16 Aug 2016

Alles vollkommen marktwirtschaftlich ...

Submitted by ebertus

Das BGE als Aufhänger? Ja, um das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) geht es hier sehr peripher; eher um marktkonformes Business.

Soweit es passt, muss in der Marktwirtschaft alles finanzierbar sein; auch dieses neumodische BGE, welches doch so überhaupt nicht zu finanzieren ist. Das seit 2008 anhaltende, zwecks hehrer Bankenrettung virtuelle Schöpfen von Geld aus dem Nichts mal aussen vor gelassen.

Viel wichtiger ist an dieser Lektion eigentlich die zumindest partiell -wenn es denn gerade noch passt- gültige Tatsache, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Ebenso partiell, muss ansonsten der große Leviathan wohl eingreifen.

Eine ganz ernst gemeinte Frage, denn wer soll ohne Zwang, ohne angedrohte und ggf. exekutierte Sanktionen die in der arbeitsteiligen Gesellschaft immer noch erforderlichen

dreckigen, schweren, gefährlichen, ekligen etc. Arbeiten leisten? Und zu welchen Konditionen?

Unter einem BGE, welches elementaren Bedürfnisse des Menschseins wirklich erfüllt, dürften die Vergütungen für das Funktionieren von Gas, Wasser, Scheiße explodieren, diejenigen für hehren Qualitätsjournalismus -manche sagen auch Propaganda- dagegen implodieren.

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Heute lese ich nun in der taz, dass dem Betreiber diverser Flüchtlingsunterkünfte gekündigt wurde.

Richtig! Keine Frage! Das war längst überfällig nach den Meldungen, den Vorfällen der letzten Tage, Wochen und Monate. Klammheimlich jedoch male ich mir eine Situation aus, in der jetzt Grüne und Linke die Exekutive geben müssten; statt CDU und SPD,

deren Freund ich nun wahrlich nicht bin.

Denn das Betreiben (und Sichern) von derartigen, ähnlichen Einrichtungen wird streng marktwirtschaftlich über den Preis geregelt, finden sich, und wie man schon mal lesen kann, gerade im Bereich Security kaum noch Betreiber, die als Unternehmen dem hierzulande geltenden GG vollumfänglich unterworfen sind;

gar mindestlohnartige Vergütungen incl. aller Steuern und Abgaben wirklich vollumfänglich leisten.

Anders formuliert, so dürften die selektiv privatisierten (Gewinn)Margen in den Nischen und Grauzonen hehrer Marktwirtschaft immer exorbitantere Höhen erreichen - für diejenigen, welche sich in dem Geschäft, am Rande oder gar jenseits von Legalität noch trauen ...

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Und genau da schließt sich einmal mehr der Kreis zum eingangs genannten BGE, zu hehrer Marktwirtschaft.

Man stelle sich nur einmal vor, dass es das BGE bereits gäbe, niemand mehr zu oben genannten, niemand mehr zu menschenverachtenden, paramilitärischen Tätigkeiten gezwungen wäre - nur um selbst halbwegs existieren zu können;

nicht zu den aktuell geltenden Konditionen ...

 

Kommentare

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Zum BGE hat Christoph Butterwegge das Nötige gesagt:

Die ungerechte Gleichheit des Grundeinkommens

"Was vielen Erwerbslosen irrigerweise als „Schlaraffenland ohne Arbeitszwang“ erscheint, wäre in Wirklichkeit ein Paradies für Unternehmer, in dem Arbeitnehmer weniger Rechte als bisher hätten und Gewerkschaften keine (Gegen-)Macht mehr entwickeln könnten. Auf ungleiche Einkommens- und Vermögensverhältnisse wird mit der Forderung nach einer Geldzahlung in gleicher Höhe für alle reagiert. Stattdessen muss Gleiches gleich und Ungleiches ungleich behandelt werden, soll die soziale Gerechtigkeit nicht auf der Strecke bleiben. Das bedingungslose Grundeinkommen tastet den privaten (Vermögens-)Reichtum aber nur an, wenn es über die Erhöhung/Erhebung von Gewinn- beziehungsweise Vermögensteuern finanziert wird, was in den seltensten Modellen der Fall ist." (Butterwegge)

Mit der Asylindustrie hat das BGE zweierlei zu tun: einmal würde es den Pull-Effekt auf Zuwanderungswillige extrem weiter verstärken und dann würden 50 % Mehrwertsteuer die Freiwilligen und prekär Beschäftigten "Kartoffeln" endgültig ins Elend stürzen. Die PeWoBe ist ein Sonderfall: bei deren Auswahl hatte das Land Berlin wirklich mal auf den Preis geachtet, nun schlagen die Hochpreis-Anbieter wie AWO und Diakonie zurück und eine Ausschreibung wird man natürlich verhindern ...

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würde Butterwegge dahingehend zustimmen:

"Das bedingungslose Grundeinkommen tastet den privaten (Vermögens-)Reichtum aber nur an, wenn es über die Erhöhung/Erhebung von Gewinn- beziehungsweise Vermögensteuern finanziert wird, was in den seltensten Modellen der Fall ist."

Das mit dem Pull-Effekt sehe ich dagegen nicht so dramatisch, weil Ungarn zwar im letzten Jahr wegen seiner Zäune gescholten wurde, genau das aber mittlerweile bereits flächendeckend (wieder) europaweit eingeführt wird; der Rollback in den grenzbefestigten Nationalstaat zwangsläufig ist.

Außerdem, und das ist ja nicht nur meine Argumentation, helfen alle Zäune nichts (oder lediglich temporär), wenn der Nahe- und Mittlere Osten, wenn weite Teile Afrikas neokolonial weiter ausgebeutet, in die Steinzeit gebombt werden.

Btw. WWALKIE hat doch gerade beim Freitag einen schönen Blogtext eingestellt, danach Kolonialismus eigentlich ganz differenziert zu betrachten ist; zumindest aus der intellektuellen, geografischen und zeitlichen Distanz ... Wohl bekomms! 

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WWALKIE hat doch gerade beim Freitag einen schönen Blogtext eingestellt, ...

Meinst Du den über Camus im Algerienkrieg? Damals war Frankreich wirklich noch kolonialistisch, heute hat es eher das entgegengesetzte Problem, etwa im Dschungel von Calais. Transatlantischer Neokolonialismus ist ein Universalargument, aber der durchschnittliche deutsche Prekarier kann wenig für die Geburtenrate in Afrika, auch nichts für die Clanstrukturen und ihr Politikverständnis, die allgegenwärtige Korruption und Misswirtschaft.

Jetzt kommt gleich das Ameisenbär (nicht überprüft) mit ihrem positiven Denken und der Solidarität aller Menschen. Aber da geht es ihr wie unser aller Magda, die zuerst die Solidarität mit Soros und Knaus einfordert ...

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Wo sie sich nur auf Nazionalität oder Ethnie bezieht, kann es sich nur um Nationalismus oder Rassismus handeln, mit den ultimativ daran geknüpften mörderischen Tätigkeiten.

Seit wann Frankreich nicht mehr kolonialistisch sein sollte, erscheint mir unfassbar....

Der kleine Ausflug zu Geburtenrate, Clanstruktur, Koruption und Misswirtschaft - mit dem afrikanischen Bezug- ist eine eindeutige gruppenspezifsche Zuweisung?

Vorsicht, Nationalismus und Rassismus sind schlimme Krankheiten....., dein Fisch scheint mir, vom Kopf her, zu stinken.

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Vorsicht, Nationalismus und Rassismus sind schlimme Krankheiten....., dein Fisch scheint mir, vom Kopf her, zu stinken.

Nationalstaats-Bezug und Anerkennung ethnischen Andersseins sind Elemente politischer Willensbildung, selbstgebastelte Tabus helfen da wenig.

Fremdheit wird dem aufgeklärten spätmodernen Weltbürger zur Folklore. Der Fremde darf andere Trachten tragen, andere Speiserituale pflegen und andere Bräuche. Doch für den liberalistischen, kosmopolitischen Europäer sind das nur Äußerlichkeiten, hinter denen er nichts anderes vermutet als die eigene Ideologie von Vielfalt, Universalismus und Weltoffenheit. Dass für andere Kulturen ihre Gepflogenheiten mehr sein könnten als eine äußerliche Kulisse, sondern Ausdruck ihrer Gewissheit, substantiell anders zu sein, erscheint ihm abwegig und rückständig. Auf jeden Fall aber unverständlich. (Alexander Grau in Respektiert die Fremdheit des Fremden)

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Der verkommene, „einzigartige“ imperiale Größenwahn unterschlägt regelmäßig die Opfer seiner Ideologie – die in den eigenen Reihen ebenso wie die der „Barbaren“.

 

Das Beispiel des Arminius zeigt, dass das nicht immer gelang, aber im Großen und Ganzen war das Römische Reich auch deshalb so erfolgreich, weil es über Jahrhunderte fremde Eliten assimilierte. Es ging unter, als seine Assimilationskraft erschöpft war.“

(Zitat Alexander Grau aus dem oben verlinkten Text)

 

Alle Macht der (angeblich) überlegenen „Kultur“: füge dich ein, lasse dich vermarkten, dann bist du ein, wohlgelittener, „Kulturträger“???

Das ist allein das Credo der Zerstörung, unter dem üblichen „Hochkulturellen“ Deckmäntelchen – die Ideologie der real wie barbarischen Stärke.

 

Die heutigen „Barbaren“ sind weit davon entfernt, außerhalb der Zivilisation zu stehen, obwohl es für die Verfechter dieser These beruhigend sein mag, dies zu glauben. Genau wie die berühmte „Gang der Barbaren“ damals sind sie reine Produkte der Zivilisation. Sie kennen deren Codes, benutzen deren Werkzeuge und sind nicht so weit von jenen entfernt, welche sie heuchlerisch anprangern. Denn es macht grundsätzlich nur einen geringen Unterschied, ob die Mörder grüne oder schwarze Uniformen tragen, ob sie „es lebe die Demokratie“ oder „Allahu akbar“ schreien, ob sie eine dreifarbige oder jihadistische Fahne tragen, ob sie von der öffentlichen Meinung gebilligt werden oder nicht, ob ihre Massaker legal oder illegal sind, ob sie uns massakrieren, um uns die Aufklärung oder die Dunkelheit zu bringen. Indem sie ihre makaberen Übergriffe begehen, begeben sie sich alle auf das gleiche Niveau, von jenem Moment an, wo sie dem Individuum verweigern, sich zu verwirklichen, wie es will.

Der Terrorismus ist keine barbarische Praxis, sondern eine höchst zivilisierte, ist die Demokratie nicht ein Kind des Terrors? Deshalb muss der Terror genauso bekämpft werden wie die Zivilisation, welche ihn hervorbringt und braucht, von den „septembriseurs“ 1792 bis zu den zerstörerischen Gefängnisstrafen oder Daesh heute. Wer sind sie, diese Schweine mit Krawatte, welche ihre Armeen zum Angriff auf die Bevölkerungen von Zentralafrika, Afghanistan oder woanders losschicken, und die uns heute Lektionen des Pazifismus erteilen, wenn in Paris zwölf Personen ermordet werden? Es sind genau die gleichen, wie jene, welche im Moment im Fernsehen erscheinen, um einige billige Tränen zu vergießen, um einige elende Punkte in ihren genauso elenden Meinungsumfragen zu gewinnen oder nicht zu verlieren.“

http://anarchistischebibliothek.org/library/ich-bin-nicht-charlie-und-du-kannst-mich-mal

 

 

Die kapitalistische Folklore ist die am weitesten verbreitete – und weltweit die gefährlichste!!!

 

...

Mehr als 100 Jahre haben wir Gewalt exportiert – zum ökonomischen Nutzen der daran beteiligten Täter-Nationen und zur Steigerung des Lebensstandards ihrer Bevölkerungen. Nun erreichen erstmals einige Konsequenzen unserer Untaten europäischen Boden, und nun beschweren wir uns darüber, dass die Opfer uns mit den Folgen unserer Untaten in unserem eigenen Lebensbereich behelligen.

Doch man kann nicht zum eigenen Nutzen Tretminen und Giftgas exportieren und sich dann darüber beklagen, dass man durch Explosionslärm und Giftgestank gestört wird. Ein Blick auf die Geschichte sollte also klarmachen, dass man nicht in internationalem Maßstab Untaten begehen kann und sich dann in nationalem Rahmen gegen ihre Folgen abschotten kann. Wer dennoch entsprechende Lösungen vorschlägt, macht sich genau jener Heuchelei und Doppelmoral schuldig, die man im Falle anderer globaler Akteure zu Recht anprangert.“

......

Rainer Mausfeld http://www.nachdenkseiten.de/?p=34504


 

Mausfeld untertreibt, mit seinen „mehr als 100 Jahren“, deutlich......

Ich halte den „Fisch in deinem Kopf“ für einen propagandistisch implantierten.

Armes Deutschland:

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"Ich halte den „Fisch in deinem Kopf“ für einen propagandistisch implantierten."

Das ist nun doch ein wenig ungerecht! Ich sage ja auch nicht, dass Ihr nur Soros-Propaganda repetiert, was aber diesen Mix aus oberflächlicher Imperialismuskritik und Merkel-Jüngertum vermutlich am besten erklären würde.

"Noch nie war Individualismus so kollektivistisch", heißt es im Editorial des "Tumult"-Sommerhefts. Politische Meinungs- und Willensbildung soll nicht mehr stattfinden, nur noch Zurichtung der Individuen, das Einpauken von Teilnahmeregeln für eine Solidargemeinschaft globalistischer Gutmenschen. Freilich bedienen sich auch Andersdenkende im internet(t)en Medienrauschen, denn eigentlich ist alles schon gesagt, nur noch nicht von jedem:

"... analysieren die Lage Deutschlands und seiner Institutionen zwischen orientierungsloser Alltoleranz und transatlantischer Gesinnungspflege, Gutmenschentum und Bürgerkrieg. Noch nie hat sich eine Gesellschaft für etwas Abwesendes (ihre Werte) so aufdringlich selbst gefeiert wie die unsere. Noch nie war Individualismus so kollektivistisch. Gebetsmühlenartig propagierte »Grundwerte« wie Toleranz, Pluralismus, Nichtdiskriminierung, Gleichberechtigung und Weltoffenheit sind Leerformeln, bloße Teilnahmeregeln. Teilnahme woran? Was sind sie anderes als soziale Entsprechungen des fiktiven Kapitals, überallhin konvertierbare Allerweltswährungen? Aber sie sollen die Solidargemeinschaft zusammenhalten. Mit ihrem Gebrauch verbindet sich Hoffnung auf ein verhätscheltes Dasein. Dem Glauben an diese Kinderwelt zuliebe sollen die Reste des Unegalen abgeschafft werden – Nationen, Sprachen, Zugehörigkeit, Weiblichkeit/Männlichkeit, Mythen und Riten, kurzum, alle Lebens- und Sterbensgründe." (Tumult Sommer 2016)

 

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WAHRHEITSSUCHER hat einen schönen Text der STREIFZÜGE verlinkt:

 

Darin wird am Ende das folgende, zutreffende Resümee gezogen:

"Wenn die Unterschichten sich zu diesem „Außen“ hinbewegen, dann sieht das natürlich anders aus als bei jenen „freischwebenden Intellektuellen“, die sich den Standpunkt des Außen auf theoretischem Wege erworben haben. Das sollte letztere aber nicht davon abhalten, jenes mehr praktische Außen in gehörigem Maße zu würdigen. Das Außen hat eine Zukunft. Es ist gerade dabei, sich durch den millionenfachen Zuzug der Flüchtlinge aus dem Nahen und Mittleren Osten zu verstärken. So dankbar, beflissen und arbeitseifrig die meisten von ihnen sein mögen: hier tut sich ein großes Potential von Nicht-Integrierbarkeit auf. Wer die Lunte sein will an dem sozialen Sprengstoff, der sich hier ansammelt, wird eine Idee propagieren, die etwa auf die folgende Formel zu bringen ist: „Nicht-Integrierbare aller Länder vereinigt Euch!“ Aber vereinigt Euch nicht in einer neuen staatsbildenden Ideologie, die es nicht geben kann, sondern vereinigt Euch in der Vielzahl von Kenntnissen und Fähigkeiten, die Ihr Euch im Verlaufe der kapitalistischen Vergesellschaftung erworben habt, und die es Euch längst ermöglichen, mit konkreten Problemen und Bedürfnissen auf konkrete Weise umzugehen."

Fordert der Ameisenbär vor allem von sich selbst, um den Respekt vor sich selbst zu bewahren.

Menschen die zum Denken und zur Solidarität unfähig sind, sieht er als gut zu meidende Erscheinungen an.

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Kleinbürger und Eisberge weisen deutliche Paralelen auf.

Der erfahrene Passagier verlässt sich nicht auf das seemännische Personal, er kennt die katastrophalen Abläufe auf Luxuslinern:

den Eisbergen (Problemen) ausweichen, erspart viel Ungeheuerliches - z.B. die Emotionalisierung der Probleme nach dem Zusammenprall.

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zu sehen, daß er nicht selbst dabei zum Ungeheuer wird.

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