11 Nov 2016

Was tun? Sprach Lenin ...

Submitted by ebertus

Hier als relativ einfache Frage an diejenigen gerichtet, welche die nächsten Jahre als Politiker oder Großmedien politisch "überleben" wollen.

Was Donald Trump so alles anstellen wollte, unter Aufsicht des Kapitals, des militärisch-industriellen Komplexes anstellen darf, darüber mag trefflich zu spekulieren sein;

nur geht das (politische) Leben weiter, auch hierzulande ...

Nicht mehr spekulieren braucht man wohl über die ernsthaften Risse, welche das bekannte Propagandamodell des Noam Chomsky nun zeigt.

Ein Satz im Berliner Tagesspiegel macht schmunzelnd:

"Wollen die europäischen Liberalen und Progressiven das nächste Jahr überleben, müssen sie jetzt damit anfangen, klare Kante mit einer deutlich differenzierteren Sichtweise auf den politischen Gegner zu verbinden."

Ok, 2017 mag hierzulande nun wichtiger werden, wird sich der Prozess des überlebens dennoch etwas länger hinziehen.

Aus meiner Sicht dürfte ein wie auch immer verbrämtes, wie auch immer zu verkaufendes "weiter so" in seiner postulierten Alternativlosigkeit dann jedoch eher kontraproduktiv wirken,

sind kreative, substantielle Lösungen gefragt.

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Insofern meine sieben Punkte für's Überleben:

0: Genderism sollte als mediale Botschaft vorerst etwas flacher gehalten werden. Gerade die Mehrzahl der mitten im realen Arbeits(über)Leben stehenden, nicht von dritter Seite gesponserten Frauen hüben wie drüben interessiert wohl eher, wie sie sich und ihre Familie satt bekommen, die nächste Miete zusammen kriegen und (drüben) sich einen wenigstens rudimentären Schutz via einer bezahlbaren Krankenversicherung leisten können.

"Orgasmusschwierigkeiten" (ganz, ganz böser alter 68er Schmäh) rangieren dabei ebenso im hinteren politischen Feld wie sog. Grabscher oder verbal sich artikulierende Sexisten.

Dahingehend reale Praktiken -im oval Office beispielsweise- mit per Job Abhängigen (Volljährigen) sind vielleicht ebenfalls nicht strafbar, haben aber dennoch und aus meiner Sicht eine ganz andere Qualität, als alles das, was in dieser Richtung dem designierten US-Präsidenten vorzuwerfen wäre.


1: Bislang wurde dem US-Wahlsystem von interessierter Seite gern eine Art Vorbildcharakter zuerkannt. Eine kleine Delle hat das hehre Bild jetzt bekommen; aber es war und ist nicht alles schlecht, drüben!

Statt gemäß der beim Einwohnermeldeamt hinterlegten Daten allen Berechtigten eine Aufforderung zur Teilnahme an der Wahl zu schicken,

sollte ein expliziter Antrag gestellt werden (müssen).


2. Gemäß neoliberalem Credo sollte sich der dann zu gewährende, ggf. zu verweigernde Wahlakt, insbesondere was die Kostenseite betrifft, selbst tragen.

Eine entsprechende Servicegebühr ist bei Stellung des Antrages unbar (sic!) zu entrichten, oder zuzustimmen, dass diese Gebühr per erweiterter Haushaltsabgabe (Pkt. 5) eingezogen wird.


3. Wie schon beim sog. Brexit oder jetzt bei den US-Wahlen großmedial vemittelt, sind urbane und bildungsnahe junge Frauen (nebst deren Followern) eine bevorzugte Klientel, was die richtige Wahlentscheidung betrifft.

Insofern und nicht nur aus statistischen Gründen sollte die Antragstellung mit einem kleinen Fragebogen verbunden werden, welcher über Alter, Wohnort und Geschlecht hinaus auch gewisse Merkmale eines guten, global orientierten Bildungsbürgertums abfragt.


4. Haushaltsabgabe (GEZ I). Wie eingangs geschrieben, scheint das sog. Propagandamodell aktuell zu schwächeln, sind darüber hinaus lediglich die zwangsfinanzierten ÖR's und was die betriebswirtschaftlich notwendige schwarze Null betrifft ohne Sorgen.

Den privaten Großmedien sollte daher sehr ernsthaft, sehr konkret mit steuerlichen Erleichterungen, gar einer zweiten Haushaltsabgabe (Kulturabgabe etc.) unter die Arme gegriffen werden.

Nicht zuletzt brauchen die Verlage finanziellen Spielraum, weil die momentan und eher vorsichtig eingeführten Paymodelle sich möglicherweise als kontraproduktiv erweisen könnten. Wer sich das leistet, gehört in der Regel zu denen, die bezüglich einer richtigen Wahlentscheidung nicht überzeugt werden müssen.


5. Haushaltsabgabe (GEZ II). Hier kommt die unter Pkt. 2 genannte Servicegebühr wieder ins Spiel, sollten darüber diejenigen sanktioniert werden, welche

# keinen Antrag auf Teilnahme an der Wahl stellen

# einen Antrag stellen aber nicht bezahlen wollen

# einen Antrag stellen, der abgelehnt wird

# trotz Antrag und Genehmigung nicht wählen gehen

# nachweislich falsche Angaben gemacht haben


6. Weil ja bekannt ist, dass sich auf dem Lande viele Rechte, Reichsbürger, Chemtrailer, vermeintliche Ökoluxe und andere Verschwörungstheoretiker verstecken,

so sollte denen, diesen Landeiern einerseits die Briefwahl grundsätzlich verboten werden, andererseits die Zahl der Wahllokale dort ausgedünnt, am Wahltag der öffentliche Nahverkehr noch mehr als sonst und überhaupt ausgedünnt werden.

Zufällig könnten auch noch Straßen gesperrt werden.

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Ok, mit Pkt. 6 fangen dann die formal nicht so ganz koscheren Rahmenbedingungen an, soll hier eingehalten werden, weil es eigentlich um noch irgendwie zulässige politische Überlebenstechniken geht.