24 Aug 2016

Frau K. aus DA - reloaded

Submitted by ebertus

Nun eben als Gina-Lisa Lohfink? In meiner kleinen Welt wiederholt sich gerade eine Sequenz, zu der von mir bereits 2013 etwas geschrieben wurde.

"Frau K. aus DA" - Eine alte, immer neue Thematik in all ihren Ambivalenzen, bei der man sich (als Mann?) eigentlich nur zwischen alle Stühle setzen kann.

Wie wurde doch der Bundesrichter Thomas Fischer dann selektiv-verbal gekloppt? Weil er sich eher inhaltlich kompetent, denn emotional (nicht) betroffen zu einer aktuellen Gesetzgebung äußerte.

Und vielleicht hatte ich -in jüngeren Jahren- lediglich Glück, derartige Verhältnisse nicht näher erleben zu müssen.

Vielleicht war es auch die bekannte innere Stimme, welche mich davor bewahrte, diesen Konstellationen näher zu treten.

Oder es war die (vielleicht) morbide Faszination, welche ich dem Frühwerk eines Rainer-Werner Fassbinder entgegen brachte, er für mich als noch jungen Wilden jedwede Weiterungen zwischenmenschlicher Kultur in seinen Filmen vorweg nahm.

Auf meinen unten verlinkten Text aus dem Jahre 2013 weise ich gern hin; auch einschließlich der Kommentare eben dort.

- - - - -

Aktuell nun ist es dieser Text in der taz, der mich einmal mehr kopfschüttelnd zurück lässt. Und ein Kommentar dort hat es mir besonders angetan,

"F. Tee heute, 07:19


wenngleich der Grund für die endgültige Einstellung der bis dato eh' nur sporadisch geleisteten Zahlungenin dem für mich seit dem Frühjahr 2014 erkennbaren, olivgrün-transatlantischen Bellizismus der taz lag.

Und nun dieser Text von Katrin Gottschalk, ist sie gerade keine Praktikantin, sondern eine stellvertretende Chefredakteurin eben dort bei der taz.

Gleich eingangs wird die via dem Geschlecht wohl nicht direkt angreifbare, zuständige Richterin mit vollem Namen geoutet. Dass die Staatsanwaltschaft wohl ebenfalls von einer Frau vertreten war, das bleibt unerwähnt, würde den tendenziösen Tenor des Textes möglicherweise gestört haben.

Danach folgt ein Konjunktiv, folgt eine Mutmaßung der nächsten, zitiert die Autorin offensichtlich Angelesenes, wäre vielleicht gern selbst Gutachterin, kennt jedoch das für diesen Urteilsspruch wohl maßgebende komplette Video nicht; und weiss dennoch Bescheid, erhebt ihre subjektive Meinung zum "offenkundig".

Ansonsten kommen dann lediglich noch die eher für Insider wichtigen Versatzstücke und Begrifflichkeiten a la C-Promis, ein Hinweis auf das Dschungelcamp und eben die wohl gängigen Vergewaltigungswitze.

Was nicht in diesem Text steht, der Autorin möglicherweise zu faktenbezogen daherkommt, das ist die eigentlich wichtige Botschaft einer aufgeklärten, eben keiner ideologisch aufgeladenen Rechtsprechung:

Der weitere Rechtsweg, eine Revision via höherer Instanzen steht auch einer Gina-Lisa Lohfink zu!

- - - - -

Anmerkung: Es geht (mir) hier nicht um eine Bewertung der Geschehnisse, war und ist dies Aufgabe der zuständigen, ggf. noch folgenden, höheren Instanzen.

Im Sinne von Medienkritik ist jedoch das, was die taz im Namen ihrer -immerhin- stellvertretenden Chefredakteurin schreibt genau dieser ideologisierte Tendenzjournalismus, der für einen Niedergang der gesamten Branche sorgt.

Nach der spurlosen, kommentarlosen Entfernung eines Beitrages von Silke Burmester nun innerhalb weniger Tage bereits der zweite Fall, die ehemals auch von mir geschätzte Tageszeitung betreffend.

- - - - -
 

Mein bereits drei Jahre alter Text zu Frau K. aus DA

Eine nicht unbekannte Stimme: RA Udo Vetter via law blog

Eher auf der Linie der taz-Autorin: Mädchenmannschaft