21 Jul 2015

Grausam schönes IVW-Zahlenmaterial

Submitted by ebertus

Fasten seat belts! Die aktuellen Quartalsauflagen sind da. Es könnte schlimmer kommen; und es kommt wohl schlimmer...

"Der Spiegel büßte insgesamt 5,9% und bei Abo plus Einzelverkauf sogar 7,5% ein" schreibt das Branchenportal Meedia zu den Auflagenzahlen für das zweite Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Da helfen auch die sog. Bordexemplare und andere eher niederpreisige Verkäufe kaum weiter; wenn die Substanz, eben die aus Abos und Einzelverkauf schwindet. Beim Spiegel sind das mittlerweile 202.410 Exemplare (822.761-620.351), welche wohl irgendwie separat abgegeben werden.

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Bei den überregionalen Tageszeitungen sieht es ähnlich bis ganz anders aus. Bild verliert zwar 9,4 % über alles, jedoch scheint es sog. Bordexemplare dort kaum zu geben.

Anders die Welt aus dem gleichen Verlag. Bei Abo+EV geht es zwar um 10,4% runter, insgesamt gedruckt und irgendwie anders verkauft (lediglich minus 3,6%) wird dennoch wohl noch ganz ordentlich.

Wiederum ganz anders die FAZ, wo an den Druckkosten nun wohl gespart wird. Gleich um 13,5% geht es mit der insgesamt verkauften Auflage runter, wärend es bei Abo+EV lediglich 6,7% sind.

Die SZ verliert -over all- nicht so stark, taz und ND halten die Verluste ebenfalls begrenzt. Lediglich das Handelsblatt kann minimal zulegen - da war (und ist) nach Einstellung der FTD ggf. noch etwas Potential vorhanden.

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Bei den Wochen- und Sonntagszeitungen scheint der Abwärtstrend ebenfalls ungebrochen, wobei insbesondere an der ZEIT (419.586 zu 503.814) erkennbar wird, dass gut 20% für sonstige Verkäufe die ansonsten weniger guten Zahlen doch etwas aufhübschen können.

Und auch hier sticht die FAZ/FAS hervor, gibt sie mit -8,7% den Spitzenreiter im negativen Sinne; gar noch vor der BamS. Unverkennbar -soweit der Schwenk zum Inhaltlichen hier gestattet sei- ist diese Rolle rückwärts der FAZ/FAS seit dem Tod von Frank Schirrmacher. Das kann nicht gut gehen...

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Interessant wären über die vorgenannte Papierform hinaus natürlich diese immer gern ventilierten Paymodelle. Seit Ende März wohl bei der SZ eingeführt, so hört man aus dieser Richtung bislang nichts von Belang. Zugegeben: wegen dem (bewegt)optischen Overkill schaue ich dort auch nicht mehr so regelmäßig hinein.

Nichts Genaues weiss man nicht beim Spiegel und ob die FAZ für ihr angekündigtes Paymodell überhaupt noch Geld hat, das darf zumindest vorsichtig bezweifelt werden.
 

Nachtrag 22.07.2015

Schweigen im großmedialen Walde, hat sich lediglich der äußerst umstrittene Udo Ulfkotte zu den aktuellen IVW-Zahlen geäußert, sieht gar Spiegel und FAZ "vor dem Zusammenbruch".

Ganz so schnell wird das meiner Meinung nach dann wohl doch nicht kommen, denn der Spiegel ist, so wie man hört, noch relativ gut gepolstert in Sachen Rücklagen. Und hinter der FAZ steht eine Stiftung, eh' das Modell zum Überleben jenseits einer betriebswirtschaftlich schwarzen Null, getragen durch echte Verkäufe statt der Bordexemplare.

Ansonsten -keine Sorge- dürfte eine GEZ-ähnliche Zwangsabgabe für die privatmediale Propaganda kommen...

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Aktuelle IVW-Quartalszahlen via Meedia

Udo Ulfkotte zu den IVW-Zahlen via KOPP

A more global perspective: Rolling on, rolling off NYT