19 Jan 2017

Datamining in chinesischen Zensur-Strukturen

Submitted by hadie

Schon Kaiser Qin ließ im dritten Jahrhundert v. Chr. missliebige konfuzianische Texte verbrennen. Mit dem Aufkommen des Internets und der sozialen Medien können nun mehr als 1,3 Milliarden Chinesen ihre ganz individuellen Ansichten veröffentlichen, was erheblich schwerer zu kontrollieren ist.

Als Reaktion darauf hat die Zentralregierung massive Zensur- und Manipulationsstrukturen geschaffen. Vorgeschaltet sind hunderttausende echter Zensoren, die in zwei Richtungen arbeiten: einmal lesen sie flächendeckend Social-Media-Postings und entscheiden, welche zu löschen sind. Andere Zensoren durchforsten die bereits in automatisierten Keyword-Filtern hängengebliebenen Postings und entscheiden, welche doch noch publiziert werden können.

Die 50-Cent-Partei hat immer recht

Da die Bürger nur selten das schreiben, was Partei und Regierung lesen möchten, kommen in einem dritten Schritt noch etwa zwei Millionen professionelle Texter staatsnaher Postings hinzu. In Chinas sozialen Medien sind diese als "50-Cent-Partei" bekannt. Der Name entstand, weil man vermutete, dass die Schreiberlinge 50 Cent (50 Feng) pro Beitrag bezahlt bekämen. Ist aber nicht so: King, Pan und Roberts fanden heraus, dass die Poster regulär bezahlte Staatsangestellte sind, den vermuteten Stücklohn von 50 Cent gibt es nicht. Die Autoren schätzen, dass die Regierung über 448 Millionen Social-Media-Kommentare pro Jahr produzieren lässt.

Rechenschafts-Mails geleakt

Datenbasis der statistischen Auswertung war ein Konvolut geleakter E-Mails aus dem Propaganda-Büro des Stadtbezirks Zhanggong der Stadt Ganzhou in der Provinz Jiangxi. Das Archiv enthielt Daten vieler 50-Cent-Poster, die Links und Screenshots ihrer Beiträge an die Zentrale sandten, als Beweise für ihre gute Arbeit. Durch diese Beiträge waren die Forscher in der Lage, die Postings über viele Social-Media-Konten hinweg zu verfolgen und zu entdecken, wer die Poster sind und worüber sie schrieben.  Zweitens und noch wichtiger ist die inhaltliche Analyse: kontroverse Diskussionen fehlen fast völlig. Es wird weitgehend vermieden, auf die Argumente von Kritikern und Skeptikern einzugehen, kontroverse Themen werden konsequent beschwiegen. Das Ziel der bezahlten Beiträge ist, die Öffentlichkeit systematisch abzulenken und das Thema zu wechseln. Die Anstrengungen gehen dahin,  Aufmerksamkeit umzulenken, vor allem, um die Menschen von der Organisation kollektiver Aktionen abzuhalten. Die Ablenkungskampagnen fokussieren sich auf Zeiten und Orte, an denen kollektive Aktionen stattfinden könnten, Protestmärsche geplant werden oder Aktionen zivilen Ungehorsams sich zuspitzen könnten.

Autoritäre lenken ab statt zu argumentieren

Die Autoren schreiben: "Ablenkung ist eine geschickte und nützliche Strategie in der Informationssteuerung, denn ein Argument fordert in fast jeder menschlichen Diskussion ein Gegenargument heraus. Ein Argument zu ignorieren oder das Thema zu wechseln funktioniert in der Regel viel besser als das Sammeln von Gegenargumenten und das Finden von Unterstützern dafür. ... Die meisten dieser Beiträge sind Cheerleading für China, die revolutionäre Geschichte der Kommunistischen Partei oder andere Symbole des Regimes."

Aus dem ursprünglichen Konvolut konnten die Forscher ein statistisches Profil von typischen 50-Cent-Postern gewinnen, was ihnen erlaubte, viele andere wahrscheinliche 50-Cent-Poster zu identifizieren, die nicht im ursprünglichen Datenmaterial enthalten waren.

Cheerleader befragt

Die Forscher legten unter Pseudonymen eine Vielzahl von Social-Media-Konten an. Freiwillige im ganzen Land wurden gewonnen und methodisch geschult. Die Umfrage wurde über "direct messaging" auf Sina Weibo durchgeführt. Von ihren Fake-Konten sandten die Forscher und Freiwilligen Direktnachrichten an Leute, von denen sie glaubten, es seien 50-Cent-Poster. Sie fragten an:

Ich sah Ihren Kommentar, er ist wirklich inspirierend. Ich möchte fragen, ob Sie ein Manager zur Anleitung der öffentlichen Meinung sind oder sonstige Erfahrungen in der Online-Kommunikation haben?

Die Frage ist positiv formuliert, sie verwendet den offiziellen Begriff "öffentliche Meinung" und nicht den Begriff 50-Cent, der negativ konnotiert ist.

Erstaunlicherweise outeten sich 59% der Angefragten selbst als 50-Cent-Poster. Als Validierungmethode stellten die Forscher die gleiche Frage an Leute aus dem originalen Datensatz, von denen sie sicher wussten, dass sie aktuelle 50-Cent-Poster sind. Als zweites fragen sie dasselbe Menschen, von denen sehr unwahrscheinlich war, dass sie 50-Cent-Poster waren. Das Ergebnis war, dass 57% der bekannten 50-Cent-Poster die Frage mit ja beantworten. Also fast der gleiche Prozentsatz (59%) wie in der vorherigen 50-Cent-Probe. Gleichzeitig antworteten nur 19% der Poster mit ja, von denen bekannt war, dass sie keine 50-Cent-Poster waren. (Das heißt nicht, dass 19% 50-Cent-Poster waren, vielmehr sind die 19% die Größenordnung des statistische Rauschens bei der Beantwortung der Frage, etwa durch Witzbolde). Wichtig ist, dass die große 40-Prozent-Differenz eine sichere statistische Grundlage für die Unterscheidung zwischen 50-Cent-Postern und Normalbürgern liefert.

Sehr meta. Sehr mutig.

Mit dieser Analyse und einer sorgfältig dokumentierten Abschätzung konnten die Forscher weitere quantitative Aussagen über die 50-Cent-Partei machen: besagte 448 Millionen Social-Media-Beiträge pro Jahr. Ungefähr 52.7% dieser Postings erscheinen auf Regierungssites. Die restlichen 212 Millionen Postings gehen in den Strom der etwa 80 Milliarden Beiträge auf kommerziellen Social-Media-Websites ein, alles in Echtzeit. Ein großer Teil der Kommentare auf staatlichen Webseiten wird also von der Regierung selbst geschrieben. Auf kommerziellen sozialen Medien wird etwa jedes 178-ste Posting von Regierungs-Angestellten erstellt.

Als dann eine frühe Version der Arbeit geleakt wurde, reagierte die  Zentralregierung und ließ die Forscher von der chinesischen Stasi überwachen, ein veritabeler Geheimdienst-Thriller entwickelte sich. Auch dieses Regierungshandeln wird in der Arbeit dokumentiert.

Sehr meta. Sehr mutig, urteilt Marginal Revolution. Einige der Autoren haben jetzt allerdings Einreiseverbote für China. Das Thema "Informationskontrolle in autoritären Regimen" wird uns noch lange beschäftigen müssen.

Gary King, Jennifer Pan, Margaret E. Roberts. “How the Chinese Government Fabricates Social Media Posts for Strategic Distraction, not Engaged Argument.” American Political Science Review, 1/2017.

Gary King, Jennifer Pan, Margaret E. Roberts. "Reverse-engineering censorship in China: Randomized experimentation and participant observation." in: Science 22. Aug. 2014: Vol. 345, Issue 6199.

Autoritäre lenken ab statt zu argumentieren auf Marginal Revolution

Beitragsbild ist eine Wörterwolke des Beitrags von Wordle

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Kommentare

Bild des Benutzers costa esmeralda

Lieber Dietmar,

äusserst informativ. Dank dafür!

Wann werden wir in D einen Kaiser Qin haben? Bei uns ist ja Zensur ungleich einfacher durchzuführen. Es brauchte wohl nur ein Ministerium mit 10.000 neuen Stellen. Das wär doch was für Langzeitarbeitslose!

LG aus Panamá, Hermann

Bild des Benutzers marie

sorry, es paßt nicht 100% zum beitrag, weil für mich china zu weit weg ist ...

ein neuer höhepunkt der peinlichkeiten konnte gestern in den ör-medien bei maischberger (zum thema trump) beobachtet werden, in der der peinliche  "pinkelprinz"  als TYPISCHER trump-fan dargestellt wurde

http://fs5.directupload.net/images/170119/zgamjfo6.jpg


JEDE!!!!!!!!!! nicht-deutsche medienlandschaft ist erträglicher als die uns zwangsverordnete ... hier zum gleichen thema ein sehrsehr akzeptables beispiel aus österreich


auf dem gleichen niveau spielt auch die tagesschau mit: hier auch gestern afd/höcke/npd ...

https://propagandaschau.wordpress.com/2017/01/18/ein-lehrstueck-in-gelenkter-demokratie-wie-ard-zdf-und-ein-u-boot-des-vs-die-afd-demontieren/#more-29989

Bild des Benutzers Heinz

*****

Hier wird die gelenkte, marktkonforme Variante »Postdemokratie« genannt. Die wirklichen politischen Baustellen werden banalisiert und statt dessen jede Menge FakeSäue durchs Mediendorf gehetzt. Dafür braucht es nicht einmal ein Propagandaministerium, die Zusammenarbeit von Wirtschaftsverbänden, Parteien und Medien macht das schon.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Wirklich interessante Darstellung, die nur knapp hinter der Idee des Wahrheitsminiseriums zurückbleibt.

Interessanter aber dürfte doch sein zu erfahren, welche tatsächliche herschaftsstabilisierende Wirkung 178/1000 Regierungsbeiträge in kommerziellen Medien (den Anteil bei den staatlichen habe ich jetzt auf die Schnelle nicht rausgerechnet) jetzt auf die politische o.ä. Bewußseinsbildung der chinesischen Massen haben, in welchem Verhältnis dies zu sonstigen Einflüssen im Bildungssektor, durch sonstige Massenkonsumwerbung/Propaganda/(Print)Presse steht, bzw. sich in seiner Wirkung unterscheidet.

Und: China ist weit, die Heimat so nah:

Daher  wäre es  interessant studiengestützt zu wissen, inwieweit die im Westen in sogenannten sozialen Medien (kommerziell und staatlich/ör) zu Wort Kommenden dort und aus den restlich genannten Quellen durch "Regierungsmitarbeiter" desinformiert und abgelenkt werden. Bei uns wird der Diskussionsstrom z.B. abgelenkt in rechtspopulistische Ergüsse und einer Pseudokritik daran oder schlicht jedem Eskapismus Tür und Tor geöffnet. So ganz naturwüchsig kann ich mir das jedenfalls nicht vorstellen. - Wenn ich mir nur z.B. die Meinungslenkung im sonntäglichen presseclub der ARD betrachte .....,  oder die Promotion von Filmen durch die deutschen Verleiher, die ganzseitig als Filmkritik(anzeige) daher kommt und jeden professionellen Filmkritiker, der sein Handwerk ernst nimmt  an seinem Handwerk zweifeln lassen sollte.

Betrachte ich mir weiter die Leserbriefseiten auch nur der Fankfurter Rundschau (vom reglementierten Bronski-Online-Blog dort ganz zu schweigen) so schreiben dort auch immer dieselben Verdächtigen in sorgsam austariertem Pseudoproporz zwischen "regierungstreu" und "regierungskritisch". Ein "Regierungschreiber" wie der bekannte "Rasmus.Ph.Helt aus Hamburg" kommt seit Jahren bundesweit in allen größeren Zeitungen regelmäßig zum Einsatz: Ein Musterbeispiel von Bewußtsein im Sinne staatstragenden Sozialkundeunterrichts der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts.

P.S.: Mit "Regierungsmitarbeiter" meine ich übrigens nicht nur die einschlägig wirklich so beschäftigten Beamten und Angestellten der öffentlichen Hand und Verwaltung - keine Verschwörungstheorie also.

Bild des Benutzers Heinz

Uwe Krüger: Medienmacht

Darin werden die Verflechtungen und Abhängigkeiten der Aktöre beschrieben.

Bild des Benutzers hadie

Bei uns wird der Diskussionsstrom z. B. abgelenkt in rechtspopulistische Ergüsse und einer Pseudokritik daran oder schlicht jedem Eskapismus Tür und Tor geöffnet. So ganz naturwüchsig kann ich mir das jedenfalls nicht vorstellen.

Mich interessiert das Gebrüll eines thüringischen Rechten im Zusammenhang mit Zensurmechanismen auch eher wenig. Der nutzt sein Recht auf freie Meinungsäußerung bis zum Anschlag und weiß genau, dass es keine schlechte PR gibt.

Daher  wäre es  interessant studiengestützt zu wissen, inwieweit die im Westen in sogenannten sozialen Medien (kommerziell und staatlich/ör) zu Wort Kommenden dort und aus den restlich genannten Quellen durch "Regierungsmitarbeiter" desinformiert und abgelenkt werden.

Das wäre bei uns wohl viel zu teuer, Staatsangestellte haben 13. Monatsgehalt, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz, Rentenansprüche und noch viel mehr. Hier läuft das über staatsnahe Vereine wie Correctiv oder den Kahane-Verein. Und da wird kaum abgelenkt, eher mit diversen Keulen gearbeitet. Die Poster an der Basis sind prekär bezahlt und eher ungeschult. Neuerdings soll die Polizei oder die Schmalspur-Wachpolizei selbst auf Online-Streife gehen und auch in Echtzeit mitdiskutieren. Ein Kommentierender bei der Mitteldt. Zeitung spottete daraufhin: 

Nun ist es aber mal gut mit der Meinungsfreiheit, sonst kommen wir mit unseren Gummiknüppeln auf Hausbesuch!

Qualifizierte 50-Cent-Poster für Mitteleuropa sind wohl nur in den ärmeren Ländern zu finden. Vodafone hat schon vor einigen Jahren seine Netzkonfiguration nach Rumänien ausgelagert, der Privatkundenbereich ging nach Ägypten, einfach aus Kostengründen. (Quelle Fefe)

Viele Rumänen sprechen gut deutsch, die Ägypter haben Diktaturerfahrung und gute IT-Kräfte, nur so als Gedankenspiel. 

"Don't change the subject!" sagen die Englischsprachigen und das sollten wir auch noch öfter sagen.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Meine These war (hier nur), dass es in China, wie im Westen eine massive Beeinflussung und Infiltration der Bewußtseinsbildung der Massen - diesem Fall über "soziale Netze" - im Sinne der je herrschenden Ideologie gibt. - Wahrlich keine Neuigkeit an sich.

Dass die dabei gewählten Formen und genutzten Strukturen in China - schon aus kulturellen Gründen - andere sind, als im Westen - und sei der auch nur "vertreten" durch Deutschland - steht sicherlich außer Frage. Schon daher ergibt sich meine Frage, bzw. die Berechtigung meines Gedankens nach Aufklärung dieser Mechanismen auch bei uns zu fragen.

Die Antwort, dass diese Infiltration bei uns aus Kostengründen und einer gesicherten Bezahlung des Beamtenapparats (wesentlich ?) gar nicht geschehe, halte ich für nicht wirklich stichhaltig. Im übrigen habe ich schon angedeutet, - ich vertiefe dies jetzt noch einmal -, dass in westlichen Gesellschaften Privatisierung und Outsourcing auch solcher "Dienstleistungen" selbstverständlich seien, es also auch hier "der freie Markt" selbst richte, um es nur leicht ironisch ausgedrückt, zu sagen.

Dass bei uns die "witzigen Geschichten" zu diesen Prozessen eher ans Licht kommen, als dass der Ernst der Lage diskutiert würde, während für China dann eher Todesurteile oder spektakuläre Entmachtungen auf der einen, Menschenrechtsverletzungen auf der anderen Seite an die Oberfläche kommen, aus unserer Sicht wir die Guten sind, während China eben als Diktatur, aber eben doch lukrativer Handelspartner eingestuft wird, illustriert mehr die Absurdität der ganzen Situation, als dass er etwas in der Sache erklärte.

Ich glaube nicht, Hadie, dass wir da in der Einschätzung so weit auseinander liegen.

 

u.t.

Bild des Benutzers hadie

VPN (Virtual Private Network) war bisher in China legal. Nun hat die Zentralregierung eine 14-monatige "Säuberungs"-Kampagne der Internet-Provider-Szene gestartet, die es Benutzern unmöglich machen soll, auf Websites mit zensierten oder eingeschränkten Inhalten zuzugreifen. Ein Vorbild für Maas & Co.?

https://www.theguardian.com/technology/2017/jan/23/china-vpn-cleanup-gre...

Bild des Benutzers ebertus

VPN, dessen Nutzung wird über kurz oder lang auch hierzulande registrierungspflichtig.

Das Problem für Maas  & Co. ist jedoch die Frage, in welcher Form global agierende Konzerne darin eingebunden; wahrscheinlich eher davon freigestellt werden. Und dies bezieht sich auf VPN nutzende wie VPN bereitstellende Unternehmen.

Das wird wohl dann ähnlich ausgehen, wie der Fake-News Hype; bzw. dessen gewünschte Einhegung.

Mein Arbeitgeber beispielsweise war eine nichtdeutsche, nicht mal in der EU angesiedelte Company. Und mein VPN-Equipment wurde von Cisco bereitgestellt, ebenfalls eher keine genuin deutsche Unternehmung. Bleiben schlußendlich die hiesigen Provider, welche mit DPI (Deep Packet Inspection) herausfinden müssten, was da passiert.

Irgendwie skurril schon, dieser Backlash der Globalisierung.

Bild des Benutzers Delloc

„Dialektik von Körper und Geist“

Der Begriff Dialektik unterstellt eine Logik, welche die inneren und äußeren Zusammenhänge eines Dings als Ganzheit begreift.

„…dass Materie "Verkrusteter Geist" sei, alle Materie Ihren Ursprung im Geist habe, dem kann ich schon gar nicht zustimmen.“

Ja, als reine Erscheinungsformen des Geistes wären alle Materieeigenschaften rein phänomenologische Definitionen, sofern ihr „geistiger“ Ursprung nicht bekannt oder benannt wäre. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass die Dimension der sog. „Materie“ nicht einmal Objekte zur Verfügung stellt, die eindeutig definiert werden könnten.   

Nach dem „Unschärfeprinzip“ (Heisenberg 1927) haben subatomare Teilchen keine eindeutige objektive Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist „omnijektiv“ (Talbot), d.h. eine untrennbare Kombination aus dem Subjekt des Wissenschaftlers und dem Objekt der Betrachtung. Was Heisenberg veranlasste, zu erklären, dass „die allgemeine Aufteilung der Welt in Subjekte und Objekte, Innenwelt und Außenwelt, Körper und Seele nicht länger angemessen ist und uns in Schwierigkeiten bringt.“

 

Danach entspricht dein Satz „Der psychosomatische Zusammenhang ist ein wechselseitiger.“ diesem Duktus.

Nun taucht aber die Gretchenfrage auf. Wenn die Wirklichkeit „omnijektiv“ ist, welche der zwei Komponenten ist dann zuerst da? Bringt das Objekt die Wahrnehmung in das Subjekt oder verleiht das subjektive Bewusstsein der äußeren Welt Wirklichkeit?

Hatte Swami Vivekananda recht, als er fast einhundert Jahre früher sagte: „Wir machen unsere eigene Welt.“?

 

(„Bis dahin bereitet mir die Vorstellung, dass Energie sowohl Wellen-, als auch Materieform annehmen kann … kein Problem…“)

Die Wellengleichung des österreichischen Nobelpreisphysikers Erwin Schrödinger gibt sowohl eine Antwort auf die Gretchenfrage und erklärt auch den Zusammenhang von Welle und Partikelform.

Bis 1914 war das Licht dafür bekannt, dass es sich als Welle fortbewegt. 1914 belegte Einstein, dass sich Licht auch als Partikel fortbewegt. Er nannte das Lichtpartikel „Photon“. Das Elektron, das sich um den Atomkern bewegt, war bereits als Partikel bekannt. Plötzlich belegt ein anderer Nobelpreisphysiker Louis de Broglie  überraschender Weise, dass Elektronen sich auch wie Wellen verhalten. Erwin Schrödinger arbeitete mit dieser Wellennatur des Elektrons und entdeckte seine berühmte Wellengleichung, die die Wechselbeziehung zwischen dem Elektron als Welle und dem Elektron als Partikel beschrieb.

In seinem Buch „Mystik und Neue Physik“ schreibt Michael Talbot über diese neue Entdeckung:

„Schrödingers Wellengleichung sagt das Verhalten eines gegebenen Partikels unter bestimmten Voraussetzungen bis zu einem Punkt voraus und beschreibt dann zwei gleich mögliche  Erscheinungen des gleichen Partikels. Auf dem Papier wie auch in der Beobachtung konnte kein Grund für das verschiedene Verhalten des Partikels gefunden werden. Die Gleichung scheint eine schizophrene Ebene erreicht zu haben, auf der nicht mehr entschieden werden kann, welches Erscheinen gewählt wird.“

Fazit:

„Unter bestimmten Umständen sagt die Wellenfunktion eine unendliche Anzahl von Widersprüchlichkeiten voraus, in deren Fall sich ihr Weg (oder Vektor) des Raumes in vier, acht, sechzehn usw. mögliche Erscheinungen verzweigt.“ (Ders.)

Die Sensation von Schrödingers Wellengleichung stellte sich in vielen Versuchen als wahr heraus. Alle Experimente bestätigen, dass die äußere Welt tatsächlich durch unsere Gedanken geschaffen wird.

Schrödingers Wellengleichung präsentiert eine Welt von „multi-dimensionaler“ Wirklichkeit. Verschiedene Partikel nehmen in Schrödingers Wellengleichung absolut verschiedene Dimensionen an. Es ist sehr schwer sich von dieser Situation eine Vorstellung zu machen. Doch die Mathematik ist in dieser Hinsicht eindeutig und wird auch von niemand bestritten.

Gary Zukav erklärt dieses Phänomen in seinem berühmten Buch „Die tanzenden Wu Li Meister“:

„Wenn die Wellenfunktion die Möglichkeiten, die mit zwei verschiedenen Partikeln assoziieren, darstellt, dann existiert diese Wellenfunktion in sechs Dimensionen, drei für jedes Partikel. Wenn die Wellenfunktion die Möglichkeiten von zwölf assoziierten Partikeln darstellt, dann existiert diese Wellenfunktion in sechsunddreißig Dimensionen.“

Unsere Erfahrung mit der Materie ist auf drei Dimensionen begrenzt. Insofern ist für uns ein Partikel nicht vorstellbar, das in vielen Dimensionen gefühlt werden könnte? Tatsache ist, dass, wenn wir ein subatomares Partikel oder Ereignis zu beobachten versuchen, wir eine multi-dimensionale Wirklichkeit reduzieren und sie mit unserer Erfahrung anpassen.

Gary Zukav bringt auch den philosophischen Aspekt eines diesbezüglichen Experiments mit „diagonal polarisiertem Licht“ auf den Punkt: „immer wenn wir einen diagonalen Polarisator zwischen einen horizontalen und vertikalen Polarisator einfügen, sehen wir Licht, wo davor keines war. Unsere Augen wissen nichts von der Tatsache, dass das, was sie sehen, „unmöglich“ ist. Das ist so, weil die Erfahrung den klassischen Regeln nicht folgt. Sie folgt den Regeln der Quantenlogik. … Quantenphysik hilft uns zu verstehen, wie Hamlet den Geist seines Vaters sah, während seine Mutter oder der Onkel ihn nicht sahen.“

Auch die Vedantische Philosophie geht seit Jahrtausenden davon aus:

„Alle Szenen vor uns sind Abbildungen unseres Intellekts (aktiviert durch die Anwesenheit unseres Bewusstseins). Der einzige Seher ist das Selbst (das reine Bewusstsein) in uns. Dieses Selbst kann nicht gesehen werden, weil es selbst das Sehende ist.“ (Drg Drsya Viveka)

Vivekananda fasst diese Vorstellung hinter all unserer Wahrnehmung zusammen: „Diese äußere Welt ist nur die Welt der Vorstellung. Alles was wir sehen bilden wir aus unserem Geist ab. ... Ein niederträchtiger Mensch sieht die Welt als eine perfekte Hölle, der Gute als einen perfekten Himmel und der perfekte Mensch sieht weiter nichts als Gott.“

Moderne Physiker und besonders Schrödinger Wellengleichung ist nur eine Bestätigung dieser Jahrhunderte alten Wahrheit - das Eine Bewusstsein schafft viele Wirklichkeiten.

„Bewusstsein ist numerisch eins“, sagt Schrödinger. „Bewusstsein“, sagt Max Plank, „halte ich für fundamental. Ich betrachte Materie als aus dem Bewusstsein hervorgehend. Hinter Bewusstsein können wir nicht gehen. Alles über das wir sprechen, alles, das wir für existierend halten, setzt Bewusstsein voraus.“

Und mein indischer Lehrer Ramesh Balsekar wiederholte es mehrfach in seinen Lectures mit dem berühmten indisch-englischen Slang:

„All there is, is consciousness. Consciousness is all, there is.“

Schrödinger schrieb 1965 sein berühmtes Buch „Geist und Materie“, um den neuen Ausblick, der ein nicht-dualer (Advaita) Ausblick ist, zu etablieren.

 Swami Vivekananda, der berühmteste Vertreter der Advaita Vedanta in der modernen Zeit, formulierte:

„Das innere Universum, die Wirklichkeit, ist unendlich größer als das äußere, das lediglich eine Schattenprojektion der einen wahren ist. Diese Welt ist weder wahr noch unwahr, sie ist der Schatten der Wahrheit. `Die Imagination ist der geleitete Schatten der Wahrheit`, sagt der Dichter. … „Materie ist nur ein geäußerter Gedanke. … Im Subjekt ist das Objekt vorweggenommen; das Subjekt ist die einzige Wirklichkeit, das andere ist nur eine Erscheinung. Eine gegensätzliche Sichtweise ist unhaltbar. Materie und die äußere Welt sind zwar auf einer bestimmten Ebene beseelt, in Wirklichkeit sind sie eins.“

Bild des Benutzers Uwe Theel

Mein Lieber, mein Jolly,

 

das ist ein fetter Knochen zum benagen. Ich hoffe ich beiße mir da die Zähne nicht aus. Auf jeden Fall heißt es da da für mich bei Heisenberg, Planck, Schrödinger und den genannten Indern noch eine Menge nachzulesen, zu lernen.

Danke Delloc, die Grundzüge glaube ich jetzt verstanden zu haben.

Ein Gedanke hier aber, der sich mir  beim Lesen sofort aufdrängte:

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die These von der Materie als durch das Bewußtsein erst entstanden eine Reformulierung der idealistischen Sichtweise dartstellte, damit gegen Marxens Satz vom Sein, dass das Bewußsein bestimme gerichtet sei. Dem scheint aber nicht so zu sein, wie ich jetzt zu begreifen beginne. Ich stimme dem meisten von Dir referrierten erst einmal zu muß,  aber mindestens an einer Stelle des mit „Diese äußere Welt ist nur die Welt der Vorstellung. Alles was wir sehen bilden wir aus unserem Geist ab. ... Ein niederträchtiger Mensch sieht die Welt als eine perfekte Hölle, der Gute als einen perfekten Himmel und der perfekte Mensch sieht weiter nichts als Gott.“   zitierten Vivekanander widersprechen:

Gerade wenn das Bewußtsein quasi unendlich in seiner Möglichkeit ist "Materie", Wirklichkeit zu schaffen, so sehe ich doch nicht ein, dass der "niederträchtige Mensch" nur eine niederträchtige Welt "schaffen kann" der "perfekte" Mensch dagegen nur die perfekte Welt. Da wäre keine Freiheit, kein Selbst-anders-werden-können mehr, die im genannten  Wellen- und Teilchenmodell mit seinen 32 Dimensionen logisch doch wohl mit ausgedrückt ist (und sei diese auch nur dem Zufall und nicht einer gezielten Wahl geschuldet (schon wieder ein neues Problem!).

Auf der Metaebene des Nachdenkens über das Gedachte kann ich meiner Selbst in vollem Umfang gewiss werden (Doch: Das Selbst kann nicht gesehen werden, gerade weil es selbst das Sehende ist). Ich denke über die "selbst geschaffene" Wirklichkeit nach und dieses Sein bestimmt in diesem Kreislauf doch wieder mein Bewußsein. Fiele dieses Metaebenendenken, das sich theoretisch unendlich iterieren läßt, weg, würde zwar immer noch die Materiebildung durch den Geist erfolgen, doch man wäre wie das Tier quasi in dieser Wirklichkeit gefangen, wir könnten Sie nicht mehr nach durch Kritik (Metaebenendenken) gewonnenen Kriterien verändern, uns von ihren eventuell entdeckten Momenten der Unterdrückung, der Ausbeutung befreien können, wahlweise auch tiefer ins Elend hineinreiten.

Es gibt noch viel zu denken, packen wir es an!

Bild des Benutzers Delloc

„Gerade wenn das Bewußtsein quasi unendlich in seiner Möglichkeit ist "Materie", Wirklichkeit zu schaffen, so sehe ich doch nicht ein, dass der "niederträchtige Mensch" nur eine niederträchtige Welt "schaffen kann" der "perfekte" Mensch dagegen nur die perfekte Welt. Da wäre keine Freiheit, kein Selbst-anders-werden-können mehr, die im genannten  Wellen- und Teilchenmodell mit seinen 32 Dimensionen logisch doch wohl mit ausgedrückt ist (und sei diese auch nur dem Zufall und nicht einer gezielten Wahl geschuldet (schon wieder ein neues Problem!).“

„Nur“ ist ja fast immer falsch… wink

Allerdings gebe ich zu bedenken, dass die Selektive Wahrnehmung die Möglichkeiten des Neuerschaffens doch stark reduziert. Wir sind ja nicht nur Sender, sondern auch Empfänger und ziehen als Empfänger genau die „Energien“ an, zu denen wir eine „Beziehung“ haben, die uns quasi „vertraut“ sind.  

Der deutsche Physiker Ulrich Warnke (Gehirn-Magie, Saarbrücken 1998) hat zur Steuerung der Materie durch Bewusstsein (sinngemäß) ausgeführt:

 „Eine kugelförmige Gedankenwelle trifft überall auf aktive kurze Vakuumeruptionen. Sie überträgt aber nur dort Energie, wo Polarisation (Richtung der Wellenschwingung) und Spin (Drehimpulse der Elektronen) gleich sind. Durch die Energieaufladung entsteht eine elektromagnetische Welle mit Fernwirkung, das bedeutet, dass diese Welle nun ihrerseits Elektronen quantenmäßig anregen kann. Sie tut das aber erst dann, wenn sich mindestens ein Empfänger (Beobachter) durch sein Echo gemeldet hat, d.h. wenn die Welle weiß, dass ihr jemand quasi ‚zuhören’ kann. Im selben Augenblick sind alle Elektronen im gesamten Kosmos über den Vorgang informiert, und es kommt simultan zu einer Echoaussendung aller energetisch aufgeladenen Elektronen. Diese Echos verfestigen sich in einem eigenen elektromagnetischen Feld und bilden so ein neues Kraftfeld.

Da jeder Empfänger aber gleichzeitig auch ein Sender ist, da also jeder jedem etwas sendet und empfängt und wieder sendet, ergibt sich permanent eine ungeheure komplexe Vernetzung.“

Ein weiterer Einflussfaktor ist das Verhältnis von Aktivität und Passivität. In Meditation/no-mind-state oder Tiefschlaf findet ja eine Interaktion statt, die weniger von Persönlichkeitseigenschaften beeinflusst wird. Dann geschieht das, was der Nobelpreisträger Richard Phillips Feynman (1918 – 1988) so beschrieben hat:

„Es ist nicht so, dass ein Teilchen dem Weg der kleinsten Wirkung folgt; es riecht vielmehr alle Wege in der Nachbarschaft und wählt dann denjenigen mit der kleinsten Wirkung aus; seine Methode entspricht dabei der, die das Licht verwendet, um die kürzeste Zeit zu wählen.“ (Richard P. Feynman, Robert B. Leighton, Matthew Sands, Vorlesungen über Physik 2: Elektromagnetismus und Struktur der Materie. Definitive Edition, Band 2, München 2007, S. 359)

„Kleinste Wirkung“ ist das, was wir „Erholung“ nennen und jeder von uns nach dem Schlafen oder Meditieren erfahren kann.

„… wie das Tier quasi in dieser Wirklichkeit gefangen, wir könnten Sie nicht mehr … verändern, uns von ihren eventuell entdeckten Momenten der Unterdrückung, der Ausbeutung befreien können, wahlweise auch tiefer ins Elend hineinreiten.“

Ja, wie das Leben verläuft, ist eine Frage des individuellen Vertrauens… angel

Du kannst auf die Reiz-Reaktions-Schemata des konditionierten Geistes, auf deine „Persönlichkeit“, vertrauen oder auf die Wirksamkeit des universalen Seins. Im letzteren Fall wird sich deine Aufmerksamkeit darauf richten, Impulse ungefiltert ein- und zuzulassen, und deine persönlichen Filter so bewusst wie möglich abzuschalten.

Es gibt verblüffende Übereinstimmungen von modellhaftem intelligentem Verhalten der Elektronen und ihrem Photonenschwarm und ganz alltäglichen menschlichen Gedanken und Erlebnissen. Deshalb kommt die Quantenphysik immer mehr zu der Auffassung, dass nicht wir, sondern Elektronen-und Quantenteilchen in uns denken?

Wir bestehen nämlich aus nichts anderem, als fast ausschließlich aus Elektronen und Quanten, die sich im fast 100%igen Vakuum unseres Körpers tummeln. Doch bei genauerer Betrachtung tummeln sie sich eben nicht, sondern sie verhalten sich zielgerichtet, äußerst diszipliniert, koordiniert und organisiert,   ohne im geringsten ihre Individualität aufzugeben, also sie verhalten sich hochintelligent.

Das Elektron verhält sich ganz ähnlich wie wir, wenn wir auf eine Situation reagieren, weil die Elektronen es selbst sind, die in uns reagieren, so die Meinung des Physikers Charon. Damit das Elektron überhaupt intelligent reagieren und Erfahrungen sammeln kann, muss es eine innere Komplexität aufweisen.

Charon sagt, dass das Elektron innerhalb seines Mikrouniversums einen Raum umschließe, der erstens Information zu speichern vermag, zweitens mit Hilfe einer Art von Erinnerungssystem diese Information in jeder Pulsperiode seines Zyklus wieder verfügbar machen kann und drittens die Fähigkeit besitzt, komplexe Operationen durch Kommunikation und Zusammenarbeit mit den anderen Elektronen des zu bildenden Systems zu steuern.

Schließlich kommt er zum Schluss, dass die Elektronen uns Menschen und alle anderen Organismen als Vehikel zur Erfahrungssammlung konstruiert und aufgebaut haben. Denn Erfahrungen, wie wir sie als individueller Mensch sammeln, seien, nuanciert gesehen, einmalig und einem unzusammenhängenden Elektronenkollektiv völlig unmöglich.

Insofern ist „Sehen“, um zu verändern, wenn man es als elektronische intelligente Bewegungen definiert, permanent vorhanden. Doch was könnte es zu sehen geben? Licht sein heißt eben „nicht zu sehen“, sondern zu SEIN.

Bild des Benutzers Uwe Theel

Sein oder Nichtsein

icI weiß zwar nicht wieviele Bruchteile ich nur von Deinen Auswirkungen wirklich verstanden habe. Ich habe es verwoben mit meinen (bisherigen) Vorstellungen und diese sicherlich bereichert, was zu beschreiben, gar zu erklären hier sicherlich sehr viele Seiten füllen oder nur leere Seiten hinterlassen würde.

Einen Gedanken habe ich allerdings jetzt gleich vorzutragen:

Wenn Materie also wie auch immer "verkrusteter Geist" ist, wir nur dieses als Wirklichkeit begreifen, wahrnehmen können (mit allen Rückkoppelungen und Verzerrungen, von denen Du sprachst), dann bleibt doch eine Frage.

Gedankenexperiment: Wenn wir Australien von allen Menschen, sogar Tieren entvölkerten und dann warteten, dass der letzte Australier gestorben wäre, oder vergessen hätte "wie Australien" an je jeder Stelle seiner "früheren Ausdehnung" aussah, sich anfühlte, sich anhöhrte und roch, ja dass es jemals dort gelegen hätte, alle Dokumentation von diesem Kontinent im Rest der Welt vernichtet worden wäre, der Seeraum um "Australien" für 20.000 Jahre gesperrt bliebe, würde dann im 20.0001 Jahr danach ein Mensch, der bar jeder Erinnerung oder Vorstellng, dass da überhaupt etwas anderes wie Meer sein könnte, Australien "wiederentdecken" es in genau der den Altvorderen bekannten Form wiedererschaffen durch und mit seinem Geist?

Oder etwas einfacherer: Wenn zwei Menschen unabhängig voneinander und ohne sich gekannt zu haben, oder dort sich zu treffen, am selben Tag  an denselben, ihnen beiden zuvor unbekannten Ort kommen und dort ein Photo von dem Ort machten, warum ist dann auf beiden Photos dasselbe zu sehen, wenn doch zwei verschiedene Geistwesen sich je einen eigenen Ort schaffen müssten (Ihr Geist ist nicht identisch), was dann auch verschieden auf den Photo zu sehen sein müsste?

So, das war das Rätsel zum Sonntag, auf das ich keine Antwort weiß, da ich nur weiß, das auf beiden Photos dasselbe (Ab)Bild zu sehen ist.

 

LG

Uwe

Bild des Benutzers Delloc

"Meine" Auflösung des Rätsels zum Sonntag entnehme ich dem Warnke-Satz:

"Da jeder Empfänger aber gleichzeitig auch ein Sender ist, da also jeder jedem etwas sendet und empfängt und wieder sendet, ergibt sich permanent eine ungeheure komplexe Vernetzung.“

Außerdem sind viel mehr Spieler beteiligt, als der Anthropozentrismus uns glauben machen wollte. Die "Krone der Schöpfung" in ihrer Macht- und Gewaltverherrlichung wurde auch von einem monotheistischen Gottesbild in die falsche Richtung getrieben. Die animistischen Weltanschauungen kamen der Wirklichkeit in ihrem vielfältigen "kommunikativen" Informationsaustausch wesentlich näher. Die "Geister", die der Animismus beschreibt, sind wirklicher als jedes mathematische Modell.

Das ganze Universum (Tiere, Pflanzen, Menschen, Mineralien, Elektronen usw.) ist am Spiel des Lebens beteiligt.