25 Jun 2015

Nicht mal Verschwörungstheorie

Submitted by ebertus

Betreuende Presse Zu Griechenland ist (bald) alles gesagt, da kann auch ein Habermas bestenfalls ergänzen. Aber dann, ganz zum Schluß, das hier:

"Zur postdemokratischen Einschläferung der Öffentlichkeit trägt auch der Gestaltwandel der Presse zu einem betreuenden Journalismus bei, der sich Arm in Arm mit der politischen Klasse um das Wohlbefinden von Kunden kümmert."

Das hätte von Udo Ulfkotte, Pegida&Co. sein können, oder? Ist es aber nicht. Und schlimmer geht immer. Denn wo die embedded Guten für ihr gutes Tun zukünftig und weiterhin gut bezahlt werden wollten, dass ist im Tagesspiegel nachzulesen.

"...im Interesse der Bürger und damit der Demokratie sowie ohne die Unabhängigkeit der Redaktionen zu gefährden. Sie muss das nötige Geld beschaffen, ob durch eine Medien-Abgabe der Bürger oder mittelbar über eine Stiftung aus Branchenvertretern, Politik, Gesellschaft und Wissenschaft."

Eine (Zwangs)stiftung scheint der Bringer zu werden, lebt heute wohl die FAZ -betriebswirtschaftlich gesehen- bereits überwiegend von der dahinter stehenden Stiftung. Auch bei der Sueddeutschen als Bestandteil der SWMH dürfte das nicht viel anders aussehen.

Beide Medien setzen auf Paycontent, die SZ hat den wohl bereits Ende März eingeführt und die FAZ will im Herbst folgen, wie man hört. Bei der SZ ist nun alles noch viel bunter geworden, schaue ich dort eh' selten rein, primär auf eine gezielte Empfehlung bzw. Verlinkung hin; wie eben bei dem Text von Habermas.

Natürlich wissen sie das, die Medien. Verlinkungen stoppen, sich gar mit Google anzulegen, das geht trotz Leistungsschutzrecht (LSR) wohl garnicht. Und der Erfolg von Paycontent auf (noch) freiwilliger Basis hängt dann ja wieder von den Konsumenten ab, ist daher bestenfalls als operative Hektik zu verstehen. Ja, sie wissen das...

Der Spiegel versucht es klassisch, mit einem Sparprogramm nebst weiterer Benefits. "Keine Tabus" hört man... die Kunde und aus Erfahrung wohl nicht so gerne. Weil, das klingt vertraut:

"Zusammenlegung von Abteilungen, Neuordnung der Führungsbereiche, Kooperationen mit anderen Häusern sowie Outsourcing.

Damit soll der „Spiegel“ systematisch innovativer werden, als „modernes multimediales Unternehmen“ plattformübergreifende journalistische Vertriebs- und Vermarktungsprodukte sowie neue Werbeformate entwickeln."

Ok, go ahead...

- - - - -

Was dann noch bleibt, jenseits der "Agenda 2018" und ähnlich wortgeklingelten Projekten, das ist die hehre Stiftung, oder eben GEZ II - ggf. eine Mischform aus beiden
 

Jürgen Habermas auf der SZ / ganz hinten

Marlis Prinzing (wer) im Berliner Tagesspiegel

Defizitär wie viele, die FAZ und auch die SZ/SWMH

Das klassische Sparprogramm: Der Spiegel

Rolling on, rolling off ... NYT - Sweet media