26 Aug 2015

Buchprojekt "Was es ist", Nachwort

Submitted by Delloc


Frage nicht den Spatzen,

wie der Adler sich in die Lüfte schwingt,

denn jene, die kleine Flügel haben,

haben für sich selbst die Macht nicht akzeptiert,

um sie mit dir zu teilen.


(Ein Kurs in Wundern, Ebd., S. 434)

Sich selbst zu erkennen, führt zu einem Machtzuwachs von unendlicher Subtilität. Diese Macht ist so einzigartig, dass nichts neben ihr existieren kann. Jeder Versuch, irgendetwas davon abzusondern oder zu trennen, hat unmittelbar den Verlust der Macht zur Folge.

Man nennt diese Macht Liebe, die sich augenblicklich auflöst, sobald Gedanken entstehen und dazukommen. Wo immer etwas in Gedanken gefasst wird, gibt es Dualität und diese ist mit Liebe nicht vereinbar. Die Gedanken des Verstandes schaffen den Abgrund der Dualität und das Herz überwindet ihn.

 

Aber das Herz ist nichts, über das man einfach so verfügen könnte. „Es zu entdecken“ (Galileo Galilei), ist das eine, dabei zu bleiben und darin zu ruhen, das nächste. Den zweiten Schritt kann man natürlich nicht vor dem ersten machen. Doch danach entscheidet die Angst, bzw. das Fehlen jeglicher Angst, ob man ganz damit verbunden bleiben kann.

 

Sie sind die Liebe selbst – wenn Sie keine Angst haben.“ (Maharaj)

 

Doch solange Verlangen und Wünsche existieren, bleibt die Angst ein ständiger Begleiter. Denn Wünsche können enttäuscht werden. Verlangen und Ängste sind die Ursache des Gefangenseins in einem herzlosen Käfig, in dem das Ego dominiert. Alle Diktate des Ego führen dazu, die Macht der Liebe zu verlieren.

 

Da die Bürgerliche Gesellschaft aber macht- und politökonomisch darauf basiert, das Ego zu pushen, ist die physische und psychische Zerstörung allen natürlichen Lebens kein Unfall, sondern Programm dieser Herzlosigkeit.

 

Das „Hohelied der Liebe“ (1. Korinther - Kapitel 13) beschreibt eindringlich ihre Bedeutung:

 

„Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle.

Und wenn ich weissagen könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also dass ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts.

Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze.

 

Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht ...

Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk.

Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.“

 

Leider haben die Verwalter dieser Weisheit kläglich versagt, sie den Menschen nahe zu bringen und die Bürgerliche Diktatur von Geld und Besitz zu verhindern. Im Gegenteil. Mit dem Schüren von Ängsten (Schuld, Sünde, Hölle, Gericht, Inquisition, Exkommunizierung, Bann etc.) haben sie das natürliche Wesen der Christenmenschen zutiefst verunsichert und beschädigt. Dieses geschundene und von den Kirchen zugerichtete Ego war die gesellschaftliche Grundlage, von der die Bürgerlichen Ausbeutungs- und Mörderspiele von Kolonisation, Enteignung, Ausplünderung, Imperialismus und Vernichtung geplant und durchgeführt wurden.

Es ist fruchtlos, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ zu propagieren, wenn „es“ als Selbst unerkannt bleibt bzw. mit einem persönlichen „Selbst“ identifiziert wird, das ggf. "dumm, gierig oder herzlos" (Maharaj) ist?

Heute weiß im Grunde kaum noch jemand, was „es“ ist. Das war der Ausgangspunkt dieses Buches.

 

PS

 

Damit betrachte ich die Stoffsammlung für dieses Buchprojekt als abgeschlossen und bedanke mich bei allen, die mich mit ihren Kommentaren bereichert haben.