1 Mär 2017

All That We Share

Submitted by ebertus

Muss uns erst ein TV-Sender erklären, wie Gesellschaft funktioniert? Wer leicht feuchte Augen bekommt, vorsicht. Dies hier ist was fürs Herz, die eigene emotionale Reflektion nicht vollkommen ausgeschlossen.


Ein schönes Beispiel von Schubladisierung; die bei näherer Betrachtung keinesfalls mehr so absolut ist, eben nicht mehr diese Unfehlbarkeit erheischende Gültigkeit und Dominanz zeigt.

Eigentlich ist Schubladisierung ein Teil des politisch-großmedial zelebrierten "Teile und Herrsche", sind jedoch in unterschiedlichen Kontexten ganz verschiedene Zusammensetzungen gegeben; was die Insassen der Schubladen betrifft..

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So Far, So Good… So What!

Und niemand weiss, wem ich diese Anregung verdanke ...

Ansonsten waren genau eben dort drei weitere Links bzw. Anregungen mitzunehmen, wobei die ersten zwei meinen für dieses Jahr eh schon sehr engen Terminkalender triggern, der dritte Link auf einen mir spätestens seit der Ramstein-Demo 2016 bekannten Rapper, sein aktuelles Werk verweist:
 

Pax Terra Musica Festival

Die Friedensfahrt 2017

Kilez More - Mediale Kugeln

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

Dann gibt es noch die Schuladen der Schulnoten, die kalibrieren, verbal auch nicht anders funktionieren und alle Menschen zu Einzelkämpfern macht.

Bild des Benutzers marie

 

Bild des Benutzers ebertus

Und nein, Deine Verlinkung, Deinen Hinweis auf das Video hatte ich nicht wirklich registriert.

Schlimmstenfalls und (mich) nur wenig entschuldigend darf gesagt sein, dass ich eh in dem von Dir verlinkten Blog nur widerwillig mitgelesen und geschrieben habe, das dort über weite Strecken sowohl dir wie mir gegenüber verhandelte "ad personam" nicht so mein Ding ist.

Ansonsten zugegeben und gestanden, meine Anregung(en) und eben auch das oben eingebettete Video  stammen aus dem aktuellen Me, Myself and Media.

Bild des Benutzers marie

das dort über weite Strecken sowohl dir wie mir gegenüber verhandelte "ad personam"

 

naja, vielleicht finden sich unter dem titel ja auch noch "nachahmer" : Me, Myself and Media 

Bild des Benutzers beutelratte

Bild des Benutzers marie

 

Bild des Benutzers Delloc

Animus - Anima

 

Bild des Benutzers ebertus

Selten ist das für mich, auch optisch, auch visuell so klar geworden:

Schubladen in dem hier verhandelten Sinne sind nicht statisch zu verstehen, sondern hochgradig dynamisch; ähnlich dem mir aus der Programmierung bekannten Begriffen von den statischen vs. den dynamischen Variablen.

Dynamische Variablen werden erst zur Laufzeit des Programms erzeugt, sind bezüglich dem, was sie dann enthalten bzw. darstellen vom Kontext, der (jeweiligen) Laufzeitumgebung abhängig und die Lebensspanne (der Variable) ist möglicherweise auf ein Unterprogramm, ein Submodul begrenzt, kann in anderen Kontexten unter dem gleichen Namen eine ganz andere Bedeutung haben.

Ebenso sind menschen in den jeweiligen Kontexten via ganz unterschiedlicher Attribute zu sehen, interagieren mit ihrem Umfeld oft auf ebenso unterschiedliche Art und weise.

Warum ist also ein Verschwörungstheoretiker ein Verschwörungstheoretiker qua der für ihn bereitgehaltenen Schublade. Er kann doch auch ein Mann (im geschlechtlichen Sinne) sein. Zu einfach? Ok, er könnte Vater sein, gar religiös gebunden. Oder eben ein Schwuler, über den man schräge Witze macht; ihn wahlweise auch als schützenswerte Minderheit begreift. Bei jeder, auch gern multiplen Attributierung wäre eine andere Schublade mit teilweise ganz anderen Insassen als der jeweiliger Diskursrahmen zu verstehen.

Schon mal aufgefallen, dass für Le Pen oder Petry et al. keine Sexismus-Schublade aufgemacht wird? Für Jebsen keine Schublade als Vater und wohl auch heterosexuell unterwegs. Bei Yiannopoulos dagegen darf der mediale Mainstream hierzulande  ganz offiziell auf Schwuchtel erkennen; schließlich hat das der Delinquent und nicht wenig ironisch auch schon mal über sich selbst gesagt. Endlich wieder Schwule ticken dürfen; ohne Reue.

Und die gern geschwungene, wenngleich wegen dem inflationären Gebrauch etwas abgenützte Antisemitismuskeule, sie darf oft ebenfalls nicht fehlen. Nur ist diese Schublade, zumindest hierzulande, doch beinahe ausschließlich für sog. Biodeutsche reserviert; gemäß dem Simon-Wiesenthal Center für den guten Jakob Augstein beispielsweise.

Ergo und wie bereits geschrieben, so sind Schubladen als zugewiesenes gesellschaftliches Sein ein sehr selektiv eingesetztes Herrschaftsinstrument, eine in der Regel diffamierende Reduktion auf negative Attribute.

Bild des Benutzers marie

ich wußte schon immer, dass die logik der mathematik ein wunderbares denkgerüst ist - weil grundlage für fast alle assoziationsmöglichkeiten, die eine ständige rückkopplung ja als eigenen bestandteil von ihr selbst integriert haben >>> also "verarschung" gar nicht möglich ist - da sie als "fehler" bei einer gegenprobe SOFORT offensichtlich ist ... so hat mathe etwas sehr beruhigendes jenseits aller spekulationen, die sie in ihrem eigenen system völlig verhindern kann ... das ist sehr schätzenswert als basis für alle gedankenvorgänge und nicht austicksbar:-)))

 

ein mensch in seiner gesamtheit ist jedoch nicht auf eine mathematische formel reduzierbar und um ihn erfassen zu können, sind genauso ernsthaft konzentrierte beobachtungen und selbstaussagen von entscheidender bedeutung - wie in dem video sehr gut nachvollziehbar ist. dazu ist absolute offenheit und vertrauen eine notwendige voraussetzung - wie auch in dem video "idealerweise" gezeigt.

viel schwieriger wird es jedoch bei den unendlich diversen täuschungsversuchen aus genauso unendlich vielen motiven heraus >>> also die reinkultur der "dynamischen variablen" -denn der mensch ist ja ein ständig laufendes programm

Dynamische Variablen werden erst zur Laufzeit des Programms erzeugt, sind bezüglich dem, was sie dann enthalten bzw. darstellen vom Kontext, der (jeweiligen) Laufzeitumgebung abhängig und die Lebensspanne (der Variable) ist möglicherweise auf ein Unterprogramm, ein Submodul begrenzt, kann in anderen Kontexten unter dem gleichen Namen eine ganz andere Bedeutung haben.

>>> außer in seinen schlafphasen - wo er zu einer täuschung nicht fähig ist ... und z.b. zähneknirschen, rumwälzen usw. dann eine "wahrheit" aufzeigen - die er nicht leugnen oder verstecken kann ... aber gut zu deuten ist (wenn er sich am tag angeblich "blendend" fühlt) ... doch wer weiß das schon von einem kollegen oder nachbarn?

>>> eine andere möglichkeit an die "substanz" heranzukommen ist die absolute körperliche erschöpfung (ohne mittelchen jeder art) ... in dieser phase braucht der mensch alle seine kräfte zum einfachen "überleben" und ist zu täuschungen und rollen nicht mehr in der lage ... und "verrät" dann sein "wahres ich" ... lächelt er müde-freundlich? jammert oder flucht er rum? ist er einfach still? hat er noch einen blick für andere oder wird er gegen sie rücksichtslos?

 

okay - normalerweise sehen wir uns in anderen alltäglichen situationen ... da ist der schlüssel eher die völlig nebensächlichkeit ... und nicht das inszenierte rollenprogramm - mag die inszenierung auch noch so "genial" sein ... sie wurde ein leben erprobt und geübt - für jeden heiratsschwindler ist dies das 1x1 seines "broterwerbs" ... doch auch politiker und eigentlich jeder mensch ist dafür mehr oder weniger begabt und wird von ihnen selbst als "lebenserhaltungstrieb der gewählten rolle" verinnerlicht - die manchmal durch geschickte rückfragen (zu gebieten, die nicht ihr bestandteil sind) kurz auseinanderfällt >>> doch genau DIES ist das wirklich authentische - das nicht geübt-dargebotene und keiner sollte dies als nebensächlichkeit - die dann relativiert oder überspielt wird - sondern als HAUPTAUSSAGE deuten ... als kleiner ansatzpunkt zum verborgenen ... doch dummerweise sind da die meisten menschen nicht gut fähig dazu ... und sitzen in der irrtumsfalle


man kann nur selbst aus der rolle fallen, um nicht in die falle zu rollen


und so ist das gesellschaftliche leben oft nur eine große mausefalle und alle spielen mit ...
 

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Manches dabei ist "zugewiesen", das wusste schon Pierre Bourdieu:

"Bourdieu geht davon aus, dass Geschmack nichts Individuelles darstellt, sondern dass dieser immer etwas von der Gesellschaft Geprägtes ist. Geschmack sei also keine Eigenheit des Menschen, die von Natur aus jeder hat, sondern rühre immer von der Art her, wie jemand sozialisiert wurde und wie und in welchem sozialen Umfeld er sich bewegt. Daher sei die soziale Herkunft, zu der immer ein bestimmter Habitus gehöre, das Maßgebliche. So entstehe auch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten sozialen Feld."

Aus dem entsprechenden Wiki-Eintrag, war Bourdieu doch der erste Großdenker welcher mir 2008/09 begegnete, als ich mich für ein vollkommen unorthodoxes Altersstudium bei der FU-Hagen einschrieb.

Qua Geburt zugewiesen, dann vertiefend ansozialisiert; das sind "Die feinen Unterschiede", denen man kaum entkommt, weder objektiv, noch subjektiv. Insofern übt "Aussteigen" auf diejenigen drinnen nach wie vor eine hohe Anziehungskraft aus, ist Platons Höhlengleichnis auch in dieser Richtung zu interpretieren.

Wenn der systemisch notwendige, via Hartz-IV institutionalisierte Zwang zum Broterwerb nicht wäre, dann würden wohl viele Menschen aussteigen, real und nicht nur virtuell.

Insofern, und um am Blogthema zu bleiben, ist es ja genau dieses herrschaftlich vorgenommene Schubladisieren welches die vermeintlichen Unterschiede betont und das gegeneinander aufhetzen und ausspielen der Vielen zum Mittel der Wahl macht; noch lange bevor physische Gewalt über Gebühr eingesetzt werden muss. Mausfeld hat das ja in seinem jüngsten Vortrag sehr gut herausgearbeitet; durften darob die FC-Systemer einmal mehr hyperventilieren.
 

Bild des Benutzers marie

"Bourdieu geht davon aus, dass Geschmack nichts Individuelles darstellt, sondern dass dieser immer etwas von der Gesellschaft Geprägtes ist. Geschmack sei also keine Eigenheit des Menschen, die von Natur aus jeder hat, sondern rühre immer von der Art her, wie jemand sozialisiert wurde und wie und in welchem sozialen Umfeld er sich bewegt.

das sehe ich genauso - wobei ich zwei söhne habe - die unterschiedlicher kaum sein könnten (obwohl sie sich sehr ähnlich sehen) und doch im gleichen sozialen umfeld sozialisiert wurden) ... weshalb ich mir diese frage nach den ursachen dafür sehr oft gestellt habe

Daher sei die soziale Herkunft, zu der immer ein bestimmter Habitus gehöre, das Maßgebliche. So entstehe auch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten sozialen Feld."

hmmm ... wenn ich die unterschiede und die vielfalt meiner oft wechselnden oder paralellen sozialen umfelder betrachte und mir auch die biografien anderer menschen anschaue - kann ich dies nicht teilen ... auf keinen fall als das "maßgebliche" ... und es würde auch jeder evolutionären emanzipation widersprechen - die natürlich jeder individuell mehr oder auch weniger durchlebt.

mein ziel war immer, mich davon frei zu machen - unabhängig vom urteil anderer - aber mit mir selbst in harmonie zu leben und dann auf dieser basis anderen - genauso freien menschen - mit völlig fast egal, welcher sozialisation -mich zu bewegen. über jede art von standesdünkel oder habitus lache ich innerlich ... und wende mich ab - wenn dies zu vordergründig auf mich gezielt wird und damit trennendes /besseres und schlechters) betont werden soll . da hat bourdieu dann wieder "statistisch-tendenziell" völlig recht ... mit dieser mausefalle des gefangenseins und einer angenommenen "zugehörigkeit", welche durch die soziale prägung des ursprungsumfeldes wie ein dogma beibehalten wird ... und sich verinnerlicht hat als scheinbare "normale" werte für alle >>> die dann wieder zu einem gruppengeschmack führen, den man bedienen - also nicht brechen darf ... >>> und wie du schreibst: die unterschiede betont ... als makel darstellt ... als abartigkeit oder "böses, schlechtes" ...

das ist grad voll in mode >>> haß, hetze, schubladisierung, dämonisierung, abwertung >>> und kaum einer der "akteure" kann eine berechtigte kritik noch von einem angriff auf die person oder sache unterscheiden >>> nur noch absoluter zuspruch in papageienart wird als "normal" erwartet >>> sonst attacke ... bis zu unterwerfung des "bösen" ... gern wird auch das zerbrechen in kauf genommen ... ist ja nur "schlechtes, minderwertiges und böses" zerbrochen >>> natürlich ist dies eine tief faschistoide methode, die da in "mode" kommt UND JEDER, DER DIES REFLEKTIERT UND NICHT MITMACHT ist nicht hoch genug zu schätzen ... jeder der nicht ideologisch niederkniet vor einer herrschaft ... sondern diese "menschenführerei" durch andere aufrecht verweigert

 

Bild des Benutzers marie

ganz konkret zeigtes sich an diesem fall in frankreich

Der aus der Pariser Banlieue stammende, gerade mal 24 Jahre alte Mehdi Meklat war als Vorzeigemuslim der geglückten Integration zum Star der gebildeten Stände geworden. Dass diese märchenhafte Karriere nicht einem Boxer, Fußballer oder Rapper gelang, sondern auf dem Weg über die klassische Kultur und mit den Mitteln der Sprache – des Journalismus und der Literatur – erfolgte, macht den tiefen Fall und Sündenfall nur noch beklemmender.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/frankreich-ereifert-sich-ueber-die-meklat-affaere-14904427.html

ich weiß nicht, für welche teile in europa dies noch zutrifft - ich weiß aber in d trifft es voll ins schwarze, denn noch ist der "pc rassist" mehrheitlich ein "weißer deutscher rechter" und ich habe bisher noch nichts lesen können, wie es um den rassismus und antisemitismus der arabischen flüchtlinge bestellt ist ... ihre rolle als flüchtlinge vor den diktatoren ihres heimatlandes ist umfassend gestrickt - seitdem jedoch das böse rußland in den krieg eingetreten ist (auf hilferuf) ... ist jedoch auch das thema flucht vor krieg und hunger plötzlich in die medien erschienen ...

ich wollte nur sagen: "wir" deutschen werden reichlich ideologisch schubladisiert bis hin zu multiplen querfronten und spitzfindigen vt-hintergrundverbindungen - die weder eine gesellschaft aushält noch eine davon betroffene person schadlos überlebt ... doch echt komisch, dass die araber/moslems ganz simpel "lieb" oder "gewalttäter" sind ... und ein staunen und wundern durch diesen "fall" in frankreich bzw. bei der pro-erdogan-demo in d die medialen pc-schlangen auf die kaninchen starren läßt, weil ihr aschenputtel-horizont dafür nicht ausreicht ... bzw. "die guten ins töpfchen - die schlechten ins kröpfchen" für sie das pc1x1 als non plus ultra aufrecht erhalten will ... und am ende siegt das "gute" ... im volksmärchen ... und das ist jedoch NICHT das "pc" ... denn da würde der prinz ja die häßliche stiefschwester - und nicht aschenputtel wählen  >>> so dumm und häßlich ist pc ... und das merken immer mehr ... nur die ewig häßlichen nicht - die wüten über diese "ungerechtigkeit" in ihren simplen "märchenmedien" ... weil sie schönheit von häßlichkeit nicht unterscheiden können ... und noch weniger dauerhaft UM-TAUSCHEN können ... wie einem grauen kittel in ein ballkleid ...

Bild des Benutzers ebertus

<<denn noch ist der "pc rassist" mehrheitlich ein "weißer deutscher rechter">>

Dass das gefühlt so bleibt, daran arbeitet der politisch-großmediale Komplex hierzulande. Die Franzosen sind da schon weiter, längst schon weiter ... "Der Kommende Aufstand" ist so ein kleines Büchlein, dessen Lektüre sich lernend, hinterfragend durchaus lohnen kann, bei viel Zeit und Muße hier ein Update erfolgen wird; eine Aktualisierung meiner an anderer Stelle bereits vor Jahren veröffentlichten Blogtexte.

Einige Jahre her, die Quenelle; auch kein Bio-Franzose, dieser Überbringer der Botschaft, der Geste.

Hierzulande gibt es da mittlerweile auch einiges an (Sub)Kultur, würde hier jetzt aber zu weit führen, stattdessen einem separaten Blog das Wort reden; mal sehen ...

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Btw. und nach wie vor ein Dauerbrenner angesagter politischer Korrektheit:

"ansonsten warte ich darauf, dass dem Dieudonné verboten wird, sich selbst negre zu nennen"

schreibt die mir bekannte, Ex-FC-Bloggerin Rahab gleich im ersten Kommentar (zum Quenelle-Link).

Bild des Benutzers ebertus

"... wobei ich zwei söhne habe - die unterschiedlicher kaum sein könnten"

Geht uns ähnlich mit unseren (zwei) Töchtern, kann Bourdieu wohl auch nur das Grundsätzliche aufzeigen, der Einzelfall partiell -oder gar vollkommen- anders aussehen. Insofern sprach ich ja auch vom "aussteigen", was jenseits eines eher persönlichen, lt. Bourdieu ansozialisiertem Geschmacks einen sehr substantiellen -keinen lediglich feinen- Unterschied ausmacht.

Denn in soweit (nochmal Bourdieu, dessen Kapitalsorten) mag das kulturelle wie das soziale Kapital ganz unterschiedliche Wege gehen; das ökonomische (Kapital) dagegen und soweit vorhanden, nur in absoluten Ausnahmefällen hergegeben, ausgeschlagen wird.

Tom Koenigs war nach meiner Erinnerung so einer, verschenkte sein Bankiers-Erbe teilweise an die Rebellen in Vietnam und Lateinamerika. Ob er das heute nochmals so tun würde, das sei dahingestellt, gehört er nach meiner lediglich rudimentären Kenntnis grüner Befindlichkeit wohl mittlerweile eher zu dem, die Grünen dominierenden systemfrommen Flügel.

Bild des Benutzers marie

habe ich schon früh bei brechts "baal" begriffen: in einer asozialen gesellschaft muß man man zu ihr "asozial" sein ... die negation der negationen ... das ist dann eine art ausstieg ins soziale ... eigentlich sonnenklar ... aber zu viele nebelkerzen der anti-aufklärung und moralisches blabla ... in der hölle muß sich jeder wie ein höllenhund benehmen, wenn die sich selbst als demokratie und wertegemeinschaft bezeichnet ...

vielleicht bin ich zuwenig gereist, dass mir persönlich west-deutschland im schlimmsten zustand dieser bigotterie erscheint

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Das frische Stück von Kilez More hatte ich mir schon vor Tagen (aus der selben Quelle) reingepfiffen - sinnvoll, aber nur eine, nicht meine Möglichkeit der Verarbeitung. Was er tut macht Sinn und gefällt mir seit Ramstein.

Auch das eingefügte Vid stach mir schon zuvor ins Auge.

Was uns verbindet ist unverwertbar und sogar teilbar - ein hoffnungsvolles, interessantes Model, verbunden mit der Frage:

Macht Teilen glücklich?

Mit wem, unter welchen Bedingungen -mit welchen Ansprüchen & Fähigkeiten......

Bild des Benutzers Delloc

Suedjemen 1973
Gordian Troeller und  Marie-Claude Deffarge
Mitarbeit : Didier Baussy, Rosy Rouleau Kamera: Gordian Troeller
Schnitt : Walter Schultes 45 min., Farbe
Erstausstrahlung NDR 08.06.1973

"Als wir im Suedjemen einmal einen Minister fragten, warum sozialistische Ideen ausgerechnet in diesem Teil der arabischen Welt so leicht Fuss fassen konnten, antwortete er: "Weil wir seit 1.000 Jahren Kommunisten sind. Meine Mutter gehoert zu den Karmathen." Diese Karmathen hatten uns schon fasziniert, als wir in Persien lebten. Sie bildeten die erste politische Bewegung, die sich fuer die Sozialisierung der Produktionsmittel einsetzte, die Gleichheit aller Menschen forderte - auch der Frauen - und fuer soziale Gerechtigkeit kaempfte.

Diese Urkommunisten hatten sich bereits zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert in der gesamten arabischen Welt heimlich organisiert. Die letzte der karmathischen Volksrepubliken, die von islamischen Truppen zerstoert wurde, lag im Suedjemen. Viele Karmathen konnten in die Berge fliehen, wo sie sich unter die Staemme mischten und ihrer politischen Ueberzeugung im Untergrund bis heute treu geblieben sind. Wir reisten in den "Upper Yaffa", ein nahezu unzugaengliches Hochland, das nie von Fremden erobert werden konnte. Dort trafen wir die Nachkommen der Karmathen. Wir konnten ihre Geschichte nachverfolgen und sie bewegen, ueber ihr politisches Credo zu sprechen.

Ein weisser Fleck auf der Landkarte entpuppte sich als die politisch und menschlich entwickeltste Gegend der arabischen Welt."

 

Und hier ist die Website, wo man den ganzen Film downloaden/kaufen kann:

https://www.download-films.de/download/Gordian_Troeller-Kommunisten_seit...

Bild des Benutzers ebertus

Hallo Werner, während der PC eine DVD rippt und konvertiert, das Video mal angeschaut.

Fast original wohl nicht nur mein Ideal, als ich bis in die 1090er die Grünen noch unterstützte. Und ebenso klar, wird diese Art von Gemeinschaft heute und nicht zuletzt von diesen -nur noch dem Namen nach- eben so "Grünen" als neurechtes Landleben diffamiert, der heutige gute Grüne ganz andere Prioritäten -wenn nicht Obsessionen- hat.

Inhaltlich nur drei Anmerkungen:

1. Müssen jüngere Menschen die Initiative und die Hauptlast für so ein Projekt tragen

2. Wird -relativ unausgesprochen- bei den Mitgliederen ein gewisses externes Einkommen vorausgesetzt

3. Braucht das Ganze wohl eine Art Mindestgröße an engagierten TeilnehmerInnen

Gerade der letzte Punkt dürfte es insich haben, auch jenseits formaler Konstruktionen wie Genossenschaft oder Verein. Manuelle wie monetäre, auch intellektuelle Fähigkeiten müssen ein gewisses Verhältnis zueinander bzw. untereinander zeigen, sich dann intern zu den anstehenden Belangen (und darüber hinaus) regulieren.

Mit Sicherheit spannend ...