14 Apr 2017

Kein Gott, kein Herr!

Submitted by fahrwax

 

Es ist mal wieder Ostern, die Ostermärschierer werden unterwegs sein - und nicht mehr weit bis zum 1. Mai - dem Internationalen Arbeiterkampftag.

Die Ursprünge ungeklärter, bis heute ungelöster Fragen werden filmisch recht umfassend aufgebröselt.

Das Wissen um historische Hintergründe kann nie schaden.....

Der Film aus dem Jahr 2013 lief vor kurzem bei ARTE und ist da noch für wenige Tage in der Mediathek verfügbar.

Der Klappentext von ARTE dazu:

"Der Anarchismus brachte die Welt immer wieder ins Wanken, ermöglichte aber auch die ersten sozialen Errungenschaften und beeinflusste die großen Revolutionen des 20. Jahrhunderts. Wo nahm diese Bewegung ihren Anfang, die seit 150 Jahren jeden Herrn und jeden Gott ablehnt? Warum ist der Anarchismus, der eine bessere Welt wollte als die, die sie früher war, noch immer aktuell?

Vom Aufstand der Pariser Kommune 1871 bis zur Gründung der ersten großen Gewerkschaften, von der Entstehung libertärer Milieus mit alternativen Lebensentwürfen bis hin zur Einrichtung freier Schulen: Die anarchistische Bewegung hat die ersten Revolutionen angestoßen und gehört zu den entscheidenden Triebkräften großer sozialer Errungenschaften. Trotz dieser positiven Aspekte, hat der Anarchismus zweifelsohne seine Schattenseiten: Viele seiner Anhänger rechtfertigen den Einsatz von Waffen und Gewalt. Die zweiteilige Dokumentation beleuchtet von Frankreich über Japan bis nach Chicago und Buenos Aires die Ursprünge dieser politischen Philosophie und porträtiert die geistigen Väter der anarchistischen Bewegung wie etwa Pierre-Joseph Proudhon oder Michail Bakunin. Darüber hinaus beleuchtet der Film Ereignisse und Meilensteine der Arbeitergeschichte vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts und bringt so die bedeutende Rolle der Anarchisten für die sozialen Bewegungen unserer Zeit ans Licht. Die Dokumentation befasst sich unter anderem mit der Gründung der Ersten Internationale, dem Tag der Arbeit, dem Kampf um den Achtstundentag und den Attentaten während der Belle Epoque."

Hier der Film aus der Tube:

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

Ohne Steuer kein Staat

Das können wir sehr viel grundsätzlicher auf den Punkt bringen. Der Angelpunkt ist Der Zinsgroschen, von dem Jeschua Ben Mirjam sagte:

«Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist,
und Gott, was Gottes ist.»

Interpretation: «Gebt dem Kaiser sein Eigentum, sein Geld zurück, mit dem er Steuern erhebt und haltet die Gemeinschaft (im Tempel) aufrecht. Dort wird mit Schekel gehandelt.»

Das war damals also eine Kampfansage an die Besatzer, die von den eroberten Provinzen lebten und ihre Brot und Spiele damit finanzierten.

Heute sind die Verhältnisse ähnlich, weil das PolitPersonal sich völlig von der Bürgerschaft entfremdet hat. (Eigentlich) ist die Staatsverwaltung eine Dienstleistung für notwendige Leistungen, die privatwirtschaftlich nicht tragfähig sind. Das bedeutet, eine angebotsorientierte Wirtschaft wird vom Staat ergänzt zur konsumorientierten Gesamtwirtschaft. Das leistet der Staat aber schon lange nicht mehr, sondern hat die Gesamtwirtschaft zur angeboteorientierten Wirtschaft verändert, sich also aus der Verantwortung gestohlen. Die HartzGesetze der SchröderBande sind klar antisozial, also wirtschaftsliberal und haben die schäbigen Reste der Sozialen Marktwirtschaft abgeschafft.

Eine Soziale Marktwirtschaft werden wir neu erfinden müssen. Ein Element davon wird das Grundeinkommen sein.

Querverbindungen zum Steuergleichnis

Das Beispiel zum Zinsgroschen wird noch verständlicher, wenn wir die Haltung Jeschua Ben Mirjams zur Tempelsteuer kennen; dazu ein Gemälde: Der Zinsgroschen, eigentlich die Tempelsteuer – aktueller, denn je.

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"Die Meldung über den Tod von Sacco und Vanzetti wurde von Menschen auf der ganzen Welt mit Wut und Trauer zur Kenntnis genommen. Am Union Square in New York waren nach einem Bericht der New York World fünfzehntausend Menschen versammelt, die nach der Todesnachricht schrien, weinten und ohnmächtig wurden.

Außerhalb der USA entlud sich die Wut über die Hinrichtung und auf Amerika in teilweise wilden Protesten. In Genf zogen geschätzte fünftausend Demonstranten durch die Straßen. Wie auch in anderen Städten kam es dabei zu Aggressionen gegen amerikanische Einrichtungen, Geschäfte, Autos und Kinos, die amerikanische Filme spielten. In Paris musste die US-amerikanische Botschaft mit Panzern geschützt werden. Am Vorabend der Hinrichtung riefen allein in Berlin 40 kommunistische, sozialistische, gewerkschaftliche, anarchistische, pazifistische und humanistische Organisationen zu Demonstrationen in 24 Stadtbezirken auf. Tausende beteiligten sich, darunter ganze Betriebsbelegschaften. Am Tag nach der Hinrichtung fanden deutschlandweit Trauerkundgebungen statt, die teilweise zu den größten der letzten Jahre gehörten. In den meisten Zechen des Ruhrgebietes fanden Belegschaftsversammlungen statt. In Berlin folgten etwa 150.000 Menschen dem Aufruf der KPD zu einer der größten Demonstrationen der Weimarer Republik.[118] Der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann hielt im Berliner Lustgarten die Rede „Gegen den Mord an Sacco und Vanzetti“, die am 25. August 1927 in der Parteizeitung Die Rote Fahne abgedruckt wurde.[119] Auch in anderen deutschen Städten wurde demonstriert, etwa in Stuttgart mit einem rund zweistündigen Fackelzug. Bei Ausschreitungen am Rande der Demonstrationen, so in Hamburg, kam es in Deutschland zu insgesamt sechs Todesfällen. Auch in England, Skandinavien, Portugal, Mexiko, Argentinien, Australien und Südafrika kam es zu Streiks und wilden Demonstrationen."

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Arte Doku Kein Gott, kein Herr¡ Eine kleine Geschichte der Anarchie 2⁄2

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Sonst wäre es auch eine halbe Sache geblieben......

Bild des Benutzers ebertus

Habe mir die zwei Teile der Arte-Doku erst mal runtergeladen. Danke für die Info!

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Willkommen auf der Seite der Anarchistischen Bibliothek!

Hier werden anarchistische Texte archiviert und gesammelt.

Alle Texte sind in verschiedenen Formaten (Lese-Pdf, Broschüren-Pdf, E-Book,...) abrufbar.

Du kannst selbst Texte hinzufügen oder mit dem Buchbinder Texte zu Broschüren bzw. Büchern zusammenstellen.

Probiere es einfach aus.

http://anarchistischebibliothek.org/special/index?v=1487267193

 

Und nicht zu verachten auch das

Internetportal www.anarchismus.at!

 

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Danke für den Link; muß ich achtgeben, nicht abzusaufen.

Bild des Benutzers fahrwax

.........aber sie werden unsere Gedanken nie besiegen.

 

Bild des Benutzers Heinz

Revolutionsbräuhof
Was ist eigentlich Anarchismus?
Eine Einführung in die Grundgedanken des Anarchismus


Kapitel: Was ist der Staat?

Aktion: Was tut der Staat?

Jeder Staat ist totalitär. Kein Staat hat einen anderen Zweck als den/die EinzelneN zu beschränken und zu Untertanen zu machen. Verfechter des Staates bemühen sich redlich, uns vorzumachen, er sei eine einige Volksgemeinschaft. In Wirklichkeit vertuschen sie mit dieser Phrase die riesigen sozialen Unterschiede in jedem Staat und rechtfertigen die Privilegien einer kleinen Minderheit- Der Staat unterdrückt jede freie Tätigkeit durch seine ausführenden Organe oder "Ordnungskräfte". Das ist beileibe nicht nur die Polizei. Die Presse, der Rundfunk und das Fernsehen bemühen sich ebenso angestrengt, den Menschen dumm zu halten, wie die Kirche, die Schule und die Institution „Familie". (Freilich oft, ohne es selbst zu wissen.)

    „Der Staat erlaubt uns allen, unsere Gedanken an den Mann zu bringen, allein nur so lange, als unsere Gedanken seine Gedanken sind, sonst stopft er uns das Maul." (Max Stirner)

Schon früh haben AnarchistInnen die psychischen Funktionen der Autoritätsgläubigkeit erkannt. Der Staat erzieht zum Gehorsam, zur Disziplin und zur Unterwerfung. Er lehrt uns „Tugenden" wie Konkurrenz und Leistungsprinzip und er entwöhnt uns im gleichen Masse selbst zu denken, Ideen zu entwickeln, spontan Initiativen zu ergreifen und uns unseren Mitmenschen gegenüber solidarisch zu verhalten. Errico Malatesta[10] beschreibt die „Angst vor der Freiheit", die die meisten autoritären Menschen empfinden und nimmt damit eine wichtige Erkenntnis der Psychoanalyse vorweg.


Reaktion: Was tun die Anarchisten?

Konsequent haben die AnarchistInnen dort, wo sie mit der Verwirklichung von freien Gesellschaften begannen, die Vernichtung des Staates vorangetrieben. So wurden in Spanien und der Ukraine die staatlichen Akten und Grundbücher vernichtet, die Gefängnisse eingerissen und die Herrscher abgesetzt und die Organisation des gesellschaftlichen Lebens den Räten des Volkes übertragen. Wir werden noch sehen, dass solche Maßnahmen nicht automatisch zum Chaos führen müssen, sondern im Gegenteil die Grundlage für eine freie, harmonische Gesellschaft legen können.

Der Kampf gegen den Staat hat sich in diesem Jahrhundert vor allem im Kampf gegen den Bürokratismus gezeigt, vor allem im „kommunistischem" Russland hat es unzählige Auflehnungen gegen den allmächtigen Staat und seine unmenschliche und konterrevolutionäre Bürokratie gegeben, die ihrem Charakter nach anarchistisch waren. In den Kapiteln über die einzelnen Theorieansätze werden wir auf die Staatskritik noch ausführlicher eingehen.

Fazit: Thema verfehlt.

In diesem Kapitel: «Was ist der Staat?» wird nicht dargelegt, was der Staat ist, sondern was der Staat tut. Konsequent wird dann auch die Reaktion der Anarchisten auf die Aktionen des Staates beschrieben. Auf die korrekte Antwort, was der Staat ist, käme (eigentlich) die anarchistische Alternative. Weil bereits die Frage nach dem Staat nicht beantwortet wir, bleibt auch die Alternative aus – schade.

Bild des Benutzers fahrwax

„Der dritte Teil, 1945 bis jetzt, wurde nach Angaben des Autors Arte angeboten, aber nicht gekauft. Er sollte den Bogen von der Zerschlagung des Anarchismus in der Nachkriegszeit über die Aufstände in den 1960er Jahren und den Situationismus bis zu den neuen sozialen Bewegungen, den Autonomen und Occupy Wall Street schlagen.“