9 Jul 2015

Mediale Seilschaften

Submitted by ebertus

Man kennt sich, man mag sich, man unterstützt sich... Wer schon immer wissen wollte, warum diese formal unabhängigen Medien dann doch so "gleichgeschaltet" daher kommen, der schaue mal in das Umfeld der lindgrünen "taz".

Es begann (nach hier relevanter Zeitrechnung) mit dem Wechsel von Deniz Yücel zu Springer. Ja, genau der von einer antideutsch eingefärbten JungleWorld kommende Yücel, für den die taz finanziell schon mal bluten musste. Er scheint nun sarrazinesk angekommen. Der Einstand war wohl etwas provozierend, dürfte dem Marktwert des (Qualitäts)Journalisten jedoch kaum geschadet haben.

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Ok, jetzt also etwas dezenter... Ines Pohl verläßt die taz und begibt sich in öffentlich-rechtliche, solide abgesicherte, zwangsfinanzierte Bahnen. Erkennbar transatlantisch eingemeindet war die taz bereits seit Anfang 2014 in Sachen Ukraine/Russland etc. während man zu Griechenland aktuell noch den Spagat probt. Natürlich, das mit der Lebenspartnerin in den USA ist für Ines Pohl wohl ein Grund für den Wechsel genau dorthin. Aber vielleicht hat auch Stefan Niggemeier ein Stück weit recht, sollte Pohl zugunsten "Grüner" Reinwaschung in die redaktionelle Unabhängigkeit eingegriffen haben.

Ok, ok, der Autor des dort untersagten Artikels sorgte auch in der FC schon mal für Irritationen; vorsichtig ausgedrückt...

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Und nun? Aktuell fügt sich, was doch ebenfalls zusammen gehört. Georg Löwisch kehrt real wie faktisch heim; ebenso wie Deniz Yücel wohl. Wobei Löwisch seinen Springer, den bekannten, eher konservativen Ringier-Verlag in Gestalt von Cicero möglicherweise mitbringt; im Kopf zumindest...

Mir ist Cicero bislang selten, dann eher negativ aufgefallen. Aber das will nichts bedeuten; wird Löwisch die taz nun wohl nicht so schnell noch weiter in eine (erkennbar) konservative Richtung manövrieren; müssen zumindest einige treue LeserInnen und insbesondere GenossInnen doch mitgenommen werden. Den Grundstein jedoch, den hat Ines Pohl bereits gelegt.

Weil... "Man kennt sich, mag sich, unterstützt sich..."

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Krawalljournalist on tour:   taz, Springer

Man wird das doch mal...:   schreiben dürfen

Deutsche Welle USA:           Kommentar entfernt. Bitte Netiquette beachten

Niggemeier über Pohl:         schlicht untersagt...

Interna / linksgrüne taz:     Georg Löwisch wird Chefredakteur

Vergleiche wären möglich... Die Ringier Holding AG

Kommentare

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scheint diese andere taz-Personalie, welche mich dann irgendwie an meine IGM-Zeit, an verdiente  Gewerkschafter erinnert, die nach dem heldenhaften Einsatz für Arbeitnehmerrechte via ihrer  SPD in komunalen Institutionen gut  versorgt wurden.

Ines Kappert  geht von der taz  zur Böll-Stiftung; nein, nicht in deren transatlantisches  Missionsgebiet namens Ukraine. Kappert wird bei Böll "das 2007 gegründete Gunda-Werner Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie leiten", schreibt das Branchenportal Horizont; und macht mit einem Bild von Ines Pohl auf.  Na ja...

Eigentlich eine Gute, die Ines (Kappert), ward meinerseits hier via einem Blogtext gar auf ihren Begriff vom Herrschaftsdialog  Bezug genommen.

Verwiesen sei außerdem auf  "Der totale Journalismus", ein Beitrag von Gert Ewen Ungar hier bei den Termiten. Wobei ich Ines Pohl wie Ines Kappert nicht unterstellen wollte, bewußt nach rechts zu wandern. Aber man/frau ist keine Insel. Wenn sich der mediale Mainstream insgesamt in dieser Richtung bewegt, dann wird/muß auch Frau sich arrangieren; oder irgendwann springen..