21 Jan 2017

Von Geschäftsmodellen und Nischen (III)

Submitted by ebertus

Es hat etwas gedauert, bis der dritte Teil dieser kleinen Serie nun online geht. Verantwortlich für diese Verzögerung waren die für den 20. Januar 2017 angekündigten, nunmehr verfügbaren Auflagezahlen von Zeitungen und Zeitschriften. Ein Indikator dahingehend, was in der Branche so passiert.

Die Auflagezahlen und soweit sie noch öffentlich verbreitet werden (dürfen), sie basieren auf dem Datenmaterial der "Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V. (IVW)", welche ursprünglich wohl kaum den Niedergang der Branche dokumentieren, stattdessen Indikatoren für die Preisberechnung im Rahmen einer Schaltung von Anzeigen bei eben diesen Werbeträgern, sprich: Zeitungen und Zeitschriften liefern wollte.

Ok, die Preise sind im freien Fall wie immer wieder zu hören ist, bedeutet weniger (papierne) Auflage dann quantitativ auch weniger an Zielgruppe, weniger potentielle Kunden für die beworbenen Waren und Dienstleistungen. Sich diesem faktischen Automatismus zu entziehen, das können nur die zwangsfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen und mit Einschränkung auch diejenigen Medien, welche vom Geschäftsmodell her (beispielsweise als Genossenschaft) weniger von den Werbeerlösen, denn von zahlungswilligen Kunden abhängig sind.

Und Genossenschaftsanteile, das wurde schon erwähnt, wird man nicht so schnell los ...

Gerade die taz musste im 3. Quartal 2016 mit einem Rückgang von 5,9% richtig Federn lassen und auch das nunmehr ausgewertete 4. Quartal sieht die genossenschaftsbasierte Zeitung bei -3,9 Prozent an harter Auflage. Schlimmer noch bei den guten, den eher linken Zeitungen erwischte es das Neue Deutschland (ND); minus 9,3% im dritten und immerhin noch minus 5,4% im vierten Quartal. Das überbieten teilweise nur noch die Springer-Zeitungen BILD und WELT nebst derer Sonntagsausgaben, wird das Minus dort auch schon mal zweistellig.

Die Sueddeutsche (SZ) kann sich im vierten Quartal noch halten, während es die bislang relativ ungeschoren davongekommene ZEIT.jetzt mit minus 3,1% doch deutlich erwischt. FAZ und FAS liegen mit minus 6,8 bzw. 7,7 Prozent eigentlich noch in dem Rahmen, der auch in den vorherigen Quartalen zu konstatieren war. Die dahinter stehende FAZIT-Stiftung dürfte sich schon mal warmlaufen, Rückstellungen bilden.

Stiftungen, in der Regel steuerlich begünstigt, sie sind wohl eh das Finanzierungsmodell der Zukunft, falls dieser Käuferstreik anhalten sollte. Stiftungen wirken nicht mehr nur im Hintergrund, leisten sich zunehmend eigene, proaktive Medien; mediale und auch schon mal aggressiv auftretende Frontrunner in Gestalt einer neuen, verbrämt daherkommenden Art von Nichtregierungsorganisation (NGO).

Der Finanzbericht dieser, gerade wegen der Kooperation mit Facebook in aller Munde seienden Rechercheorganisation namens CORRECTIV  liest sich zum Bereich "Einnahmen über 1.000 Euro" fast wie ein who is who des hierzulande gesellschaftspolitisch aktiven Finanzadels; mit deutlichem Abstand angeführt von der Brost-Stiftung. Immerhin, insoweit sogar noch relativ transparent.

Die Augstein-Stiftung unterstützt CORRECTIV ebenfalls, wie in dem Bericht zu lesen ist; wenngleich die angegebene Summe deutlich geringer ist als bei den mit viel medialem Hype gestarteten Krautreportern - gibt es die noch ...? Ok, die Kriegskasse dürfte noch gut gefüllt sein, verliert der Spiegel selbst aktuell lediglich 2,7 Prozent, war das dritte Quartal dahingehend schlimmer, zeigte ein Minus von 6,1 Prozent.

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Was darf man aus Vorgenanntem schließen, ist perspektivisch und diesseits der medialen Nischen zu erwarten?

Ganz klar, ein deutliches "weiter so" mit lediglich leicht verschobenem betriebswirtschaftlichen Fundament. Zahlende Kunden und Werbeerlöse treten in den Hintergrund, werden ersetzt durch kreative Querfinanzierung unter Beteiligung diverser regierungsamtlicher Stellen. Direkt finanziert, als partielles Outsourcing des Rechts, als eine Art kreativer Auftragsvergabe an die jeweilige Stiftung oder indirekt in Sachen administrativ gesetzter steuerlich relevanter Rahmenbedingungen. Und das nicht nur für Stiftungen ...

Die Nischen, welche dagegenhalten, sie sind derer viele; und leben davon, dass Medien im Zeitalter des Internet nicht mehr das Privileg der 200 Reichen (Paul Sethe) sind. Wobei es heute wohl noch deutlich weniger sein dürften, viele Zeitungen bestenfalls noch einen individuellen Regionalteil bieten, der redaktionelle dagegen Mantel sich aus uniformen Konzernredaktionen speist. Genau so sehen sie dann auch aus - mit dem Material diverser, global agierender Agenturen aufgehübscht.

Die Nischen, und soweit sie als (weitgehendes) Non-Profit Modell betrieben werden, sie brauchen lediglich engagierte Menschen, die es postindustriell zunehmend geben dürfte. Das sog. akademische Proletariat ist ja keine Fata Morgana, machen viele junge Menschen heute die Erfahrung, sich von einem prekären Job zum nächsten hangeln, ohne ein bedingungsloses Grundeinkommen beinahe jeden Dreckjob annehmen zu müssen. Insofern ist die origin BRD-Grün (lang' ist es her) angedachte, damals propagierte Landkommune zunehmend eine Alternative; heute angeblich unter neurechten Vorzeichen.

Nur das ist klar: weder finanziell noch mit realer Gewalt ist gegen die Großmedien und ihre Undercovers wirklich etwas auszurichten. Was bleibt sind die sog. Parallelgesellschaften ähnlich der damaligen DDR. Dem Staat, den Machthabern nur soviel geben, wie unter Vermeidung existentielle Repressionen und Sanktionen eben gerade nötig ist. Ansonsten vernetzen und soweit es geht gesichert (verschlüsselt) kommunizieren, sich der angeblichen Alternativlosigkeit verweigern und sog. U-Boote oder gar trojanische Pferde schnell erkennen, von interner Information abschneiden.

Eine gewaltfreie, dezentral organisierte, lose gekoppelte Multitude ist aktuell wohl das bescheidene Maß der Dinge, scheint dennoch sehr sehr viel.


Hier geht es zum ersten Teil und hier zum zweiten Teil, jetzt hier zum vierten Teil dieser Blogserie

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IVW-Zahlen via DWDL.de:

Überregionale Tageszeitungen

Sonntags- und Wochenzeitungen

Aktuelle Zeitschriften und Magazine

Kommentare

Bild des Benutzers beutelratte

1965 waren es noch 200 Familien,

heute sind es eher 50 die mit gut gefuellter Kriegskasse das Volk vor sich hertreiben wie die Kuh zum Schlachter.

Trump ist da doch eher noch Linksliberal,

jedem seinem Orban und Erdogan,

wenn von den schlauen Leuten seit 30 Jahren vorgelabert wird dass wir globale Rechtsnormen brauchen um die blaue Kugel zu retten und dann im Koenigreich schon wieder 2016 von einem "Steuerparadies" labert weiss man was es geschlagen hat, Offenbach, Marzahn Hellersdorf, Straubing, Rosenheim, ich finde jeder sollte sein Luxenburg haben...

:-/

Bild des Benutzers ebertus

derer, bestenfalls auf 20 kommend und (fast) alle systemisch eingehegt, die sind wirklich gut gefüllt.

Insofern dürfte eine Art GEZ für private Medien (als Kulturabgabe etc. ventiliert) einerseits schon beinahe überflüssig sein, andererseits dann sehr kreative Zulassungsvoraussetzungen zeigen. Schließlich muß sichergestellt werden, dass diese Förderung nur den systemfromm Guten zuteil wird, dürfte das schon formalrechtlich nicht ganz leicht zu implementieren sein.

Wo kommen wir da hin, wenn KenFM oder die Nachdenkseiten, gar noch Elsässers Compact oder die immer einflußreicher werdenden Termiten (tolle Querfront?) ebenfalls gesponsert werden? Ne, ne, das läuft anders. Einmal über die steuerliche Schiene, wo wie im richtigen Leben die Großen, die hehren Stiftungen etc. sehr speziell belohnt werden. Ansonsten bevorzugt über diffus gehaltene Aufträge an private Stiftungen und andere gesellschaftliche Leistungsträger.

Bild des Benutzers Heinz

»Und Genossenschaftsanteile, das wurde schon erwähnt, wird man nicht so schnell los ...«

Der Genossenschaftsanteil dient der Finanzierung einer Unternehmung bis zum laufenden Betrieb. Der laufende Betrieb muß dann aber mit den Einnahmen finanziert werden. Aufgestocktes Kapital, also neue Genossenschaftsanteile, dienen der Erweiterung des Unternehmens, das dann wiederum mit den Einnahmen zu finanzieren ist.

So eine Genossenschaft kann durchaus mit einer »Kleinen AG« verglichen werden. Beide sind in der Größe NICHT beschränkt und werden NICHT an der Börse gehandelt.

Medien auf der Basis von Genossenschaftsanteilen haben darum die gleichen Marktbedingungen, wie andere Unternehmensformen; lediglich die ideologische Prägung der Kunden kann dies überdecken.

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eben das fällt mir auf, insbesondere bei der taz, dort in Reinkultur bei den Kommentaren.

Ich schaue da zu bestimmten Themen immer noch mal rein, lese auch gern die Kommentare. Und genau dort scheint sich eine Diskrepanz aufzutun, was die ideologische Prägung getrifft, sprich: dieser (neuen?) taz-Blattlinie vs. einer zunehmenden Zahl an kritischen LeserInnen - natürlich nur solange noch sichtbar, wie diesbezügliche Kritik transparent veröffentlicht wird. Der Rückzug in die Echokammer mag in Sachen taz nicht ausgeschlossen werden.

Um (ideologisch) etwas konkreter zu werden: Der olivgrüne Bellizismus, die transatlantische Eingebundenheit, ein erkennbar fundamentalistisch determinierter Feminismus (Genderism over all) und auch das sehr selektiv gehypte Thema der Flüchtlinge, Migration etc. geht wohl vielen LeserInnen der taz zunehmend auf den Keks; mal ganz flapsig ausgedrückt.

Bild des Benutzers Heinz

Nehmen wir mal dieses Thema, dann stelle ich fest, daß mit den Flüchtlingen das gesamte Lügengebäude der EU aufgedeckt worden ist.

Die EU ist eine Freihandelszone, eine Zollunion.

Darum ist die EU keine politische Union und keine soziale Union. Genau darum kann die EU das Thema Flüchtlinge auch nicht lösen, das muß jeder einzelne Mitgliedsstaat selbst tun. (Punktum!)

 

Bild des Benutzers Heinz

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"Journalismus muss auch Lösungen aufzeigen"

Bild des Benutzers ebertus

Zumindest der Internetauftritt ist gleich deutlich besser als das zähe Gedöns der Krauties.

Schön, und heute jenseits der 200 Reichen mit recht geringem materiellen, finanziellen Aufwand möglich.

Werde mich da gern mal etwas umschauen, sowohl was das Formale als auch das Inhaltliche angeht. Bin jenseits der im NDR-Beitrag verlinkten Seite auf die Startseite gegangen; ob der Bettelform nebst optischen Gimmicks kurz erschrocken.

Bild des Benutzers Heinz

Ich gehe mal davon aus, daß die Branche die Krauties genau beobachtet hat und ein paar leute jetzt einen neuen Versuch starten; zumindest das JahresAbo kostet weiterhin 5 Euro/Monat.

Konstruktiver Journalismus kommt als Trend vorerst aus Dänemark – schau'n wir mal, ob das nicht nur Lobhudelei wird.

Bild des Benutzers ebertus

Hingewiesen sei hier auf zwei bei Telepolis veröffentlichte Artikel von Paul Schreyer.

Facebook, "Fake News" und die Privatisierung der Zensur geht der Frage nach, welche elitenfinanzierten Spin-Doctoren hinter Correctiv & Co. stecken, Unabhängigkeit vorgauckeln und dennoch die guten kleinen Leute schlicht verscheissern:

""Helft uns, über ein Crowdfunding unsere Anwaltskosten zu finanzieren", heißt es etwa, ganz so, als sei das Portal auf zusätzliche Kleinspenden existenziell angewiesen."

Oder zum neusten runnig gag, der Reporterfabrik:

"Im Kuratorium der neuen "Reporterfabrik" - laut Correctiv einer "Journalistenschule für jeden" - ist die Spitze der Leitmedien versammelt, unter anderem die Chefs von Zeit, Spiegel, Süddeutsche, FAZ.net sowie Claus Kleber. Mit anderen Worten: Die Etablierten erklären den unbedarften Laienschreibern im Internet jetzt mal, was Journalismus ist. Zielgruppe seien aber auch "Bürger, die sich besser ausdrücken wollen"."

Die Echokämmerer unter sich - und Geld spielt da mit Sicherheit keine Rolle ...


Facebook-"Wahrheitsprüfer" Correctiv verstrickt sich in Widersprüche geht der wohl selbst ein Fake seienden Frage nach, was denn nun Fakes sind, und nach welchen, gar transparent kommunizierten Kriterien diese Fakes identifiziert werden.

Im Grunde und frei nach Stefan Niggemeier zitiert eine Kampagne "Wir gegen die". Wir, die sog. Leitmedien gegen alles, was sich durch die Möglichkeiten des Internet der postmodernen, mittlerweile wesentlich subtileren 1984er Gehirnwäsche entzieht, nicht nur eigene Echokammern betreibt, sondern darüber hinaus zunehmend wirkmächtig ist.

Die Angst des Tormanns beim Elfmeter ...

Bild des Benutzers Heinz

»Bezahlung: "Da haben wir gar nicht drüber geredet"«

Das muß man sich erst einmal leisten können :-)

Vielleicht passt es als Kommentar zu ihrem Beitrag nicht richtig, vielleicht nur ein wenig, vielleicht will ich einfach nur zwei Geschichten erzählen. Wie das so mit einer Wahrheit sein könnte, die nicht einfach nicht passt.

Am Anfang der achtziger Jahre formierte sich in Polen zunehmend Widerstand gegen die staatssozialistische Bonzenherrschaft. Als diese zu bedrohlich wurde, verhängten diese das Kriegsrecht über das Land. Viele Polen gingen ins Ausland. Darunter ein bekannter konsequent antikommunistischer Journalist, dessen Name mir leider entfallen ist. Er ging in die USA, konnte dort in seinem Beruf arbeiten und war recht erfolgreich. Von ihm stammt der Satz, dass Amerika eigentlich genau so ist wie die kommunistische Propaganda es immer beschrieben hätte.

Karl-Eduard von Schnitzler habe ich in der DDR auch nicht gesehen. Nicht, weil ich gegen die DDR war, das war ich nicht, sondern weil einfach zu öde war. Seine privaten Eskapaden interessierten mich nicht.
Eigentlich weiß ich nicht mal richtig, was er in seiner Sendung verhandelt hat. So, wie man es heute liest und damals hörte, hat er ununterbrochen gelogen.....
In den stürmischen Tagen nach der Wende konnte man das auch im Neuen Deutschland lesen. Immerhin druckte man einen kurzen, sehr kurzen Leserbrief von ihm ab: Ich habe nicht gesagt, nie gelogen zu haben. Ich habe gesagt, man hat nie auch nur versucht, mir zu beweisen, dass ich lüge......

So einen Beweis oder, um bei seiner Ansage zu bleiben, den Versuch eines Beweises, fand ich bis heute, ich habe mal ein wenig rum gegoogelt, nicht. Obwohl sich viel im Netz findet. Mehr darüber, dass man eine seiner Frauen vor der Wende in West-Berlin beim Klauen erwischte.

Nun ja.

Nach vielen hundert Stunden Sendung von RT und tausenden Bits bei Sputnik weiß ich ziemlich sicher, dass auch die permanent lügen, verzerren, täuschen. Habe ich aus der Presse, und damit kriege ich doch noch die Kurve, die Gegenstand ihres Beitrages ist.
Die belässt es bei dieser Feststellung. Diese zu belegen, fehlt es üblicher Weise an Zeit. Man ist zu beschäftigt, die Wahrheit an die Leser zu bringen. Auch wenn es ständig weniger werden.

Bild des Benutzers ebertus

und gut an den, dessen Botschaften erinnert zu werden; es könnte gar passen ...!

Nach meiner, mit Sicherheit immer mehr verblassenden Erinnerung war Schnitzlers "Schwarzer Kanal" der noch etwas hölzerne, graue Vorläufer dessen, was heutzutage und hierzulande als großmediale, insbesondere öffentlich-rechtliche Agitation und Propaganda daher kommt - als Dauerwerbesendung ...

Klar, wesentlich bunter, "Ist alles so schön bunt hier" sang ja bereits Nina Hagen in ihren TV-Glotzer; eine Vinyl-LP aus 1978 übrigens, die unter den rund 300 in meiner Sammlung wegen der Musik und den Texten einen Ehrenplatz genießt.

Insofern und da es, jenseits der (selbsternannt) Allwissend-Unfehlbaren keine absoluten Wahrheiten gibt, finde ich es gut, eine Auswahl zu haben, auch selbst mit nur geringem (materiellen) Aufwand Teil dieser Auswahl zu werden.

Bild des Benutzers fahrwax

Der jeweilige, aber nie unabänderliche, Blickwinkel entscheidet über die Sortierung. Der Blickwinkel der Betroffenen ist am ehesten relevant, ist aber auch immer abhängig vom zuvor und individuell abgespeicherten Kontext.

Wo erwerbliche Absichten "Wahrheit" kreieren, steckt Manipulation drin. Glaubwürdige Wahrheit existiert jenseits der Gewinnerwartung, verzinst sich nicht - liefert (im Ideal) fortgesetzte Blickwinkelerweiterung, keinen Endpunkt.

Eigentümer von unabänderlicher Wahrheit sind zumeist schwer erträglich, neigen zu ausgrenzenden Einzäunungen und Schlimmerem.

Bild des Benutzers ebertus

zickt etwas rum ,weil nun gar selbst an den virtuellen Pranger genagelt.

David Schraven spielt aktuell die Unschuld vom Lande, ähnlich der Anetta Kahane vor einigen Wochen. Nur während letztere die unter der Verantwortung ihrer -auch staatlich gesponserten- Stiftung erstellten Prangerlisten mittlerweile zurück gezogen hat, so übt sich Schraven nach wie vor in bockiger Vorwärtsverteidigung.

Und das durfte bereits Ikarus erfahren ... Wenn man der Sonne, der Herrschaft ganz bewußt zu nahe kommt, sich gar erkennbar mit ihr gemein machen wollte, dann ist man im Zweifelsfall ein Bauernopfer, kann schon mal abstürzen; oder eben den entrüstet sich gebenden Kolateralschaden spielen.

Klar, wenn Schraven & Co. es bei den üblichen Verdächtigen belassen hätten, lediglich Kopp, Compact und vielleicht noch die JF auf ihrem Pranger gelistet hätten, dann wäre das wohl noch gut gegangen. Nur alles anzuprangern, was sich medial alternativ und jenseits dieser großmedial, großkoalitionär postulierten, systemfrommen Alternativloskigkeit bewegt, das passt dann eher in ein mccarthyeskes Umfeld;

braucht wohl -gemäß diesem im Blogtext erwähnten Finanzbericht- das hinter Correctiv stehende große Kapital.