3 Jan 2017

Von Dumpfbolzen und anderen Mitmenschen

Submitted by ebertus

Dass die neue, die politisch korrekte, korrekt genderisierte Linke gern am Katzentisch der Herrschaft sitzt, ihre eigentlich Schutzbefohlenen oft verachtet, das ist nicht wirklich überraschend; eher schon, wie offen sie das tut.

Christian Baron hat mit "Proleten, Pöbel, Parasiten – Warum die Linken die Arbeiter verachten" dazu bereits eine Art Standardwerk verfasst, reicht diese Analyse weit über das bekannte, lediglich die SPD meinende  "Wer hat uns verraten ..." deutlich hinaus. Die neue, gute, intellektuelle Linke spannt sich heute von der Merkel-CDU über alle möglichen, guten Spielarten von Genderismus und Feminismus bis zu weiten Teilen der Linkspartei, ist -frei nach Pierre Bourdieu- ausgestattet mit viel sozialem und kulturellem Kapital, darf sich innerhalb der vom ökonomischen Kapital vorgegebenen Leitplanken frei bewegen; am Katzentisch der Besitzenden platznehmen.

Bei Antje Schrupp, deren freimütiger Text zu diesen Zeilen Anlaß gab, liest sich das dann so:

"Wir dachten, nur weil wir jetzt an den Schaltstellen sitzen (in der Regierung, in den Redaktionen, in den Universitäten), weil wir an der Macht sind, müssten wir uns mit solchen Dumpfbolzen nicht mehr auseinandersetzen."

Ja, dachten wir ...

Der Text von Frau Schrupp ist in Gänze lesenswert, läd bei fast jedem Absatz zum Schmunzeln ein, bietet Perlen wie diese:

"Ja, es stimmt, wir haben den Bogen überspannt, wir haben Fehler gemacht. Aber nicht, weil wir den kulturellen Wandel, der mit Feminismus und Anti-Sklaverei-Aktivismus begonnen hat, radikal zu Ende denken, sondern weil wir uns bei der Durchsetzung unserer Ideale auf klassische Machtpolitik und Formalien zurückgezogen haben. Weil wir es, erst einmal an die Macht gekommen, vernachlässigt haben, für diese Ideale auch konkret einzutreten und sie zu vermitteln, und zwar überall und immer, auch an die Honks. Wir haben irgendwie gedacht, in dem Moment, wo wir (oder die Unsrigen) Gesetze erlassen können, könnten wir mit der Vermittlung aufhören und den anderen einfach befehlen, nun auch unsere Meinung zu übernehmen."

Und weil es immer noch nicht so (gut) läuft, setzen wir jetzt noch ein Wahrheitsministerium oben d'rauf, welches diese Dumpfbolzen -wahlweise die Honks- dann hoffentlich unter Kontrolle halten wird. Nochmal Ja, so geht herrschaftsfreier Diskurs; der einer promovierten Feministin, einer nur ganz wenig elitären Menschenfreundin - stelle ich mir vor ...

Dabei liest sich der Text schon eher wie das trotzige Statement einer nicht mehr ganz jungen Schachtel -sorry for that- die niemals Alice Schwarzer werden wird, mit ihrer halben Stelle (gemäß Vita) kaum an die einkommenssteuerlichen, auch schon mal strafrechtlich relevanten Dimensionen der Alice herankommen wird.

Es liest sich wie das Statement eben dieser allwissend-unfehlbaren Politikdarsteller, die nach jeder verlorenen Wahl als (ihren) maximalen Fehler die Tatsache erkennen, dass es ihnen eben nicht ausreichend gelungen ist, ihre doch so alternativlos richtigen Argumente den Dumpfbolzen und Honks unter den WählerInnen wahlentscheidend deutlich zu machen. Dennoch, ein ganz klein wenig Kreide fressen, das leistet sich die Antje dann zum Schluß, weil wir uns auf die

"Menschen mit Erfahrungen und Vorurteilen, mit Sorgen und Eitelkeiten, mit Einsichten und Irrtümern, Individuen, auf die wir uns einlassen müssen"

zumindest so tun als ob ...

Denn ansonsten ist klar, sollten wir unsere "Prinzipien auf keinen Fall aufgeben" lediglich den Honks, den "anderen vermitteln"

- - - - -

Über Antje Schrupp und deren Blog hinaus ist das mit den Dumpfbolzen, den Bildungsfernen, deren Irrtümern natürlich auch ein Thema für die richtigen Medien aus dem neulinken Spektrum. Nein, der Freitag bleibt erstmal außen vor, setzt sich Hans-Dieter Rieveler vor einigen Tagen bei Telepolis und am Beispiel der taz ebenfalls mit diesem Nichtverstehen auseinander. Kein Wunder, wenn auch bei der taz die Auflage rückläufig ist (im 3. Quartal 2016 um 5,9 Prozent), dort immer weniger LeserInnen verstehen wollen, warum olivgrüner Bellizismus und die Verachtung der kleinen Leute nun plötzlich das neue gute Grün sein soll.

Btw. ist der Freitag eigentlich ein gutes Beispiel für die oben erwähnten Kapitalsorten des Pierre Bourdieu. An der Spitze steht das ökonomische Kapital des Jakob Augstein und darunter dürfen sich kulturelles und soziales Kapital im Rahmen der neulinken, politisch korrekten, aktuell angesagten Leitplanken tummeln, relativ frei bewegen. Aber eben nur solange, bis das ökonomische Kapital den Stecker zieht ...

Kommentare

Bild des Benutzers marie

ich lesen frau schrupp nicht - habe mir aber deinen blog dazu durchgelesen ... und verstehe deine intention dazu nicht.

in dem von dir verlinkten zitat, übt sie m.m.n. eine dringend notwendige selbstkritik, die ich beachtlich finde

 

Weil wir es, erst einmal an die Macht gekommen, vernachlässigt haben, für diese Ideale auch konkret einzutreten und sie zu vermitteln, und zwar überall und immer, auch an die Honks. Wir haben irgendwie gedacht, in dem Moment, wo wir (oder die Unsrigen) Gesetze erlassen können, könnten wir mit der Vermittlung aufhören und den anderen einfach befehlen, nun auch unsere Meinung zu übernehmen."

 

die wirre lächerlichkeit ihres ausgangspunktes, würde mich schon vom weiterlesen abhalten und locker im mülleimer landen

 

weil wir den kulturellen Wandel, der mit Feminismus und Anti-Sklaverei-Aktivismus begonnen hat

 

ich frage dich: welchen stellvertreterkonflikt bearbeitest du selbst? an welchen prinzipien  hälst du fest, dass du sie nur bei anderen  - stellvertretend analysieren kannst - weil du genau wie diese stellvertreter die sicht auf dich selbst verstellt hast - dich jedoch immer wieder in allen varianten damit beschäftigten mußt... verbinden euch die "spagat-übungen" ?

Lieber ebertus,
Deine Situationsbeschreibung scheint mir korrekt.
Neu ist das nicht.
Schon die Aufklaerer, so um 1900, waren verbittert, weil das tumbe Volk sich nicht von seiner unverschuldeten Unwissenheit befreien wollte.

Bild des Benutzers Delloc

Alle Ideologien, rechts wie links, liberal, autoritär, demokratisch oder diktatorisch, sind in ihrem Selbstverständnis stets eine ideelle Affirmation der soziokulturellen Verhältnisse, aus denen sie hervorgehen.

"Auch die Nebelbildungen im Gehirn der Menschen sind notwendige Sublimate ihres materiellen, empirisch konstatierbaren und an materielle Voraussetzungen geknüpften Lebensprozesses." (MEW 3, S. 26 f)

Insofern fehlen der Kommunikation mit „Dumpfbolzen“ genau jene Perspektiven, die sich immer nur aus der Analyse der wirklichen Verhältnisse ergeben. Sofern darin aber Status, Praxis und Bedeutung einer intellektuellen Avantgarde nicht enthalten sind, kann daraus kein wahres Bewusstsein erwachsen.

ich fange mal bei mir an mit der abschaffung der verachtung gegenüber andersdenkenden personen, "augenscheinlich anderen" lebesstilen und wertvorstellungen. möge meine persönliche verachtungsdatenbank nicht noch mehr wachsen, dann hätte ich schon mal viel erreicht. im übrigen stehen ganz oben im verachtungsranking die "linksgrün-versifften Gutmenschen", also ein neuer klassismus (hass) ist im entstehen. ob das "gut" odr "schlecht" ist, habe ich für mich längst entschieden!

ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, dass "wir" nicht den kritischen blick auf die gefährlichsten und machtvollen verachter (menschenfeinde) auf diesem planeten verlieren. was ich meine, dass hat diego fusaro auf den punkt gebracht: "Der Terrorismus fragmentiert den Klassenkonflikt und lässt die Knechte sich gegenseitig bekämpfen":https://www.heise.de/tp/features/Der-Terror-nuetzt-der-herrschenden-Elit...

Bild des Benutzers Delloc

"Der Terrorismus fragmentiert den Klassenkonflikt und lässt die Knechte sich gegenseitig bekämpfen"

Ja, so funktioniert das Klassenkampfmittel "Bürgerkrieg"!

Wer die Kohle hatte, Söldnertruppen aufzustellen, schickte sie zum Maidan oder nach Syrien gegen Assad und das Gemetzel begann. Insofern hat die Ordensschwester María Guadalupe Rodrigo recht, dass man eigentlich gar nicht von einem Krieg der Bürger untereinander sprechen dürfe.

 

 

Ja, und es sind immer die schlecht bezahlten "Knechte", die sich für den Brudermord anheuern lassen. In Deutschland zuletzt 1920, als 50000 Kämpfer der Roten Ruhrarmee von der Reichswehr unter General Hans von Seeckt und faschistischen Freikorps niedergemacht wurden. Übrigens derselbe Hans von Seeckt, der sich einige Monate zuvor geweigert hatte, den faschistischen Kapp/Lüttwitz-Putschversuch zu bekämpfen. Seine Begründung: "Truppe schießt nicht auf Truppe".

Trotzdem dauerte der sog. "Deutsche Oktober" bis 1923 an. Ausgelöst durch ein Verbot der kommunistischen Presse, das von dem örtlichen Militärbefehlshaber erlassen wird, kommt es zu einer offenen Auflehnung der sächsischen Regierung aus SPD und KPD. Nach dem Einmarsch der Reichswehr in die größeren Orte Sachsens und dem Einsetzen eines generalbevollmächtigten Reichskommissars tritt die Landesregierung zurück. Seeckt übt danach Druck auf das benachbarte Thüringen aus, wo sich ein ähnlicher Konflikt andeutet. Und wieder werden Arbeiterunruhen von der Reichswehr brutal niedergeschlagen.

Der Wunsch von CDU/CSU, die Bundeswehr auch im Innern einzusetzen, weckt blutige Erinnerungen...

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Lieber Bernd,

oh wie schön sind doch die Nachrichten aus der Heimat!

Ich kann da nur sagen: Warum streichen sich Grüne (Böll-Stiftung) und Linke (Rosa-Stiftung) Millionen Staatsknete ungeniert ein, ohne auch nur einen Pfennig für Dumpfbolzen auszugeben? Es lebe das gute Leben der Partei-Soldaten! Sie gieren jetzt schon um die Millionen nach der BT-Wahl 2017. Aber da macht ihnen die AfD Konkurrenz. Die wollen nämlich mindestens soviel wie SPD (Ebert) und Union (Adenauer und Seidl). Wir wird denn die AfD ihre Abstauber-Stiftung nennen? Vielleich Rosenberg? 

Aber Du kennst sicherlich noch die K-Gruppen Ende 60er/Beginn 70er Jahre. Was die alles über Arbeiter wussten, da wär der alte Marx nicht mitgekommen. Aber angefasst haben die nicht einen Arbeiter, lediglich mit spitzen Fingern Flugblätter an den Fabriktoren verteilt. Oskar macht das heute eleganter: Er sitzt mit seiner Roten Gräfin im Schlemmerlokal bei Sekt und Kaviar und beobachtet vom Fenster aus, wie HartzIVler die Mülltonnen umdrehen.

Schönen Tag noch,

Hermann

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"Aber Du kennst sicherlich noch die K-Gruppen Ende 60er/Beginn 70er Jahre. Was die alles über Arbeiter wussten, da wär der alte Marx nicht mitgekommen."

Bitte nicht "die K-Gruppen"! Vielleicht die, die du kanntest...

Es gab auch andere, u.a. der RK bei Opel oder potere operaio bei Fiat. Die Schachbettstreiks und auch die wilden Streiks waren Ende der 60er gemeinsame Aktionen von Studenten und Werktätigen. Da ich selbst in Bochum aktiv war, kann ich bestätigen, dass die Flugblätter nur ein kleiner Teil der Kontakte waren.

Lieber Delloc,
wenn Du andere Erfahrungen gemacht hast, ist das positiv. Da nehme ich die Verallgemeinerung gern zurück. Ich war damals als Student in Heidelberg und habe in dieser Zeit immer als Arbeiter malocht, Stipendien gab es nur für Parteien-Wasserträger und Kirchenmenschen, als BASF-Schichtarbeiter, Bundesbahn-Paketdienst, Tapetenfabrik-Lagerarbeiter, u. a. Da hatten wir allerdings nur K-Gruppen mit spitzen Fingern und mich sahen sie als Anarcho-Exot an. Ich wurde von den Arbeitern mit Fragen gelöchert und war selbst viel bei ihnen eingeladen. Was da gegenüber den Bürgersöhnchen, die die Arbeiter zur Revolution aufrufen wollten, aber nie in eine Arbeiterfamilie hineingesehen hatten, an Ressentiments herauskam, kannst Du Dir vorstellen. Aus dieser Arbeit ging auch die erste deutsch-türkische/ausländische Begegnungsstätte für Kinder und Eltern in Ludwigshafen hervor, die bis heute Bestand hat.
Ich schlage dem Napoleon von der Saar und der Roten Gräfin einmal vor, die Langarbeitslosen-Familien im Saarland zu besuchen und mit ihnen Projekte auf die Beine zu stellen. Rosa Luxemburg und die dicken Gehälter machen das locker möglich.
LG, Hermann

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und seiner "Roten Gräfin" bin ich nicht so negativ eingestellt. Aber das weisst Du ja ...

Für mich hat er (Lafontaine) damals auf jeden Fall Profil bewiesen, sich nicht von Schröder und dessen aufziehender rot/grünen Agenda als Feigenblatt mißbrauchen lassen. Und solange Wagenknecht sich im Kreuzfeuer der Neulinken behaupten muss ist auch da alles gut. Verdächtig würde es für mich erst dann, wenn sie (die Sahra) sich nach der BTW in 2017 zum -eben- Feigenblatt einer R2G-Koalition hergibt. Das wäre aus meiner Sicht eine Art Wiederholung des grünen Umfallens ab 1998 - das Ergebnis ist bekannt.

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Lieber Bernd,

dazu wird es m. E. nicht kommen, rein rechnerisch schon nicht. Die drei Parteien schätze ich mal auf 40% insgesamt. Wenn eine Koalition, dann Schwarz-Rot-Grün mit gerade mal 50%. Das wird dann die letzte bürgerliche Regierung vor 2020 Brauner Regierung. Merkel schafft den Abstieg schon. Aber bevor die AfD die Macht endgültig kassiert, müssen die Humanisten aus den Löchern kommen.

LG, Hermann

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der Schwarz-Rot-Grünen halte ich für eher unwahrscheinlich.

Selbst wenn es der SPD-gelingt, ihr Projekt 18 umzusetzen, dann dürfte es zusammen mit CDU/CSU für ein "weiter so" erst mal reichen. Gemeinsame Interessen, gemeinsam gefühlte Panik schweißt zusammen, wird flankiert von entsprechenden Koalitionen in den Ländern; mit Sicherheit auch den Überlegungen nebst GG-Änderungen zum Wahlrecht insgesamt.

Jenseits 2020 könntest Du ansonsten allerdings recht behalten.

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Bernd, wir können ja eine Wette machen. GROKO wird m. E. diesmal die absolute Mehrheit verpassen und Grün benötigen, um weiterhin den Staatssäckel zu plündern. Jedenfalls wird es spannend. Merkel bleibt im Sattel, Gabriel sitzt hinten drauf, bedacht nicht runterzufallen. Und Grün, ein einziges Jammertal! Und die habe ich einmal lange seit Gründung gesponsert. Nun, alles wertvolle, leidvolle Parteierfahrungen, caramba!   

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Bis einschließlich der BTW 1998 habe ich die Grünen unterstützt und gewählt.

Dann jedoch, bis zur Hessenwahl im Frühjahr 1999 (war damals in Hessen wahlberechtigt) hatten diese, meine Grünen faktisch alles über Bord geworfen, wofür sie von Beginn an standen. Die schlußendlich einzige, mir verbleibende Konsequenz war für lange Jahre eine konsequente Wahlverweigerung in Bund und Land; von späteren Ausnahmen (Piraten, auch Linke) mal abgesehen immer noch anhaltend, einschließlich der Berlin-Wahl vor wenigen Monaten.

er lässt sich wählen!!! möglicherweise ein rezept gegen parteien-, demokratie- und wahlverdrossenheit. im übrigen wird es nix aus r2g, weil das "ursozialdemokratische" thema "sicherheitspolitik" nach innen (repressiv) und außen (neokolonial aggressiv), zwar mit der cdu und den grünen zu machen sein wird, aber nicht mit dem team sarah.

sowohl "verantwortung" als auch die "führungsrolle" in der welt zu übernehmen heißt:

»Dieser Auftrag beginnt aber mit der Ordnung bei uns, in unserem Lande.« Der Staat bin ich:https://www.jungewelt.de/2017/01-04/001.php

mein parteipolitisches profiling für 2017: augenscheinlich jamaika- oder kenia-koalition...aber ich kann mich irren, was mit podemos und syriza bewiesen ist.

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Lieber Gast, 

diese Verantwortung und Führungsrolle aber nur als humanistische Alternative zur derzeit kapitalistischen. Von D soll keine militärische und wirtschaftliche Macht ausgehen; wenn Vorbild, dann endlich einmal etwas ethisch Positives von D in die Welt hinaus, mit Verantwortung und Empathie ja und mit Bescheidenheit. Militärische und ökonomische Springerstiefel müssen eingemottet werden. Unter diesem deutschen Wesen hat die Welt zu lange gelitten und die Schnauze voll.

LG, CE 

stimmt schon mit dem gaststatus, aber dennoch hat der gast einen namen. leider vergessen ihn anzugeben;sorry.

was ich befürchtet habe, weil es augenscheinlich erkennbar war:

Innere Sicherheit Plädoyers für einen starken Staat (http://mobil.fr-online.de/cms/politik/innere-sicherheit-plaedoyers-fuer-...)

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^^ ich möchte auch mal was "richtig" machen - d.h. ich möchte auch gern hier öffentlich lesen, das ich etwas richtig mache:

 

habe deshalb ganz spontan beschlossen: ich lasse mich wählen^^

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Liebe Marie, ist das Dein Ernst oder machst Du einen Witz?

Sollte das Dein Ernst sein, dann Gratulation hoch Zwei!

LG, Hermann

Bild des Benutzers costa esmeralda

Bernd, Du siehst ja in der Geschichte weltweit, dass immer nur Bewegungen gesellschaftlichen Fortschritt bringen. Parteien eiern hinterher, um politische Macht zu erringen, nicht aber um die Welt lebenswerter zu machen.Diese Erfahrung habe ich in der halben Welt gemacht und auch weltweit wirst Du kein positives Beispiel für ein Partei finden, die selbstlos den Menschen in den Mittelpunkt des politischen Kampfes stellen, und, wenn es drauf ankommt, als Partei "Suizid" zu begehen, sobald Ziele erreicht sind.  

Dass Frau Merkel sich auf das Chaos Schwarz-Rot-Gruen einlaesst, bezweifele ich. Wenns fuer Schwarz-Schwarz reicht, und danach siehts aus, wird sie den Bettel hinschmeissen und der Seehofer o.ae. wuppt die Sache. Wird dann aussenpolitisch "einfacher" mit den USA, le-Pen-Frankreich, und mit den hardlinern in Osteuropa etc.
Aendern wird das nicht viel. Ausser dass sich SPD als irgendwie "linke Partei" neu erfinden muess. Auch nicht schlecht.

Bild des Benutzers costa esmeralda

Na Aussi, bevor das passiert, muss die Union aber jede Menge dicke Kröten schlucken. Dass Merkel hinschmeisst, kann gut sein. Dass aber die Fraktion in Gänze folgt mit einem Seehofer-Kanzler, das bezweifle ich. Auch hat die AfD gesagt, dass sie als Junior-Partner nicht zur Verfügung steht.

Bild des Benutzers ebertus

wird es einfacher mit den Freunden, wenn auch hierzulande ein stramm Konservativer formal die Geschäfte übernimmt.

Merkel & Co. dürften vorerst verbrannt sein, auch wenn sie, was den Neoliberalismus, die transatlantische Vorwärtsverteidigung angeht, mit Sicherheit und nach wie vor auf der richtigen Seite stehen. Nur Trump & Co. werden Marken setzen, bei derem Ignorieren sich Merkel ansonsten noch dümmer stellen müsste als gehabt; damals in Sachen Komplettüberwachung durch ziemlich beste Freunde ...

habe ich bereits als "alternative" zu r2g ins spiel gebracht. eine gewählte "linksregierung" wird es in d 2017 definitiv nicht geben. die zeiten sind vorbei, wo "linke" erzählungen von sozialer gerechtigkeit (leben in würde) die büger*innen hinter den ofen locken konnten (zumal das hype-thema sicherheit im kontext von "augenscheinlich anderen" populistisch verhandelt wird).

so wie es sascha lobo für den "virtuellen" parlamentsraum beschreibt, wird es nimmer kommen, aber es spiegelt die politisch-ethische grundstimmung in der bevölkerung wider:

"Das wäre das Parlament in Deutschland, wenn Facebook-Likes gleichbedeutend wären mit Wählerstimmen (Stand 7. Juni 2016): AfD 274 044 Stimmen, NPD 163 847 Stimmen, Die Linke 140 157 Stimmen, CDU 106 870 Stimmen, SPD 105 703 Stimmen, Grüne 103 509 Stimmen, FDP 47 283 Stimmen. (Die Quatschpartei DIE PARTEI ignoriere ich so offensiv wie konsequent.) Das ergibt im Facebook-Parlament von Deutschland für AfD und NPD zusammen 46,5 Prozent – wenn die FDP an der Fünfprozenthürde scheitert, ist das die absolute Mehrheit."(https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2016/oktober/das-ende-der-gese...)

frauke petry übt sich schon mal als "unsere" k im facebook: Frauke Petry gibt die Kanzlerin
http://www.fr-online.de/politik/afd-frauke-petry-gibt-die-kanzlerin,1472...

nix ist entschieden, da vor der lichtgestaltenwahl 2017 noch drei landtagswahlen anstehen. ausserdem gilt es folgendes zu bedenken (selbstverständlich nur der möchte):

"Es zeichnet sich ab, dass die Verfasstheit der Parteien, ihr Selbstverständnis als eigentliche Machtzentren, auch als dauerhafte Kostgänger des Staates, nicht (mehr?) den Gegebenheiten entspricht. Absichtserklärungen, ab jetzt auf die Bürger zu hören und ihre Anliegen ernst zu nehmen, sind ohne Belang, reichen nicht aus. Weil es eben nicht Kommunikationsmangel ist, wie verkündet; es ist vielmehr eine Bankrotterklärung, vermutlich bereits in Bankrottverschleppung umgeschlagen. Wer sich nicht reformieren kann, wird Objekt äußerer Einwirkung. Was fällt, wird zusätzlich gestoßen.
Ein Aufsprengen der Parteienherrschaft mit deren Verschleierung als „repräsentative Demokratie“ wäre nicht das Ende der politischen Zivilisation, vielleicht das Ende einer Epoche – und das ist zumindest seit 1990 überfällig."

http://das-blaettchen.de/2016/12/parteiendemokratie-%e2%80%9eunverzichtb...

Bild des Benutzers fahrwax

Die wählerische Systematik ist allein für den Erhalt des Bestehenden gemacht - was sonst sollte die nächste Kungelei bewirken können?

Die Auswahl von Repräsentanz hat - keineswegs überraschend - regelmäßig zu altbekannten Schlachtopfern geführt, weil es so sein soll.

Mensch bestimmt, oder er wird bestimmt und verwertet. Die Auswahl der regierenden Lügner ist total nebensächlich - allein die ansprechende Vorspiegelung von Demokratie reicht, in der Nutzviehhaltung bisher aus.

Die Programatik ist recht eindeutig, auch wenn "Wahl" draufsteht - kannste auch um Linke Und AfD erweitern und dich fortgesetzt wundern warum immer das Selbe herauskommt..

Bild des Benutzers marie

wie stellst du dir einen funktionierenden bundestag mit nur parteilosen - ganz verschiedenen - abgeordneten vor, die so voneinander reden und denken, wie du hier über parteien und deren mitglieder?

Liebe Marie,
entschuldige mich bitte jetzt wegen der fehlenden Antwort. Es ist gerade viel zu tun. Auch Delloc konnte ich nur kurz antworten. Auf jeden Fall sollten die Unabhängigen bei aller Verschiedenheit in ihren Auffassungen einige Grund-Prinzipien vertreten und sich darüber immer wieder verständigen: wie zum Beispiel
a. Politische Freiheit (Bürgerfreiheit)
b. Humanistische (Sicherung der Lebensgrundlagen)
c. Pazifistische (Friedenspolitik im Innern und nach Aussen)
d. Nachhaltige Politik (Sicherung der natürlichen Grundbedingungen für Leben)
e. Flüchtlings- und Integrationspolitik (Mitbürger auf Basis von gemeinsamen Werte-Kodex)
LG, Hermann

Bild des Benutzers Heinz

»Was die alles über Arbeiter wussten, da wär der alte Marx nicht mitgekommen. Aber angefasst haben die nicht einen Arbeiter, lediglich mit spitzen Fingern Flugblätter an den Fabriktoren verteilt.«

Tatsächlich wußten die gar nichts über die Arbeiter, sondern haben nur ihre eigenen Projektionen veröffentlicht, um die Arbeiter unter ihre eigene Weltanschauung zu locken.

Ein Schwank aus meiner Kindheit

Ich wohnte damals in einem sehr gemischten Gebiet, in dem man sich noch gut aus den vergangenen 1.000 Jahren kannte. Ein junger Mann aus der Nachbarschaft war nach dem Verbot der KPD ins Arbeiter- und BauernParadies gegangen. Nach einiger Zeit war er zurück und schimpfte: »Die Kapos dort sind ja schlimmer, als hier.«

Bild des Benutzers marie

bestimmt kann jeder jede menge schwänke erzählen - schon allein das wort "kapo" zeigt ja die schwank-richtung an und spricht für sich ...

meine erste bekanntschaft mit der wiedervereinten polizei erlebte ich auf der demo "deutschland, halts maul" und sah eine für mich bisher unvorstellbare kampfroboter- garde im schulterschluß mit eiskalten augen und dem fehlen jeder gesichtsregung ... da bekam ich dann gleich die einstimmung, was ab jetzt und die zukunft "freund und helfer" bedeuten kann ...

Bild des Benutzers iDog

gemacht ... "

Ich denke, das ist allenfalls die halbe Wahrheit. Das Schicksal der in die Machtetage aufsteigenden Linken ist immer das selbe. Man kann ein Projekt = Produkt durchziehen oder gegebenenfalls auch als Juniorpartner / Praktikant und mitdenkender Schadensbegrenzer verhindern, wenn's denn zu krasser Mist ist, aber dafür muss man bei 9 anderen Schweineprojekte abnicken. Das ist der Deal. Dieser Umstand wird von der etablierten Linken gerne ausgeblendet und politisch korrekt verschwiegen. 

Bild des Benutzers fahrwax

Dieses beständige Trauerspiel zieht sich durch die Geschichte und wird schlicht ignoriert.

So kommen beständig neue, betrügerische Metzger unter dem Label "Links" in die Machtetagen - zum Verrat an allen Idealen und zur Kanalisierung von jeglichem Widerstand.

Ein "organisatorisches Problem" das fortgesetzt die neuen Noskes & die Schröders gebiert.

Aufschwimmender Dreck ist vermeidbar.......

Bild des Benutzers iDog

wahrscheinlich hast Du recht und die nennen sich nur "Links". Ein Merkmal der letzten Dekaden ist es allemal, dass "man" als Linker nicht mehr die Hierrachie kritisiert sondern totschweigt. Das Wort verschwindet aus dem Wortschatz. Das Ergebnis sind "linke" Bosse, christliche Henker, gleichberechtigte weibliche Diktatoren etc. ... und wenn auch sonst nicht sind wir wenigstens alle gleich sprachlos und nichtssagend.

Bild des Benutzers marie

vorwort von mir: wenn ein mensch einen anderen menschen als "dumpfbolzen" bezeichnet, bekomme ich ein großes problem nach dem inhalt zu suchen (andererseits lege ich auch nicht jedes wort auf die goldwaage und bin nicht zimperlich mit meiner wortwahl ... jedoch gut finde ich das nicht, nur einfach sehrsehr schwach)

>>> in der fc hat trittin ein interwiev "zum neuen jahr" gegeben und michael jäger seine gedanken zu europa aufgeschrieben ... ich habe mich inhaltlich mehr mit den folgenden kommentaren dazu beschäftigt, welche wesentlich substanzieller und klüger fand:

 

Richard Zietz 03.01.2017 | 09:12

Liebe Freitag-Redaktion,

mit Verlaub – ich fühle mich verarscht.

Wenn der Freitag seine journalistische Ausrichtung 2017 allein damit bestreiten will, sich an zwei (selbst kräftig mitgeschaffenen) Bullshitbingo-Begriffen abzuarbeiten – Viel Erfolg im akademisch-hippen Abseits. Wenn Jürgen Trittin (der eigentlich ein politischer Hochkaräter ist) bei einer derartigen Nummer (Interview mit Nullaussage) mitspielt, enthält das – vielleicht wider Willen – doch eine Information: dass die Grünen 2017 inhaltlich nichts in der Tüte haben und in der Hauptsache gedenken, einen »postfaktischen« Wahlkampf zu führen.

Richard Zietz 03.01.2017 | 11:06

Kurz: Wir befinden uns mit diesem Begriff an der Schwelle, wo Politik in eine Art Religion umschlägt – beziehungsweise der Anspruch erhoben wird, ähnlich wie ein Papst allein über die Wahrheit™ zu verfügen. Da das Ganze von staatstragender Seite propagiert wird (mit dem unausgesprochenen Anspruch: Wir sind der eigentliche Staat), ist das Ganze brandgefährlicher Neusprech – im Grunde bereits die Frühform eines totalitären Anspruchs.

gehyptes Nullaussage-Vokabular. Das einen schönen Vorgeschmack liefert auf die Wahlkämpfe, die 2017 ins Haus stehen.

 

Richard Zietz 03.01.2017 | 18:57
»Postfaktisch« im Freitag – ein Faktencheck

Ausgehend von der extensiven Verwendung der beiden Begrifflichkeiten »postfaktisch« und »Fake News« im Rahmen dieses Interviews habe ich mich auf Spurensuche begeben, wie flächendeckend diese Begrifflichkeiten im Freitag Verwendung finden.

Erster Check: Suchlauf mit »postfaktisch«. Fakt ist, dass bei der Freitag-internen Suche mit diesem Begriff 74 Artikel gelistet werden. Der älteste ist vom 21. September 2016; 51 davon – also über zwei Drittel – stammen aus den Monaten Dezember und Januar. Von den letzten 25 stammen drei vom 3. Januar (also heute), zwei vom 2. Januar, einer vom 1. Januar und drei von Silvester.

Woher kommen die Artikel? Bei den ersten 25 – zurückgehend bis zum 24. Dezember – sind alle bis auf vier redaktionellen Ursprungs.

Richard Zietz 03.01.2017 | 20:14

Leider haben die aufgeführten Dinge mit »Post«faktizismus wenig zu tun. Die Rechten – ebenso leider auch die Tatsache, dass im Bereich Migration längst nicht alles easy ist – sind leider sehr »faktisch«.

 

grashalm 03.01.2017 | 20:44

Mir gefällt die ganze Schwerpunktsetzung des Beitrags nicht.

Angenommen, jeder der politischen Akteure und noch dazu die vermittelnden Journalisten würden nur Wahrheiten erzählen - wäre dann auch nur eines der momentan drängenden Probleme gelöst?

Oder konkreter gefragt: Was hat denn Trittin weiland unternommen, um die Menschen vor Altersarmut zu bewahren?

 

mymind 04.01.2017 | 00:11


Sorry Herr Leusch,

Sie haben ja seinerzeit mit Ihrem Blog Giftgas-Direkter Beweis, selbst einatmen?
für Furore gesorgt. Ihre Mutmaßungen wurden von keiner offiziellen Untersuchungskommission jemals bestätigt, dennoch haben Sie weiterhin in Threads Ihre Variante der Verursacher der Giftgasangriffe auf Al Ghouta weiter aufrechterhalten. Da frage ich mich schon was Sie antreibt.

Oder andersherum: Warum empfinden Sie Ihren Blog in einem Gegensatz zu sog. FakeNews? Aus welchen Gründen haben Sie sich seinerzeit mit ihren Vermutungen dermaßen aus dem Fenster gelehnt? Welche Erkenntnis des Krieges in Syrien ziehen Sie seit den Informationen nach der Befreiung von Ost-Aleppo?

 

karamasoff 04.01.2017 | 00:26

"Wie es aussieht, wenn Linke sich auf die Domäne des Populismus begeben, kann man bei Sahra Wagenknecht"

Nur was genau will man ihr dann vorwerfen? Daß sie sich den Realitäten anpasst? (aka "professionell" wird oder "konsensfähig") und alles auf Floskeln und Maskeraden reduziert, statt oldschool-"links" zu sein wie mans von früher kannte (als man sie genau deswegen noch "Kommunistin" nannte).

An der Kritik an Wagenknecht kann man die ganze ausgehölten Haltungen der Politik vom Bundestag bis zum Wähler (vor allem der), vorrangig aus der Mitte, ablesen. Das ist ein einziges Zurücklehnen und warten was kommt, und wenn nix kommt reichts auch für Kritik. Wenn man ehrlich ist, eigentlich darf von ihr ja nur eines kommen: soll alles so bleiben wie´s is.

Das ist völlig alternativlos.

An inhaltlichen Auseinandersetzugnen ist kaum noch mehr jemand interessiert, denn da winkt meistens das Bildungselend. Schon gar nicht an Inhalten die man früher links verortet hat.

 

https://www.freitag.de/autoren/philip-grassmann/zurueck-ins-mittelalter#1483489325140107

 

mymind 28.12.2016 | 23:47


Es gibt die Arbeiter, unserer Bewegung gehören sie nicht an und einige oder viele sind fremdenfeindlich.

Sicher gibt es sie... Es gibt auch viele sog. Intellektuelle, die ähnlich kontraproduktiv ticken. Wir müssten erst einmal eine Bewegung formieren mit entsprechenden Inhalten, um zu definieren, wer aus rassistischer Motivation ggf. nicht dazugehören kann _ dazu gehören auch MM nach sämtliche Phobien_ so oder so. Was leiten kann, ist der Wunsch nach Frieden, zumindest einigermaßen Gerechtigkeit, dann Bildung & Aufklärung über die Geschehnisse & Zustände auf dieser Welt. Rassisten wie ignorante Liberalisten eint die mangelnde Empathie über den Status Quo.

mymind 04.01.2017 | 01:28


Wir bleiben ja im Gespräch.

Sicher _ wichtiger ist, wenn wir beide im Gespräch mit den Anderen sind. Da lernen wir ggf. mehr von, auch: Dass es nicht auf die Unterscheidung einer Nuance ankommt...

https://www.freitag.de/autoren/michael-jaeger/raus-aus-der-defensive#1483489715023649

 

Bild des Benutzers marie

laufen wohl ganz speziell ab ... nix mit geister des alten jahres vertreiben und auch nichts mit optimistischer begrüßung des neuen jahres ... und auch nicht ein tag wie jeder andere ...

hier versucht sich Walter van Rossum mit einem blick der neutralität in alle richtungen ...

http://www.deutschlandfunk.de/silvester-in-koln-oder-making-of-apokalypse-2-0-von-walter.media.8307f61fd483d3947b55a7d4d6d04172.pdf

 

Richard Zietz 03.01.2017 | 11:58

Aber bitte nicht noch mehr von einem: Migrant(inn)en gegen Frauen ausspielen.

mymind 04.01.2017 | 01:48
 


Ich könnte nur noch kotzen über die Heuchelei einer Peter & Konsorten. Diese Wichtigtuer für sog. Menschenrechte äußern sich nie über Vorfälle, in denen muslimisch aussehenden Autofahrer im fahrenden Verkehr auf der Autobahn herausgewinkt werden, wenn in 100 km Entfernung irgendein Gipfeltreffen stattfindet. Das & genau das entspricht dem Racial Profiling!

Stattdessen die Prävention anlässlich eines Events zu hinterfragen, bei der eine Gruppe besonders beobachtet & kontrolliert wurde, die sich im Vorjahr out of control verhalten hat & auch konnte, spricht für mangelnde Empathie der Geschehnisse. Wer das nicht kapiert, versteht auch die Zusammenhänge nicht. Keine Ahnung was Simone Peter am Neujahrstag geritten hat, die Vernunft war es nicht…..

 

https://www.freitag.de/autoren/snowinjune/miteinander-sprechen#1483512017567349

ewigkeitsgarantiethema mit riesen ausschlachtungspotenzial für rinks und lechts. stimmung ist einfach scheiße, aber "gut" für die wahlkampfmaschineristen. ich muss mich nun aber auf "meine" sog. flüchtlingsklasse ( "augenscheinlich anderen") nächste woche konzentrieren, daher kurze anwort mit den einwürfen von hagen rether zu silvester etc.:
https://www.youtube.com/watch?v=dFMXX-iuCXU&feature=youtu.be

apropos freitagbeitrag von snow_in_june. in der tat eine interessante (bekannte) debatte (inklusive beteiligten). am besten hat mir der satz von snow_in_june. gefallen, den ich ab nächste woche -wie bereits gesagt- umsetzen werde:

"das Zusammenleben mit Zuwanderern und Flüchtlingen nur funktionieren kann, wenn man miteinander spricht..."

na gut, "wir" werden die grundlagen/voraussetzungen dafür erst schaffen müssen....aber auf augenhöhe!

abschließendes zum begriff "nafris". habe ein bißchen recherche gemacht, weil ich die deutsche sprache liebe (und sie noch immer nicht kann!), was sprachwissenschaftler*innen (ich weiß, experten sollte man/frau misstrauen) dazu meinen. hier eine interessante fundstelle:

"Bei der Debatte um das Wort Nafri sollte es nicht darum gehen, ob die Polizei das Wort in rassistischer Absicht geprägt hat, sondern darum, dass diese Art von Kategoriebezeichnungen grundsätzlich gefährlich sind. Die Pauschalisierung und die begriffliche Unschärfe, die in solchen Bezeichnungen steckt, muss nicht unbedingt zum Problem werden – bei Möbelstücken etwa wird sie kaum jemandem schaden. Aber wenn es um Menschen geht, ist eine besondere Vorsicht geboten, damit Kategorienbezeichnungen nicht zu einem Teufelskreis von negativen Zuschreibungen beitragen." http://www.sprachlog.de/2017/01/03/nafris-ein-sprachwissenschaftliches-g...

schönen tag noch - jetzt muss ich mal los!

Bild des Benutzers marie

 

Wo endet die Rationalität? Wo beginnt Racial Profiling?

 

wenn personenkontrolle zum alltag gehört .... vier erlebnisberichte, die sich aus historischer sicht nicht gut anhören ...

 

https://www.vice.com/de/article/wie-es-sich-anfuhlt-wegen-des-aussehens-von-der-polizei-kontrolliert-zu-werden

mein kommentar (zu maries anmerkungen) von heute morgen scheint nicht angekommen zu sein. daher nur in kürze einige interessante hinweise. zum thema flüchtlinge, silvesternacht und terrorismus hat der hagen rether einiges gut auf den punkt gebracht: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=61717.

da ich die deutsche sprache sehr liebe, aber sie nicht wirklich beherrsche (immer noch nicht), habe ich mal recherchiert, wie sprachwissenschaftler*innen den begriff nafris deuten. hier ein kleiner auszug (finde zu lang den beitrag):

"Der Begriff ist nicht deshalb problematisch, weil die Kölner Polizei (vermutlich korrekt) erkannt hat, dass bestimmte Gruppen von Menschen aus bestimmten Ländern ihnen besonders oft Probleme bereiten, sondern, weil die sehr breite Kategorie Nafri dazu führt, dass nicht nur etwa alle Tunesier unter einen Generalverdacht für die Taten einer bestimmten Gruppe von Tunesiern gestellt werden, sondern sogar etwa alle Syrer unter einen Generalverdacht für die Taten einer bestimmten Gruppe von Tunesiern gestellt werden (und umgekehrt)."
http://www.sprachlog.de/2017/01/03/nafris-ein-sprachwissenschaftliches-g...

damit (nafris) hat sich auch der fischer beschäftigt u. zur der irrational/rationalen sicherheitsdebatte seine gedanken veröffentlicht. schwerstens lesenswert (auch hier wäre weniger mehr)!

http://www.zeit.de/gesellschaft/2017-01/ausblicke-2017-sicherheitslage-f...

Ich kann mit der Debatte über diese Bezeichnung so überhaupt nichts anfangen.
Offensichtlich haben sich im gesamten Bundesgebiet wieder Nordafrikaner verabredet, sich an zentralen Plätzen deutscher Städte zu treffen. Wer glaubt, die taten dies, um in trauter Gemeinsamkeit den Jahreswechsel zu erleben, mag dies tun. Die Polizei tat eher gut daran, einen solchen Glauben nicht zu teilen, wenn sie die Bürger vor Angriffen schützen wollten. Sie haben erwartet, dass Nordafrikaner mit verdammt miesen Absichten kommen würden, haben sich darauf vorbereitet und das Erwartete trat ein. Und die haben die daran gehindert, Straftaten zu begehen.
Jose, gestatten Sie mir , Ihnen zu sagen, dass die dabei in der Kommunikation verwendeten Begriffe mir herzlich egal sind. Die Vorstellung, dass in der gegeben Einsatzlage nunmehr eine feinziselierte Differenzierung vorzunehmen sei, ist offenkundig albern. Wie sollte das gehen? Und wozu?

Und dann mal ganz konkret, wie immer auch die Polizei die, mehrfach in Berichten als aggressiv beschriebenen, Jünglinge genannt haben mag - keinen wurde auch nur ein Haar gekrümmt. Sie wurden nicht gefoltert, in Lager verschleppt, zu Unrecht inhaftiert. Sie erhielten, wenn überhaupt, in den meisten Fällen Platzverweise....

Wenn ich mich daran erinnere, was mit unseren Kids in Heiligendamm gemacht wurde, als die da demonstriereten:

https://de.wikipedia.org/wiki/G8-Gipfel_in_Heiligendamm_2007