25 Feb 2015

Die Rückkehr des McCarthyismus nach Deutschland

Submitted by alphabetta

Wer sich auch immer seit Beginn der Ukraine-Krieg entgegen der im Stile eines Kreuzugs verbreiteten Monokultur leitmedialer Deutungshoheit äußerte oder aber an dem an Hetze gemahnenden Alarmismus & Manichäismus der diskursiv dominierenden Darstellung Russlands im Allgemeinen & seines Präsidenten im Besonderen störte, musste recht bald über eine dicke Haut verfügen.

Ob man nun offen sich mitteilender Leser oder aktiver Blogger ist oder zur überschaubaren Gruppe der letzten aufrechten Friedensaktivisten & Journalisten gehört: die Unterstellungen einer ideologischen oder monetär bedingten Kreml-Näne, unheilbarer Homphobie, einer durch psychologische Defizite verursachten heimlichen Sehnsucht nach einer diktatorisch herrschenden 'Vaterinstanz', einer tief verinnerlichten stalinistischen Prägung oder einer - umgekehrt - extrem nationalistischen bis neofaschistischen Ausrichtung gehören inzwischen zum leitmedialen Standardrepertoire --- & dies durch Leute, die immer noch die durch eine gewaltgeladene Machtergreifung amtierende Regierung in Kiew als Ergebnis einer "demokratischen Revolution" bejubeln, obgleich deren als "Anti-Terroransatz" deklarierter Bürgerkrieg maßgeblich auf dem tödlichen Einsatz von Milizen unter dem Banner der Wolfsangel erfolgt.

Selbst nachdem die Auflagen und Klickzahlen der größten Zeitungen & ihrer Online-Portale bis zu 20% ihrer Leser verloren & Kommentarmöglichkeiten drastisch eingeschränkt wurden, ließ die Beschimpfung & Verunglimpfung der Leser nicht nach.

Im Gegenteil: 1953 hatte bekanntlich Bert Brecht in seinem Gedicht "Die Lösung", als "der Sekretär des Schriftstellerverbands/ In der Stalinalle Flugblätter" verteilt hatte, "Auf denen zu lesen War, dass das Volk/ Das Vertrauen der Regierung verscherzt habe/ Und es nur durch doppelte Arbeit/ zurückerobern könne", die folgende Empfehlung ausgesprochen:

Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?

Analog könnte man an Chefredaktionen, die nun gar kein Verständnis mehr mit ihren unbotmäßigen Lesern haben, den Ratschlag richten:

Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Redaktion
kündigte der Leserschaft
und stellte eine andere ein?

 

Doch statt sich solcher immerhin noch mit marktwirtschaftlichen Prinzipien zu vereinbarender Methoden zu befleißigen, ist der Kampf nun in eine Runde gegangen, in der sich Redakteure die Operationsinstrumente der Geheimdienste aneignen. Ein erster Schritt zur gezielten Erlegung des Gegners, der den unbotmäßigen Leser verkörpert, lautet:

DISKREDITIEREN

--- aber bitte nicht mehr nur in abstracto, sondern ganz konkret durch Paralysierung einer real gegebenen Person & deren anschließende öffentliche Diskreditierung.

Die Ehre, das Exempel zu dieser Probe abgeben zu dürfen, hat: Maren Müller aus Leipzig, Vorsitzende eines gänzlich perfiden privaten Vereins: der 2014 gegründeten Ständigen Publikumskonferenz, die es wagt, formale Beschwerden gegen Sender des gebührenpflichtigen öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu starten, wenn dessen Personal es in einer zunehmenden Zahl von Sendungen mit den rechtlichen Bestimmungen der Rundfunkverträge nicht so genau nimmt.

https://publikumskonferenz.de/forum/viewforum.php?f=30

Müllers Vergehen ist dabei nicht schwer genug zu ermessen: Ihr gefällt das in seinen rechtlichen Fundamenten zu Pluralität & Überparteilichkeit verpflichtete Konzept eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks so gut, dass sie es auch gegen einen nicht unbeträchtlichen Anteil der dort tätigen Redakteure in seiner Substanz wie in der ganzen Bandbreite seiner Sendungen erhalten sehen will. Ihr dabei so hinterhältiger Kniff: Ihr Verein bezieht sich auf gültige Gesetze, kann also durch seine Strategie weder so einfach als "links-" noch als "rechtsextremistisch" diskreditiert werden. Und ärgerlicher noch: Aufgrund der streng rechtsbezogenen Form dieser Art der Mitteilung eines Missfallens seitens des Publikums sind die Verwaltungen der Sender verpflichtet, der Frage der Angemessenheit der Beschwerden nachzugehen. In einer nicht geringen Zahl mussten sogar - peinlicher Weise - nachträglich Fehler eingeräumt werden. Dabei liegt der Skandal eindeutig nicht im Tatbestand fehlerhafter Bilder, nachweislicher Falschbehauptungen, sachlich unzutreffender Übersetzungen (aus dem Russischen), Einkauf gefälschten Materials (wie die einen ukrainischer Komiker zeigende Frequenz, der plump & ungekonnt einen verdeckt in der Ukraine tätigen russischen Offizier mimt) oder tendenziöser Berichterstattung in eindeutig nachgewiesenen Fällen, sondern darin, dass diese Fälle öffentlich eingestanden & korrigiert werden müssen.

Was könnte stärker die heimlich stalinistische Neigung der deutschen Bevölkerung beweisen, als das tausendfache Aufrufen von Programmbeschwerden der Ständigen Publikumskonferenz, die darauf abzielen, Journalisten, Moderatoren & Redakteure zu öffentlichen Reuebekundungen zu animieren, nur weil sie es als wertvollen Teil ihrer Meinungsfreiheit betrachten, die rechtlichen Beschränkungen vergangener Zeiten nicht mehr so ernst zu nehmen?

http://www.welt.de/politik/deutschland/article137728701/Mehrheit-vermiss...

Doch um die "Pressefreiheit" als Freiheit transatlantischer Fürsten der Meinungshoheit zu bewahren, die der Meinungsfreiheit des gemeinen Haufens den heimischen Herd als den Ort zuweist, an den sie gehört, schickten sich nun die wackeren Recken des Springer Verlags an, in einem wagemutigen Unterfangen der Gallionsfigur der rechtsstaatlich argumentierenden Meinungsguerilla den Kampf anzusagen: durch eine absolut tödlich=entlarvende öffentliche Enthauptung Maren Müllers: Lebt die Dame nicht im Osten? Der ehemaligen ---- DeDeErr? Verdächtig! Ist sie über fünfzig? Doppelt verdächtig! Sie kennt Leute, die des Russischen mächtig sind? Dreifach verdächtig!

Da wird sich doch was finden lassen????

Und so stellt sich der Versuch aus Maren Müllers Sicht dar:

 

Publikumskonferenz im Visier

Die Kritik der Publikumskonferenz an Programm und Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, der Nachweis der teils offensichtlichen Manipulationsversuche und der Desinformation scheint auch Journalisten des privaten Blätterwaldes zu tangieren. Auch sie sehen ihre Glaubwürdigkeit durch Kritiker aus dem gemeinen Fußvolk gefährdet, die eigentlich nur zu konsumieren, zu abonnieren und zu finanzieren haben und ansonsten vielleicht – wenn sie Glück haben – einen wohlmeinenden Kommentar unter die entsprechenden Artikel der Berufsschreiber setzen dürfen. Kritik an der Berichterstattung wird als Zersetzung, Trollerei und Mobbing neuer Wutbürger und Bescheidwisser disqualifiziert und es wird lauthals ein Angriff auf die Pressefreiheit im Abendland beschworen.

Ins Gespräch kommen wollen die Hüter der Meinungshoheit mit Kritikern natürlich nicht, man schreibt und schwadroniert lieber über sie, reagiert sich in Interviews und Blogs ab, ist innerhalb von Podien unter sich und versucht sich zu überbieten mit neuen Wortkreationen, Expertenmeinungen, Professorenschwurbel, verteilt eifrig diffamierende Etiketten und übt sich in völlig abwegigen Deutungsversuchen über die jeweiligen Motivationen der Kritiker.
Dabei sind alle Varianten möglich, nur ein Eigenverschulden der Medienschaffenden nicht.

Annäherung an Kritiker empfände die langjährige ARD-Redakteurin Sonja Mikich auf Anfrage als „völlig unangemessene Belohnung für Renitenz und Nerverei.” Die Chefredakteurin des WDR fühlt sich belästigt von der Arbeit der Publikumskonferenz.

WELT-Journalist Eigendorf warf Stefan Niggemeier vor, dass er die Publikumskonferenz „geadelt“ hätte, nur weil dieser unsere Form der Kritik als “vergleichsweise seriös” beschrieb.
Spätestens hier frage ich mich: Was bilden diese Leute sich eigentlich ein?

Der Fluch der Naivität

Eine Freundin meinte zu mir, als ich beiläufig erwähnte, mich für ein Interview mit einer Journalistin von der WELT zu treffen: „Du lernst es wohl nie, wa!?“ und ein Mitstreiter attestierte mir zumindest Mut wegen dieses Unterfangens.

Nachdem der wohl unterirdischste Artikel anlässlich der Berichterstattung zur sogenannten Lanz-Petition just von diesem Blatt kam, hatte ich mir eigentlich vorgenommen, da nie wieder vorzusprechen. Die Dame von DIE WELT verstand es allerdings, mich am Telefon davon zu überzeugen, dass sie wohl ein völlig anderes journalistisches Genre bediene und mit Boulevard nichts am Hut habe.

Frau Ileana Grabitz, Jahrgang 1973 und stellvertretende Ressortleiterin im Investigativteam der “WELT” traf mich am 13.11.2014 in Leipzig, um mit mir über die Ständige Publikumskonferenz zu sprechen – wie alles begann, was uns bewegt und wie das alles so abläuft mit den Beschwerden und der Arbeitsteilung. Fast zwei Stunden Gespräch, das Handy als Aufnahmegerät (meins auch) und natürlich wurden auch private Fragen gestellt. So ganz ohne Privates geht es schließlich auch bei Investigativ-Journalisten nicht. Wobei – was ist schon dabei? Ich antworte so ziemlich auf alle Fragen, wenn sie denn gestellt werden.

Da lange Zeit nach dem Gespräch noch immer kein Resultat in lesbarer Form aus dem Gespräch hervorging, dachte ich zunächst, dass das Material wohl doch nicht so spannend für ein Investigativteam war. Schließlich schreibt man da über brisante Themen wie NSU, Lebensmittel aus China, Dschihadisten, Geheimdienste, Ivan Rodionov und die Stiftung Warentest. Da passt die Publikumskonferenz irgendwie nicht rein.
Vor ein paar Tagen fiel ich dann aus allen Wolken, als ich erfuhr, dass ein Investigativ-Journalist des Investigativteams der WELT zu meiner Person recherchiert.

Das WELT-Investigativteam – Streng vertraulich!

Im Klartext: Dirk Banse, Jahrgang 1967, hatte im November letzten Jahres, also ungefähr zum Zeitpunkt des Interviews, beim Beauftragten für das Informationsfreiheitsgesetz beim BStU einen Antrag auf Herausgabe eines Behördenvorganges gestellt, in dem der SPD-Landesverband Sachsen im Jahr 1997 seine übliche Stasi-Überprüfung für Mandatsträger abfragte.

Dirk Banse, Absolvent der Leipziger Sektion Journalismus – auch unter dem Namen „Rotes Kloster“ bekannt, recherchiert vor allem Fälle, in denen Geheimdienste oder ein krimineller Hintergrund eine Rolle spielen. Wer im Roten Kloster studieren wollte, musste schon eine deutlich positive Einstellung zum Sozialismus nachweisen. Ich weiß nicht, was dort sonst noch an Inhalten vermittelt wurde, aber offenbar waren die nützlich für eine einschlägig investigative Laufbahn.

Ich könnte sowas nicht. Der Behördenvorgang, der eine Stasi-Überprüfung aus dem Jahr 1997 zum Inhalt hatte, ergab daher auch keine Hinweise auf eine hauptamtliche oder inoffizielle Tätigkeit für das MfS. Auch die zuvor und danach immer wieder erfolgten Überprüfungen, denen ich als Mandatsträgerin der SPD zuzustimmen hatte und die später auch anlässlich einer Bewerbung beim Bundesverwaltungsamt erforderlich waren, sind nicht besonders ergiebig.
Also, nicht ergiebig in dem Sinne, dass mir aus den Inhalten von Investigativ-Journalisten der Springer-Presse irgendetwas Bestimmtes angehängt werden könnte. Dass dieses lange Interview mit Investigativ-Journalistin Grabitz wirklich nichts Verwertbares zu Tage brachte, was man in guter alter Springer-Manier zur Demontage missliebiger Personen verwenden könnte, ist sicher ärgerlich.
Falls sich doch in nächster Zeit in den Untiefen meiner Biografie Ungeheuerlichkeiten fänden, die mich zu einem Rücktritt von meinem „Vorstandsposten“ bei der Ständigen Publikumskonferenz zwängen, so rückte eine andere Person nach. Soviel sei schon mal versprochen.

Chef-Investigativ-Journalist Jörg Eigendorf aus besagtem Investigativteam der WELT schrieb in einem Beitrag folgendes:

„Viele Verbindungen und Netzwerke aus Zeiten des Ostblocks sind noch lebendig. Die Identifikation mit der neuen Bundesrepublik nach 1990 ist in Teilen der Bevölkerung gering geblieben. Es ist zudem verdrängt worden, dass die alte Bundesrepublik einer der Hauptplätze für ostdeutsche und russische Spionage war. Nirgends hat es so viele Quellen gegeben, die heute noch kompromittiert werden können – ohne dass es erkennbar wäre.“

Besser kann man die Intention gar nicht in Worte fassen, die einen echten Investigativ-Journalisten mit eindeutigem Auftrag beflügelt, seinem natürlichen Deutungsdrang eindeutige Indizien beizufügen.

Man könnte es allerdings auch Verschwörungstheorie nennen.

Anstatt dem Pfusch, der teilweise aus den Redaktionen schwappt, ehrlich und selbstkritisch zu begegnen, aufzuarbeiten und ggf. zu ändern, wird die Schuld am aktuellen Desaster bei den Kritikern gesucht. Wer nicht einverstanden damit ist, was die meinungsbildende Berufsgruppe teilweise an Inhalten produziert und sich ernsthaft aus der Deckung traut um Medienkritik zu üben, ist also nicht nur wahlweise Putin-Troll, Russlandversteher, Nazi, Altstalinist, Verschwörungstheoretiker – sondern muss zusätzlich zwingend über KGB-Nähe verfügen und hauptamtlich oder inoffiziell für den MfS tätig gewesen sein.

Mein Fazit aus dieser Geschichte lässt sich leicht ziehen: Man kann ihnen nicht trauen.
Hätte mich Investigativ-Journalistin Ileana Grabitz im Zwei-Stunden-Informations-Gespräch direkt gefragt, sie hätte eine Antwort bekommen. Inklusive Bescheid.

Dass im Axel-Springer-Imperium offenbar einige Leute Probleme mit der Meinungsfreiheit ihrer Rezipienten haben, (Ja, auch Medienkritik wird vom Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt!) sollte zu denken geben. Spätestens auf dem Weg zum Zeitungskiosk.

„Einige der wichtigen Medienhäuser haben aufgehört, sich gegenseitig zu kritisieren –auch dann nicht, wenn einzelne Kampagnen veranstalteten oder Vendetta-Journalismus an Kritikern üben.“ (Giovanni di Lorenzo: Aus der Rolle gefallen. In: Die Zeit 29.9.2005)

Offener Brief

Sehr geehrter Herr Banse,

Sie recherchieren seit November 2014 zu meiner Person und wollten in einen Behördenvorgang Einsicht nehmen, der meine Überprüfung auf hauptamtliche oder inoffizielle Tätigkeit für das MfS aus dem Jahr 1997 zum Inhalt hat.
Antragsteller dieser Überprüfung war seinerzeit der SPD-Landesverband Sachsen. Ich habe als Betroffene diesem Begehren meine Zustimmung verweigert und werde das auch künftig bei offiziellen Anfragen so handhaben – zumindest wenn das Begehren von Mitarbeitern der Springer-Presse und explizit aus Ihrem Team initiiert wird, da hier sowohl eindeutige Absichten als auch persönliche Interessen unterstellt werden können.

Das bedeutet nicht, dass ich ein grundsätzliches Problem damit habe, zu meiner Vergangenheit Stellung zu nehmen oder derartige Bescheide zu thematisieren, aber ich will direkt gefragt werden.
Während meines zweistündigen Gespräches mit Frau Grabitz im November vergangenen Jahres war dazu ausreichend Gelegenheit.
Im Anhang sende ich Ihnen den aktuellsten Bescheid von 2009 zu meiner Entlastung.
Bescheid vom BstU
Falls Sie noch weitergehende Fragen oder Anliegen haben, die sich gut für die öffentliche Demontage meiner Person und damit der Publikumskonferenz eignen, so lassen Sie mich das gerne wissen.

Mit freundlichen Grüßen

Maren Müller

https://publikumskonferenz.de/blog/2015/02/23/publikumskonferenz-im-visier/

 

Ein Kommentar erübrigt sich wohl.
 

 

 

 

 

Kommentare

Bild des Benutzers fahrwax

Die Aufklärungsbemühten, mit dem unbedingten Hang zur Abbildung realen Geschehens, erwerben ganz automatisch die erbitterte Feindschaft der Propagandisten.

Das die, mit Zähnen Klauen und Gegeifere, ihr Geschäftsmodel verteidigen müssen liegt in der Logik ihres anrüchigen Selbstverständnisses begründet.

Die Mündigkeit durch umfassende Information vernichtet ihre Existenzberechtung - die pure Aufklärung ist ihr Untergang, die Desinformation ihr Anliegen.

Hallo Werner,

die armen Propagandisten haben es ja auch immer schwerer. Selbst im Baltikum: Da wird uns doch immer erzählt "die Balten" hätten kollektiv so schreckliche Angst vor Russland, dass sie furchtbar gerne von den USA zu Tode verteidigt würden, & nun das:

Eine litauische TV-Moderatorin wollte live durch Enthüllung der Ergebnisse einer aktuellen Umfrage vorführen, wie beunruhigt die Litauer über die "ganze russische Propaganda" ist & dann das:

Das Ergebnis der jüngsten Umfrage des litauischen Fernsehsenders TV3 zur „russischen Propaganda“ hat die Moderatorin Renata Šakalytė-Jakovleva stutzig gemacht. „Das ist keine Propaganda, Russland sagt die Wahrheit“, urteilten 82 Prozent der Teilnehmer, wie das Internetportal ruposters.ru am Dienstag unter Berufung auf TV3 berichtete.Den Zuschauern wurde vorgeschlagen, folgende Frage zu beantworten: „Merken Sie, dass die Propaganda im Land zunimmt?“ Unter der Propaganda war der Einfluss der Informationspolitik Russlands gemeint. Von einer stärkeren Propaganda in Litauen sprachen nur zwölf Prozent der Teilnehmer, sechs Prozent sahen keine Propaganda im Land.

Dem Portal NewsBalt zufolge schaltete die Moderatorin nach Bekanntgabe der Resultate sofort auf eine Sportsendung um. Nach den Sportnachrichten teilte Šakalytė-Jakovleva mit, dass die Techniker über hohe Aktivität der Umfrage-Teilnehmer erstaunt waren, weil sie in solchen Fällen normalerweise um die Hälfte geringer ist. TV3 werde eine eigene Untersuchung einleiten, um festzustellen, ob die Resultate der Umfrage frisiert worden seien, sagte die Sprecherin.

Die Umfrage galt der jüngsten Erklärung des Departements für Staatssicherheit Litauens, wonach im Land „immer offenkundigere“ Anstrengungen Russlands zum Schüren eines Informationskrieges und zur verstärkten Propaganda in Medien und sozialen Netzen registriert werden.

https://cooptv.wordpress.com/2015/02/25/litauische-tv-sprecherin-nach-re...

Herzliche Grüße,

Anja

 

Bild des Benutzers fahrwax

Das ist der GAU für die Schutzgelderpresser

wenn die Schäfchen sich weigern die unverzichtbaren Ängste zu entwickeln - am Ende noch ihre Pferche verlassen.

Schön, das sich die Litauer nicht verblöden lassen....., glaubwürdige Stimmen aus Polen wären auch mal interessant.

Sollten die Schäfchen nun auch noch in Erfahrung bringen wer ihre Schlachtung vorbereitet, wird's aber eng für die Metzger.

„Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“

(Tacitus)

Wenn, wie gestern, bereits die BILD vom Linksdrall deutscher Befindlich berichtet - wird es aber einmal interessant

(habs nur gehört, anfassen und lesen bekomme ich nicht gut hin).............

Gruß, Werner

Bei den Polen waren immerhin 65% gegen die Errichtung des ominösen Raketenschirms. Zudem haben polnische Bauern Protestcamps gegen die Russlandsanktionen erbaut, mit denen aber die "Sicherheitsorgane" rüde umgingen. ("Demokratisch" ist nur noch, wer pariert, wenn "Repräsentanten" pfeiffen.)

Eine längere Ausführung zur "Neigung der Deutschen zum Linksradikalismus" gibt's online auf Springers Welt (muss man sich die Finger nicht schmutzig machen; ein Klick reicht.):

Mehrheit vermisst in Deutschland echte Demokratie

Eine neue Studie zeigt: Linksextremes Gedankengut ist unter den Deutschen weit verbreitet. Viele sind unzufrieden mit der Demokratie, 20 Prozent wünschen sich sogar eine Revolution.

Von Reinhard Mohr
DWO_IP_Linksextreme__Aufm.jpg

Foto: Infografik Die Welt

http://www.welt.de/politik/deutschland/article137728701/Mehrheit-vermiss...

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Danke für die Zahlen aus Polen......

Bisher hatte ich dazu nur die Bekundungen der "Wahrheitspresse" auf den Ohren.

Ja, Mensch scheint seine Meinung längst nicht mehr an den Verlautbarungen seiner Korruptionsträger und ihrer Organe festzumachen - das ist eine gute Nachricht.

Nun wäre Zeit für ein wenig Euphorie, oder ein Haleluja?

 

Jetzt haben Investoren soviel investiert - auch und gerade in unsere Hirnröstmedien - und was kommt heraus: ein Disaster! Wo bleibt der Investorenschutz ?

 

Lieber MiJo,

ja, manchmal ist das Leben hart, aber ungerecht. Sogar zu kleinen Investoren.....

HG,

Anja

Bild des Benutzers fahrwax

Die Sicht des Herrn Gellerman,

zu dem Zahlenwerk und seinen Grundlagen, erscheint mir sehr tragfähig:

"Unter der Rubrik "Linksextremismus" wird die "Unzufriedenheit mit der praktizierten Demokratie" ebenso eingeordnet wie die Sorge um den zu großen "Einfluss der Wirtschaft". Der Anteil der Nicht-Wähler wächst, wer da wegbleibt, ist mit der aktuellen Demokratie "unzufrieden". Glaubt man den Schröders sind die Nichtwähler alles gefährliche Linksextremisten. Und dass die Wirtschaft mehr Einfluss hat als der Rest des Sozialgefüges, das leugnen nur noch die beamteten TTIP-Verteidiger. So muss die wachsende Zahl der TTIP-Gegner (40 Prozent) mit dem grusligen Etikett des "Linksextremismus" beklebt werden, obwohl sie am 1. Mai zu Hause bleiben und auch nicht in Kreuzberg wohnen. Irgendwie linksextrem nach der Methode Schröder ist auch jenes Drittel der Befragten, die davon ausgehen, dass "der Kapitalismus zwangsläufig zu Armut und Hunger" führe. Wer also die Wirklichkeit nicht leugnet, der ist extremistisch. Man muss sich erinnern, dass die Leute des "Forschungsverbund SED-Staat", zu denen die Schröders gehören, vom soliden Historiker Wolfgang Wipperman als "Hobbyhistoriker“ und "nekrophile Antikommunisten“ bewertet worden sind. Und schon drängt sich die Frage auf, ob die Finanzierung des Projektes unsicher geworden ist und der "Linksradikalismus" demnächst den "SED-Staat" ersetzen soll. "

Er beleuchtet auch weitere Aspekte   http://www.rationalgalerie.de/home/die-revolution-droht.html

Gruß, Werner

Yep, yep... nachdem die Gegner einer geifernden medialen Russlandhatz als heimlich "rechtsextrem" (weil doch einem 'autoritären Führer' verfallen), "nationalistisch" (weil Pazifismus als nicht=transatlantische Haltung natürlich "völkisch" sein muss) & zugleich "dekadent" (nämlich vom Gauckler als "glücksversessen") 'entlarvt'=diffamiert wurden, muss für die nächste HetzCampagne ein neues Projektionsfeld geschaffen werden, weil selbst das schlimmste sich irgendwann abnutzt.

Nur haben sie jetzt ein selbstgeschaffenes Probkem: Nach all dem Sadam=Hitler=Gaddafi=Hitler=Putin=Hitler ist das emotionale Pulver verschossen: Hitler ist nicht mehr steigerbar. Wer bereits mehrfach als heimlicher Hitler=Anbeter verhetzt wurde, weil er etwas so unglaublich Nazistisches anstrebte wie Frieden, der zuckt noch nicht einmal mit der Wimper, wenn er/sie als Stalinist/in beschimpft wird.

Und kämen sie mit einem "Sie Rosa Luxemburg, Sie!" um die Ecke: Da fühlten wir uns doch glatt geschmeichelt.

Vor allem, wenn's von Leuten kommt, die sich noch nicht einmal gekränkt fühlen, wenn man sie als "Merkel=Fans" beschimpft.

Bald schon läuft der Medienfuror ins Leere. Sie schießen mit Gift&Galle --- und das Völkchen gähnt gelangweilt....

Dieser Coup wird mit einem Autoritätsverlust der "Eliten" enden, der so unmissverständlich in der Luft hängen wird wie der Nebel um London.

Bild des Benutzers costa esmeralda

Liebe Anja, 

wenn Deine Einschätzung so stimmt, woran ich kaum zweifle, trotz grosser Deutschlandentfernung, dann wird in den nächsten beiden Jahren bis zur kommenden BT-Wahl einiges in Deutschland passieren. Die Zivilgesellschaft als Ganze, obwohl stark fragmentiert, wird mehr und mehr ungehorsam werden und weniger manipulierbar. Das hat m. E. damit zu tun, dass der Kapitalismus, Unsoziale Markwirtschaft, mehr als Bedrohung der Lebensverhältnisse wahrgenommen wird denn als sozial. Er schaufelt peu à peu sein eigenen Grab. Um dieser Schaufelei Beine zu machen, sind aber Alternativen aufzuzeigen. Da sind wir alle gefragt.

LG, CE 

 

  

Ja, & dass diese Alternativen nicht als bloß naionalstaatliche denkbar sind (wie die Rechtspopulisten meinen) macht's nicht leichter. Es muss subversiv ein dichtes Netz von kooperativen Lebens- & Wirtschaftsformen verdichtet & vorangetrieben werden, damit die Erkenntnis, dass es so wie zur Zeit nicht weitergehen kann, nicht den Rechtspopulisten zuspielt. In den Krisenländern hat sich ja bereits viel an Alternativen aufgetan; auch gibt es Vernetzungen zu nordeuropäischen Ländern (Freunde von mir sind sehr stark mit Griechenland verbunden & haben schon länger das Ganze so in unsere Gewerkschaften reingetragen, dass da eine Reihe auch erfreulicher Kooperationen existieren --- ohne dass dies in den Mainstream als Nachricht fließt.)

Es bedarf der Bündelung vieler, vieler miteinander agierender & reagierender Form kooperativen Wirtschaftens, nicht den in sich homogenen Guss einer dogmatischen Alternative von oben, der wieder eine autoritäre Hierarchie legitimierte. In den Köpfen muss wieder klarer werden, dass zwar sportlicher Wettbewerb auch zu unserem Leben gehört, Kooperation aber einen viel zentraleren Stellenwert darin hat.

Ich glaube, dass nicht Wut & Empörung, sondern der Überdruss am Bestehenden & die überlegen sich zeigende Verachtung für die Mächtigen deren Erosion voranschreiten lassen wird. Die Formen, die die Architekte der "Color"-Revolutions so einfach kopieren können, dürften nicht mehr im Fokus stehen. Wir brauchen eine viel gescheitere & witzigere Protestkultur --- flankiert von vielen praktischen Initiativen, die uns gegen die ökonomische Depravierung stützen.

Herzliche Grüße,

Anja

Liebe Anja,

denke, dass ich folgendes Zitat noch einmal loswerden muß, habe es schon mal an anderer Stätte eingebracht, hat dort allerdings niemand so richtig zur Kenntnis genommen. Passt so schön zu unserer derzeitigen Situation im allgemeinen und im Besonderen. Es stammt zwar von 1983 und somit aus einer Zeit, wo es ob seiner Brisanz kaum entlarvt zu werden brauchte. Heute ist es aktueller denn je, sogar hier in ALPHABETTA's Beitrag zu McCarthy 2.0.

Ich zitiere einen deutschstämmigen Professor für politische Wissenschaften aus Amherst/USA aus einem Beitrag im Sammelband "PLUS MINUS 1984 - George Orwells Vision in heutiger Sicht" (1983), Seite 64:

Die größere Gefahr ist meiner Meinung nach nicht das Abgleiten der westlichen Demokratie in einen totalitären Staat nach Orwells in 1984 geschilderten Muster, sondern das Unterliegen der Demokratie vor ihren totalitären Feinden. Einer der Gründe für den Untergang der Weimarer Republik, so glauben heute eine Reihe von Historikern, war der destruktive Einfluss von Intellektuellen wie Kurt Tucholsky, die, obwohl im Prinzip Befürworter der Demokratie, für die Weimarer Republik wohl immer ätzende - und oft auch berechtigte - Kritik, aber nur wenig engagiertes Eintreten aufzubringen bereit waren.

Ich kann beim besten Willen nicht sagen, was mich mehr vom Hocker haut? Die totale Fehleinschätzung eines angeblich hochangesehenen Wissenschaftlers, die ehrabschneidende Diskreditierung eines Tucholsky für eigene niedere Zwecke , die feige "Berufung" auf eine unbekannte "Reihe von Historikern", das insgesamt wenig akademisch-wissenschaftliche Gebahren und Verhalten des Herrn Professor und heutigen Emeritus Guenter Lewy? Nein, es ist wohl der Vorwurf an einen wie Kurt Tucholsky, er wäre nur wenig engagiertes Eintreten aufzubringen bereit gewesen. Jemand der "glaubt", solch einen Vorwurf in diesem geschichtlichen Kontext machen zu müssen, kann  - eine andere Formulierung fällt mir beim besten Willen nicht ein - nicht ganz "bei Troste" sein.

LG

MiJo

 

 

Lieber Mijo,

ich habe dieses Zitat irgendwo auch einmal gelesen & es hat mich ähnlich wütend gemacht wie dich. Es ist auch einfach nichts davon wahr! Wenn damals noch, vor dem tiefen Absturz des Nationalsozialismus, irgendwem hätte zugestanden werden können, im positiven Sinne "Patrioten", also Menschen zu sein, die an dem Land hingen, in dem sie geboren worden waren & das sie in einem guten Zustand wünschten, dann waren es Leute wie Kurt Tucholsky, Carl von Ossietzky, Erich Mühsam, Alfred Döblin & Walter Benjamin.

Es ist einfach unglaublich: Da wird dem Diagnostiker die Bösartgkeit der Erkrankung vorgeworfen, so als stelle er die Diagnose, um den Tod des Patienten herbeizuführen & nicht seine kompetente Heilung zu erwirken.

Was wäre denn eine "konsruktive Unterstützung" der Weimarer Republik gewesen? Das Schweigen über eine massive heimliche Wiederbewaffung, das Wüten der Freikorps, die schreiende Rechtslastigkeit der Justiz, der Revanchismus der Militaristen & Nationalisten & der Zynismus des Großkapitals, das beschloss, diesen Hitler für sich zu nutzen?

Hat Tucholsky einen Hindenburg, den Totengräber der Weimarer Republik protegiert? Nein! Hat er, wie das preußische Junkertum, am Tag von Potsdam (der endgültigen verdienten Besiegelung des Preußentums) eine widerwärtige Unterwerfung unter den Gröfaz abgeliefert? Nein! Hat er wie Hugenberg pro-nazistische Propaganda gemacht? Nein!

Henry Ford, Prescott Bush & die Wall Street, der US-Chemie-Konzern Dupont, IBM, Coca-Cola --- sie alle haben ihren Teil zum Weltflächenbrand des 20. Jahrhundert beigetragen. Aber Tucho?

Sie wollen heute den Nazismus nicht mehr begreifen, da Konstrukte von seiner ideologischen Bauart ihre spezifische Funktion zur Zementierung des Kapitalismus in den Zeiten seiner krisenbedingten Gefährdung spielen.

Wie Adorno/Horkheimer richtig sagten: "Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte vom Faschismus schweigen."

Als Ausweg reden sie bösartigen Blödsinn. 

Herzliche Grüße,

Anja

 

Der McCarthyismus geht dann aber selektiv vor. Die Ex-Stasi-IM Annette Kahane durfte mit als erstes in der BZ gegen die Montagsdemos hetzen. Ihr medienunterstütztes Antifa-Projekt "Amadeu Antonio Stiftung" schweigt sich weiterhin zum deutschen Schulterschluss mit urkrainischen Banderas aus, sitzt dafür aber mit Obama und Kerry beim Expertenhearing am gemeinsamen Tisch im Weißen Haus. 

@ Mo: Klar, nur ein transatlantischer Ex-Stasi-IM ist ein guter Ex-Stasi-IM.

Im Falle Maren Müllers wäre es ja eine Frechheit, wenn sie jetzt nicht IM wäre. Wenn man nun einmal die Unverfrorenheit besitzt, den Rechtsstaat gegen die Regierung zu verteidigen, dann muss man doch zumindest jemand sein, der kritiklos einer medientauglich denunzierbaren politischen Macht anhing.

Unanfechtbare Renitenz wäre eine Unverschämtheit.

Bild des Benutzers ebertus

@MO

Guter Hinweis, danke. Bis zu diesem Freitags-Text  kannte ich sie nicht wirklich, danach dann schon; und habe mich dort auch kommentatorisch eingebracht.

Victoria -und immer an der Seite der Macht- schafft es tatsächlich, mit wenigen Zeilen sowohl Beschneidungsgegner als auch Butler-Versteher  in die Schmuddelecke zu stellen, gnadenlos als Antisemiten zu entlarven.

Und der mediale Frontrunner dieser von Kahane verantworteten, erzkonservativen Antifa-Stiftung, dieser militärisch-mediale Arm namens publikative.org  macht genau das, wofür McCarthy stand und steht. Als kleines Beispiel möge man sich nur einmal den dortigen Text von Patrick Gensing  zum SWC-gerankten Herausgeber des Freitag  anlesen. Wer damit, mit Gensing und überhaupt mit dem Tenor dort konform geht;

und dennoch dort bei derFreitag  freudig bloggen und kommentieren mag - na dann...

Ja, das ist der gleiche demagogische Mechanismus mit dem der BAK-Schalom als Instrument bei den Linken installiert wurde, um den linken Flügel durch pseudohafte Geschrei=Skandalisierung zu marginalisieren & dafür zu sorgen, dass im Falle einer unvermeidlichen Regierungsbeteiligung der Linken der nato=konforme Flügel um Stefan Liebich in die entscheidenen Positionen gebracht wird. Gysi hat sich dahinter abgeduckt. Wagenknecht & Lafontaine konnten in die zweite Reihe der Partei gedrückt werden.

Es ist alles so durchschaubar, aber es funktioniert, so perifde, wie es läuft. Die Angst der Leute, dass die Gülle=Maschine gegen sie angeworfen wird, ist so groß, dass es ihnen ebenso zuverlässig das Rückgrat raubt wie schwarz uniformierte Prügelbrigaden.

Dagegen ist es manchmal im Ruhrgebiet, wo noch alte Kumpel rumlaufen (wenn auch reichlich alternd), erholsam. Wirf ihnen "Antisemitismus" vor & sie fragen: "Anti-was soll ich sein? Was ist das denn? --- ach so, gegen Juden. Nö, bin ich nicht. Kenn gar keine." Und gut ist.

Auch der vielbeschworene "Antisemitismus der Muslime" kommt mir kaum unter & ich spreche mit vielen muslimischen Schüler über NS-bezogene Themen. Aber unsere muslimischen Schüler sind eben Türken. Die einzige Genozidfrage, die sie emotional berührt, ist die, ob jetzt die Ermordung der Armenier ein Völkermord sei (was sie natürlich war.) Auschwitz & Juden ist gar nicht ihr Thema. Sie halten Antisemitismus von damals schlicht für die Ausländerfeindlichkeit einer vergangenen Zeit, was natürlich schief ist. Aber sie begreifen einfach ein vergangenes Thema anhand von Kriterien ihrer heutigen Erfahrungswelt.

Auch wenn der "Mitte der Gesellschaft" noch rechtsextremes Gedankengut angedichtet wird, wird schon mal das linksextreme Gedankengedicht vorbereitet. Man weiß ja nie, wie lange die Denunziation mit Rechts noch funktioniert. Wenn selbst genetisch reinrassige Linke sich als Rechte beschimpfen lassen müssen, besteht ja die Gefahr, dass man das Spiel irgendwann entlarvt. Den Fokus (wieder) auf linke "Ratten und Schmeißfliegen" (O-Ton deutscher Politiker) zu legen, würde erstens die Rechten entlasten und hätte den Vorteil, dass man Demos leichter bekämpfen könnte. Rechte und Demos, Rechte und Widerstand gegen die Staatsgewalt - das passt irgendwie nicht. Dazu noch die Antifa als Bewahrer der herrschenden Ordnung. Das muss alles wieder zurecht gerückt werden. Wasserwerfer auf linke Chaoten und der Arbeiter mit Bild in  der Hand brav im Bus zur Abeit. 

McCarthy? Den braucht es nicht mehr!

Da haben wir Edathys Kreuzweg noch nicht einmal ganz hinter uns, geschweige denn, dass wir begriffen hätten, was da so abgelaufen ist bzw. sein könnte. Da läuft derzeit auch noch bei den letzten Medien die Aktion "tabula rasa" ab in Sachen freier Meinungsäußerung. Da wird "auf der ganzen Front" die Privatheit des Individuums geshreddert, keinen Facebuch-account zu haben ist längst sittenwidrig. Da vergeht kein Tag, kein Abend, keine Nacht, wo nicht mindestens zwei-, dreimal in den "wenigen" Krimi-Spielfilmen im Staatsfernsehen die friedensstiftende Wirkung der SEK vermittelt und hochgejubelt wird (SEK steht übrigens für Sondereinsatzkommando - die Langversion ist allerdings derzeit nicht so verwendungsfähig, sie wurde anderweitig schon mal verbraten).

Und dann stößt man auf so etwas: http://www.n-tv.de/politik/Das-schmutzige-Geheimnis-der-Polizei-article1...

Nein, ich sage jetzt nichts davon, was da als Geheimnis und sogar noch als schmutziges penibel beschrieben wird. In Verbindung mit dem oben Erwähnten, bei Berücksichtigung des Themas hier im Blog und all dem was wir sonst noch so wissen oder ahnen, befürchten, das Einzige was mir zu allem nur noch einfällt ist eine simple Bahnsteigdurchsage: Der Zug fährt ein, Vorsicht am Bahnsteig.

Ist doch alles nicht so schlimm? Geht ja nur um Kleinverbrechen! Hauseinbrüche bspw.! Und außerdem hat man ja nichts zu verbergen! Was macht "Sie" denn so sicher, dass  mit den vielen Filmchen, die sie irgendwo im Netz - bspw. bei besonders freundlichen Menschen im dFC - über einen Link aufgerufen haben, nicht  auch das ein oder andere kontaminierte "Machwerk" fein säuberlich abgespeichert wurde? Nur zum Hinweis: keine Chance so etwas zu finden, auch nicht mit den besten Softwaretools, die gibt es nicht mehr, zumindest nicht käuflich. Ach, "Sie" haben alles, was als "anrüchig" gelten könnte, immer gleich gelöscht? Prima! In den meisten gängigen Tools (i.d.R. aus den USA) wurde das feature zur sicheren Entfernung von "gelöschten" Dateien längst selbst eliminiert. Und bei den Tools, die derzeit zu diesem Behufe noch im Netz erhältlich sind, könnte es sehr wohl sein, dass der einzige Effekt der Anwendung im Transfer der Euronen besteht. Es ist leider so: der einzig sichere Weg eine Festplatte, einen USB-Stick oder sonstigen Datenträger zu entsorgen ist über die Einäscherung im "Kaminofen mit Glastür" zu Hause. man sollte aber schon dabei bleiben bei diesem Akt des ultimativen Selbstschutzes. Alternative Vorschlaghammer? OK, aber nur wenn die Brösel hinterher im Kaminofen ... also warum nicht gleich. Und dennoch: wer sagt "Ihnen" denn, dass die Daten nicht längst anderweitig per Kopie in "polizeilichen Gewahrsam" genommen wurden. Haben "Sie" in letzter Zeit ein Smartphone käuflich erworben (vielleicht noch gar zum einmaligen Preis von 1€)? Prima, da gab es bestimmt die tollen Angebote von Dropbox u.ä.! Haben "Sie" gar das Angebot angenommen? Hehe, nein, sie haben wirklich nichts mehr zu verbergen. Ist es "Ihnen" überhaupt aufgefallen? Ich brauchte nicht ein einziges Mal auf die Krake overseas zu verweisen.

Das "schmutzige Geheimnis der Polizei" ist weder ein Geheimnis noch allzu schmutzig, wird es doch bereits in den Bundesländern (auch und gerade von Sozen regierten) dem intensiven Einsatz entgegengeführt. "Sie" finden das alles immer noch  harmlos? Vielleicht sogar geradezu genial? Wer hat denn mitbekommen, dass - vor wieviel Jahren auch immer - in ganz Transatlantika der Besitz von "Bubenbildchen" (bis zum Alter von 17 inklusive!) strafbar gestellt wurde? Just zu der Zeit, als die süßen kleinen "Dinger" aufkamen, mit denen rund um die Uhr Selfies geschossen werden können. Ich schweife ab!  Aber es passt doch alles zusammen, oder nicht?

Was ist denn Totalitarismus, wenn nicht das, was sich da gerade so  glücklich zusammenfügt?

 

Lieber MiJo,

Überwachung ist Totalitarismus, ganz klar. Und ihre Billigung durch unsere Bundesregierung, geschehe diese nun durch den Geheimdienst eines fremden Geheimdienstes oder durch eigene Behörden, stellt mindestens einen dreifachen Bruch des Grundgesetzes dar. Dem folgt nach Artikel 20 (1): die Ermächtigung der Bürger zum Widerstand (-----nicht: Opposition).

Ich muss hier auch keine Missbrauchsszenarien imaginieren: Die Überwachung der privaten Kommunikation, von Individuen im öffentlichen Raum, das Eindringen in & die Speicherung von intimen Privatdaten ist bereits der Missbrauch. Es sei denn, drei unabhängige Richter hätten wegen eines nachgewiesermaßen dringenden kriminellen Tatverdachts hierzu eine gerichtliche Ermäßigung erteilt. Doch auch diese muss anlass- & zeitbezogen formuliert sein. Auch hat die entsprechende Person im Falle einer Falsifizierung des Verdachts ein Recht, über die zurückliegende Überwachung infromiert zu werden.

Alles andere wäre/ist eine Beseitigung des rechtsstaatlichen Fundaments.

Seine Wiederherstellung ist den politischen Kampf mehr als nur wert.

Herzliche Grüße,

Anja

Liebe Anja,

Deine Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Bereits vor 45 Jahren hieß es doch schon einmal: Tausche Grundgesetz gegen Grimm's Märchen!

Mehr will ich hier gar nicht mehr dazu äußern. Mir ist heute Nachmittag die erste richtige Sonnenstunde auf der Terrasse zu sehr in den Kopf gestiegen.

HG

MiJo

 

Lieber MiJo,

dann erhol dich mal gut.

HG,

Anja

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Liebe Anja,

leider habe ich jetzt wenig Zeit, ausführlich auf Deinen wichtigen Beitrag zu antworten.

Deshalb nur kurz: Ganz herzlichen Dank für diese Infos aus Deutschland. Auch Maren ganz herzlichen Dank für die hervorragende Arbeit der Medienbeobachtung.

In der Eifel wird sicher eines unserer Themen sein, wir wir (termiten) uns als Teil der Zivilgesellschaft auf die Zukunft einstellen.

Zum Schluss: Dieser Welt-Artikel ist unter "aller Kanone!", aber er zeigt auch anschaulich, was mainstream in Deutschland ist, bzw. "political correctness".

LG aus Panamá, Hermann 

Lieber Hermann,

in der Eifel wird uns sicherlich der Gesprächsstoff nicht ausgehen.

Herzliche Grüße in wäremere Gefilde,

Anja

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d'accord, liebe Anja und noch

"fuerza, fuerza" für die neue Woche, Hermann

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Über diese Initiativen werden wir uns bald austauschen.

Noch eine schöne Woche,

LG, Hermann

PS: Ich bin ja immer noch überzeugt, wir müssten etwas mit unabhängigen Direktkandidaten zum BT versuchen. Nur ein einziger Unabhängiger, gut gefüttert von der Zivilgesellschaft, könnte viel Bewegung in die Republik bringen. Aber so eine Initiative müsste schon jetzt beginnen.

Auch die Vernetzung mit ausserdeutschen Initiativen ist, wie Du sagst, wichtig.