4 Dez 2015

M.I.A.

Submitted by ebertus

Wohl auch ohne die Sprache zu verstehen; zu verstehen ...

M.I.A gehört ebenso wie Xavier Naidoo beispielsweise nicht unbedingt zu der von mir gepflegten, als angenehm empfundenen Musikrichtung, deren Interpreten. Falls ich dennoch mal aufmerksam werde, dann oft über eine gesellschaftspolitische, gern auch provozierende, im Gewand von Kunst und Kultur daherkommende Botschaft.

Bei M.I.A war dies dann Born Free, für dessen optische Realisation ein bekannter Name sorgte: Romain Gavras, der Sohn von Costa Gavras. Und ich finde schon, auch dieses Video hat seit der Veröffentlichung nichts von seiner provozierenden Aktualität eingebüßt; im Gegenteil vielleicht. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit einschließlich jedweder alternativlos akzeptierten Kollateralschäden ist nach wie vor en vouge;

nur die Methoden sind subtiler, politisch korrekter, systemischer ...

Kommentare

... "über geschmack läßt sich nicht streiten" ... denn was mir "gefällt" ist ganz individuell (und hat eindeutig strafrechtliche grenzen) und ist somit wertfrei, d.h. nur meinem "wohlgefühl" verpflichtet, wenn ich es denn ernst nehme. ich könnte dazu unendlich viel schreiben, was jedoch hier den rahmen sprengen würde ... also bleib ich mal ganz konkret bei mir: ja, ich liebe naive kunst welche der wegbereiter für impressionismus und surrealismus war ... aber egal ... ist meese naiv??? auch egal, wie man es nennt ... kunst ist frei und das ist das beste an ihr ... so wie ich jeden künstler schätze, der sich diese freiheit nimmt (und sich so zu erkennen gibt)

und dann gibt es ja auch noch den kunstmarkt - der ist wie eine gelddruckmaschine funktionieren kann, wenn man genau das produziert, was den höchsten marktwert hat ... und dies wiederrum vor allem in der populären musik - in welcher botschaften transportiert werden, die dann ganz nach bedarf in der dusche, bei einer demo oder zur unterhaltung aufgenommen werden können - von jedem mitgesungen und verinnerlicht werden können ... aber auch von der propaganda äußerst gern instrumentalisiert wird und eine art massen-geschmack (wie in der mode) steuert - ob man dazugehört oder halt nicht ... und viele wollen dazu gehören und "in" sein und glauben dann wirklich selbst einen "guten geschmack" zu haben ... und je nach gesellschaftlicher stellung des kunstgenres und der interpreten versteigen sich in der "hochkultur" dann auch noch viel zu kunstwissenschaftlichen bewertungen ... und andere plappern die nach ... ein einfaches gefallen wird gar nicht mehr wahrgenommen ...

naidoos lieder sind (s)eine botschaft ... und mir gefällt die botschaft immer besser, ich verteidige sie ... fast wie eine "naive" kinderzeichnung, die ich nur mit dem herzen und ohne kritischen intellekt aufnehme ... mein geschmack kann sich ändern, wenn er keinen normen oder moden unterworfen ist, sondern im einklang mit meinem wohlbefinden steht ...

@ der-feine-herr

hat eben auch einen ganz besonders feinen kunstgeschmack und kritisiert ein musikstück, welches ihm nicht gefällt als “hingerotzt” … doch wen interessiert hier seine privatmeinung? mich jedenfalls nicht.

das lied entstand in einer situation zwischen hetzkampagne und diffamierung gegen den musiker und “hurra, wir “guten” lieben jetzt den krieg” … doch er läßt sich nicht unterkriegen und erhebt seine stimme >>> und genau das ist die wichtige botschaft die die öffentlichkeit erreicht. kunstkritik ist schön und gut, doch hier geht es um was ganz anderes: beteilige ich mich an der hetze und schweige zu inhalten der der offenen oder subtlilen kriegspropaganda und ihrer kritik daran – oder – jede stimme dagegen zählt … “künstlerischer” anspruch hin oder her …

stellen sie sich auch künstlerische wertfragen bei kriegshandlungen, die ja die folge sind, wenn die inhalte NUR nach ihrem geschmack dargeboten werden dürfen?

p.s. natürlich interessiert mich ihre meinungs-antwort nicht – wer krieg und frieden nach “feinen – künstlerischen werten” beurteilt hat sich schon gegen den friedenswillen entschieden …

Bild des Benutzers hadie

Katzenklo, Katzenklo ...

Bild des Benutzers ebertus

Noch etwas älter, dieser Teil meiner Wessi-Sozialisation.

Bild des Benutzers Heinz

«---nur die Methoden sind subtiler, politisch korrekter, systemischer ...»

Vereinbarte Grenzen, auch die von Freihandeszonen sind Grenzen
und darum ein Widerspruch zu born free

Bild des Benutzers fahrwax

2 - 3 persönliche Probleme habe ich, lieber Heinz, mit dem "Grundeinkommen" aus der alternativlosen, gegenwärtigen Sklavenhaltung.

Ich halte die nicht für reformierbar - bin zu keinerlei Kollaboration bereit.

Bild des Benutzers ebertus

von Dir gesprochen und was das BGE betrifft.

Ich sehe es bereits und wie an anderer Stelle wohl schon mal geschrieben, noch früher scheitern. Leider, obwohl ich sehr dafür wäre, es ja altersbedingt selbst genieße. Ist aber eben etwas mehr als das dann bestenfalls und flächendeckend zu erwartende Elends-BGE bei der zunehmenden Zahl von Arbeitssklaven.

Hatte dazu bereits vor zwei Jahren auf dem privaten Blog ein nach lediglich 100 Jahren nun wohl wieder aktuell werdendes Buch (Hörbuch) kurz rezensiert; war erschüttert, brauchte mehrere Sessions ob des Vernommenen und Soylent Green als makabre Fantasy scheint dagegen noch harmlos.

Bild des Benutzers fahrwax

....dürfte die Abhängigkeit sein. Das wir uns bereits gegenseitig als "Soylent Green" fressen halte ich für belegbar - das ist Bestandteil des teilen und herrschen.

In diesem kapitalistischen, grundsätzlich inhumanen (kanibalistischen) Spiel befinden wir uns längst in der Rolle hehlender Prostituierter.

Fragt sich nur: wollen wir uns daraus emanzipieren?

Das "Elends-BGE" wäre, beim gegenwärtigen "Stand der Produktivkräfte", ein Mittel um "die Straßen frei zu halten" - der Ersatz von Solidarität durch das teilen & herrschen in Form der Käuflichkeit.

Wollen wir das Elend, die Ausbeutung, als Grundlage von Privilegien akzeptieren, uns mit dem Ettikettenschwindel begnügen - so funktioniert bisher das Reförmchen?

Bild des Benutzers Heinz

  1. Ich halte die nicht für reformierbar
  2. ?
  3. ?

damit sind wir am Ende der Geschichte angekommen und dann bleibt nur noch der Sturz von der Teppichkante.

Trotzdem gibt es Menschen, die an ein Leben nach der Geschichte glauben.

Die Kunst des Wirtschaftens

Bild des Benutzers ebertus

Ich meine schon, dass ein irgendwie geartetes BGE kommen wird,

kommen muss, soweit die Herrschenden nicht alle Zivilisation, jegliches Menschenbild in die Feudalzeit zurück drehen. Daher schein mir die Frage der Ausgestaltung mindestens ebenso wichtig wie das technisch-administrative Prozedere.

Und eben mein anderer Einwurf was die arbeitsteilige Gesellschaft betrifft. Für dreckige, schwere, gefährliche und dennoch teilweise hochqualifizierte. Tätigkeiten hatten schon die alten Griechen ihre Sklaven, würden ansonsten rein marktwirtschaftlich die dafür notwendigen Vergütungen alle bisherigen Strukturen zur Existenzsicherung beinahe auf den Kopf stellen.

Bild des Benutzers Heinz

Die heutigen Verhältnisse basieren auf einer uralten Denke, der Hierarchie.
Oben bestimmt und unten tut - das sind doch eigentlich verkehrte Verhältnisse - besonders, wenn oben nicht für die Dienstleistung zahlen will..

Eine neue Denke hat keine Hierarchie, sondern funktionale Netzwerke, in denen miteinander interagiert wird.

Stellen wir die Verhältnisse also vom Kopf auf die Füße.

Bild des Benutzers Heinz

Was bedeutet arbeitsteilig?

Allgemein wird damit die geteilte Arbeit auf der Produktionsseite gemeint. Das ist nicht die gesamte Wirtschaft, weil die Gleichung einer Gesellschaft immer noch lautet:

Produktion und Dienstleistung = Konsum

Der Konsum alimentiert also die produktive Seite und nicht umgekehrt; darum behaupe ich:

Eine Gleichung ist eine Gleichung und keine Ungleichmacherei.

Bild des Benutzers fahrwax

Erst wenn jeder selbst bestimmt, was-wie-für wen er / sie dienstleistet, kommt die Geselligkeit in Sicht.

Was ich gegenwärtig alles, per Geburt in ein für mich nicht regulierbares System, "alimentiere" ist ein Scheißhaufen der Ungleichmacherei.

Wer über mich herrschen will, sollte nicht mit der Lüge von meiner Selbstbestimmung (Souveränität) werben, die erzürnt mich gewaltig.

Bild des Benutzers Heinz

Mit einem BGE, oder, wie ich das beschrieben habe, eine RGE, siehe dort, entfällt der Arbeitszwang, der mit Hartz4 noch besteht.

Du bestimmst also selbst, ob und was du noch zusätzlich erwirtschaften willst; im Umkehrschluß heißt das, keiner will mehr für lau Scheiße sammeln, das muß also ordentlich bezahlt werden, sonst versinken wir drin.

Bild des Benutzers fahrwax

Der derzeit von der Scheißesammelei befreite Kacker, der sich bisher beliebig an der Beklauerei des Faktors Arbeit delektieren kann, sacht dazu dann: okay sammle ich eben nun auch Scheiße, damit wir nicht versinken?

Krieg führen deswegen tut der nicht?

Wovon träumen wir denn Nachts, lieber Heinz?

Bild des Benutzers fahrwax

Ich sehe das (Danke für das Verlinken) radikaler (doktrinär?):

die Suche nach

"einer Form des Gewinns, die Geist und Seele einbezieht"

erscheint mir engstirnig.

Legitimer " Gewinn" existiert nur in (eigenem) Geist und in (der) Seele = Freude am sinnvollen (arterhaltenden) Tun.

Der (schmutzige) Rest von "Gewinn"besteht aus dem anhäufen von eigentümlichen Fettgewebe gegen die Angst vor Gleichheit von Mensch & Bedürfnissen. Human ist es, wenn jeder gleichviel (gemeinsam!) vom Kuchen abbekommt. Alles andere ist zwar Sytem-, aber nicht Arterhaltend.

„Ein großer Apparat von Gerichtshöfen, Richtern, Henkersknechten, Gendarmen und Kerkermeistern ist zur Stütze der Privilegien notwendig; und dieser Apparat wird selbst wieder der Ursprung für ein ganzes System von Angebereien, Täuschungen, Drohungen und Korruption.“

Peter Kropotkin - Der Wohlstand für Alle

Bild des Benutzers Heinz

Doktrinär heißt starr einer Doktrin folgend und das schließt eine Debatte eigentlich aus.

Radikal haben wir ja bereits - marktradikal, weil die globalisierte Wirtschaft im internazionalen Raum keine Regulierung kennt.

Oft kommt es auch darauf an, wie ein Satz gelesen und verstanden wird:

"einer Form des Gewinns, die Geist und Seele einbezieht"

Das ist eine Floskel, ein Klischee, das ohne den gemeinten Hintergrund gar nicht verstanden werden kann.

Stell dir vor, du bist Handwerker und baust Autos in Sonderanfertigung, wie die Brüder Duesenberg.

Dann kann ich mir vorstellen, daß du deine Arbeit magst und darin einen Sinn siehst, du also einen geistigen und seelischen Gewinn mit dieser Arbeit verbindest, der völlig unabhängig ist vom Geldeingang.

Bild des Benutzers fahrwax

....denke aber nicht daran die Perlen meines Handwerks an debile Privilegierte auszuhändigen - nur an bedürftige, horizontale Mitmenschen.

Dann wäre ich aber selbst- statt fremdbestimmt. 

Im Interesse der Herrschaft kann das nicht sein......und die bestimmt bisher über meinen Geldeingang - und was so alles verboten ist..

Bild des Benutzers Heinz

Das geht nicht, weil das verboten ist.

Damit ist der Zirkelschluß wieder geschlossen und das Hamsterrad dreht sich weiter und weiter ...