es aber genau so viel Auslegungen, wie es Interpreten gibt. Das ist in der Semiotik zumindest seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Wesentliche Arbeiten dazu hat Peirce geleistet. Schau mal dort rein. Ich hatte deinen Text jedenfalls arrogant interpretiert und das geklammerte «huldvoll» zur Verstärkung dazu gesetzt. Leider hast du das nicht so erkannt und versucht, deine eigene Interpretation zu verteidigen.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber heinz,

ich danke Dir, dass Du endlich bemerkt hast, das ich deine Intentiontion bei Deiner Ersten Replik auf meine Antwort an Ebertus von Anfang an richtig verstanden habe.

Dass Du nicht verstehst, dass Deine Ableitung von "Arroganz" auf meiner Seite durch meine Verwendung des Verbs "zugestehen" ausgelöst wurde, verstehe ich jetzt besser: Du berufst Dich auf Charles Sanders Pierce, dessen Zeichenthehorie (er war kein Semantiker, sondern Zeichentheoretiker, ein Unterschied, den ich jetzt als bekannt voraussetze und nicht näher erläutere) einzig erklärte, dass einzelne (nicht nur sprachliche) Zeichen als representamen im Moment der Zuordnung auf ein object den Charakter eines interpretant annehmen um so vom Interpretierenden verstanden zu werden. Die Zuordnung des object zum represantamen geshieht nach Pierce übrigens alleine durch Lernen, auch und gerade soziales Lernen.

Damit hat Pierce zwar einen Beitrag zur Semiotik nicht aber zur syntaktischen Semantik und schon garnicht zur Hermeneutik oder gar zum Sprachlernprozess wie wir sie heute, 100 Jahre später verstehen, geleistet. (Bei Bedarf kann ich das näher ausführen).

Wenn Du also im Pierce`schen Sinne gelernt hast, das das Zeichen (representam) "zugestehen" konnotiert ist mit einem (wie immer gearteten) object "Huld" oder "huldvoll" und dann daraus der interpretant "arrogant" wird, dann hast Du Dir zwar eine von "unzähligen Interpretationen" (so Deine eigenen Worte) gebastelt, aber keine wissenschaftliche Ableitung dieser Konnotation, allenfalls eine erfahrensgestütze die, wenn auch wackelig auf der deskriptorischen, nicht aber auf der explanativen Ebene erfasst wird.

Genug des bruchstückhaften Propädeutikums (näheres zu Pierce Zeichenbegriff s. hier), aber noch ein Hinweis: Wenn Du es Ernst mit Deinem Peirce meintest, dann müßtest  Du ihn auch auf Deine Interpretation meiner Äußerung des "(Nicht)zugestehens" anwenden, und Deine Haltung mir gegenüber als genauso arrogant, da ja nicht gesichert und vielfältig anders möglich ansehen, denn da wären ja noch unzählige andere Möglichkeiten der Zuordnund repesentanet-object-interpretant möglich, die nicht über irgenwie linguistische oder mentale regeln, sondern ausschließlich über soziale Festsetzungen sich definierten. Das tut Sprache zwar auch aber nicht nur und in der Literatur wird es noch mal etwas komplizierter. Auf Grund von reinen Blogdialogen hier gesicherte Schlüsse Deiner Art so schnell zu ziehen ließe sich aber auch aus vielen anderen komunikationstheoretischen - und p-praktischen Gründen noch in Frage stellen. - finis causa

Bild des Benutzers pleifel

Bin mit dem Verb ein wenig "unterwegs" gewesen und habe über dessen Verwendung im Alltag nachgedacht. Abgesehen von Wendungen wie: "Ich muss zugestehen, Du hast in der Sache recht gehabt" oder auch "Es ist das Äußerste, was ich zugestehen will" (was die individuelle subjektive Ebene betrifft), gibt es auch die verrechtliche Ebene, die in einer bekannten Weise z.B. den "Sklaven Rechte zugestanden hat", also im Zusammenhang mit den Machtverhältnissen steht.

Wenn ich "zugestehen" also mehr von der politischen (verrechtlichen Seite der Macht) her verstehe, dann ist es mehr ein "gewähren", also ein einräumen von nicht per se zustehenden Rechten im Gegensatz zum Standpunkt der Gewährleistung aus, also einer Sichtweise, die bereits voraussetzt und worüber nicht mehr entschieden wird.

Es ließe sich vielleicht mit den "Ewigkeitsparagrafen" im GG vergleichen, die lediglich festhalten, was bereits im menschlichen Erkenntnisfortschritt der Aufklärung zur unhintergehbaren Selbstverständlichkeit geworden ist.

Im DWDS (zur deutschen Sprache in Geschichte und Gegenwart) vom Grimm ausgegangen noch ein paar Ergänzungen.

Bild des Benutzers ebertus

Gern zitiert: "also ein einräumen von nicht per se zustehenden Rechten"

Ich mag in diesem Zusammenhang gern an den Beginn des Kommentarstrangs hinweisen, wo Uwe Theel sich so äußert::

... "gestehe ich einem Ebertus nicht zu, sich hier im Rock des offensichtlich wertfrei agierenden Programmieres auch nur irgend ein Urteil über die Urteilskraft der Geistes- und Kulturwissenschaften zu gestatten,"

Hier geht es nicht um ggf. zuzustehende, zugestandene Rechte in einem formalrechtlichen Sinne. Hier geht es schlicht um Meinung; die des ebertus. Und Meinung nicht zuzugestehen, das ist schon ein starkes Stück, tangiert, wenn es denn ernst wäre, die (mir) per se zustehenden Rechte.

Aber glücklicherweise ist dieses nicht zugestehen auch nur eine ganz einsame Meinung.

Bild des Benutzers Heinz

Allerdings möchte ich hier unterthänigst darauf verweisen, daß Uwe mit messerscharfer, wissenschaftlich abgesicherter, Logik Recht behalten hat – gönnen wir's ihm. Nun brauchen wir nur noch ein Treppchen für die ***** Stars der Woche.

Wäre es nicht möglich, ähnlich wie im Freitag, eine Big-Five Tabelle zu installieren?

Bild des Benutzers ebertus

Weil Meinung -ich schrieb es bereits- nicht zu objektivieren ist.

Bild des Benutzers Heinz

Jede Bewertung ist subjektiv, weil ein Jemand die Kriterien festgelegt hat – in der Regel irgend ein dahergelaufener Programmierer. Selbst die Statistik über irgend welche Zahlen, die objektiv ausschauen, sind letztlich durch die Auswahl subjektiv.

Ich stelle mir eine Bewertung der Artikel und Kommentare mit Sternchen vor, die am Wochenende ausgewertet wird; alternativ kann die natürlich auch dynamisch angezeigt werden.

Bild des Benutzers fahrwax

(ebertus - Di, 25/04/2017 - 15:35)

Kompetenz erweist sich durch ansprechende Problemlösung / Problemdarlegung - während die unbeweisbare Deutungshoheit bevorzugt durch Schnitzereien am  eigenen Söckkelchen glänzen möchte.

"Du Scheiße - ich gutttt" dequalifiziert sich regelmäßig selbsttätig........

Bild des Benutzers ebertus

sollte im Innenverhältnis als Meinung dennoch hingenommen werden.

Und darüber schmunzeln, das sei in jedem Fall erlaubt.

Bild des Benutzers fahrwax

.....ist eine reine 'Bringschuld' (gebt dem Kaiser was dem Kaiser ist - sachte dieser jüdische Agitator daaamals schon zu recht)!

Zumal die allgemeine Nackigkeit doch auch erheitert.........

Der kaiserliche Exhibitionismus ist seine artgemäße Zierde?

Bild des Benutzers Heinz

Da hast du was falsch verstanden:

«Gebt dem Kaiser (zurück) was des Kaisers ist
und gebt Gott, was Gottes ist.»

Das bedeutet, gebt dem Kaiser seine Münzen zurück, denn nur die kann er besteuern und handelt mit der Währung des Tempels, in dem der Zinsgroschen mit Schekel bezahlt wird.

Bild des Benutzers fahrwax

..... bin mit den kaiserlichen Währungsreformen da auf keinem vertretbaren Stand - mitte Götter eh nich, ich armer Tropf.

Nur kein Mitleid jetzt bitte!!!

Bild des Benutzers Uwe Theel

Ebertus sagt: "Hier geht es nicht um ggf. zuzustehende, zugestandene Rechte in einem formalrechtlichen Sinne. Hier geht es schlicht um Meinung; die des ebertus. Und Meinung nicht zuzugestehen, das ist schon ein starkes Stück, tangiert, wenn es denn ernst wäre, die (mir) per se zustehenden Rechte."

Würde ebertus, der Programmierer, auch nur einen Algorythmus in einem seiner erfolgreichen Programmierobjekte so brüchig formuliert haben, wie die o.a. "Schlußfolge", so hätte er in seinem Feld ebensowenig Erfolg gehabt, wie in dem Feld, dem der Geisteswissenschaften, wo er jetzt gerade wieder wildert:

Würde Ebertus berücksichtigen, dass die bürgerliche Gesellschaft gerade darin sich auszeichnet, dass sie jeden gesellschaftlichen Bezug mindestens tendenziell verrechtlicht, würde er den Unterschied zwischen Meinung ohne und mit formalem Rechtstitel schon nicht so ziehen können. Worauf Ebertus tatsächlich referriert ist die Differenz von privat und öffentlich, die aber im Bürgerlichen Recht auch beide erfasst (verrechtlicht) sind.

Wenn ich dem Ebertus eine geäüßerte Meinung zugestehe oder nicht zugestehe, dann beschnitte ich in jedem Fall nur dann sein verbrieften und/oderunverbrieften Rechte, wenn ich tatsächliche Mittel der Macht (im öffentlich rechtlichen Sinne) besäße, diesen meinen Willen unbedingt durchzusetzen und dies auch wollte und täte. Von nichts davon kann hier die Rede sein; (ich könnte meinen Willen selbst, wenn ich ihn denn hätte, nicht einmal mit privaten Mitteln durchsetzen). Insofern steht hier tatsächlich Meinung gegen Meinung und wenn davon die eine, meine  "einsam" sei (so Ebertus), dann ist es die andere, seine ganz genauso, getreu des von Ebertus aufgestellten Grundsatzes, Meinungen seien nicht objektivierbar. 

P.S.: Das pikante Sahnehäubchen von`s Ganze ist aber, dass Ebertus hier im Blog Macht und Mittel hat als Administrator und Netikettenwächter Meinungsäußerung zu steuern, sogar zu unterdrücken, davon bei Gegelegenheit sogar mehr oder weniger stickum Gebrauch macht (in meinem Fall wenigstens), mir unterstellt, ich würde in solchem Geiste handeln und mir kontrafaktisch Willen und Mittel, damit Macht dazu unterstellt.

Bild des Benutzers Heinz

Mit deiner Behauptung unterstellst du dem Administrator Willkür; die habe ich bisher nicht festgestellt, sondern lediglich rechtlich begründete Eingriffe.

Du solltest die Willkür also schleunigst beweisen!

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber Heinz,

ich habe hie niemandem, auch Ebertus nicht "Willkür" unterstellt, sondern nur den Zusammenhang von Möglichkeit, Willen und Mitteln zur Machtausübung im Zusammenhang von verbrieften oder unverbrieften Rechten im Rahmen der Meinungsfreiheit gesprochen.

Insofern werde ich mich von Dir nicht in einen Zusammenhang verstricken lassen, den Du for the sake of the argument erst kontrafaktisch konstruierst; oder einfach gesagt: Ich muß nicht über jedes Stöcken, das man mir hinhält, springen, besonders, wenn das nur einen Popanz repräsentiert.

Im Übrigen bin ich sicher, dass Du weißt, wie Ebertus auf meine Auseinandersezung mit Robert und mit ihm selbst reagiert hat, Ebertus hat es selbst hier im Blog, wenn auch ein wenig verschwurbelt öffentlich gemacht. - Wenn Du tatsächlich noch Erklärungsbedarf hast, dann wende Dich über PN an mich.

Ob ich Administratorenrechte haben wollte, im Sinne, dass ich dann inhaltlich redaktionelle Maßnahmen jederzeit wirkungsvoll ergreifen könnte? - Nein, bestimmt nicht.

Für mich gilt der alte aufklärerische Grundsatz, dass ich zwar in jeder Weise eine andere Meinung begründet ablehnen kann, aber niemals diese deswegen zensieren, oder völlig unterdrücken würde.

Bild des Benutzers fahrwax

(@Uwe Theel - Di, 25/04/2017 - 17:19)

Leider humpeln deine Begründungen der 'Ablehnung anderer Meinungen' gelegentlich in ein überhebliches Abseits.

Will sagen: du beziehst gern Positionen oberhalb der vertretbaren Horinzontalen.

Hoffentlich ist das kein Verrat an aufklärerischen Grundsätzen oder gar am Kantschen Imperativ?

Bild des Benutzers Uwe Theel

Fahrwax sagt: "Will sagen: du beziehst gern Positionen oberhalb der vertretbaren Horinzontalen."

... und Leute wie Du wissen genau, wo diese "horizontale Linie des Vertretbaren" zu ziehen sei, bestreiten diese Fähigkeit aber denen, denen sie vorwerfen diese Linie verletzt zu haben. - Wer hat denn nun die Wahrheit gepachtet?

Noch ´ne Fage: Wie ist es eigentlich mit dem Raum unterhalb der Horizontalen des Vertretbaren?

Bild des Benutzers fahrwax

@Uwe Theel - Di, 25/04/2017 - 17:19)

.....endet zumeist an dem Punkt wo Meinung nicht mehr (gleich berechtigt) nebeneinander steht.

Da (unter)scheiden sich dann auch gern der Popanz und die Kompetenz.

Unterhalb findet sich zumeist ein warmes Plätzchen, lieber Uwe - Understatement ist doooooch mehr.

Mal so ganz schlicht unter uns anspruchslosen Tellerwäschern.....

Bild des Benutzers Uwe Theel

Fahrwax sagt: ".....endet zumeist an dem Punkt wo Meinung nicht mehr (gleich berechtigt) nebeneinander steht."

Willst Du damit sagen, dass ich ebertus "das Recht" abgesprochen hätte, seine Meinung zu veröffentlichen, damit, daß ich entschieden ausgesprochen habe, dass ich ihm die Kompetenz nicht zugestehe, in Blog-Zusammenhang seine Aussage so zu machen, wie er es gemacht hat?

Wenn ja, welches Recht hätte ich da mit welchen Machtmitteln mit welchem Erfolg beschnitten? Oder Kurz: Für wie bescheuert hieltest Du mich dann?

Bild des Benutzers fahrwax

«... aber bestimmt gestehe ich einem Ebertus nicht zu, sich hier im Rock des offensichtlich wertfrei agierenden Programmieres auch nur irgend ein Urteil über die Urteilskraft der Geistes- und Kulturwissenschaften zu gestatten, ...»

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"Für wie bescheuert hieltest Du mich dann?"

Bitte entscheide das lieber allein.

Bild des Benutzers Uwe Theel

ok lieber Farwax,

Dein von mir zitierter Text ist genau der Ausdruck, den ich wählte um auszudrücken, dass ich bei Ebertus eine Kompetenz nicht sehe, die dieser für sich beansprucht.

Meine Selbstreflexion spricht dieser Einschätzung nicht zuwieder.

Meine Fähikeit zur Selbstreflexion kann mir aber auch nicht dazu dienen, Dir zu sagen, was Du von mir hältst.

 

Bild des Benutzers fahrwax

.....du siehst bei dir Kompetenzen - bei EBERTUS nicht. Welch ein Elend......

Jedenfalls darf ich dir verraten, dass ich erhebliche Zweifel an deinen (selbst) reflektorischen Fähigkeiten hege.

Irrtümer entspringen nicht allein daher, weil man gewisse Dinge nicht weiß, sondern weil man sich zu urteilen unternimmt, obgleich man doch nicht alles weiß, was dazu erfordert wird.“
Immanuel Kant

Bild des Benutzers Uwe Theel

Na ist doch wenigsten schön fahrwax, dass Du das alles über mich weißt, nachdem Du ein paar dutzend Blogtexte von mir gelesen hast.

Zur Logik:

Es stimmt nicht, dass ich bei mir Kompetenzen sähe und bei Ebertus nicht, sondern ich habe geisteswissenschaftliche Kompetenzen, deren Niederschlag die ich nach bestem Wissen und Gewissen in den Texten des Ebertus, wenn er sie denn auch hätte, nicht finden kann. Statt dessen finden ich inhaltliche und methodische Fehlleistungen, die zu meiner Studieneit mich schon im dritten Semester hätten scheitern lassen, aber heute ist ja faktisch alles alternativ und ich könnte Ebertus nicht einmal "scheitern" machen (was immer das heißen sollte), selbst, wenn ich es wollte.

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By the Way: Deine anarchitischen Aphorismen, garniert mit klassischen Zitaten oder längeren Fremdtexten sind immerhin ganz unterhaltend und informativ aus sich heraus, wenn auch nicht sehr dialogeinladend und tiefergehend. Nur deswegen würde ich aber immer noch nicht auf die Idee kommen, Dir Kompetenzen im Feld anarchistischer Theorie und Philosophie sowie Fertigkeiten zum Umgang damit a priori abzusprechen. Um soweit oder gar zur gegenteiligen Auffassung zu kommen müsstest Du Dich schon mindestens soweit wie Ebertus aus dem Fenster lehnen. Du wirst Deine Gründe haben, hinter Deinem Pferdekopf in der Deckung zu bleiben.

Aber mich würde schon interessieren wie Du zu dem Schluß kommst, dass meine Ausführungen zu linker Theorie im weitesten Sinne, wie ich sie hier im Blog vornehme auf mangelnde Selbstreflexion schließen läßt? - Oder meinst Du, weil ich hier nicht in 100%-Harmonie-der-Anschauungen im Mainstream der wasch-mich-aber-mach-mir-den-Pelz-nicht-naß-Beliebigkeit  der Positionen  mache, denke ich nicht genügend über das nach, was ich hier so äußere? Marx oder auch z.B. anarchistische Theoretiker haben weit polemischer geschrieben, als ich es hier je tat. meine Selbstreflexion sagt mir, dass um die Dinge um die es auch hier im Blog geht, weit härter rhetorisch und begrifflich gekämpft werden muß, als sich einige Schreiber hier vielleicht vorstellen, wenn es denn ernst gemeint sein soll.

La lotta continua!

Bild des Benutzers fahrwax

......ist in meinem persönlichen Repertoire nicht vertreten, lieber Uwe.

Die Deklassierung, oder komplette Ausgrenzung anderer Meinungen zur Aufwertung meiner eigenen halte ich für unzweckmäßig bis nicht vertretbar.

Bisher kritisierte ich keinerlei, von dir stammendi, "Ausführungen zu linker Theorie", auch nicht im weitesten Sinne.

Vielmehr bemängelte ich deine konkrete, selbstrefferentielle Form des kommentatorischen Umganges mit dem Blogthema hier und jetzt.

Heinz nannte diese Form arrogant - wie du bemerkt haben solltest sehe ich sie noch ein wenig kritischer.

Deine "Polemik" erscheint mir als wenig hilfreich im Umgang mit dem Blogthema und der Klärung unterschiedlicher Standpunkte.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Nichts von dem, was Du da scheinbar empört zurückweist, habe ich Dir vorgeworfen.

Mir Selbsttreferentialität (Ich unterhielte mich also nur mit mir selbst???) vorzuwerfen, bloß weil Du Dich, aus welchen Gründen auch immer inhaltlich nicht angesprochen fühlst, halte ich für gewagt. Weder muß Dich interessieren, wofür ich mich interessiere, wie umgekehrt. Jeder sollte erstmal bei sich bleiben. Wo bleibt Deine "Selbstreflexion"?

Über Stilfragen (Polemik, Ironie) könnten wir reden, wenn die Inhalte dazukämen (form follows function).

Heinz kann für sich selber sprechen. Dass Du aus der Deckung heraus lauter bellst, das habe ich schon gemerkt, aber mit hinter dem Busch mag ich nicht so gerne diskutieren.

Eines würde ich aber trotzdem gerne von Dir erfahren: Die vollkommene Reflexionslosigkeit und pauschale argumentlose Rigidität mit der Ebertus die Geisteswissenschaften in die Tonne stampft, die ist Dir keinerlei auch nur Erstaunens wert? Völlig unwichtig dabei ist mir, dass ich selbst Geisteswisenschaftler bin (als solcher kann ich aber über das Thema fundiert reden), sondern, dass Ebertus sich selbst unter die (Natur)Wissenschaftler zählt, ist dabei  interessant, wenn nicht pikant.

 

P.S.: Ich kann mich nicht erinnern, dass Du Dich über ebertus´ Faschismusvorwurf gegenüber Jutta Dithfurt in einem seiner hier früher abgelieferten Blogtexte, so aufgeregt hättest, wie über meine Art des Umgangs mit Blogthemen. (ich habe jetzt keine Zeit, den etwas älterenThread noch wieder rauszusuchen, aber er existiert).

Bild des Benutzers fahrwax

Wen mag ich wohl gemeint haben, wenn ich erkläre das die Selbstbeweihräucherung nicht zu meinem Repartoire gehört - du aber regelmäßig die Kompetenzen deiner Gesprächspartner in finsteren Kellerlöchern verorten möchtest?

Könnte die fortgesetzte Betonung deiner eigenen Reputation - bei Deklassierung jeder gegensätzlichen Meinung - etwas dazu ausdrücken das du dir deine thematischen Referenzen regelmäßig selbst erteilst?

Noch einmal also:

"Bisher kritisierte ich keinerlei, von dir stammende, "Ausführungen zu linker Theorie", auch nicht im weitesten Sinne.

Vielmehr bemängelte ich deine konkrete, selbstrefferentielle Form des kommentatorischen Umganges mit dem Blogthema hier und jetzt.

Heinz nannte diese Form arrogant - wie du bemerkt haben solltest sehe ich sie noch ein wenig kritischer."

Wo kannst du da entdecken, dass ich mich hinter Heinz verstecke - so als wissentschaftlicher Textversteher?

Weder Ausflüge zu "linker Theorie", noch solche zur Frau Dithfurt sollten dich daran hindern können deinen unfruchtbaren Weihrauchmief endlich einmal wahrzunehmen?

Solltest du weiterhin den grenzenlos All-Überlegen mimen wollen, darfst du von mir bestenfalls noch ein hochachtungsvolles "ist schon klar Massa" erwarten.......

War's dir deutlich genug jetzt?

 

Bild des Benutzers Uwe Theel

Weiß Du was, fahrwax, laß doch bitte Deinen psychologische Betreuung mir gegenüber stecken. ich weiß es ist lieb gemeint, aber bleibt doch ziemlich unprofessionell.

Wenn Du bei Gelegenheit mal ein richtig schönes Thema sachlich/fachlich aufmachst, oder Dich inhaltlich so bei jemandem anders einklinkst, dann kreuze ich gerne wieder die Feder mit Dir, aber so wie zuletzt, bitte nicht mehr.

Danke

U.T.

Bild des Benutzers ebertus

Uwe Theel schreibt:

"Ich kann mich nicht erinnern, dass Du Dich über ebertus´ Faschismusvorwurf gegenüber Jutta Dithfurt in einem seiner hier früher abgelieferten Blogtexte, so aufgeregt hättest, wie über meine Art des Umgangs mit Blogthemen."

und vereinnahmt einen anderen Blogger hier gleich mal in Form von Sippenhaft.

Habe mittlerweile diverse Blogs und Kommentare durchforstet, nichts dergleichen gefunden, was mir (und Fahrwax) hier vorgeworfen wird. Also Uwe, wie sieht es bei Dir aus? Entweder liefern oder (Arendt/Nürnberg) einmal mehr Kreide fressen.

Würde mich schon überraschen, der Nachweis einer, meiner derartigen Äußerung. Gerade Godwin's Law, die inflationär eingesetzte, in der Regel diffamierende Zuweisung a la Faschismus oder Antisemitismus gehört eigentlich nicht zu den von mir gepflegten Diskursfiguren.

Bild des Benutzers ebertus

Bitte Uwe, nimm Dir die Zeit und suche!

Werde selbst auch mal schauen, denn das könnte ein interessantes Beispiel werden. Aus Sicht aktueller Diskussionen und geplanter Gesetzesentwürfe -hier zuletzt thematisiert- und außerdem Dir Gelegenheit zu geben Deine selbstgerühmten Fähigkeiten in Sachen "Arbeiten am Text" unter Beweis zu stellen.

Zu Ditfurth habe ich mich auch hier und nicht selten geäußert, stehen mehrere Bücher von ihr in meinem Regal und wurden mit Gewinn gelesen, ist nichts davon zurückzunehmen bzw. zu relativieren.

Nur ihr Abdriften in eine beinahe esoterische, antideutsch-systemkonforme Richtung konnte ich dann nicht mehr mitgehen. Dabei ist Ditfurth selbst und in Sachen von sog. Hate Speech auch kein Kind von Traurigkeit, durfte sie mit ihren "Glühender Antisemit" - Vorwurf gegen Elsässer in zwei Instanzen krachend scheitern, mußte gar noch alle Kosten tragen; soweit diese nicht auf allfällige JubelperserInnen umzulegen waren.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Ich bezog mich auf folgenden Abschnitt aus Deinem Blog

Systemfrage - Pegida vs. Mahnwachen

" ... Einen Broder und eine Ditfurth, welche in den heroischen Kampf gegen die via der Montagsdemos zahlreich erkannten Antisemiten ziehen, die sucht man in der Auseinandersetzung mit Pegida&Co. vergebens, macht doch insbesondere Broder kaum ein Hehl aus seiner dezidierten Position, was den Islam angeht. Und zum politischen U-turn der Jutta schweigt des Sängers Höflichkeit, nimmt lediglich das gerade verkündete Urteil der ersten Instanz in Sachen Ditfurth/Elsässer zur Kenntnis.

Eben eine ganz andere Welt, für die die Jutta früher stand, als führende Grüne das System und seine Vertreter immer wieder infrage stellte, dahingehend und jenseits von Springer&Co. auch Teile der Medien auf ihrer Seite hatten. Heute und auf der anderen Seite der Barrikade, erkennt Frau Ditfurth zumindest in Teilen der Montagsdemonstranten vielleicht ihre eigene Historie und nicht zuletzt die der ebenfalls die Seiten gewechselten Grünen als Bewegung.

- - - - -

Fazit also dieser kleinen gedanklichen Fingerübung:

Pegida&Co. sind Fleisch vom Fleische der Verhältnisse, der sich reaktionär entfaltet habenden gesellschaftlichen Bedingungen neoliberaler, postindustrieller Couleur nach innen, bellizistisch dominierter, neokolonialer, neoimperialer westlich-abendländischer Hegemonie nach außen.

Verhältnisse, welche seit 1990 auch Teile der ehemaligen Linken als sog. Antifa 2.0 eingemeindet haben, darüber heute die systemisch-konservative, die reaktionäre bis rechte Bewegung die sog. Mitte der Gesellschaft bestimmen.

Und wenn die Pegidaianer in dem Zusammenhang fragen sollten -was eher unwahrscheinlich ist- warum sich diese globalen Wanderungsbewegungen und gerade aus dem östlichen Mittelmeerraum aktuell so darstellen, dann werden die Großmedien, die Natopropaganda-Abspielkanäle mit Sicherheit eine Antwort darauf geben können ..."

aber ich bin sicher, Du hast das alles ganz anders gemeint.

Bild des Benutzers ebertus


Wo bleibt Deine vielgerühmte Arbeit am Text?

Wo und wie -genau- erkennst, entlarvst Du meinen (angeblichen) Faschismusvorwurf gegenüber Jutta Ditfurth?

Bild des Benutzers beutelratte

Auch im frankfuerter Nordend muessen Mieten bezahlt werden, soviel zu Ditfurth...

frown

Bild des Benutzers ebertus

nur jetzt eben ohne meinen Support.

Vor einigen Jahren war das noch ganz anders, war ich ein sog. Follower, auch bei ihren Lesungen, bezüglich ihrer Bücher. Das Standardwerk zu Ulrike Meinhof  hatte es mir besonders angetan, ist auch heute kein Wort davon zurückzunehmen, zu relativieren.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Weißt Du, ich bin nicht dein Schreibknecht und außerdem habe ich schon so oft vergeblich versucht Dir zu erklären, was Du bei mir immer nicht verstehst, bzw. wo ich mit Dir warum nicht einer Meinung bin, dass ich es im Augenblick ein wenig über habe immer nur gefragt zu werden und keinen wirklichen Antworten zu bekommen, abgesehen von flachen Pseudoweisheiten.

- Aber Du könntest mir ja einmal erklären, was genau der U-Turn bei Jutta sei und wie nah sie bei Pegida stünde und wie braun Deiner Meinung nach Pegida ist/war.

Bild des Benutzers Delloc

"Soziologie, Bildungswissenschaft, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft und Philosophie ist schlußendlich Ideologie, in der Regel diejenige der gerade Herrschenden, ist Meinung und nicht selten in sehr partikularem interesse, ist beispielsweise Geschichtsschreibung oft die der (jeweiligen) Sieger."

Jede Wissenschaft ist „Ideologie“, ist „Meinung“, auch diejenige, die ihre subjektive Beeinflussung und ihren gesellschaftlichen Zusammenhang zu verschleiern sucht oder gar leugnet.

„Der Positivismus, dem Widersprüche anathema sind, hat seinen innersten und seiner selbst unbewußten Kern daran, dass er der Gesinnung nach äußerster, von allen subjektiven Projektionen gereinigter Objektivität anhängt, dabei jedoch nur desto mehr in der Partikularität bloß subjektiver instrumenteller Vernunft sich verfängt.“ (Adorno: "Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie")

Ohne jetzt die ganze Debatte nochmal aufzurollen, sei aber noch der Hinweis hinzugefügt, dass „positive“ Geister phänomenologische Methoden vor allem deshalb vorziehen, weil in extrovertierten Ansichten die Dissoziation gewahrt bleibt. Aus welchen psychologischen Gründen auch immer…

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber delloc,

nicht jede Wissenschaft ist automatisch ideologisch in Ihren Aussagen. Halten wir uns lieber an den Marxch`chen Begriff von der Ideologie als falschem Bewußtsein und vertrauen wir darauf, dass vernunftbestimmtes Denken mit einem ordentlichen Schuß dialektischer Philosophie, kritischem Materialismus und meditativer Erkenntnis versehen, durchaus zu Aussagen über Welt führt, die dem Leben und den Menschen angemessen und nicht falsch gegenüber, das Gegenteil von Ideologie also, sein können.

Bild des Benutzers pleifel

Hallo werter @Uwe Theel,

schon etwas her, als wir uns 2012 im Freitag zu " Skizzen einer erneuerten Demokratie 1" kommentiert hatten. Ist mir angenehm in Erinnerung geblieben. :-)

Zu ihrem Kommentar nur eine kurze Anmerkung, die ich nicht als spitzfindig gewertet sehen möchte, nämlich:
Wer erkennt "falsches Bewusstsein" und vor allem, wer maßt sich an, dieses anderen zu "unterlegen". Falsches Bewusstsein ist für mich erst im Nachgang der Geschichte erkennbar, als eine kollektive "Verirrung". Um dann überhaupt von "kollektiver Verirrung" sprechen zu können, bedarf es allerdings eines erweiterten Weltbildes.

Im Einzelfall gestehe ich aber zu, dass man es auch bei sich selbst wahrnehmen kann, dann aber ist man i.d.R Außenseiter, Exot und dergleichen mehr.

 

Bild des Benutzers Uwe Theel

Hallo werter @Pleifel,

gerne gebe ich den freundlichen Gruß ebenso freundlich zurück.

Was Ihre Einlassung zum Thema betrifft, da widerspreche ich zunächt gar nicht, und empfinde auch Ihren Gedanken nicht als Widerspruch zu dem meinen, sondern als notwendige Prüffrage zum Test auf Erkenntnisgehalt im Sinne emanzipatorischer Bewußtseinsbildung. Und das mit dem "im Nachgang  der Geschichte", das wußte schon unser gemeinsamer Freund Hegel in seinem schönen Wort über die Eule der Minerva. Der Rest ist "Anstrengung des Begriffs" - noch mal Hegel, den Marx eben auf die Füße gestellt hat -. Und: Nichts gegen das Exotische, bei ansonsten nur sich als sehr begrenzt offenbarendem Horizont ringsherum. Außerdem: Die Welt will auch von der Außenseite betrachtet werden, um zu erfahren, was sie im Innersten zusammenhält - (frei nach Goethe).

Bild des Benutzers Delloc

„nicht jede Wissenschaft ist automatisch ideologisch in Ihren Aussagen. Halten wir uns lieber an den Marxch`chen Begriff von der Ideologie als falschem Bewußtsein und vertrauen wir darauf, dass vernunftbestimmtes Denken mit einem ordentlichen Schuß dialektischer Philosophie, kritischem Materialismus und meditativer Erkenntnis versehen, durchaus zu Aussagen über Welt führt, die dem Leben und den Menschen angemessen und nicht falsch gegenüber, das Gegenteil von Ideologie also, sein können.“

"Auch die Nebelbildungen im Gehirn der Menschen sind notwendige Sublimate ihres materiellen, empirisch konstatierbaren und an materielle Voraussetzungen geknüpften Lebensprozesses." (MEW 3, S. 26 f)

Insofern spiegelt jeder Gedanke konsequenterweise den subjektiven Standort, von dem aus die Beobachtung erfolgt und damit auch die praktischen Notwendigkeiten, die sie bewirken. Allein durch ihre empirisch subjektive Verursachung ist jedes Bewusstsein zwangsläufig ideologisch.

Ob Ideologien verkehrt oder angemessen sind, wird einerseits durch die Verhältnisse bestimmt, die sie aus dem Selbstverständnis ihrer Notwendigkeit heraus entwickeln und andererseits davon abhängen, inwieweit sie die wirklichen Verhältnisse abbilden.

In der Bürgerlichen Gesellschaft stehen alle Ideologien zwangsläufig auf dem Kopf, analog zu den verkehrten Verhältnissen, die sie idealisieren oder ignorieren. Insofern begünstigt auch jeder Erkenntnisgewinn der herrschenden Wissenschaften zwangsläufig das aktuelle Spiel der Bürgerlichen Scheinwelten und ihrer Machtapparate.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber delloc,

ich hoffe Du kannst mir zugestehen (wink), dass der Ideologiebegriff im von Dir skizzierten Sinne gebraucht, kategorial ziemlich unscharf, ja trivial wird, weil jedesmal bei seiner Verwendung extra klar gemacht werden müßte, ob er zu Bezeichnung irgendeines Gedankenbildes genutzt würde, oder für eines, das in präzisem Sinne als kritikwürdig, ja falsch seiend behandelt wird.

Ich bleibe also dabei, auf als im geisteswissenschaftlichen Sinne bis auf weiteres als falsch erkannte Ideenbilder den Begrif Ideologie anzuwenden, während Gedankenbilder, die so noch nicht negativ qualifiziert wurden von mir schlicht als  Ideen, Vorstellungen, Theorien o.ä. bezeichnet werden. Ideologie im engeren Sinne, wären dann Gedankenbilder, die nachweislich die Sicht auf und die Praxis von emanzipatorischer Entwicklung zu deren Unkenntlichkeit verkleistern.

Was "Falsch" und was demgegenüber warum "richtig" sei, ist dann ein inhaltliches Problem, während die Unterscheidung in Ideologie und Idee nur als formaler, bezeichnender Unterscheidungsausdruck diente.

Bild des Benutzers Delloc

Lieber Uwe, huldvoll gestehe ich dir zu, dass zusätzliche Kontexte eines Begriffs als Präzisionsverlust verstanden werden können. Vor allem dann, wenn es sich um einen Begriff aus der Klassenkampftradition handelt.

Wenn man der Definition von Ideologie aus dem Kulturkritischen Lexikon (http://kulturkritik.net/begriffe/index.php?lex=ideologie)  als „verselbständigte Idealisierung“ folgt, mag deine Wortwahl der „falsch erkannten Ideenbilder“ zunächst plausibel sein, ist es aber m. E. keineswegs.

Die Definition „verselbständigte Idealisierung“ enthält nämlich zwei Fehlerquellen: a) die Idealisierung und b) die Verselbständigung.

Diesen „Doppelcharakter“ sollte der Satz beschreiben: „Ob Ideologien verkehrt oder angemessen sind, wird einerseits durch die Verhältnisse bestimmt, die sie aus dem Selbstverständnis ihrer Notwendigkeit heraus entwickeln und andererseits davon abhängen, inwieweit sie die wirklichen Verhältnisse abbilden.“

In der Definition der „falsch erkannten Ideenbilder“ wird diese Differenzierung von vornherein ausgeschlossen und damit erschwert, systemimmanente Widersprüche als defizitär ideologisch zu kritisieren.

So wie die Frage des „Richtigen im Falschen“ gestellt wird, bietet auch das „Falsche im Falschen“ einen Raum für Kritik und kann die verkehrte Welt der Bürgerlichen Gesellschaft und ihrer verselbständigten Idealisierungen aufdecken.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber delloc,

ich glaube, dass Du hier dem gutes Charly, bzw. seinen Exegeten im zitierten Kulturkritischen Lexikon etwas zu schnell widersprichst.

Auch Deine - soweit mir inzwischen zugänglich gewordene - Ansicht über Bewußtseins- und Wirklichkeitsbildung schließt nicht aus, ja macht nahezu zum Rgelfall, dass das sich gemachte Bild "irgendwie" falsch oder richtig sein könnte. Ich habe bei Dir, wie bei sonstiger bürgerlicher Theorie hier auch noch kein Kriterium gefunden, was hier die Dinge schiede (oder meinst Du in der meditation würde das offenbar?). Wenn Emanzipation überhaußt einen Transmissionsriemen haben sollte, so müßte der doch genau ein solches Kriterium sein, das Marx unter anderem als das auf den Kopf gestellte Bild von der Wirklichkeit (= Ideologie) zur Verhinderung wieder auf die Füße zu kommen und den aufrechten Gang zu üben, definierte. Insofern lande ich bei Deinem Satz „Ob Ideologien verkehrt oder angemessen sind, wird einerseits durch die Verhältnisse bestimmt, die sie aus dem Selbstverständnis ihrer Notwendigkeit heraus entwickeln und andererseits davon abhängen, inwieweit sie die wirklichen Verhältnisse abbilden.“ der ganz marxistisch ist und dem ich voll und ganz zustimmen kann.

Bild des Benutzers pleifel

"Ob Ideologien verkehrt oder angemessen sind, wird einerseits durch die Verhältnisse bestimmt, die sie aus dem Selbstverständnis ihrer Notwendigkeit heraus entwickeln und andererseits davon abhängen, inwieweit sie die wirklichen Verhältnisse abbilden."

Der Satz bereitet mir Schwierigkeiten. Eine Ideologie verstanden als Idee, die zu einer herrschenden Gesellschaftsform wird. "Notwendigkeit", die eine Ideologie als "angemessen" oder "verkehrt" an den Verhältnissen wertet, halte ich für tautologisch, denn die Ideologie selbst ist bereits die Idee von der Notwendigkeit dieser Idee, nach der sich die Verhältnisse zu richten haben. Und sollte eine Ideologie tatsächlich die Verhältnisse abbilden (als Ergebnis der Ideologie!), dann kenne ich keine, die angemessen war oder ist.

Aber es ließe sich auch noch schließen, dass aus gesellschaftlichen Verhältnissen erst nachträglich eine Legalisierung durch eine aufgesetzte Ideologie benötigt wird, um ungerechte Verhältnisse zu verschleiern. Ich halte nun einen Mix der Ideologisierungen als Prozess für zutreffender.

Meine Interpretation des Satzes ist den Verhältnissen geschuldet. :-)

@Bernd
Eine Meinung ist eine Meinung, eine Meinung ... und es könnte also auch eine sein, die die "Objektivierung" einer Meinung denkt. Meinung als solche ist subjektiv, der Inhalt der Meinung ist aber objektivierbar, da überprüfbar. Falls nicht, gibt es wieder mehrere Alternativen ...

 

Bild des Benutzers fahrwax

(@pleifel - Di, 25/04/2017 - 16:21)

Sonne Ideologie verhindert Denken - setzt "Narrative" wo nachdenken angesagt ist.

>>Prinzipien<< sind Ausweis von Denkfaulheit?

Wensste "Großkopferte" zitieren kannst, kannste mit der eigenen Denkerei aufhören - das bringt "Struktur" in das schlechte Leben.

(durchaus selbstkritisch gemeint!)

Bild des Benutzers fahrwax

Wenn die kannibalistische Barbarei der Rendite dir aufgibt "Wissen" zu schaffen hütest du ihr Schlachvieh?

„Wissenschaft ist der ewige Holocaust des flüchtigen, kurzlebigen, aber realen Lebens, auf dem Altar der ewigen Abstraktionen. Was ich predige ist also Revolte des Lebens gegen die Herrschaft der Wissenschaft.“

Michail Bakunin

„Während der Mensch sich aufplusterte und den Gott spielte, brach ein Schwachsinn über ihn herein. Die Techniken wurden zum höchsten Rang erhoben und, kaum auf den Thron gesetzt, warfen sie ihre Ketten über die Intelligenzen die sie geschaffen hatten.“

Edgar Allan Poe

Bild des Benutzers Heinz

Qualität war einmal, da ist der Wurm drin.

 


Hochschulen

Forscher warnen deutsche Unis vor Noteninflation

Seit Jahrzehnten sinkt der Notendurchschnitt bei Abitur und Studium, das sehe ich als das eigentliche Problem der BildungsPolitik an. Bei den Ausbildungsberufen sieht das nicht besser aus.

 

Bild des Benutzers ebertus

Vielleicht den Kern, die Intention des Blogtextes wieder neu aufgenommen.

Für Menschen mit (gesundem) Halbwissen ist das Internet durchaus ein Segen. Weniger als ein gern genutztes, schnelles Nachschlagewerk in Sachen Naturwissenschaft, dafür umsomehr, was die sog. Geisteswissenschaften betrifft; hier eingegrenzt auf die Gesellschaftswissenschaften, die Gesellschaftspolitik.

Musik und andere eher schöngeistige Dinge mögen vorerst hintenan stehen; und sind mir zu dem eingangs genannten Pythagoras oder der Gauß-Verteilung etc. keine alternativen Fakten bekannt..

Zu den Gesellschaftswissenschaften allerdings schon, gibt es diese alternativen Fakten dann doch?

Und das ist eben der Vorteil des Internet für uns Dummys ...

Zu beinahe jeder im Brustton der Überzeugung vorgetragenen These lässt sich im Netz sehr schnell eine Antithese finden. Und diese Thesen bzw. Antithesen werden ja nicht von uns Dummys postuliert, sondern -auf beiden Seiten der Argumentation- von oft hoch gebildeten Menschen; Akademikern in der Regel.

Es stellt sich nun die Frage, wessen Thesen richtig (richtiger) sind; und wer die Instanz ist, die ggf. darüber entscheidet. Wobei diese Entscheidung dann durchaus mehrere Ebenen haben kann, seien hier in erster Lesung die formalrechtliche und die politisch-großmediale Ebene genannt.

Zur formalen Recht darf man immer wieder gespannt sein, weil die Gewaltenteilung manchmal schon noch funktioniert. Da hilft auch kein Geschrei der politisch-großmedialen Verkünder von Wahrheit;

eben die der jeweiligen, der momentanen Sieger.

Bild des Benutzers Heinz

Bereits die Beschränkung auf eine Dialektik nach Hegel mit These/Antithese ist eine Klamotte aus vergangenen Zeiten. Die Zukunft ist offen und darum auch offen für beliebig viele Hypothesen. Neudeutsch nennen wir das mehrwertige Logik oder FuzzyLogik.

Nehme ich die Bildungslandschaft in D, dann habe ich den Eindruck, den Bildungsverwesern geht es weniger um die Qualität, sondern vielmehr um die Quantität der Abschlüsse. Schließlich schließen die Politiker von den Abschlüssen auf die Qualität des Bildungswesens – vom Inhalt haben die sowieso keine Ahnung und vom Bedarf noch viel weniger.

Bild des Benutzers ebertus

wollte ich nicht als Beschränkung verstehen.

Es mag zu einem Diskursgegenstand diverse Thesen und Antithesen geben; keinesfalls nur schwarz/weiß.

Worum es mir bei diesem March for Science geht, das ist die Tatsache (meine Meinung), dass Geisteswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften per se als alternative Fakten anzusehen sind. Dahingehend eine Wahrheit zu postulieren, das macht den Bock zum Gärtner,

kann nur halbwegs (Top Down) funktionieren, wenn die Machtverhältnisse entsprechend sind.

Bild des Benutzers Heinz

Wenn die Gesellschaftswissenschaften wenigstens hin und wieder Alternativen entwickelten, wären wir weiter, auch wenn die PolitierInnen als Böcke die Bremser machen. Aber auch von dort kommt ja nichts, außer Geschwafel, weil die wiederum von der Huld der PolitikerInnen abhängen.

Verändert wird nur, wenn der Druck entsprechend hoch ist, bis dahin wird nichts getan. Die Entscheidungen zur Veränderung fallen in den Wirtschaftsverbänden und nicht in der Politik. Die Politik führt nur aus, darum heißt die Exekutive.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Ebertus sagt: "Worum es mir bei diesem March for Science geht, das ist die Tatsache (meine Meinung), dass Geisteswissenschaften, Gesellschaftswissenschaften per se als alternative Fakten anzusehen sind. Dahingehend eine Wahrheit zu postulieren, das macht den Bock zum Gärtner."

Bitte, was will uns der Ebertus hier sagen?

Ist ihm nicht bekannt, dass es den Initiatoren des March for Science grundsätzlich um die Erhaltung der Freiheit jeder Wissenschaft geht und gegen deren Vereinnahme durch die Politik zur Legitimierung von Ausbeutung, Umweltzerstörung und ungerechter Herrschaft im Allgemeinen. Weiß Ebertus nicht, dass "alternative Fakten"  aktuell als Aussagen gelten, die aus machtpolitischen Gründen des Kapitalismus als "einzige Wahrheit" ausgegeben werden, aber Lügen sind?

Die Initiatoren  kommen aus allen Wissenschaftsbereichen, nicht nur aus den Naturwissenschaften, wo diese Vereinnahme ganz genauso herrscht.

Und dann kocht Ebertus hier sein privatistisches Süppchen, dass er den Geistes- und Sozialwissenschaften "per se" (das heißt aus sich selbst heraus!!!!) die Wissenschaftlichkeit und Erkennnisfähigkeit abspricht. Ebertus macht sich nicht einmal die Mühe sprachlich halbwegs korrekt zu formulieren, dass diese Wissenschaften  Aussagen machten, die den durch sie beschriebenen und erklärten Fakten/Objekten eventuell falsche Eigenschaften und Gründe zuschrieben, nein, da sind dann diese Wissenschaften gleich selbst alternative Fakten. Und diese Wissenschaften haben diesen Charakter aus sich selbst heraus, d.h. sie können gar nicht anders als selbst falsch sein und also falsche Aussagen gebären.

Witzigerweise merkt Ebertus gar nicht, dass er, wenn er solche Aussagen macht, selbst geisteswissenschaftlich unterwegs ist, -(auf mathematischer Grundlage könnte er kaum so reden!)-, und gleichzeitig deren Aussagenlegitimität abstreitet. Richtig lustig wird es, wenn Ebertus zu seinen gewagten Thesen regelmäßig die Beweisführung schuldig bleibt. Aber wie könnte man auch von jemandem ohne jede geisteswissenschaftliche Bildung erwarten, geisteswissenschaftlich methodisch korrekt zu arbeiten. Aber man könnte dann erwarten, dass Ebertus diesen Zweig tolerierte, falls er nicht meint mit seinem ewigen Schmunzeln das doch zu tun.

Den stammtischmäßigen Popanz vom angeblich Anspruch der Geisteswissenschaften immer die  "eine" Wahrheit zu verkünden nur immer als Scheinargument hervorzukramen mag vielleicht nicht arrogant sein, zeugt mir aber von ausgeprägter Ignoranz.

P.S.: Wie man den March for Science und seinen Intentionen durchaus fair kritisieren kann zeigt Albrecht Müller auf den nachdenkseiten

Bild des Benutzers Delloc

Lieber Uwe, warum die ganze Aufregung?

Wenn die Gaußsche Normalverteilung und die Geometrie des rechtwinkligen Dreiecks beispielhaft als wesentliche Fortschritte wissenschaftlicher Erkenntnisse ausgegeben werden, ist doch klar, wes Geistes Kind am Werke ist.

Wer sich an die Objektivität klammert, bezweckt oder nimmt in Kauf, dass die Entfremdung der Bürgerlichen Gesellschaft unentdeckt bleibt, weil sie nur subjektiv erkannt werden kann.

Bild des Benutzers Uwe Theel

lieber delloc,

mein Puls hat seine gewöhnlichen 70 und, was ich hier mache ist nur mein Handwerk und das tue ich bis jetzt allenfalls im zweiten Gang. Da ist also noch was drin.

P.S.: Ich halte übrigens Gauß und Phytagoras durchaus für historisch Beitragende zum wesentlichen Fortschritt menschlicher Erkenntniss, kann es nur nicht leiden, wenn z.B. Hegel, Marx ausgegrenzt werden, Popper aber dann wieder nicht, obwohl er Geisteswissenschaftler war. Ebensowenig kann ich es leiden, wenn Leute sich eines pseudogeisteswissenschaftlichen Jargons bedienen, um den Geisteswissenschaften damit das Wasser wiederum abgraben zu wollen.

Die Indolenz der deutschen Eiche habe ich eben nicht.

Bild des Benutzers ebertus

und mal abgesehen von dem negativ konnotierten Begriff der alternativen Fakten.

Gibt es zu dem hier in Rede stehenden Bereich der Gesellschaftswissenschaften nur jeweils eine Wahrheit? Oder sich oft gar diametral gegenüber stehende Wahrheiten, Fakten, Aussagen, Postulate etc. von Menschen mit -gern zugestanden- akademischen Hintergrund?

Ja, oder ja?

Wenn "nein", dann go ahead, elsewhere ...

Wenn "ja" dann schließt sich die zweite Frage gleich an:

Wer bzw. welche Instanz und mit welcher Legitimierung entscheidet (soweit rechtlich etc. relevant), welche der postulierten Fakten bzw. Wahrheiten dann Gültigkeit besitzen sollen? Mehr noch, in welcher Form, mit welchen Mitteln wird diese Entscheidung dann exekutiert?.

Bild des Benutzers Uwe Theel

1) Was soll bitte  die Formulierung "negativ konnotiert" im Zusammenhang mit "alternativen Fakten"? - Ich habe lediglich die aktuelle Bedeutung des Begriffs und seinen Verwendungszusammenhang referiert und dann seine Verwendung durch Dich als differierend und begrifflich unlogisch dagegenstellt.

2.) Die Behauptung, dass geisteswissenschaftliche Aussagen immer behaupteten, sie formulierten "die eine Wahrheit" wird laufend von Dir aufgestellt, von daher müßtest Du sie verteidigen oder meinetwegen auch widerlegen nicht zunächst ich.

Meine Position in diesem Zusammenhang ist, dass Geisteswissenschaft in Abhängigkeit vom historischen Stand möglicher Erkenntnis ihrem Gegenstand gegenüber bei Berücksichtigung des Stands der Produktivkräfte immer versuchen zu einer möglichst hohen explanativen Adäquatheit ihrer Aussagen zu gelangen. Dies unterscheidet sie logisch in keiner Weise von den Naturwissenschaften, nur haben die in jenen erkannten Naturgesetze eine wesentlich längere Halbwertszeit, als Wahrheiten, besser Erkenntnise sie haben, die von sich stetig ändernden Bedingungen menschlichen Lebens und dessen Erhaltung aus sich ändernden Lebensbedingungen herrühren, die nicht zuletzt den so genannten Erkenntissen der Naturwissenschaften und deren Anwendung zu verdanken sind. Das sind Szenarien, in denen sich Naturwissenschaftler traditionell unwohl fühlen, obwohl z.B. Botaniker hier im Zeichen des Klimawandels auch schon umdenken mußten und einige dies auch schaffen.

3) Zu deiner "Anschlußfrage": Solltest Du wirklich in die Frage der menschlichen Emanzipation praktisch involviert sein, solltest Du diese Frage so abstrakt nicht mehr zu stellen brauchen.  Auf Deiner Frageebene beantwortet, könnte es heißen, dass die Gemeinschaft der Menschen auf den verschiedenen Ebenen ihrer Organisation und gesellschaftlich ökonomischen Reproduktion sich über diese Ziele, deren Richtigkeit und die Mittel ihrer Verständigung immer wieder neue werden absprechen müssen bis ans Ende der Welt. Der Rahmen dieser Absprache sind die tatsächlichen materiellen Bedingungen des Lebens auf der Erde und die Erkenntnis, dass der Mensch nicht des Menschen Herrscher und Ausbeuter sein darf. Das Wort das dafür seit mindestens ca. vierhundert jahren gilt, heißt Humanismus.

Bild des Benutzers ebertus

Du bist da lediglich ein Echo der großmedial verabreichten Denkschemata

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es gerade bei den Gesellschaftswissenschaften durchaus alternative Fakten gibt; die aktuell nur nicht so genannt werden sollen ...

Interessant finde ich das:

"Meine Position in diesem Zusammenhang ist, dass Geisteswissenschaft in Abhängigkeit vom historischen Stand möglicher Erkenntnis ihrem Gegenstand gegenüber bei Berücksichtigung des Stands der Produktivkräfte immer versuchen zu einer möglichst hohen explanativen Adäquatheit ihrer Aussagen zu gelangen"

Könnte einem Hadmut Danisch, meinem Brother In Arms auch gefallen.

Es reicht runter zu scrollen, das Fazit zu lesen; um zu verstehen ...

Bild des Benutzers Uwe Theel

Ebertus sagt: "Du bist da lediglich ein Echo der großmedial verabreichten Denkschemata"

Wenn dieser Satz schon "witzig" ist, dann Dein nächster allemal:

"Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es gerade bei den Gesellschaftswissenschaften durchaus alternative Fakten gibt; die aktuell nur nicht so genannt werden sollen ..."

Ne, können wir uns nicht drauf einigen: Der Begriff "alternative Fakten" ist durch die herrschende Klasse als Kampfbegriff von oben geprägt worden und ihn pauschal den Geisteswissenschaften gar urheberschaftlich anzuhängen ist intellektuell unredlich. Es bist Du, der den Geisteswisssnaften "per se" die Verbreitung von "alternativen Fakten" (= Lügen) ohne Beleg, weder systematisch noch in wesentlichen auch nur Einzelfällen laufend unterstellt. Das Leute wie Broder o.ä. laufend davon sprechen, was "nun endlich mal gesagt werden müsse" (=Alternative Fakten), oder das Verschwörungstheoretiker aller Couleur uns die "alternativen Fakten" als verborgene Wahrheit andrehen wollen ist kein Problem der "Geistes"Wissenschaft, sondern Instrument kapitalistischer Herrschaft.

Also komm Du mal mit Butter bei die Fisch´ und belege DeineThese von den sytematisch "alternative Fakten" produzierenden Geisteswissenschaften und mache den Unterschied klar, warum Du das offensichtlich nicht in einem Vorgang siehst, wie z.B. dem, dass Statistiken zur demographischen Entwicklung von Mathematikern so aufbereitet werden, dass diese bürgerlicher Politik zur Begründung der Absenkung des Rentenniveaus benutzt dienen (können).

Was Deinen Gewährsman Danisch betrifft, so glaube ich nicht, dass ihm mein Satz gefallen würde: Dieser kühlt selbstdarstellerisch  in dem verlinkten Artikel sein Mütchen an einer darniederliegenden SPD, watscht im Vorbeigehen die Linke incl. der 68er ab und bricht einen Lanze für den Positivismus. Seinen Darlegungen zum Begriff  "alternative Fakten" ist ein einziges Wortverwirrspiel, ohne dem gesellschaftlichen Zusammenhang und den dahinterliegenden Zweck zu dem er gebraucht wird auch nur annähernd erhellend darzustellen.

Bild des Benutzers ebertus

Wiederhole daher zum langsam Mitlesen meine These (Meinung):

Im Gegensatz zu den Naturwissenschaften gibt es bei den Geisteswissenschaften zum gleichen Thema, zum gleichen Untersuchungsgegenstand oft sehr unterschiedliche Auffassungen und Schlußfolgerungen; die im Einzelfall diametral entgegengesetzt sein können und dennoch (wird Dir wichtig sein) jede für sich von hoher bis höchster akademischer Kompetenz getragen ist.

Auch Menschen ohne akademische Weihen sind durch die Möglichkeiten des Internet heute in der Lage, zum gleichen Thema, zum gleichen Untersuchungsgegenstand diese konträren Meinungen, Auffassungen, Schlußfolgerungen nachzulesen, in Grenzen (vergleichend, reflektierend) zu überprüfen.

Was ist daran so schwer zu verstehen?

Muß man Atomphysiker sein um über die Risiken eine Meinung haben zu dürfen?

Btw. Statistiken; hast Du das Stichwort von Heinz gleich gut aufgenommen. Da rennst Du bei mir offene Türen ein, sind Statistiken, (Meinungs)Umfragen, Hochrechnungen etc. soweit sie beispielsweise gesellschaftspolitische Themen betreffen immer als alternative Fakten zu verstehen, sind von den verwendeten (oder eben nicht verwendeten) Prämissen und Vorgaben abhängig, werden in ihrem (oft suggestiven Anspruch) von der dahinter stehenden Ideologie geprägt.

Und werden heute, eben durch die Möglichkeiten des Internet, oft sehr schnell entlarvt.

Die sog. Normalverteilung (ohne das jetzt vertiefen zu wollen) kann man auch als Wahrscheinlichkeitsrechnung ansehen, wird aus einer kleinen Zahl von Prüflingen auf die Beschaffenheit der gesamten Charge geschlossen. Zur Mathematik des guten Carl Friedrich Gauß gibt es keine alternativen Fakten, manipulierbar sind jedoch die Rahmenbedingungen; auch die politischen ...

Dazu ein Bonmot aus der beruflichen Frühzeit, als ich noch für die Fertigungskontrolle der Company verantwortlich war: Einer meiner Qualitätskontrolleure beanstandete eine komplette Charge aufwendig produzierter Teile, weil diverse Meßwerte der von ihm geprüften Stichprobe außerhalb der zulässigen Toleranz lagen; also außerhalb der bekannten Gauß'schen Glockenkurve.

Ich prüfte die Unterlagen und teilte der Fertigungsleitung dann mit, dass die gesamte Charge zu verschrotten wäre, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit eine große Zahl fehlerhafter Teile darunter sind. Die Situation eskalierte, der Fertigungsleiter und meine Wenigkeit zum Geschäftsführer einbestellt. Das Gespräch verlief friedlich, wurden der spätere Einsatzzweck als nicht sicherheitsrelevant, Nacharbeiten als ökonomisch nicht sinnvoll klassifiziert  Die Messwerte und die Auswertung waren kein Thema, wurden von dem Fertigungsleiter auch nicht angezweifelt. Zum Abschluß dann der eher (wirtschafts)politisch alternativfaktisch geprägt Hinweis des Geschäftsführers:

Herr Ebertus, wir leben nicht von den Teilen die Sie sperren, sondern von denen die wir verkaufen!

Ich schrieb eine sog. Fallschirmnotiz; und gab die Charge frei ...

Bild des Benutzers Uwe Theel

Sorry lieber ebertus, aber ich muß hier zum wiederholten Male einiges zurechtrücken:

Dein Satz dass in den Geisteswissenschaften „zum gleichen Untersuchungsgegenstand oft sehr unterschiedliche Auffassungen und Schlußfolgerungen; die im Einzelfall diametral entgegengesetzt sein können“ formuliert kein Problem oder Manko, sondern das Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens in Natur- und Geisteswissenschaften. Auch der Maschinenbauingenieur ist von einer Diskussion seiner Möglichkeiten abhängig, wenn er den gewünschten, zu entwickelnden Motor standfest zum Laufen bringen will.

Dass Du dir diesen Prozess in den Geisteswissenschaften nicht als gangbar, sondern im Gegenteil als „alternative Fakten“ produzierend nur vorstellen kannst, mag einem falschen Begriff von Interpretation geschuldet sein, den Du vielleicht einem Deutschunterricht verdankst, wo die Interpretation immer das sein sollte, was der Lehrer gerne hören wollte und da hatten schon die davon überzeugten n Schüler einer Klasse n+1 verschiedene „Meinungen“; ein Prinzip übrigens, das mit der Qualifikation über Multiple-Choice –Testklausuren zum Bachelor den Niedergang der Wissenschaft in allen Fächern über kurz oder lang zur Folge haben wird, nur dass jetzt alle Absolventen vorher auswendig lernen können, was anschließend als „richtig“ abgefragt wird. Eine kleine Elite von Masterabsolventen wird die Kiste weiter am laufen zu halten versuchen und dafür gut bezahlt werden. Nichts Neues an der Kapitalfront.

 

Zum Kern:

Du verwendest extensiv den Begriff „alternative Fakten“ ohne ihn wirklich durchdrungen zu haben.

Dieser Begriff stellt eine untaugliche Übersetzung des englischen Originalbegriffs „fake news“ dar. Damit wurden in Politik und allen Medien ursprünglich Nachrichten bezeichnet, die von geneigter Seite entweder als Lügen entlarvt, oder, obwohl wahr, als Lüge bezeichnet wurden. So konnte ein amerikanischer Präsident mit der wirklichen Lüge, es gäbe Massenvernichtungswaffen, einen großen, folgenreichen Krieg in Afrika lostreten, während der gleiche Präsident, die Wahrheit, dass es diese Waffen nicht gäbe, als Lüge hinstellen konnte. Beides wurde als Fake news bezeichnet,  das eine von regierungskritischen Organisationen das andere von der Regierung.

„Fake news“ stellt also keinen wissenschaftlichen Begriff, sondern eine mediale, politische Stanze einen Propagandabegriff dar.

Aber auch der deutsche Begriff „alternative Fakten“ macht, geradeauch so, wie Du ihn verwendest, weder wissenschaftlich noch semantisch irgendeinen Sinn, ist also als theorethischer, wissenschaftlicher Begriff ebenfalls vollkommen untauglich:  Du hast z.B. wörtlich formuliert, dass die Geisteswissenschaften selbst „alternative Fakten“ seien um damit die Geisteswissenschaften als Lügengenerator zu denunzieren. Abgesehen davon dass dies in pauschaler und damit überzogener Weise geschah, hast Du dafür nie Belege gebracht, sondern allenfalls ein landläufiges Vorurteil bedient. Der Begriff alternative Fakten“ ist also allenfalls Gegenstandz.B. komunikationstheoretischer Analyse oder der der Ideologiekritik nicht aber einen dieser innewohndenen Analysemethode..

Weiter: Wie jeder Wissenschaftler weiß, agieren Wissenschaften, und zwar allesamt, über Fakten und generieren keine solchen.

Für den naturwissenschaftlichen Bereich kannst Du Dir da wohl etwas Vernünftiges vorstellen, für die Geisteswissenschaften nicht, was ich im letzteren Fall Dir als Folge von Unkenntnis geisteswissenschaftlicher Arbeit und Methode konzedieren will, wenn es mir auch schwer fällt.

Wenn Geistewissenschaften also verschiedene Interpretationen hinsichtlich gesellschaftlicher oder geistiger Phänomene generieren, erzeugen sie doch, wie schon o.a. keine Fakten, schon gar keine „alternativen“, sondern sie vollziehen die (theoretische) Diskussion zwischen verschiedenen „denkbaren“ Handlungsanweisungen, die dann vielleicht in ihrer Umsetzung Fakten erst wieder schaffen könnten.

Diesen Prozess zu begleiten, erneut zu diskutieren zu kritisieren ist auch Sache der Intellektuellen, Wissenschaftler, die die Interpretationen in den gesellschaftlichen Raum gestellt haben und dies nicht zum Zwecke der Ausbeutung und Herrschaft, sondern zur Emanzipation der Menschheit von Herrschaft und Ausbeutung tun sollten. Das ist nicht anders, wie es auch sein sollte, wenn Krupp Stahl, den irgendwann Schmiede erfunden haben, an Rheinmetall liefert und sich nicht darum kümmert, dass Rheinmetall daraus Panzer schmiedet, mit denen Kriege geführt werden werden.

Überlassen wird aber dieses Geschäft den Politikern und den Medien der herrschenden Klasse, wie den Kapitaleignern, wie diese es selbst auch an sich reißen, die hier per Ideologieproduktion, das Bewußtsein bei den Massen produzieren, dass diese beherrschbar halten soll, während die Kapitalmaschine trotzdem, wahrscheinlich bald „irgendwie“ explodieren wird. Wahlweise wird ablenkend dann vom „einhegbaren Kapital“ als Marktwirtschaft fabuliert. Mit Wissenschaft, gar Geisteswissenschaft hat das alles nichts zu tun. Im Extrem wird zu instrumenteller struktureller oder offener staatlicher Gewalt bis hin zum Weltkrieg gegriffen. Das Ende heißt dann Faschismus, nicht Humanismus.

Zu dieser Verantwortlichkeit des Intellektuellen und Wissenschaftlers haben andere, wie Russel, Oppenheimer, Einstein, Chomsky u.a. profunder geschrieben, als ich es hier auch nur andeuten könnte.

 

Du fragst „Muß man Atomphysiker sein um über die Risiken eine Meinung haben zu dürfen?“ Nein muß man nicht unbedingt, aber man müßte in der Lage sein auf Leute wie Einstein oder Oppenheimer hören zu können , um sich nicht von den Bushs verleiten lassen zu können.

Was Du dann noch über das Internet schreibst, ist nur phänomenologisch und verkennt die gezielte Instrumentalisierung des Internets als Komponente der consent machine (Chomsky), wie als Akkumulationsaggregat des Kapitals. Die Geistesverwirrung sie es stiftet ist nicht Problem, sondern Voraussetzung zur Rentabilität der Maschinen selbst. Auch hier zäumst Du das Pferd wieder von hinten auf.

 

Was Deine Anekdote aus Deinem Berufsleben betrifft, so muß zunächst einmal Du damit fertig werden, dass Du den Fallschirm nur für Dich gepackt hast und die Maschine sonst hast ruhig weiterlaufen lassen.

Bild des Benutzers pleifel

"Auch der Maschinenbauingenieur ist von einer Diskussion seiner Möglichkeiten abhängig, wenn er den gewünschten, zu entwickelnden Motor standfest zum Laufen bringen will."

Immerhin muss sich seine "Denke" im Ergebnis als laufender Motor beweisen. Und die Qualität des Ergebnisses "bezeugt" seine/ ihre Kompetenz im Rahmen der zeitlichen und budgetierten Vorgaben.

"(...) unterschiedliche Auffassungen und Schlußfolgerungen; die im Einzelfall diametral entgegengesetzt sein können (...)" müssen sich jedenfalls im naturwissenschaftlichen Umfeld intersubjektiv, nachvollziehbar überprüfen lassen. Hier hat der Behauptende aber die Beweisführung zu liefern. Gute Naturwissenschaftler sind durchaus geisteswissenschaftlich "beschlagen".

Ich halte es nicht für angebracht, die Geisteswissenschaften mit diesen Regeln zu befrachten, ihre Qualitäten liegen im übergreifenden und verbindenden Denken. Aber ich bin kein Studierter in der Sache, sondern Autodidakt in Entwicklung.

Bild des Benutzers ebertus


"Gute Naturwissenschaftler sind durchaus geisteswissenschaftlich "beschlagen", sollten ihr Tun soweit als möglich an Ethik und Moral (beispielsweise) messen.

Hatte dahingehend auf der Rückfahrt von der Ostsee ein interessantes Gespräch mit Hermann, was nicht zuletzt unser beider Familienhistorie betraf;

unsere Väter und Großväter allerdings keine standfesten Panzermotoren entwickelt haben ...

Bild des Benutzers ebertus

 

ob wir nun und quasi als Ablenkung zu verstehen über "das Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens" reden wollen, oder über Schlußfolgerungen, Verallgemeinerungen; schlicht Ergebnisse.

Einen standfesten Motor zu bauen, braucht ausschließlich Naturwissenschaft in Planung, Konstruktion und Herstellung. Jede Geisterbeschwörung oder sonstige geisteswissenschaftliche Turnübung ist dabei entbehrlich.

Deine Zunft (Uwe) kommt erst wieder ins Spiel, wenn es um die Frage geht, wo und wie der Motor dann eingesetzt wird. Als Antrieb für einen Panzer ist das schnell eine Frage der Moral, der Ethik, des menschlichen Miteinander.

Danke! Ein gutes Beispiel, denn jetzt kommen wir zum Punkt, den ich ohne wirkliche Resonanz immer ventiliere.

These A: Wenn unsere Jungs mal wieder kurz vor Moskau stehen (im Moment wohl nur im Baltikum), dann werden sie diesen Motor schätzen, der auch bei 50 Minusgraden (hoffentlich) noch standfest ist und rund läuft ...

These B: Alle Schwerter zu Pflugscharen; hau weg den Dreck!

Diametral entgegengesetzt; und wer entscheidet? Mit welcher Legitimation? Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage? Oder mal den Motor fragen?

Bild des Benutzers Uwe Theel

Werter Ebertus,

falls Du doch nochmal in ein intelligibles Gespräch einsteigen willst, melde dich wieder.  Mit jemandem, der ernsthaft die Frage stellt, wer mit welcher legitimation entscheiden soll, ob es richtig ist, dass "unserere Jungs" es vor Moskau "zuschätzen wissen" sollten, dass ihr deutscher Panzermotort als Wertarbeit läuft, oder, ob es richtig oder falsch sei die These von den Schwertern, die zu Plugscharen werden sollen zu vertreten, der darf sich nicht wundern, wenn er für leicht beschränkt gehalten werden könnte. 

Gehst Du davon aus, dass diese Fagen beide unbeantwortbar seien, oder dass die erste, weil der Motor als Produkt naturwissenschaftlicher Grundlage gebaut wurde, er als solcher auch von einem Agressor in flagranti "geschätzt" werden kann, solange ihm kein Pazifist den Hals durchschneidet, während die zweite Frage, da nur "geisteswissenschaftlich" behandelbar sowieso beliebig viele Antworten haben kann und deswegen quasi unbeantwortbar bleibt?

Ansonsten erkläre mir mal, was Dein Geschreibsel eigentlich aussagen, gar beweisen soll, außer Deine bestußte These von der Unbrauchbarkeit der "Geisteswissenschaften als alternative Fakten" zu stützen. Ansonsten beantworte deine eigenen Fragen erstmal selber, dann können wir über die Antworten ja mal sprechen.

Falls Das irgendwie ironisch gemeint sein sollte, dann ist es Dir auch so mißlungen Deine Gedanken kommunikabel zu machen.

Aber ich könnte Dir einen anderen Vorschlag machen: Bevor "unsere Jungs" vor Moskau sich ihres Motors erfreuen könnten, sollten die Ingeniueure und Mathematiker, die ihn erdacht haben sich bei den Geisteswissenschaftlern die Erlaubnis holen, den motor überbhaupt erst zu bauen. - Ich bin sicher, dass Du diesen Vorschlag für ziemlich idiotisch und unrealistisch hältst.

P.S.: Auf meinen letzten Text an Dich, wo ich Deine Begriffsverwirrung versucht habe etwas zu ordnen bist Du jedenfalls nicht eingeangen.

Bild des Benutzers Delloc

„Bereits die Beschränkung auf eine Dialektik nach Hegel mit These/Antithese ist eine Klamotte aus vergangenen Zeiten.“

So ein Satz macht deutlich, wie wichtig es wäre, sich nur zu Themen zu äußern, die man tatsächlich durchdrungen und verstanden hat.

Die Hegelsche Dialektik zur Identität von Identität und Nicht-Identität beschreibt und analysiert die Seinsweise des homo sapiens und bietet Erklärungen zum Hermeneutischen Zirkel des menschlichen Bewusstseins an, die nichts an Bedeutung und Aktualität verloren haben.

Wenn man allerdings nur einen oberflächlichen Zugang zur Geschichte des menschlichen Geistes hat, wird man sich eher am dernier cri orientieren und inbrünstig die Litaneien der zeitgenössischen Ideen- und Eventkultur herunterbeten.

Diese Art von „Positivismus“, die vor allem die schlichten Gemüter (Fuzzylogiker) der geistig Ungebildeten verführt, ist ideologisches Kalkül, verhindert sie doch die Kritik am System und jegliche Veränderungen in Richtung Emanzipation.

Bild des Benutzers Heinz

Deinen Schlußsatz «... verhindert sie doch die Kritik am System und jegliche Veränderungen in Richtung Emanzipation.» nehme ich mal als deine subjektive Meinung und nicht als logischen Schluß.

Bild des Benutzers Delloc

"... nehme ich mal als deine subjektive Meinung und nicht als logischen Schluß."

Eine falsche Annahme!

Zum politischen Kalkül des "Positivismus" gibt es inzwischen ganze Bibliotheken. Vielleicht einfach mal die schäbigen "Klamotten" wechseln... wink

 

 

Bild des Benutzers Heinz

Beethoven war ebenfalls Bewunderer Napoleons, hatte aber seine Meinung geändert.

Hier Hegel

Hegel erlebte den Einzug Napoleons in die Stadt und war als Anhänger der Französischen Revolution begeistert, die «Weltseele zu Pferde» – später oft verändert in «Weltgeist zu Pferde» – gesehen zu haben. Hegel am 13. Oktober 1806: «Den Kaiser – diese Weltseele – sah ich durch die Stadt zum Rekognizieren hinausreiten; – es ist in der Tat eine wunderbare Empfindung, ein solches Individuum zu sehen, das hier auf einen Punkt konzentriert, auf einem Pferde sitzend, über die Welt übergreift und sie beherrscht.»

Quelle Wikipedia: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Wolfgang Waldner schrieb dazu: «Alle Hegelei ist hohles Geschwätz, ...», in: 

Der preußische Regierungsagent Karl Marx
Wie der Schwager des preußischen Innenministers Ferdinand von Westphalen der berühmte Theoretiker des Sozialismus wurde

 

Bild des Benutzers Heinz

Der Staat

Hegel schreibt dem Staat einen gottgleichen Charakter zu: „es ist der Gang Gottes in der Welt, daß der Staat ist, sein Grund ist die Gewalt der sich als Wille verwirklichenden Vernunft“ (R 403 Z). Hegel geht es dabei primär um die Idee des Staates, nicht um real existierende Staaten.

Der Staat stellt die Wirklichkeit des Rechts dar. In ihm realisiert und vollendet sich die Freiheit. Eben deswegen ist es für die Einzelnen „höchste Pflicht […], Mitglieder des Staats zu sein“ (R 399), weswegen es „nicht von der Willkür der Einzelnen abhängig“ sein darf, den Staat wieder zu verlassen (R 159 Z).

Recht und Staat stehen dabei in einem doppelten Verhältnis: einerseits stellt das Recht die Grundlage des Staates dar, andererseits kann das Recht erst im Staat zu einer Realität werden und so ein Wandel von bloßer Moralität zur Sittlichkeit stattfinden.

Der Staat hat für Hegel einen Selbstzweck. Es muss eine Institution geben, in der „das Interesse der Einzelnen als solcher“ nicht der „letzte Zweck“ ist (R 399 A). In ihm durchdringen sich objektive und subjektive Freiheit. Das oberste Prinzip des Staates soll ein objektiver Wille sein, dessen Geltungsanspruch nicht davon abhängt, ob das Vernünftige „ von Einzelnen erkannt und von ihrem Belieben gewollt werde oder nicht“ (R 401).

Der wohlgeordnete Staat bringt das Interesse des Einzelnen und das Allgemeininteresse in Einklang. In ihm verwirklicht sich die konkrete Freiheit, in der „weder das Allgemeine ohne das besondere Interesse, Wissen und Wollen gelte und vollbracht werde, noch die Individuen bloß für das letztere als Privatpersonen leben und nicht zugleich in und für das Allgemeine wollen“ (R 407).

    Die Staatsgewalten

Hegel legt großen Wert darauf, dass zu den Voraussetzungen eines guten Staates neben einer entsprechenden Gesinnung der Bürger v. a. die Einrichtung effizienter Institutionen gehört. So zeige etwa das Beispiel des Mark Aurel, dass durch einen moralisch vorbildlichen Herrscher („Philosoph auf dem Throne“, GP II 35) der schlechte Zustand des Römischen Reichs nicht verändert werden konnte (GP II 295).

Die ideale Staatsform stellt für Hegel die konstitutionelle Monarchie dar. In ihr soll es eine gesetzgebende, eine Regierungs- und eine „fürstliche Gewalt“ geben (R 435).

Der Fürst repräsentiert die Einheit des Staates. Er muss mit seiner Unterschrift letztlich alle Entscheidungen der gesetzgebenden Gewalt bekräftigen. Hegel tritt für eine Erbmonarchie ein, weil dadurch einerseits zum Ausdruck komme, dass es gleichgültig ist, wer zum Monarchen wird, und andererseits seine Ernennung der menschlichen Willkür entzogen ist (R 451 f.).

Die Regierungsgewalt steht zwischen der fürstlichen und der gesetzgebenden Gewalt. Sie hat die fürstlichen Einzelentscheidungen auszuführen und anzuwenden. Hegel ordnet darüber hinaus auch die „richterlichen und polizeilichen Gewalten“ (R 457) unmittelbar der Regierungsgewalt unter. Hegel plädiert für ein Berufsbeamtentum, das aber nicht aufgrund der Geburt, sondern ausschließlich aufgrund der Befähigung rekrutiert werden dürfe (R 460f.).

Die gesetzgebende Gewalt soll nach Hegel im Rahmen einer ständischen Repräsentation ausgeübt werden. Hegel befürwortet ein Zweikammersystem. Die erste Kammer soll durch den „Stand der natürlichen Sittlichkeit“ (R 474f.), also adlige Gutsbesitzer, gebildet werden, die durch die Geburt zu ihrer Aufgabe berufen werden. Die zweite Kammer setzt sich aus der „beweglichen Seite der bürgerlichen Gesellschaft“ (R 476) zusammen. Ihre Mitglieder sind Repräsentanten bestimmter „Sphären“ der bürgerlichen Gesellschaft, die von ihren Korporationen ernannt werden. Insofern Hegels Stände damit aber prinzipiell nichts anderes als Organisationsformen verschiedener ökonomischer und gesellschaftlicher Großanliegen darstellen, könnte man bei dem Versuch, die Hegels Formulierungen zugrunde liegenden Vorstellungen und Ideale in heute besser verständliche Begriffe zu übersetzen, durchaus auch an die politischen Parteien denken, denen im demokratischen Verfassungsstaat die Funktion der Repräsentation und Vermittlung von gesellschaftlichem Interessenpluralismus und staatlicher Handlungseinheit in erster Linie zukommt. Vor diesem Hintergrund ist Hegel jüngst als eine Art „kritischer Freund der Parteien“ neu interpretiert worden.[53]

    Das äußere Staatsrecht

Zu den am heftigsten kritisierten Teilen in Hegels Werk gehören seine Reflexionen zum „äußeren Staatsrecht“.[54] Hegel geht davon aus, dass es aus ontologischen Gründen notwendig mehrere Staaten geben müsse. Der Staat ist ein für sich seiender „Organismus“ und steht als solcher in einem Verhältnis zu anderen Staaten (R 490f.). Es ergibt sich so notwendig eine Vielheit von Staaten; ihr Verhältnis zueinander kann nach Hegel am besten durch den Begriff des Naturzustands gekennzeichnet werden. Es gibt keine die Staaten übergreifende machthabende und rechtsetzende Instanz. Sie stehen daher auch in keinem Rechtsverhältnis zueinander und können einander auch nicht Unrecht tun. Ihre Streitigkeiten können daher „nur durch Krieg entschieden werden“; die kantische Idee einer vorausgehenden Schlichtung durch einen Staatenbund hält Hegel für absurd (R 500).

Hegel hält darüber hinaus den Krieg nicht für ein „absolutes Übel“, sondern erkennt darin ein „sittliches Moment“ (R 492). Er gibt den Regierungen den Ratschlag, von Zeit zu Zeit Kriege zu entfachen: Um die isolierten Gemeinwesen innerhalb des Staates nicht „festwerden, hier durch das Ganze auseinanderfallen und den Geist verfliegen zu lassen, hat die Regierung sie in ihrem Innern von Zeit zu Zeit durch die Kriege zu erschüttern, ihre sich zurechtgemachte Ordnung und Recht der Selbständigkeit dadurch zu verletzen und zu verwirren, den Individuen aber, die sich darin vertiefend vom Ganzen losreißen und dem unverletzbaren Fürsichsein und der Sicherheit der Person zustreben, in jener auferlegten Arbeit ihren Herrn, den Tod, zu fühlen zu geben“ (PG 335).

Quelle Wikipedia: Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Marx hatte wohl versucht, den Hegel vom Kopf auf die Füße zu stellen; distanziert hatte er sich aber niemals von diesem Gelaber.

Bild des Benutzers Uwe Theel

werter heinz,

soviel Arroganz aus Ignoranz gegenüber Hegel hätte ich von Dir nicht erwartet, aber Hegel wird man nach 200 Jahren Rezeption auch nach den nächsten 200 Jahren noch lesen, während Deine Blogbeiträge schon in spätestens 20 Jahren weder auffindbar sein werden, noch jetzt überhaupt lesenswert sind.

Bild des Benutzers Heinz

Wie die Welt regiert wird,
lernen die Regierenden in der Kinderstube.
- Astrid Lindgren -

Werther Uwe mit Delloc,

ihr habt auf die Kommetare zu Hegel reagiert, wie die Affen auf Bananen – Pawlow läßt grüßen. Dero Geisteswissenschaften scheint entgangen zu sein, daß meine Kommentare zu Hegel allesamt aus dem Internet zusammengeklickt waren aus Beiträgen, die sich sehr viel intensiver als ich mit Hegel auseinandergesetzt haben. Das ist also Gemeingut im Internet. Selbst die Passagen, die so ausschauen, wie meine eigenen Beiträge, sind aus dem Internet; allerdings in der Wortreihenfolge leicht verändert. Von mir selbst ist in diesen Kommentaren zu Hegel nichts enthalten, schon gar keine philosophischen Erkenntnisse. In meiner Schul- und Studienzeit hatte ich Hegel einmal leicht gestreift - und als breitgetretenen Quark abgetan. Breitgetretener Quark, mit dem Hegel sich seinen Herren angedient hatte, denn mit Hegel ist jede Ungeheuerlichkeit begründbar – und davon hatten wir seither ja reichlich.

Mein Kommentar mag in wenigen Stunden in der Versenkung verschwinden; Gemeingut wird auch in 200 Jahren bestehen. Allerdings gebe ich Uwe in einem Punkt Recht. Auch in 200 Jahren werden sich sogenannte Geisteswissenschaftler ihren Herren andienen, um weitere Ungeheuerlichkeiten zu begründen.

Ethik und Charakter sind soziale Prägung und darum eine Frage der Erziehung. Die Welt liegt gerade dort im Argen, siehe oben bei Astrid Lindgren. Daß dies so bleibt, dafür sorgen die sogenannten Geisteswissenschaftler, die an Hegel festhalten.
 

Bild des Benutzers Delloc

Lieber Heinz, gratuliere!

Da hast du uns mit deinem Zusammenklicken aus dem Internet aber ganz schön aufs Glatteis geführt... yes

So viel Witz und Raffinesse hatte ich dir gar nicht zugetraut.

Wirklich, du bist ein total einfallsreiches Bürschchen!

Nur bei deinem letzten Satz: "Die Welt liegt gerade dort im Argen, siehe oben bei Astrid Lindgren. Daß dies so bleibt, dafür sorgen die sogenannten Geisteswissenschaftler, die an Hegel festhalten." liegst du glatt daneben. In den Geisteswissenschaften geht es nämlich nicht darum, an etwas festzuhalten - wie bei religiösen Dogmen. Sondern es geht um Verstehen aus verschiedenen Perspektiven.

Für Internet-Klicker mag das allerdings schon eine Nummer zu groß sein. Doch vielleicht irre ich mich da auch.

Klick doch wieder einfach mal drauf los zum Stichwort "Perspektivisches Verstehen" und lass uns am Reichtum deiner Ergebnisse wieder teilhaben. Für infantile Geister hatte ich immer schon eine Schwäche.

 

Bild des Benutzers Uwe Theel

Werter heinz,

wenn Du glaubst, ich hätte nicht bemerkt, dass Du Deinen Text aus dem Internet zusammengeklaubt hättest, - Du hast es selbst angedeutet -,  dann irrst Du im Zuge Deiner Interpretation dieser Blogdiskussion. Allerdings macht diese Nebensache, die Hauptsache nicht beser oder remedierte sie gar: Du hast in dilettantischer Marie-Manier hier ohne Hand und Fuß zitiert , mußt Dir also die Positionen die Du da zitierst  als auch von Dir vertretene Positionen zurechnen lassen, die bestimmt nicht besser wurden durch Deine paar flachen, eingestreuten eigenen Bemerkungen.

Tatsache Bleibt, dass Du die Zitate dir angedient hast, um Deiner pauschalen, diffamierenden Abservierung Hegels im Besonderen und der Geisteswissenschaften im Allgemeinen Ausdruck zu verleihen.

Dieser Vorgang ist von Deiner Seite, so wie er von Ebertus hier als Bordunton angeschlagen wird, schlicht ein Mißklang ohne jedes intellektuelle Niveau, wo sich sogar mancher Stammtisch noch überlegen würde, ob er so tief ansetzen sollte.

Mehr ist zu solcher intellektuellen Tieffliegerei ist nicht mehr zu sagen.

u.t.

P.S.: Unterhaltsam - Ebertus "schmunzelt" an dieser Stelle immer! - wird es übrigens, wenn Du mir den gut 100 Jahre alten Semiotiker Peirce als zeitgemäßen Hermeneutiker andienen willst, den 200 Jahre alten Hegel aber ohne jede Hegelkenntnis als "Gelaber" abtust. - Ich hätte Dir den Peirce auch um die Ohren hauen können, statt dessen versuchte ich, Deine Art zu interpretieren, aus dem von Dir selbst angeführten Gewährsmann heraus zu verstehen. - Verlorene Liebesmüh!

Bild des Benutzers Delloc

Lieber Heinz,

die Kritik von Uwe ("Arroganz aus Ignoranz gegenüber Hegel") wirst du vermutlich schon vergessen haben... smiley

Weil man seine eigenen blinden Flecken nicht sehen kann!

Damit du das aber nicht persönlich nimmst und dich für den Blödmann hältst, hier eine Erläuterung von Ken Wilber, die dir den großen G. F. vielleicht auch wieder etwas näher bringt:

"Du kannst den Geist nicht suchen, weil er der Suchende ist. Du kannst diesen Geist nicht sehen, weil er der Sehende ist. Du kannst diesen Geist nicht finden, weil er der Findende ist.

Wenn Du das verstehst, dann ist Geist der Verstehende. Wenn Du das nicht verstehst, ist Geist das Nichtverstehen. Ob Du es verstehst oder nicht, genau das ist Geist."

Bild des Benutzers pleifel

Man kann das eigene Denken heute insoweit einstellen, da man "nur" noch eine quasi technische Fähigkeit benötigt, aus der großen "virtuellen Bibliothek" die passenden Textstellen herauszufiltern. Gut, auch das erfordert ein wenig Vorwissen, ansonsten ließen sich die Suchanfragen nicht formulieren.

Zum Zitat von Wilber: "Du kannst den Geist nicht suchen, weil er der Suchende ist. Du kannst diesen Geist nicht sehen, weil er der Sehende ist. Du kannst diesen Geist nicht finden, weil er der Findende ist."

Sagte der Geistlose: wer ist nur auf die hirnrissige Vorstellung des Geistes gekommen? Die Antwort darauf kann nur diese sein: "                   ".
 

Bild des Benutzers Delloc

"Die Antwort darauf kann nur diese sein: "                   "."

Ja, geistloser hätte man es nicht benennen können.

Falls du mal eine Gegenposition zum geistigen Nihilismus lesen möchtest:

http://transzendentale--meditation.net/Transzendentale_Meditation/Advait...

Empfehlenswert!

Bild des Benutzers pleifel

Da musste jetzt wieder ein Link herhalten.
Es gibt eben Themen, zu denen man inhaltlich nicht annähernd das sagen kann, was dem Thema gerecht würde. So wie mit der Axiomatik der Mathematik selbst deren "innerer" Nachweis der Konsistenz nicht geliefert werden kann. Nichterklärbarkeit ist nicht mit Nichtexistenz zu verwechseln!

Aber bei "Quantenpsychologen" mag es eine ander Welt geben. Aber diese Einsamkeit muss man dann auch aushalten können.

Bild des Benutzers Delloc

"Aber bei "Quantenpsychologen" mag es eine ander Welt geben. Aber diese Einsamkeit muss man dann auch aushalten können."

Was auch immer diese Assoziation ausgelöst hat, es muss von geistiger Substanz sein... smiley

Bild des Benutzers Heinz

Psychologisierende Ferndiagnosen halte ich für Scharlatanerie, insbesondere dann, wenn die Personen nicht persönlich bekannt sind. Personen, die ihre psychologisierende Ferndiagnoden dann auch noch im Internet veröffentlichen, halte ich für suspekt.

Bild des Benutzers Delloc

Also wenn du eine triviale Vermutung mit einer psychologisierenden Ferndiagnose gleichsetzt, dann frage ich mich schon, ob du über die Lektüre von Astrid Lindgren je hinausgekommen bist...no

Bild des Benutzers Delloc

PS

Gerade hat mich noch mein Sohn darauf aufmerksam gemacht, dass du vielleicht den Satz "Weil man seine eigenen blinden Flecken nicht sehen kann!" für eine "psychologisierende Ferndiagnose" halten könntest.

Ich habe ihm widersprochen und sinngemäß gesagt, dass selbst schlichte Gemüter Binsenweisheiten auch als solche verstehen würden. So bleibt nun die Hoffnung, dass auch diese Aussage nicht als "psychologisierende Ferndiagnose" missverstanden wird.

Bild des Benutzers beutelratte

Immerhin sind hier alle versammelt.

:-D

cheeky

Bild des Benutzers ebertus

aber die zumindest inhaltlich aktiv; allfällige Rempler nicht ausgeschlossen.

Bild des Benutzers Heinz

Die freidliebenden Zapatista fehlen noch.

Bild des Benutzers pleifel

Leider spitzt sich hier etwas zu, was ich für unnötig halte und etwas mit Debattenkultur zu tun hat. Sicher, der Marsch für die "Freiheit der Wissenschaft" muss nicht nach wissenschaftlichen Disziplinen differenziert werden, richtig ist aber auch, dass es schon längst Anlass hätte geben müssen der sich als "Gemeinschaft der Wissenschaftler" verstehenden, um sich gegen die Strukturen der bisherigen neoliberalen Entwicklung zu stellen, die die "Freiheit der Wissenschaft" unter eine Ergebnis- und gewinnorientierte Praxis gestellt hat.

Wenn ich mir nun anschaue, was im deutschen Sprachraum so alles zu den Geisteswissenschaften gezählt wird, dann darf ich wohl vermuten, das niemand hier die "Kompetenz" hat, alle diese Fachdisziplinen zu beherrschen. Ich finde die Stelle momentan nicht mehr, wo Schiller etwa folgendes sagte: "Nun habe ich X-Jahre meines Lebens damit verbracht, um den Kant zu verstehen und nun hoffe ich endlich es nachvollziehen zu können, wie er gedacht hat." Und das wäre nur ein Philosoph (wenn auch einer der einflussreichsten), der von nur wenigen vollständig gelesen und verstanden wird.

Zudem gilt für mich immer noch der Satz, etwas modifiziert: je mehr ich weiß, desto klarer wird mir auch, dass die Größe dessen, was es noch zu wissen gibt, unverhältnismäßig größer wird. Oder anders: jede beantwortete Frage eröffnet das Feld für mehr Fragen.

Es ist also einfach eine Positionierung auf einer unendlichen Linie, wo niemand weiß, wo er/ sie steht. Nichtsdestotrotz gibt es ein überprüfbares Wissen, dass sich an Aufgabenstellungen zu bewähren hat und einen Experten auszeichnet, denn niemand würde sich eine Brückenkonstruktion von einem Geisteswissenschaftler planen lassen.

Let´s work together!

Bild des Benutzers Uwe Theel

ja lieber Pleifel,

... und wenn ich mir nun anschaue, was im deutschen Sprachraum so alles zu den Naturwissenschaften gezählt wird, dann darf ich wohl vermuten, das niemand hier die "Kompetenz" hat, alle diese Fachdisziplinen zu beherrschen. Ich finde die Stelle momentan nicht mehr, wo irgendwer etwa folgendes sagte: "Nun habe ich X-Jahre meines Lebens damit verbracht, um den Einstein zu verstehen und nun hoffe ich endlich es nachvollziehen zu können, wie er gedacht hat." Und das wäre nur ein Physiker (wenn auch einer der einflussreichsten), der von nur wenigen vollständig gelesen und verstanden wird.

Zudem gilt für mich immer noch der Satz, etwas modifiziert: je mehr ich weiß, desto klarer wird mir auch, dass die Größe dessen, was es noch zu wissen gibt, unverhältnismäßig größer wird. Oder anders: jede beantwortete Frage eröffnet das Feld für mehr Fragen. ("Ich weiß, daß ich nicht weiß" (Sokrates))

Es ist also einfach eine Positionierung auf einer unendlichen Linie, wo niemand weiß, wo er/ sie steht. Nichtsdestotrotz gibt es ein überprüfbares Wissen, dass sich an Aufgabenstellungen zu bewähren hat und einen Experten auszeichnet, denn niemand würde sich eine Gesellschaftsvertrag von einem Naturwissenschaftler planen lassen

P.S.: Sokrates gilt übrigens als Philosoph, Schiller als Dichter und Philosoph und Historiker

Bild des Benutzers pleifel

wobei die Zu-oder Absprache von Kompetenz keiner Seite hilfreich sein kann (also Naturwissenschaft versus Geisteswissenschaft), denn die ehemaligen Universaldenker kann es in der heutigen Wissensgesellschaft einfach nicht mehr geben. Definieren wir die exakten Naturwissenschaften, dürfte sich Übereinstimmung der Disziplinen erzielen lassen, denn es gibt gute Kriterien sowohl der Gemeinsamkeiten, wie auch der Abgrenzung.

Übrigens der Satz: "Ich weiß, dass ich nicht(s) weiß" ergibt einen bedeutsamen Unterschied, denn beim "nichts" ergibt der Satz einen Widerspruch.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Ich hoffe, Wikipedia irrt nicht:

Die geläufige Übersetzung von oîda ouk eidōs (οἶδα οὐκ εἰδώς) trifft nicht den Sinn der Aussage. Wörtlich übersetzt heißt der Spruch „Ich weiß als Nicht-Wissender“ bzw. „Ich weiß, dass ich nicht weiß“. Das ergänzende „-s“ an „nicht“ ist ein Übersetzungsfehler, da die Phrase „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ auf Altgriechisch οἶδα οὐδὲν εἰδώς (oîda oudén eidōs) heißen würde.

Quelle: Apologie des Sokrates

Bild des Benutzers beutelratte

Im Gegenteil, die letzten 100 Jahre wurde unsere Zukunft von Geisteswissenschaftlern bestimmt.

Hoehepunkt waren die Chicago Boys.

Oder wie hiess der Japse? "Das Ende der Geschichte?"...

Sartre sachte '46 mal Kant ist die Endsau die durchś Dorf getrieben wird.

Es wird Zeit dass die Bluemchenzaehler Textvorgaben machen.

 

 

Bild des Benutzers Uwe Theel

Die Chicagoboys waren VWLer und Banker, das Gegenteil ehrlicher Geisteswisschaftler.

Wenn sich zum Einen über die "Textflut" der doffen geisteswissenschaftler aufregt, der sollte sie nicht herausfordern, sonst schreibe ich mal ne Nacht durch!

Bild des Benutzers beutelratte

Chicagoboys sind keine VWLer, Sie zogen Ihre geisteswissenschaftliche Lehre durch.

Ich bin uebrigens Fan von Gianni Vattimo.

;-)

Bild des Benutzers beutelratte

Was ist ein "ehrlicher Geisteswissenschaftler"?

Jemand, der die Wahrheit gepachtet hat? Die Reformation und die Aufklaerung nicht verpennt hat? Im Zeitgeist Moeschen und Pimmelchen befummelt weil es gerade "in" ist? Ich halte es da eher mit Raupen die schnell Plastik fressen koennen.

...

Geisteswissenschaftler koennen tagelange korrekte Monologe zu Heidegger machen, oder aber eben auch behaupten die Dinosaurier sind erst vor 4000 Jahren ausgestorben, so gewinnt Trump Wahlen. Da lasse ich lieber einen Biologen labern als einen Geisteswissenschaftler...

Bild des Benutzers ebertus

Naturwissenschaft oder Geisteswissenschaft (Religion).

Naturwissenschaftlich gesehen ist es die vorsätzliche physikalische Amputation eines Körperteils ohne jede medinzinische Indikation und exekutiert an in der Regel nicht zustimmungsfähigen Kleinkindern.

Geisteswissenschaftlich gesehen ist es die Basis des Menschseins für Angehörige bestimmter Religionen; faktisch ein vorsätzliches Branding des menschlichen Körpers, da sich Biologie und Gene strikt weigern Träger von Ideologie (hier Religion) zu sein.

Bild des Benutzers beutelratte

Wir Fragen da mal einen modernen Anthropologen:

Religionen sind kulturelle Konstruktionen um den Leuten "halt" zu geben, damit sie sich die (heute noch) komplizierte(r(e(r)

Umwelt erklaeren koennen, Das hat nix mit Muelltrennung zu tun.

Aber selbst das faellt den meisten schon zu schwer...

Geisteswissenschaftlich schlucke ich da lieber den Schierlingsbecher.

 

Bild des Benutzers fahrwax

....ist der Cayenne (der von Porsche, nicht der der beim Abkacken so am Popo brennt!) deutlich näher als der hilfreiche Schierlingsbecher -

wattn elitäres Elend überall.

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"Ich finde das uebrigens auch scheisse das meine Frau einen Orgasmus hat, eigentlich sollte man sie beschneiden, nicht dass sie noch einen Orgasmus hat wenn Sie fremdgeht".

Darum geht es....

(Ironie aus)

Zum Kotzen das ganze, Religion hausgemacht und fuer den Macho gerecht gemacht...

Hat uebrigens nichts mit Biologie zu tun, die Machos in

der Tierwelt muessen richtig fighten

oder buntig sein etc.

um die Dame zu ihren Gunsten zu gewinnen...

Bild des Benutzers Heinz

 

Ergänzen möchte ich, daß auch Jugendliche beschnitten werden:

  • Jungs wird die Vorhaut amputiert
  • Mädchen wird die ganze Klitoris amputiert

Für Mädchen und Frauen ist das sehr viel schlimmer und entspricht der Amputation der Eichel beim Mann.

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und nach der faktisch religiös determinierten Gesetzesänderung theoretisch auch bei Mädchen, auch aus ästhetischen Gründen möglich. Man kam ja nur schwer an dem Gleichbehandlungsgebot gemäß Grundgesetz vorbei und durfte eine Lex namens "nur für jüdische und muslimische kleine Jungs" kaum offen formulieren, musste es neutraler fassen.

Bild des Benutzers fahrwax

Viele tausend von den Nützlingen müssen ne ganze Woche Woche kacken um die Geistesleistung vonner Plastiktüte zu beseitigen - wattn Elend!

Aber beim Biologen kommt's schon auch drauf an wie der gebucht ist......

Laberköppe finnste überwiegend bei die Kleingeister mit omnipotentem Anspruch - sachich mal.

Töffte auch mal wieder was erfrischend rattiges zu lesen.

Bild des Benutzers Heinz

« ... , die letzten 100 Jahre wurde unsere Zukunft von Geisteswissenschaftlern bestimmt.»

 

  1. Willem Zwoo – Pardon wird nicht gegeben!
  2. Joseph Göbbels – Wollt ihr den totalen Krieg?
  3. Konrad Adeneuer – Wir werden den neuen Staat auf ein christliches Fundament stellen, um den Materialismus der Nationalsozialisten zu überwinden.
  4. Angela Merkel (als Sprechblase von Josef Ackermann) – Das ist alternativlos.
Bild des Benutzers beutelratte

enlightenedyesyesyes

Meine Rede

Bild des Benutzers hadie

Joeph Goebbels schrieb sich übrigens mit OE.

"Früher wurde man wenigstens noch gefragt, ob man den Totalen Krieg will."

Uwe Steimle