10 Mär 2017

jenseits der politik POLEN ...

Submitted by marie

EU-Gipfel handlungsunfähig: Die Risse werden tiefer: Schwere Verwerfungen in der EU

Der EU-Gipfel in Brüssel ist mit einem Eklat zu Ende gegangen: Polen blockierte alle Entscheidungen, weil es sich gegen das „Diktat aus Berlin“ wehren will. Bundesfinanzminister Schäuble spricht vom Verfall, Präsident Tusk warnt vor eingerissenen Brücken. Die EU zeigt sich in einer verheerenden Verfassung.


foto: Sebastian Kubica - Die Liebenden von Marona Jan Lenica

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/03/10/die-risse-werden-tiefer-schwere-verwerfungen-in-der-eu/

lese ich heute und denk mal nach - ich "liebe" ja den osten ... und ich kenne ihn schon lange: polen z.b. ...

das erste, was ich über polen hörte: die hassen die deutschen - die reden nicht mit "uns" und werden noch oft "polaken" von "uns" genannt und sind halt irgendwie primitive bauern, die vor allem unsere weihnachtsgänse züchten ...

das zweite, was ich über polen lernte, dass es dort die besten und anerkanntesten grafiker des ganzen ostblocks gibt ... modern, abstrakt, innovativ ... und wunderte mich, wie es zu dem erst-vermittelten bild von den menschen in diesem land passen konnte

dann fuhr ich nach polen und habe alles verstanden. einerseits viel wodka, viel lachen, viel freundschaft, viel tanzen - andererseits ein steinewerfer am einsamen strand ...

später dann die gerüchte über diebesbanden und krumme geschäfte im grenzbereich - der hass gegen deutsche hat sich in hass gegen russen verwandelt ... polnische arbeiter und handwerker in der eu ... von legal bis illegal ... sonst: scheinbar keine intellektuellen, keine künstler ... so als sei stanislaw lem eine seltsame ausnahme ...


Czeslaw Niemen - Jednego serca 1969

In den 70er und 80er Jahren war Niemen ein Pionier der elektronischen Musik. Er wurde zum Idol einer ganzen Generation und ist bis heute eine Legende in Polen.

In seiner bekanntesten Rockballade, mit dem deutschen Titel "Seltsam ist diese Welt", beschwor Czesław Niemen die Menschheit, Hass und Gewalt zu überwinden. Sein Lied wurde zur Hymne der jungen Generation in Polen.

http://www.deutschlandradiokultur.de/musik-ikone-der-polnischen-rockmusik.932.de.html?dram:article_id=274746

 

für mich ist polen nicht dieses land, über welches ich in den medien lese ... ich interessiere mich nicht für politik ... sondern für musik, kunst und literatur ... also für lem, lenica und niemen

https://www.google.de/search?q=Jan+Lenica&client=firefox-b&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiu1fzwz8vSAhXEVxoKHZ7LBzQQ_AUICCgB&biw=1252&bih=633

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

Wenn du nur die Nachrichten der letzten paar Jahre verfolgst, erkennst du, daß Russland (in Gestalt des "Gott sei bei uns" Putin) als alleinigem Agressor verteufelt worden ist, weil die schäbigen Geschäftchen der USA mit einer  "Investition" von 5MdrUS$ und ihrer NATO-Vasallen nicht klammheimlich mit "demokratischen" Mittelchen erfolgreich waren.

Jetzt zerfällt die EU, ein Konstrukt von Politikern und Beamten, das über die Köpfe der europäischen Bevölkerung hinweg, völlig undemokratisch installiert worden ist. Groß geworden im Kalten Krieg, ist die EU auch heute noch ein Instrument der NATO, die völlig abhängig ist von den USA, in denen jetzt ein Sproß mit pälzischen Wurzeln das Amt des Präsidenten verunglimpft.

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eindimensionierte technokraten gab und gibt es in polen nicht - und wohl auch nicht in der schweiz ... die feigheit und frechheit über die köpfe der bevölkerung rumzukommandieren funktioniert zum großen glück nicht so alternativlos ... und DAS sollte der eu jeden tag gesagt werden ... oder ist das zuviel erwartet?

 

 

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wenn die EU zerfällt. Wobei sie in dieser Form neoliberaler menschenfeindlichkeit richtigerweise zerfällt.

Als Kosmopolit habe ich das Buch von Ulrike Guerot zur europäischen Republik mit Interesse gelesen. Leider hatte die Autorin nach der absolut richtigen Bestandsaufnahme und jenseits ihrer durchaus angenehmen Utopie nur sehr wenig zu bieten; was die Realitäten dieser partikularer Besitz- und Machtverhältnisse angeht.

Insofern haben es die sog. liberalen Eliten, haben wir es alle wohl verdient, nun "von rechts" infrage gestellt zu werden.

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... seit vielen jahren ... und immer mehr und mehr ziehe ich mich aus der politik zurück ... aus der arbeits- und konsumwelt habe ich mich schon lange verabschiedet - meese hat mir für vieles die augen geöffnet - z.zt. lese ich herrndorf, auster und houellebeque - höre viel punk, jazz und klassik ... und weiß: die kunst, musik und literatur interessiert sich nicht für die eu ... sie wird ihre wege finden ...

zu frau guerot habe ich dir ja meine meinung schon gesagt - die olle "schlaue" kapitalistenversteherin mit linker attitüde ... lies lieber mal literatur:-))) oder hör dir den meese an ... jetzt hat er auch das erste mal dem "staatsfernsehen" ein sehr persönliches interview gegeben, in dem er sich den gestellten frage-fallen spielerisch entzieht und ganz persönlich bleibt und eine harte gesellschaftskritik betreibt  ... sein "trick" funktioniert, in dem er sich radikal auf die kunst beruft und damit unangreifbar bleibt "ich schätze jeden politiker, der abdankt" ... sagt er im wahljahr 2017 >>> "ALLE probleme, die wir haben hat die politik und ideologie gemacht und NICHT die kunst ... und es ist zynisch, dass jetzt auch diese (politiker) die von ihnen geschaffenen probleme angeben zu lösen ... sie können NUR ABDANKEN! ... wir können auch nicht das kleine übel wählen >>> wir haben das recht in einer zeit ohne ÜBEL zu leben >>> und das übel ist die ideologie " ... und welche personen verbinden sie damit: "alle politiker"  ....

 

Veröffentlicht am 08.03.2017

KARLSRUHE, DEUTSCHLAND ~ „Mami sagt: In zwei Jahren haben wir Krieg !“, darf wohl ohne Zweifel zu den bewegendsten Aussagen von Jonathan Meese während seines Künstlergesprächs auf der Kunstmesse Art Karlsruhe am 17.2.2017 gezählt werden. Zum ersten Mal äußert sich Jonathan Meese öffentlich zu dieser brisanten Befürchtung seiner Mutter, die das alles schon einmal miterlebt hat.

In dem als halbstündig geplanten, dann aber doppelt solange dauernden Gespräch, das als Kooperation mit dem SWR~Staatsfernsehen und dem monopol Magazin für Kunst und Leben veranstaltet wurde, sprach Jonathan Meese vor etwa 100 Zuschauern über seine Ansichten zur Kunst als einzig zukunftsfähige Regierungsormform und darüber, dass nun alle Politiker alsbald abdanken mögen.

 

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Da rennst Du bei mir weitgehend offene Türen ein,

hat Guerot wenig zu bieten, was die Realitäten dieser partikularen Besitz- und Machtverhältnisse angeht. Bereits in ihrer einleitenden Danksagung zählt die Autorin diese integren Personen und Organisationen auf, die man als liberale, als linksliberale, mit viel kulturellem und sozialen Kapital (Bourdieu) ausgestattete Eliten bezeichnen könnte, deren ideologisch determinierte Existenzberechtigung sich aus dem Weiterbestehen des -wie wir ihn kennen- Kapitalismus ableitet, dem sehr partikularem Besitz von ökonomischen Kapital (nochmal Bourdieu).

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Hat mit der heutigen EU nichts, aber auch gar nichts gemein. Guerot beschreibt eine demokratische Republik, die es in ganz Europa bisher nicht gibt und noch niemals gegeben hat. Ihr Modell einer Republik Europa ist einerseits dem Modell der USA entnommen, andererseits dem Modell der Schweiz. Schon damit ergeben sich einige Widersprüche.

Sehr frühzeitig waren die Weichen zu einer gemeinsamen Währung erdacht worden. Daß dies so lange gedauert hatte, ist dem Zerfall des Bretton Woods Systems geschuldet, in dessen Folge der erste Ölpreisschock um die Welt donnerte. Daß die gemeinsame Währung nicht ohne gemeinsame Wirtschaft funktionieren kann und ohne Kontrolle sowieso nicht, ist (eigentlich) eine Marginalie. Konsequent wäre darum die gemeinsame Währung (EURO) eine Zweitwährung für alle Staaten, die mit ihrer nationalen Währung zum Euro floaten können. Da waren aber die Gottgläubigen gegen, die das Gesetz forderten:

 

Ich bin der EURO dein Gott,

du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

 

Dieses Gesetz galt bereits seit 1934 als KreditWesenGesetz KWG mit absolutheitsanspruch – ein Schelm, der Böses denkt.

Ulrike Guerot hat in ihrer Utopie weiter ausgeführt, daß regionale Kompetenzen gepflegt werden. Die EU hatte mit ihrem ersten Entwurf einer Verfassung einen Zentralstaat etablieren wollen, der einer Großmacht gut zur Fratze steht. Mit dem Vertrag von Lissabon wurde, an allen Bürgern und Bürgerinnen der EU-Staaten vorbei, ein sich selbst legitimierender Beamtenapparat geschaffen, dessen diktatorischem Gremium, dem EU-Rat, die eigenen Regeln am Arsch vorbei gehen.

Da können wir nur mit den Polen hoffen:

«Noch ist Europa nicht verloren»

 

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mich berührt ihre art mit "problemen" umzugehen. hier ein lied aus dem warschauer ghetto und während der besatzungszeit ... (ach, würden doch auch "wir" UNSERE LIEDER singen ... und nicht jammern ...) ... einfach singend durch die straßen laufen ...

 

>>> deutsche übersetzung:

https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=en&u=https://en.wikipedia.org/wiki/Siekiera,_motyka&prev=search

 

Liebe Marie,
Dank für den Beitrag!
LG, Hermann

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vielleicht macht diese vielfalt der musik meine liebe zu den polen aus - ob ich sie in den menschen zu spüren ist?

sehr oft habe ich dort immerzu menschengruppen mit der gitarre singend auf der wiese erlebt ... der polnische jazz gehört zur absoluten weltspitze, ein wunderbarer balkan-beat ist wohl den polnischen roma zu verdanken - und auch viele jüdische einflüsse gibt es in der musikalischen vielfalt ... chopin ist wohl der bekannteste musiker aus polen ...

Führungsfigur des polnischen Dixie ist der Trompeter und Komponist Henryk Majewski (*1936). Urszula Dudziak ist mit ihrem Volumen von sagenhaften fünf Oktaven die Stimme des polnischen Jazz. Kultstatus hat der bereits 1969 verstorbene Pianist Krzysztof Komeda Trzcinski. Bei ihm spielten fast alle späteren Leader bekannter Bands sämtlicher stilistischer Richtungen des polnischen Jazz.
Weit über Polens Grenzen hinaus bekannt wurden seine Filmmusiken, vor allem durch die Musik zu Polanskis „Rosemaries Baby“. 

Es wurden auch patriotische Lieder, wie „Siekiera, motyka“, das bekannteste Lied aus dem besetzten Warschau, komponiert.[6][5] Jüdische Musiker (z. B. Władysław Szpilman) und Künstler traten ebenfalls in Ghettos und sogar in Konzentrationslagern auf

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Musik wie die gesamte Kultur Polens thematisch lange von den Traumata der Besatzung und des Holocaust beherrscht. Krzysztof Penderecki (*1933) läutete Polens Musikmoderne ein und wurde ihr bekanntester Vertreter. Bereits in den 50er Jahren prägte sich sein modernes Musikverständnis aus, das jenseits der klassischen Harmonielehre musikalisches Neuland betrat. Seine durchaus auch religiös inspirierten Werke wurden zu Meisterwerken der musikalischen Moderne. Außerhalb Polens wurden vor allem seine Werke »Polnisches Requiem«, die »Mahnung von Auschwitz und Hiroshima«  sowie  das »Oratorium« und »Dies Irae« immer wieder gespielt.

>>> und jetzt besuchen mich meine punk-freunde in berlin ...

Es gibt Dinge, auf die ist tagtäglich Verlass. Jene zehn Minuten, die man morgens immer zu spät aus dem Haus geht und das anarchistische, polnische Begrüßungskomitee, welches mir jeden Morgen am Rosenthaler Platz in Berlin ein angenehmes Gefühl von Beständigkeit vermittelt.

https://www.vice.com/de/article/die-polnische-punks-vom-rosenthaler-platz

 

http://www.das-polen-magazin.de/musik-i-polen/

https://de.wikipedia.org/wiki/Musik_in_Polen

Penderecki hat mir vor sehr langer Zeit, also vor vierzig Jahren, ein Mensch nahe gebracht, an dem mir dereinst sehr viel lag. Für sie hätte ich damals auch Schlager gehört, denke ich.
Das war in Warschau, wo ich als Student arbeitete.
Der Kraftfahrer, der uns transportierte, ein zurückhaltender alter Mann, fing nach einiger Zeit an, ein paar Brocken deutsch zu sprechen. Er hatte es als Zwangsarbeiter im Reich gelernt.
Die polnischen Kommilitonen waren von dieser Mitteilung genervt. Es interessierte sie nicht.

Polnischer Nationalismus, sie nannten es Patriotismus, war allgegenwärtig und wurde auch gern demonstriert. Das nervte mich. Hass auf alles "russische", der auch Armenier traf. Bei denen gab es das auch und die hatten in ihrer Gruppe, wie es die Lauten und Simplen oft schaffen, die Hegemonie. Als die im Suff und im Zusammenhang mit einem Fußballspiel, dass die SU verlor, zur Überzeugung gelangten, man müsse mich mit vielfacher Übermacht ernsthaft züchtigen, waren es polnische "Patrioten", Bauarbeiter, keine Studenten, die es verhinderten. Ging ja gegen die Russen, auch wenn es Armenier waren.
Was will ich damit sagen? Die Welt war auch damals nicht unkompliziert. Nun ja, oder vielleicht doch.

Die Masse der DDR-Bürger hatte, jedenfalls glaube ich das, über haupt kein Verhältnis zu Polen. Und wenn dann kein gutes. Überheblichkeit und Misstrauen waren nicht unüblich. Die meisten meiner Freunde und Bekannten in der DDR waren nie in Polen. Das war, dies sei zugegeben, für Menschen, die nicht in Zelten und Scheunen schlafen mochten, nicht so einfach. Einfach rüber fahren und ein Quartier suchen war nicht möglich. Aber wenn man neugierig war.....

Auf der HP der tagesschau fand man gestern einen Kommentar zur Wahl Tusks. Die Überschrift: Schallende Ohrfeige für Polen.
Nett, wir belassen es noch bei Ohrfeigen. Wir schießen nicht zurück.

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ist m.m.n. - besonders in deutschland - ein krankes verkrüppeltes begriffs-konstrukt, welches uns jetzt in der gegenwart gewaltig auf die füße fällt ... völlig egal, in wieviel "geschwindigkeiten" die technokraten-elite das tempo vorgeben will und sich auch noch in ALLE richtungen selbst zerlegt: die zerschlagung von jugoslawien, der auseinenderfall der sowjetunion bei gleichzeitiger "vereinigung" von deutschland und der eu nur als offensichtliches beispiel für kranken aktionismus, der sein ende schon im anfang hat ... (brexit)

und es gibt ja auch katalonien - mit einer ganz doll anderen historie des kolonialismus - wo befreiung und unabhängigkeit > patriotismus und "nationalstolz" eine progressive bedeutung hat und aus der befreingsbewegung der unterdrückten und kolonialisierten stammt ...

"KEINER" will das deutsch-nationale, welches sich "über alles in der welt" (und der eu/europa) und andere völker erhebt ("in der eu wird wieder deutsch gesprochen"-kauder) >>> deswegen auch "KEINER" in anführungsstrichen > weil es ganz offensichtlich kräfte gibt, die DIES wollen und die ständig eins auf ihre schnauze brauchen - was aber von den selbsternannten eliten nicht passiert - sondern - wie du sagst "ohrfeigen" an die verteilen, die nicht "deutsch sprechen wollen" >>> und gerade polen nicht - aus sehr guten gründen, wollen die weder deutsch noch russisch sprechen >>> sondern POLNISCH! ... und wenn schon fremdsprache, dann am liebsten englisch oder französisch ...

 

im prinzip hast du meine beobachtungen auf deine art bestätigt ... ich war in polen als gast+besucher

tja, auch "ddr-bürger" waren keine homogene masse - die gern "etwas besseres" waren fuhren mit dem wohnwagen an den balaton oder ans schwarze meer in bulgarien ... oder mal ein wochenende nach prag oder bupapest ... die "polaken"-legende blieb in der ddr aktuell und ich hab sie immer mit denen über "spaghetti-fresser" verglichen - doch schlimmer jedoch die völlig unintegrierte arbeitskräfte anwerbung aus der türken in die brd (trotz der existenz von arbeitsämtern schon zu dieser zeit!!!)

 

 

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"patriotismus" und "nationalismus" ist m.m.n. - besonders in deutschland - ein krankes verkrüppeltes begriffs-konstrukt ...

Tatsache ist aber auch, dass Wirtschafts- und Sozialpolitik bisher nur auf nationalstaatlicher Ebene funktionieren. Aber in der Merkel-deutschen Wohlfühl-Linken wird ja zwischen gutem und bösem Nationalismus unterschieden. Kurden, Basken und Katalonier gut, Deutsche, Serben und Türken pöse-pöse! Dabei wollen all diese kurdischen Flintenweiber und Öcalan-Anbeter auch nur den Staat als Beute ihrer eigenen Karrieregeilheit! Wollen Ordnungsamtsleiter, Wohnungsamts-FilzokratInnen oder Folterknechte in einem der vielen Geheimdienste werden! 

Vorurteile gegen Polen gab es in der DDR, was aber auch der Tatsache geschuldet war, dass Normalbürger seit Verhängung des Kriegsrechts 1981 nicht mehr nach Polen durften. Elitepersonen durften reisen, in Gruppen und mit besonders geschulten Aufpassern, die durchaus auch Vorurteile gegen "die" Polen für ihre Argumentation nutzten.

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ich habe mich schon - arrogant, wie ich AUCH sein kann im kopf - schon immer als MENSCH - gefühlt ... und der pass eines anderen menschen hat mich dabei weniger interessiert, als ein blick in seine augen:-))) also, so als gefühlte internationalistin und weltbürgerin, fand ich jede rassen- und staatengrenze gaga ... hab aber irgendwie relativ konkret mit der deutsch-deutschen grenze zu tun gehabt und mir zu diesem thema so meine eigenwilligen gedanken gemacht

 

seit dem euro und der eu hat sich in meinem kopf so einiges an wahrnehmungen verändert: ich will keinen europäischen einheitsbbrei von was auch immer >>> kurz mal reingeschnuppert und als unangenehm empfunden (z.zt. des interrail-ticket-beginns sah das noch anders aus)

ich weiß seitdem das nationale zu schätzen - das typisch landeseigene, genau wie das national-vertraute (heimat) ... doch wie schon oben von mir gesagt: "deutsch" habe ich mich nie gefühlt - ein bißchen ddr jedoch schon ... aber auch niemals "staatskonform"

seit Verhängung des Kriegsrechts 1981 nicht mehr nach Polen durften

ich war nie ein soros-freund und solidarnosc nicht mein ding ... auf dieses affentheater hatte ich keine lust im urlaub ... und die deutschen medien haben ja auch sogleich erkannt, dass ich ganz doll böse bin >>> also ein echter böser nationalist, weil ich soros und seine einmischungen und seine fans nicht mag

http://www.spiegel.de/politik/ausland/george-soros-diesen-mann-hasst-halb-osteuropa-a-1078614.html

 

was ich jetzt bei dir nicht verstehe: es klingt als ab du solidarnosc und soros gut findest >>> aber das, was dabei (heute) rausgekommen ist, überhaupt nicht gut findest ... hmm ...

 

ich wollte schon immer ein ideologiefreies fair play und noch NIE was anderes mit-spielen - und das habe ich auch nicht gemacht:-)))

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es klingt als ab du solidarnosc und soros gut findest >>> aber das, was dabei (heute) rausgekommen ist, überhaupt nicht gut findest ... hmm ...

Den Namen Soros kannte ich damals noch gar nicht und überhaupt war der Einfluss der katholischen Kirche auf die polnische Gewerkschaftsbewegung wohl ungleich größer als der von zweifelhaften NGOs.

Sicherlich wäre ich gerne nach und durch Polen gereist, wurde sogar mal an der tschechoslowakischen Grenze weggefangen, weil ich den Spuren des Dichters J. G. Seume durch Osteuropa folgen wollte.

Ernst

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wäre für mich ein vergleichbares thema -jedoch war es wohl vor allem die ev.kirche in der ddr oder beide (?) ... bei merkel und gauck jedenfalls die evangelische ... andererseits gibt es auch drewermann >>> also ich sehe zwischen kirche und soros keinen widerspruch ... und der zu ngo´s ist eh klar ... und gewerkschaften???? grübelgrübel ... war da mal was??? in frankreich .... vielleicht ...

hier die "kommunistische" sicht:

Wie lagen die Dinge in Polen?

Niemand bestreitet, daß Papst Johannes Paul II. eine Schlüsselfigur bei der organisierten Zerschlagung des Sozialismus war. Lech Wałęsa drückte den Anteil des Papstes am Sieg der Konterrevolution sogar rechnerisch aus: „Wenn ich in Prozentzahlen erklären sollte, wer wieviel zum Zusammenbruch des kommunistischen Systems beigetragen hat, würde ich sagen: 50 Prozent der Papst, 30 Prozent Solidarność und Lech Wałęsa. Den Rest besorgten Helmut Kohl, Ronald Reagan und Michail Gorbatschow“, gab er dem „Spiegel“ 2004 zu Protokoll.

Die Kirche als Trojanisches Pferd des Antikommunismus

In der DDR liefen 1989 de facto mehrere Prozesse parallel und in Wechselwirkung ab. Ein beträchtlicher Teil der Bürger, unter ihnen „Dissidenten“, Pfarrer und sogenannte Reformer in der SED traten gegen „Verkrustungen“ des „Regimes“ auf und forderten Veränderungen. Den anderen Prozeß repräsentierte Kohl. Er lief darauf hinaus, die Schwächen der DDR-Führung und die Oppositionsbewegung zu nutzen, um den sozialistischen deutschen Staat zu Fall zu bringen. Erst nachträglich ist zu ermessen, wie stark die Kirchen dabei als trojanische Pferde dienten. Nicht wenige Pfarrer bekennen sich inzwischen zu dieser höchst unchristlichen Rolle. Wie Egon Bahr in bezug auf 1953 sagen konnte, ohne den RIAS (an dem er selbst mitwirkte) hätte es den 17. Juni nicht gegeben, waren westliche Medien auch diesmal Stimme und Rückhalt der „Opposition“.

https://sascha313.wordpress.com/2015/08/19/die-konterrevolution-in-der-ddr-und-ihre-handlanger/

hier die "katholisch-polnische papst"-+eu-sicht:

Die erste Polenreise des Papstes ermöglichte allen Polen, sich außerhalb der staatlichen Strukturen zu organisieren. Millionen von Menschen nahmen an päpstlichen Gottesdiensten teil. Diese Menschen liefen, fuhren hin, organisierten sich, nahmen am Gottesdienst teil, kehrten zurück; unterwegs mussten sie für ihre Sicherheit sorgen, sich um die Schwächeren sowie die Versorgung der Kranken kümmern; zu Tausenden gingen sie durch die Straßen ohne Einsatz der Miliz und bildeten Versammlungen von Millionen. Die Menschen merkten, dass sie sich selbst organisieren können und dass sie viele sind. "Eine Million von uns steht auf dem Platz - wir tun das für uns und wir wollen niemandem schaden, aber wir sind souverän; wir selbst - unabhängig von den Machthabern." Ohne diese Erfahrung von 1979, die mehrere Großstädte mit insgesamt einige Millionen Menschen erfasst hatte, wäre die "Solidarność" kaum vorstellbar, und mit Sicherheit wäre sie anders geworden.

Im heutigen Polen wird die Erinnerung an die damalige Zeit abgewertet. Dieses Problem betrifft gleichermaßen Lech Wałęsa wie die Gespräche am Runden Tisch. Im Grunde genommen wurde ihr Jahrestag nicht gefeiert - das Jubiläum verstrich unbeachtet, obwohl das der Beginn der polnischen Unabhängigkeit war. Warum? Weil das Jahr 1989 einen gesellschaftlich-wirtschaftlichen Umbau einleitete, der für viele Menschen schmerzhaft ausfiel. Die Einführung des Kapitalismus anstelle der sozialistischen Wirtschaft verursachte die Abnahme des Gefühls der sozialen Sicherheit in vielen Gesellschaftsschichten.

https://www.dialogmagazin.eu/leseprobe-ausgabe-88.html

die gespaltene sicht:

Das Land ist gespalten in zwei politische Strömungen, die sich auf die Solidarnosc berufen, deren Ergebnisse sie jedoch gegensätzlich interpretieren. Während die Liberalen um Donald Tusk den Runden Tisch von 1989 als eine friedliche Revolution feiern und die jetzige Republik zwar nicht als das perfekte, aber das beste Polen bezeichnen, das es jemals gab, hört man aus dem nationalkonservativen Lager der Kaczynskis nur eine einzige Meinung: "Nicht für so ein Polen haben wir in der Solidarnosc gekämpft." Der Runde Tisch ist für die Nationalkonservativen bloß ein Möbelstück, an dem machtbewusste Akteure die Macht untereinander aufgeteilt haben. Und die heutige Republik muss schnellstens durch die IV. Republik ersetzt werden, in der nicht mehr ehemalige Kommunisten und Stasi-Spitzel wie Lech Walesa alias "IM Bolek" (Vom Missbrauch der Geschichte), die wichtigsten Positionen in Politik und Wirtschaft besetzen.

https://www.heise.de/tp/features/Solidarnosc-Mythos-und-traurige-Realitaet-3386779.html

ein erlebnisbericht 1981 in polen:

https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Solidarnosc-Mythos-und-traurige-Realitaet/januskoepfig-von-Anfang-an/posting-27141141/show/

 

meine ideologiebefreite sicht steht im blog-text ... oben ...

 

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Wie die Geschichte war, könnt ihr – neben eigenen Erfahrungen – im Internet nachlesen.

Ich hatte in der Wendezeit einmal einen Kollegen Georg aus Polen, der war zwar deutschstämmig, aber polnisch erzogen und selbstverständlich katholisch. Der glaubte natürlich, er sei von Kohl in den Westen geholt worden und bei der ersten Wahl nach der Wende wählte er genau so selbstverständlich Kohl und seine korrupten Parteigesellen. Als nach der Wahl dann die Wahlversprechen deutlich relativiert wurden, war Georg empört – sehr empört.

Ich fragte ihn: «Was erwartest du von diesen Leuten?», anschließend erzählte ich ihm etwas von der Ostpolitik eines Willy Brandt und Egon Bahr. Von denen hatte er bis dahin niemals etwas gehört.

Bild des Benutzers hadie

Walesas (bzw. IM Boleks) Prozentrechnung 50-30-20 stimmt wohl ungefähr, wobei die Soros-NGOs zu den letzten 20% zu rechnen sind.

In der DDR liefen 1989 de facto mehrere Prozesse parallel und in Wechselwirkung ab. Ein beträchtlicher Teil der Bürger, unter ihnen „Dissidenten“, Pfarrer und sogenannte Reformer in der SED traten gegen „Verkrustungen“ des „Regimes“ auf und forderten Veränderungen. Den anderen Prozeß repräsentierte Kohl.

Wobei es auch die "Kirche im Sozialismus" gab, erfunden vom "Roten Kasner":

Die Journalistin Christine Hoffmann gibt eine Äußerung Eppelmanns wieder: „Horst Kasner habe ihm gegenüber erklärt, dass er der eigentliche Erfinder der ‚Kirche im Sozialismus‘ sei, sagte Eppelmann, der im Rahmen seiner Pfarrerausbildung in Templin war.“
„In den Sieben Sätze(n) von der Freiheit der Kirche zum Dienen vom November 1963 theologisierten die Autoren den von der SED gepredigten Antifaschismus. Die Zusammenarbeit mit der (angeblich) antifaschistischen Staatsmacht wurde ... zur Christenpflicht erhoben, um eine Wiederholung der Hitler-Barbarei zu verhindern.“
(Merkel-Biographie)

Daher mglw. auch Merkels Fixierung auf die Dogmen der antideutschen Antifa?

Bild des Benutzers marie

wow - spannend - was du so weißt:-))))

ich so ganz persönlich finde ja jeden - ganz besonders den institutionalisierten - religiösen glauben - als eins der größten grundübel der menschheit und kann auch keinen unterschied zur ideologie erkennen ... das ist die freiheit, die ich mir nehme und die mir ständig aber auch die unfreiheit und abhängigkeit der allermeisten menschen klar macht ... das ganz doll perfide ist für mich die kombination von religion und noch einer ideologie zusammen ...

ich weiß nix über merkel -ich weiß nur über gauck, dass er träger von "schwerter zu pflugscharen"- aufklebern zum entfernen aufgefordert hat

von der Freiheit der Kirche zum Dienen

oho - welch wort-ungeist-unsinn-konstrukt ... vielleicht fühlt sich merkel ja wirklich als "königin der diener" aller ihr schmeichelnder selbsternannter "götter und göttinnen des gesamten ihr unbekannten neulandes" und trifft so einen unterwürfigen habitus, den sie mit vielen teilt und ihn auch noch "freiheit" nennt

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„…perfide ist für mich die kombination von religion und noch einer ideologie zusammen ...“

Ja, wenn Glauben und Denken die Gewissheit fehlt… Aber wer ist dann nicht „perfide“?

 

Bild des Benutzers marie

ist eine konzentration auf die eigenen bedürfnisse, welche die anderer nicht behindert und gleichzeitig - was ja "eigen" schon aussagt, sich auch nicht gegen sie richtet - jedoch auch nicht einem "führer" und seinen vorstellungen folgt, sondern in einem radikal-ehrlichen prozeß in eigener verantwortung liegt und somit die vorausetzung schafft, eine gesellschaft ohne opfer und täter zu schaffen, die sich der evolution nicht in den weg stellt >>> also keine revolution mit neuen machthabern an der spitze >>> und einer "neuen" ideologie >>> jeder mensch ermächtigt sich NUR selbst und KEINEN "über" sich, dem er macht beschafft

politik ist das problem und nicht die lösung … sie schafft die probleme die es ohne sie nicht gäbe, um sie dann abzuschaffen ...

Bild des Benutzers Delloc

Maybe you're a Dreamer... smiley

 

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... eine träumerin, die mit dem realen alltag sehr gut klar kommt -jedoch dazu steht, dass sie in ihren träumen oft lieber als in der realität unterwegs ist -ganz real-leckeres essen jedoch sehr zu schätzen weiß -genau wie bücher, musik, bilder und die natur ...

 

 

 

 

Bild des Benutzers Heinz

Das mit den Ohrfeigen hat Tradition. Der Nikolaus ohrfeigte seinerzeit Arius, weil der anderer Meinung war. Später wurde Arius wegen Ketzerei aus der erlauchten Gruppe der Christen ausgeschlossen. Seine Anhänger, die Goten, brauchten noch ein paar Jahrhunderte, eine Reise auf die iberische Halbinsel und eine gewonnene Schlacht gegen die Eingeborenen, um sich zur Heiligen Katholischen Kirche zu bekennen.

Nationalstaaten haben sich aus den Monarchien entwickelt und waren im Absolutismus das Eigentum der Fürsten, die sich untereinander bekriegten, um mit diesen Kriegen ihre Kasse zu sanieren. Wenn wir über Nationalismus denken, denken wir über genau diese Grundlagen und diese Methoden.

Demokratische Staaten werden von gewählten PolitikerInnen verwaltet, das hat nichts mit einer Monarchie zu tun. Die Menschen eines Gebietes, einer Region, eines Staates, sind freie Menschen, die sich selbst verwalten. Dummerweise verhalten sich die PolitikerInnen immer noch wie Monarchen, also herrschaftlich. Mit dieser herrschaftlichen Denke, die durch nichts gerechtfertigt ist, verwalten die PolitikerInnen die Menschen, lassen die für sich arbeiten – letztendlich versklaven sie die Menschen.

Bild des Benutzers hadie

Zu den DWN zu verlinken, halte ich für einigermaßen sinnfrei, wenn man dort doch nur die Bezahlschranke sieht. Unabhängig davon stimmt die Aussage:

/die-risse-werden-tiefer-schwere-verwerfungen-in-der-eu/

Die EU ist eh eine undemokratische Veranstaltung: zwei ihrer drei großen Organe werden diktatorisch bestimmt. Nur das Europäische Parlament (1) wählt seinen Präsidenten selbst und es darf auch den EU-Haushalt endgültig genehmigen. Darüber hinaus hat es kaum etwas zu sagen.
Machtzentrum ist die Europäische Kommission (2), deren Präsident und die Kommissare werden von den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder ernannt, das Europäische Parlament darf abnicken.
Ausführendes Organ ist der Europäische Rat (3), dessen Präsident wird von den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder ernannt. Wohlgemerkt von den aktuell gewählten Staats- und Regierungschefs der Nationalstaaten. In Polen ist das nun mal die PiS-Regierung mit ihrer Ministerpäsidentin Beata Szydło. Und die wurde bei der Ernennung völlig übergangen. So wurde Diktatur zu Willkür.

"Herr Tusk bietet keine Garantie für Neutralität. Der Präsident des Europäischen Rates kann nicht für die Opposition sprechen und die demokratisch gewählte Regierung bekämpfen. ... Diese Wahl richtet sich gegen den Staat, der den Kandidaten zu stellen hatte. Dies ist ein sehr gefährlicher Präzedenzfall. Heute trifft es Polen, aber auch andere Länder können sich in einer solchen Situation wiederfinden."
Beata Szydło 

"Wir wissen nun, was das ist, eine EU unter dem Diktat aus Berlin. Dass Polen in der Personalfrage ignoriert wurde, könnte die EU zu einer sehr giftigen Union werden lassen", sagte Außenminister Witold Waszczykowski der Website "wpolityce.pl". Jetzt braucht sich nur Ungarn auf die Seite Polens zu schlagen und wenn dann noch Frankreich ausbricht, kann die Merkel ihr Unrechtsregime in die Tonne legen.

Sicherlich hat die PiS-Regierung ein gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit und zu unabhängigen Gerichten, aber dafür hat Polen eine starke und handlungsfähige Opposition, die auch von reichen Diktaturerfahrungen zehren kann.

Bild des Benutzers marie

nur kurz zu dwn: mir gefällt die gut strukturierte übersicht der berichte, um zu wissen, was so ALLES passiert ... auch wenn sie bei der bezahlschranke endet ... kann ich gezielt weiter recherchieren ... aber es gibt auch eine kostenlose probefrist

 

zu polen: sie stehen in opposition zur eu ... und ihre eigene opposition zur regierung ... ich finde das sehr lebendig ...

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zu polen: sie stehen in opposition zur eu ... und ihre eigene opposition zur regierung ... ich finde das sehr lebendig ...

Das Problem ist nicht Polen, das Problem ist das Merkel-Soros-Europa. Dass die EU zerfällt, beweist nicht zuletzt EU Kommissionspräsident Juncker mit seinen fünf Varianten:

1. "Lieferunion": kleine praktische Schritte im "Bratislava-Prozess": Energieunion, digitaler Binnenmarkt, Breitband für alle, sinkende Mobilfunkgebühren im Ausland. Ziel: Europa soll liefern und durch „handfeste Ergebnisse“ (Juncker) überzeugen.

2. Zollunion: Europa kehrt zu seinen Anfängen von 1957 zurück und beschränkt sich auf die Wirtschaft, sprich den bloßen Binnenmarkt. Europa als Zollunion in der Nachfolge der EWG. Freizügigkeit für Waren und Kapital. Die Personenfreizügigkeit innerhalb der Union wackelt bedenklich.

3. Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten: in Kerneuropa gilt der Grundsatz: „Wer will, darf mehr“, heißt es nun im Weißbuch. Auch eine eigene "Kern-Währung"?

4. "Rückbau": Europa gibt Zuständigkeiten an die Mitgliedstaaten zurück. Lässt sich gut mit der Zollunion kombinieren. Und findet Unterstützer in Polen und Ungarn.

5. Die Superunion: Die EU schwingt zu einer echten Union auf, Wirtschafts- und Sozialunion mit einer EU-Armee für die nicht mehr strafbaren Angriffskriege.

(Berliner Zeitung vom 1.3.2017)

Vor diesem Hintergrund könnte man die Demütigung Polens auch als Angriff auf die Variante Zollunion plus Rückbau sehen ...

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hätte ja als lektion der handlungsweise eu für alle gereicht ... die ganze schönrederei ist einfach nur zynisch, wenn man die realität der menschen betrachtet

 

natürlich ist polen NICHT das problem !

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Du nennst das Schönrederei und zynisch. Colin Crouch hatte das Postdemokratie genannt. In meiner Denke ist schon das zynisch, weil es nie eine Demokratie gab. Die sogenannten antiken Demokratien lebten von der Sklaverei, also Unfreien und Freien in einem Herrschaftsverhältnis. Als 1918 der Feudalismus im Deutschen Reich beendet wurde, bekamen die Bürgerinnen und Bürger zwar das Wahlrecht, aber noch keine Gleichheit und keine Freiheit, die Voraussetzungen sind für eine herrschaftslose Gesellschaft. Bis heute liegt die Verfügungsgewalt über die Menschen bei einer Regierung, also bei den gerade zufällig gewählten Parteioligarchen. Politik bedeutet im Ursprung: Verwalten der Polis. Das ist ein Gebiet, in dem Menschen leben. darum kann sich die Politik auch darauf beschränken, das Gebiet zu verwalten und nicht die Menschen. Verwalten können sich die Menschen schon selbst, wenn ihnen die Möglichkeit dazu belassen wird.

Darum geht es (eigentlich) beim europäischen Projekt, das bisher lediglich als ein etwas gigantischerer Einheitsstaat entwickelt wurde, also alle Defizite der einzelnen Einheitsstaaten in sich vereint und darum summiert. Kurz gesagt, beim europäischen Projekt geht es bisher ausschließlich um ein Defizit an demokratischer Kultur. Colin Crouch beschreibt darum nicht die Postdemokratie, sondern (nur) den Rückfall hinter bereits sicher geglaubte Erfolge. Den Schluß hatte Karl Jaspers bereits 1966 gezogen und das Konstrukt Parteienoligarchie genannt. Von Roman Herzog stammt die Kritik der EU-Politik: Europa neu erfinden.

Eine ebenfalls neuere Kritik der real existierenden EU-Politik stammt von dem ehemaligen Verfassungsrichter Dieter Grimm:

 

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für das verlinkte video von dieter grimm:-) meine intellektuellen aufnahmekapazitäten sind jedoch beschränkt, deshalb habe ich nur kurz hineingehört ... kann also nur oberflächlich erfassen, dass dieser mann wichtiges zu sagen hat, was die eurokraten mit ihren kranken ideen jedoch nicht interessiert ...

vielleicht interessiert dich dieses video von prof. hörmann - obwohl er teilweise auch dinge sagt, die ich nicht teilen will ... aber auch spannende gedanken ...

 

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Im Prinzip ja, aber die Mindestreserve hat die Geschäftsbank bei der Zentralbank hinterlegt; zumindest diesen Betrag sollte ein «Schuldner» zurückzahlen. Weiter sollten die Zinsen als Verwaltungsaufwand der Bank über den vereinbarten Zeitraum bezahlt werden.

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....fand meine An- und Aufzucht in einer gläubigen Gemeinde von Schuld & >>Leistung<< statt, zu deren Ausformung noch nie meine Zustimmung eingeholt wurde.

Wem ich etwas schulde, entscheide ich in Form einer Abmachung mit meinen Mitmenschen - alles andere ist entmündigte Menschenhaltung.

Wer sich über mich erheben will, kann kein Mitmensch sein, nur der kann mich überzeugen.

Der Verwaltungsaufwand der Entmündigung geht mir an meinem Arsch vorbei - und da kann er mich auch lecken, aber selbst diese Leckerei ist kein Ersatz meine Zustimmunng.

Vereinbarungen halte ich nur ein, wenn ich sie auch getroffen habe - mit Institutionen ist (mir) keine Verständigung möglich, ich rede (glaubwürdig) nur mit Menschen, nicht mit Einrichtungen zu meiner Entmündigung. Derlei kriminelle Organisationen bekommen von mir nur, ihrer unnötigen Existenz angemessene, für meinen Popo und zu ihrem zügigem Ableben ausgerichtete Aussagen.

Ich mag die nicht, die machen mich zornig.

Wollte ich einmal gesagt haben........, bin halt ein schlichtes Gemüt.

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In deinen Ausführungen sehe ich einen Widerspruch. Entweder geht dir die  Verwaltung am Arsch vorbei, oder sie macht dich wütend. Offensichtlich hast du dieses Dilemma für dich selbst noch nicht aufgelöst.

 

 

Dafür empfehle ich dir WuWei